Brandenburg

Alles was von Europäern so geprägt wurde
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mimach
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Re: Brandenburg

Beitrag von mimach » Mo 31.08.20 23:45

Hallo Ischbierra,

Das sieht nach A. Eberhagen die Nummer 216 aus, eine städtische Prägung aus Salzwedel.
"Adler, Schwingen aus drei sternförmig ausgebreiteten Flügelfedern, Kugeln aus Flügelkuppen, Kopf nach links, ohne Fänge, glatter Rand.
Prägestädte: Salzwedel
Prägezeit: 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts"


Quelle: A. Eberhagen - Die Zeit der Hohlpfennigprägungen in Salzwedel nach dem Jahre 1314 - Sonderdruck 1989
Hier der Link zum Download: https://www.altmarkgeschichte.de/voe.php?pid=so_1.php
Dateianhänge
A. Eberhagen - Nr. 216.PNG
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Man verliert die meiste Zeit damit, daß man Zeit gewinnen will.

John Steinbeck (1902-68)
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jot-ka
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Re: Brandenburg

Beitrag von jot-ka » Di 01.09.20 12:54

Hallo ischbierra & mimach,
bei diesen früheren Salzwedeler Pfennigen der 2. H. 14 Jh. ist die genaue Zuordnung nicht immer einfach.
Die Pfennige waren 'ewige Pfennige' und entsprechend lange im Umlauf und so sind sie auch erhalten.
Die Abb. bei Eberhard sind nicht so scharf und es gibt Pfennige, die man der einen oder anderen Eberhagen-Nummer zuordnen kann.
Gewicht und Silber wurden im Laufe Jahrzehnte verringert.
In einem der Beiträge ist meine Vermutung geäußert:
"Bei manchen Salzwedeler Pfennigen habe ich den Eindruck, daß das Aussehen älterer abgenutzter Pfennige aus dem Geldumlauf
im Stempelschnitt nachgeahmt wurde."
viewtopic.php?f=7&t=48340&start=30#p404801
viewtopic.php?f=7&t=48340&start=225#p423087
Im Handel sieht man diese Stücke oft als "B 2a" bestimmt.
Schöne Grüße
jot-ka

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ischbierra
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Re: Brandenburg

Beitrag von ischbierra » Di 01.09.20 14:22

Herzlichen Dank Euch beiden für die Einordnungen. Es ist also doch vor Friedrich II.
Gruß ischbierra

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jot-ka
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Re: Brandenburg

Beitrag von jot-ka » So 06.09.20 18:53

Unter den Brandenburg/Preußen-Sammlern gibt es welche,
die großen Wert darauf legen, von jedem Fürsten wenigstens eine Münze in der Sammlung zu haben.
Schwierig wird es bei Jaczo, Albrecht dem Bären und Albrecht Achilles.
Jaczo ist selten im Angebot, der Bär ist meist nur 4-st. zu haben und Achilles ist fast so selten wie Jaczo.
Aber bei ihm gibt es eine Notlösung: Die Gulden aus Schwabach !
Für uns Märker allerdings nur die mit dem Zepterschild, die ab 1470 geprägt wurden,
als mit Albrecht die Mark und die fränkischen Liegenschaften der Hohenzollern aus einer Hand regiert wurden.
So wie 1415-1440 unter Friedrich I.
Hier ist so ein Stück:
3,31 g; v. Schr. 332 (Angabe des Auktionshauses)
Ursprünglich war die Rs. mit rotem Kerzenwachs bekleckert.
Habe das vorsichtig mit Zahnstochern entfernt,
sehr vosichtig, um die alte Goldpatina zu erhalten.
Im Bereich 3:00 und 8:00-9:00 sind noch Reste erkennbar.
Das ist Absicht, etwas Mittelalter sollte erhalten bleiben.
Wer noch den Auktionskatalog Möller, Frühjahr 1994, hat, kann den ursprünglichen Zustand sehen (#353).
Vs.: Johannes der Täufer mit dem Agnus Dei auf einem Tablett mit der Linken haltend,
die Rechte rafft das Gewand, damit man den Brackenkopf zwischen seinen Beinen besser sieht.
Rs.: In den Winkeln eines Blumenkreuzes die Wappen von Brandenburg, Pommern,
Burggrafschaft Nürnberg und Zollern, in der Mitte der Zepterschild.
Auf den späteren Groschen von Johann Cicero und Joachim I. & Albrecht ist die Standartreihenfolge B-N-Z-P.
Schöne Grüße, jot-ka
Dateianhänge
Albrecht-Schwabach.jpg

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jot-ka
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Re: Brandenburg

Beitrag von jot-ka » So 13.09.20 12:12

Um den Faden mit Albrecht Achilles wiederaufzunehmen,
seine Regierungszeit als Kurfürst von (Gesamt-)Brandenburg dauerte von 1470-1486.
Heute muß man nicht mehr unbedingt zu den Gulden mit dem Zepterschild greifen,
einige Hohlpfennige, kurfürstliche und städtische, lassen sich Dank der Forschungen
von Herrn Tewes in die Zeit Albrechts einordnen.
Drei Beispiele dafür hier:
viewtopic.php?f=7&t=48340&start=15#p403689
Bf. 7b / T 22, dessen Prägung mit der Münzreform 1468 in der Mzst. Brandenburg begann,
vermutet Herr Tewes noch bis 1475 geprägt.
Siehe dazu
Lothar Tewes: "Brandenburgisches Geld zur Finanzierung der Pommernabwehr 1470/72 in der Neumark"
Numismatisches Nachrichtenblatt, Ausgabe November 2009, 58. Jahrgang, (NNB 11/09), S. 433 - 438

Während der Regierungszeit Albrechts wurden in der Mark auch Groschen geprägt.
Als Mzst. wird allgemein Brandenburg angenommen.
Bahrfeldt schreibt in seiner Bearbeitung des Fundes aus Beenz bei Lychen (u.a. 1 Exemplar Bf. 41):
"Numismatisch ist wenig über diesen Kurfürsten bekannt. Seine Groschen scheinen geringwertiger
angeordnet zu sein als bisher. Übrigens sind sie selten und kommen meist nur in geringer Erhaltung vor."
Zitat aus:
Emil Bahrfeldt "Ein märkischer Groschenfund aus dem 15. und 16. Jahrhundert" in
"Mittelaltermünzen"
Ausgewählte Schriften 1881 - 1928"
ZENTRALANTIQUARIAT DER DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK LEIPZIG 1987

In Bahrfeldts Bd. II finden wir auf S. 57:
"Urkundlich wird unter Albrecht die Prägestätte Brandenburg im Jahre 1472 ... gemeldet." ...
"Diese seltenen Groschen entsprechen im Gehalte denen Friedrichs II.,
im Gewichte stehen sie aber höher als jene (nach den jetzigen Wägungen), auf 98 Stück aus der Mark."

An anderer Stelle habe ich mal gelesen, daß diese Münzen wegen des höheren Gewichtes
damals aus dem Verkehr gekippt wurden und deshalb heute so selten sind.

Die Groschenprägung unter Friedrich II. in der Mzst. Brandenburg endete 1468, der Kreuztyp der Rs.,
der nach der Münzreform 1468 wieder verwendet wurde, fehlt. Den gibt es nur aus Rathenow und Königsberg.
Für die Stempel der Groschen Albrechts wurden neue Punzensätze verwendet,
was auf eine Lücke zwischen den Prägungen 1468-1470 schließen läßt.
Eine durchgehende Prägung von Groschen kann es nicht gegeben haben.
Das Dreiblatt über den Schilden könnte man als das Zeichen des Münzmeisters Michael Hemelporte vermuten.
Albrecht Achilles.jpg
Bf. 41b, 2,52 g

Schöne Grüße, jot-ka
edit: Text ist korrigiert.

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