Vorsicht beim Kauf von Goldmünzen: Aurei m. gest. Löchern

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

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Chandragupta
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Re: Vorsicht beim Kauf von Goldmünzen

Beitrag von Chandragupta » Fr 03.05.19 08:39

Ich schließe mich zunächst mal grundsätzlich der Meinung von Homer an: Lieber eine antike (Gold-)Münze mit Loch, das ja integral zur ihrer (Überlieferungs-/Verwendungs-)Geschichte gehört, als eine mit mehr oder weniger kunstvoll gestopftem Loch. Vor allem dann, wenn's auch noch verschwiegen wird... :evil:

Andererseits ist das Stopfen von Löchern letztlich nichts anderes als eine besondere Form von Restaurierung. Bei antiken Statuen, Vasen, etc. pp. gang und gäbe - einfach, damit das Objekt in Museen/Ausstellungen "präsentabel" wird, d.h. "Otto Normalbesucher" eine Vorstellung davon bekommt, wie das ganze ursprünglich mal ausgesehen und gewirkt hat.

Insofern kaufe ich bewußt auch mal Münzen mit gestopften Löchern - wie das folgende Bsp. (Baldwin's Auction 65, May 2010, Lot 1192):
TrDec_Pannoniae.jpg
(Das ist mein einziger Aureus meines Fast-Lieblingskaisers des 3. Jh., und damit habe ich - bis auf einen der schweineseltenen Denare - vom Semis über den Doppelsesterz bis hin zum Aureus eine recht vollständige Nominalreihe seiner Münzreform in meiner Sammlung. Und der Zuschlagpreis war noch dreistellig in €, mit Aufgeld dann aber schon vierstellig. Trotzdem als Belegstück ein Schnapp. Das entschädigt für die Einschränkung; wobei diese im Katalog klar erwähnt war: "Pierced and repaired, about very fine." - also eine extrem ehrliche Beschreibung, wie von diesem Händler gewohnt.)

Vergleichsstücke:
1) Av stempelgleich:
TrDec_Pannoniae_(Av_stgl).jpg
2) Rv stempelgleich:
TrDec_Pannoniae_(Rv_stgl).jpg
Numismatische Grüße,

Euer Chandra

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shanxi
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Re: Vorsicht beim Kauf von Goldmünzen

Beitrag von shanxi » Fr 03.05.19 10:19

Chandragupta hat geschrieben: Andererseits ist das Stopfen von Löchern letztlich nichts anderes als eine besondere Form von Restaurierung. Bei antiken Statuen, Vasen, etc. pp. gang und gäbe - einfach, damit das Objekt in Museen/Ausstellungen "präsentabel" wird, d.h. "Otto Normalbesucher" eine Vorstellung davon bekommt, wie das ganze ursprünglich mal ausgesehen und gewirkt hat.

Bei der Restauration/Ergänzung von Vasen oder Statuen wird heute darauf geachtet das moderne Teile deutlich als Ergänzung erkennbar sind. Da sollte auch für Münzen gelten, wenn man denn unbedingt Löcher stopfen möchte.

Anbei zwei erkennbar gestopfte Löcher in einer Münze aus dem 16. Jhd.
Dateianhänge
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kc
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Beitrag von kc » Sa 26.09.20 19:02

Ein echter Aureus, aber ein perfekt gestopftes Loch:

Original mit Loch:
https://www.acsearch.info/search.html?id=6641950

Exemplar gestopft:
https://katzauction.com/lots/view/1-3HZ ... -very-rare

Ohne Datenbank kaum zu erkennen, da sehr gut gemacht, auch die Details von Apollo...

Grüße
kc
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Homer J. Simpson
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Homer J. Simpson » Sa 26.09.20 19:09

Schiet, Mann - wenn das so perfekt zu retuschieren ist, welchem Aureus soll man dann noch glauben???

Homer :-(
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Zwerg
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Re: Vorsicht beim Kauf von Goldmünzen: Aurei m. gest. Löchern

Beitrag von Zwerg » Sa 26.09.20 21:37

Anhand der Fotos nicht erkennbar. Am Original wohl auch nur, wenn man sich die Stelle mit Lupe oder Mikroskop ansieht.
Aber - ich bin jetzt einmal ganz frech.
Im Vergleich mit einer sauberen Restaurierung an einem antiken Bronzeartefakt, einem Marmorgegenstand, einem vorher massiv beschädigten Ölbild - hält dies in allen Aspekten stand. Da würde man sich über solch eine absolut saubere Instandsetzung nie echauffieren. Sie würde wohl auch kaum erwähnt, da das Gesamtbild nicht beeinträchtigt ist.

Übrigens würde ich bei der letztgenannten Auktionsfirma von Käufen absehen. Diese Spielchen gibt es nicht nur im antiken, sondern auch massiv im modernen Bereich.

Netten Abend wie üblich
Klaus
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Re: Vorsicht beim Kauf von Goldmünzen: Aurei m. gest. Löchern

Beitrag von gallienvs » So 27.09.20 07:54

:angel: j
Zwerg hat geschrieben:
Sa 26.09.20 21:37


.....Übrigens würde ich bei der letztgenannten Auktionsfirma von Käufen absehen. Diese Spielchen gibt es nicht nur im antiken, sondern auch massiv im modernen Bereich.

Netten Abend wie üblich
Klaus
...und Valerianus unter „Roman republic“ einzuordnen zeigt auch, dass hier echte Koryphäen am Werk sind. :wink:
Eric

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Re: Vorsicht beim Kauf von Goldmünzen: Aurei m. gest. Löchern

Beitrag von antinovs » So 27.09.20 09:28

erschreckend gut gemacht.
und gut, dass es solche datenbanken wie acsearch gibt.

a.
LXVIII

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Xanthos
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Re: Vorsicht beim Kauf von Goldmünzen: Aurei m. gest. Löchern

Beitrag von Xanthos » So 27.09.20 11:32

[Achtung Schleichwerbung :)]

Ich habe mir angewöhnt, Goldmünzen vor dem Kauf bei acsearch immer zuerst durch die Bildsuche laufen zu lassen. So findet man nicht nur allfällige noch unentdeckte Provenienzen, sondern eben auch häufig Bearbeitungen. Manchmal findet man gleich das unbearbeitete Stück, wie im obigen Fall noch mit Loch, oder aber ein stempelgleiches Exemplar, mit dessen Hilfe man solche Bearbeitungen beim sorgfältigen Vergleich auch aufdecken kann.

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Re: Vorsicht beim Kauf von Goldmünzen: Aurei m. gest. Löchern

Beitrag von beachcomber » So 27.09.20 14:44

mich würde so eine restaurierung nicht stören, wenn sie im auktionstext erwähnt würde! was übrigens bei der entdeckung hilft ist schwarzlicht, das verwendete lot wird immer einen anderen farbton haben.
grüsse
frank

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