Firmen für Graduierungen - mehr Schein als Sein (?)

Deutschland vor 1871
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Comthur
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Firmen für Graduierungen - mehr Schein als Sein (?)

Beitrag von Comthur » Di 10.11.20 18:05

Hallo,

ich hätte mal eine Frage zu Graduierungsfirmen, welche ja nun auch immer zahlreicher zu werden scheinen :

Welche würdet Ihr als seriös und bzgl. Preis / Leistung empfehlen und welche "Kuriositäten" kann man da entdecken ;-)

Hier mal ein Halbschoter des Deutschen (Ritter-)Ordens in Preussen ... von der Graduierungsfirma PCGS als "Schilling" deklariert ?! :

https://www.coinarchives.com/1d174e2b1f ... e00123.jpg

Viele Grüße,
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Re: Firmen für Graduierungen - mehr Schein als Sein (?)

Beitrag von Numis-Student » Di 10.11.20 18:09

Von mir eine ganz kurze Antwort:

Ich würde statt für "grading" das Geld lieber für Münzen ausgeben ;-)

Schöne Grüße
MR

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Comthur
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Re: Firmen für Graduierungen - mehr Schein als Sein (?)

Beitrag von Comthur » Di 10.11.20 19:39

Ja, meine Chinesen (Großbronzen) warten immer noch auf eine Antwort --- nicht einmal eine Anfrage bzgl. "grading" wurde bisher beantwortet.
HONOR MAGRI JVDICIVM DILIGIT

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Re: Firmen für Graduierungen - mehr Schein als Sein (?)

Beitrag von sigistenz » Di 10.11.20 22:43

Numis-Student hat geschrieben:
Di 10.11.20 18:09
Von mir eine ganz kurze Antwort:

Ich würde statt für "grading" das Geld lieber für Münzen ausgeben ;-)

Schöne Grüße
MR
Ganz deiner Meinung! Ich seh doch selbst, ob mir die Erhaltung gefällt. Warum andrer Leute Ansicht teuer bezahlen! Die einzige Münze, die ich je "graded" kaufte, und das auch nur, weil der Preis dem der nackten Münze entsprach, wurde eine RiesenEnttäuschung: Bei der Exhumierung zeigte sich nämlich ein grässlicher Randschaden, den der Sarg verborgen hatte. Mit dem "cracked slab" an Rückgabe natürlich nicht zu denken. Von den Fälschungen, die durch Grading echt und teuer werden, gar nicht zu reden.... :mrgreen:
Sigi
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KarlAntonMartini
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Re: Firmen für Graduierungen - mehr Schein als Sein (?)

Beitrag von KarlAntonMartini » Mi 11.11.20 09:17

Es scheint einen gewissen Bedarf an diesen Münzsärgen zu geben, bei großen Auktionshäusern tauchen zunehmend gegradete Münzen auf. Ist natürlich auch für die Auktionatoren praktisch und haftungsmindernd. Grüße, KarlAntonMartini
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Re: Firmen für Graduierungen - mehr Schein als Sein (?)

Beitrag von Zwerg » Mi 11.11.20 09:35

KarlAntonMartini hat geschrieben:
Mi 11.11.20 09:17
Ist natürlich auch für die Auktionatoren praktisch und haftungsmindernd
Sicherlich nicht, da die Gradingfirmen keine Haftung übernehmen.
Ich kenne den Fall, daß sich eine sehr teure "gegradete" Münze nach dem Kauf und dem Öffnen des Sarges als Verfälschung offenbarte - war vorher nicht zu erkennen. Gekauft auf einer Auktion in den USA, Verpackung geöffnet in Deutschland.
Die Käufer (war ein Händlerzusammenschluß) blieben auf Allem sitzen. Mit dem Öffnen des Slabs erlischt jeglicher Anspruch; und eine Klage in den USA wäre viel zu teuer gewesen. War nur ein höherer 5-stelliger Betrag.

Allerdings ist bei bestimmten Münzen ein Verkauf ohne "Slabs" kontraproduktiv.
z.B. (fast) alle USA-Münzen. Alle modernen Münzen (nach 1800) in besserer Qualität. Noch nur in den USA, schwappt aber nach Europa.
Besseres China, Russland, Südamerika. Da übersteigt der zu erzielende Mehrwert die Kosten des "Gradens" bei Weitem.
Händler wissen normalerweise, wie sie agieren müssen - Sammler entscheiden dies dann selber.
Numismatisch bin ich strikt gegen Plastiksärge. Monetär muß man manchmal andere Wege gehen.

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Re: Firmen für Graduierungen - mehr Schein als Sein (?)

Beitrag von Honorus » Mi 11.11.20 09:37

Also ich sehe das so. Wenn du ein Top-Stück veräussern möchtest, lässt du es vorher lieber graden. Gibt NGC oder PCGS ein hohes Grading ab, gibt das den Käufern (beispielsweise in einer Auktion) eine Gewissheit, dass die Münze besonders gut ist. Somit wird auch mehr geboten.

Wenn das jemand für sich selbst machen möchte, ist das ihm überlassen. Ich werde nächstes Jahr 5 Stücke zum Grading einreichen.

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KarlAntonMartini
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Re: Firmen für Graduierungen - mehr Schein als Sein (?)

Beitrag von KarlAntonMartini » Mi 11.11.20 12:47

Zwerg hat geschrieben:
Mi 11.11.20 09:35
KarlAntonMartini hat geschrieben:
Mi 11.11.20 09:17
Ist natürlich auch für die Auktionatoren praktisch und haftungsmindernd
Sicherlich nicht, da die Gradingfirmen keine Haftung übernehmen.
Ich kenne den Fall, daß sich eine sehr teure "gegradete" Münze nach dem Kauf und dem Öffnen des Sarges als Verfälschung offenbarte - war vorher nicht zu erkennen. Gekauft auf einer Auktion in den USA, Verpackung geöffnet in Deutschland.
Die Käufer (war ein Händlerzusammenschluß) blieben auf Allem sitzen. Mit dem Öffnen des Slabs erlischt jeglicher Anspruch; und eine Klage in den USA wäre viel zu teuer gewesen. War nur ein höherer 5-stelliger Betrag.

Der Auktionator war doch fein raus, das meinte ich. Gut, in diesen Dimensionen bewegt sich meine Sammelei nicht, und da gibt es noch reichlich ungegradetes Material. Grüße, KarlAntonMartini
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Re: Firmen für Graduierungen - mehr Schein als Sein (?)

Beitrag von QVINTVS » Do 12.11.20 16:08

Grüßt Euch,

für mich ist das auch reine "Geldmacherei". Wie oben beschreiben, kann sich in den "Särgen" alles verstecken. Der Rand ist nicht sichtbar, die Münze kann ich nicht mehr fotografieren, für die Sammlung wird mehr Platz benötigt, usw. Die Amis ham ja auch den Trump gewählt und werden ihn jetzt nicht mehr los ... So ist das auch mit den "Särgen" - nicht sehr klug. Will man seine Münzen schützen, dann würden sich auch Kapseln anbieten.
Viele Grüße

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Re: Firmen für Graduierungen - mehr Schein als Sein (?)

Beitrag von Numis-Student » Do 12.11.20 16:20

KarlAntonMartini hat geschrieben:
Mi 11.11.20 12:47
Zwerg hat geschrieben:
Mi 11.11.20 09:35
KarlAntonMartini hat geschrieben:
Mi 11.11.20 09:17
Ist natürlich auch für die Auktionatoren praktisch und haftungsmindernd
Sicherlich nicht, da die Gradingfirmen keine Haftung übernehmen.
Ich kenne den Fall, daß sich eine sehr teure "gegradete" Münze nach dem Kauf und dem Öffnen des Sarges als Verfälschung offenbarte - war vorher nicht zu erkennen. Gekauft auf einer Auktion in den USA, Verpackung geöffnet in Deutschland.
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Der Auktionator war doch fein raus, das meinte ich. Gut, in diesen Dimensionen bewegt sich meine Sammelei nicht, und da gibt es noch reichlich ungegradetes Material. Grüße, KarlAntonMartini
Bei uns haftet ja der Münzexperte persönlich, also ist das ein Grund für uns, diese eingesargten Dinger nicht in die Auktion zu nehmen.

Schöne Grüße,
MR

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Re: Firmen für Graduierungen - mehr Schein als Sein (?)

Beitrag von QVINTVS » So 15.11.20 14:46

Besonders skuril und fragwürdig:

https://www.ebay.de/itm/Austria-Heller- ... 0041.m2061

Hier wird eine Händleinheller des 13./14. Jahrhunderts aus Schwäbisch Hall angeboten - in einem Sarg!!!
Er wird fälschlich Österreich zugeordnet und hat einen Wahnsinnspreis den man nie wieder bekommen wird. Händleinheller, gerade diese mit der tief gespaltenen Finderwurzel, Raff 16, Spitzgabeltyp, sind die häufigsten Münzen des gesamten europäischen Mittelalters. Selbst bei allerbester Erhaltung würde ich nicht mehr wie 20 Euro bezahlen. Hier wird er, schon verbilligt, für umgerechnet 66 Euro !!!! angeboten. Das ist reine Abzocke und Arbeitsbeschaffung für ein fragwürdiges Ergebnis!

Böser Gedanke: Außer Mann/Frau ist dumm, zu faul, schwimmt im Geld, ... und möchte keine Arbeit damit haben, sich nicht mit der Materie beschäftigen oder ist T....-Wähler!
Viele Grüße

QVINTVS

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Re: Firmen für Graduierungen - mehr Schein als Sein (?)

Beitrag von Zwerg » So 15.11.20 15:01

Die Slabs sind von ECC.
https://www.educationalcoin.com/
Die versorgen in den USA als Großhändler den Einzelhandelsmarkt und slabben momentan alles, was nicht rechtzeitig auf den Bäumen ist.
Den internationalen Markt kennt diese Firma bestens.

Das hat nichts mit Münzsammeln zu tun sondern mit Marketing - und ist völlig legitim.
Bekleidungsfirmen rechnen mindestens mit Faktor 9 - jeder kommt billiger, wenn er seine Hemden selber näht!

Grüße
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Re: Firmen für Graduierungen - mehr Schein als Sein (?)

Beitrag von Fusselbär » So 15.11.20 15:29

Für Altdeutschland ist mir eine Slab ein geht gar nicht. Die Münzen möchte ich anfassen und begrabbeln können. In meinem 2 Sammelgebiet habe ich mich bei eingesargten PP-Stücken mit dem Slab abgefunden, da ist es halt ein gewisser Schutz.

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