Zwei unbekannte Stücke

Deutsches Mittelalter
Firenze
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Zwei unbekannte Stücke

Beitrag von Firenze » Fr 28.05.21 20:17

Hallo in die Runde,

diese beiden Stücke liegen bei mir seit längerer Zeit unbestimmt herum. Das zweite Stück erinnert mich an einseitige Pfennige aus Meißen, hat aber eben keine senkrechten Balken im Wappen, hier sind sie schräg. Ich würde mich über Hilfe zu den beiden Stücken freuen...

Nummer 1: Brakteat, ca. 17mm
DSC08514.JPG
Nummer 2: Einseitiger Pfennig?, ca. 16 mm
DSC08513.JPG
Viele Grüße,
F

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QVINTVS
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Re: Zwei unbekannte Stücke

Beitrag von QVINTVS » Fr 28.05.21 22:13

Zu Nr. 1: Sollte nach meinem Gefühl zweiseitig sein und ist eigentlich kein Brakteat. Würde auf Würzburg tippen, habe ihn aber nicht im Ruß gefunden. Bamberg könnte theoretisch auch sein, wurde aber im Krug auch nicht fündig und dort ist die Schrift anders - zumindest bei den abgebildeten.
Viele Grüße

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Re: Zwei unbekannte Stücke

Beitrag von Mistelbach » Fr 28.05.21 23:03

Nr. 1 ist Würzburg, Denar Ehwald 3610 aber einseitig. Otto I. von Lobdeburg 1207 - 1223, Ruß 247

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Re: Zwei unbekannte Stücke

Beitrag von Mistelbach » Fr 28.05.21 23:43

Das zweite würde ich schon für einen Sachsen halten aber verprägt. Die Pranke unten zeigt ja einen deutlichen Doppelschlag und die Schrägbalken wirken komisch, nahe der Mittellinie ist der Schatten einer geraden Linie zu sehen. Im Wappenlexikon ist jedenfalls kein genau solches zu finden.

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Re: Zwei unbekannte Stücke

Beitrag von Firenze » Mo 31.05.21 12:23

Danke für eure Hilfe.

Dann scheint es sich bei beiden Stücken also um Verprägungen zu handeln: Münze #1 ist eigentlich ein zweiseitiges Stück. Beim zweiten Stück kann ich mir die Darstellung allerdings nicht so recht erklären... Wäre es ein Doppelschlag, bei dem sich der Schrötling nach dem ersten Prägevorgang um etwa 40 Grad gedreht hätte, wären dabei ja nicht nur die Balken "gekippt" sondern auch das Wappentier. Es wirkt fast so, als würde der Doppelschlag nur die Hälfte der Münze betreffen...

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Re: Zwei unbekannte Stücke

Beitrag von Mistelbach » Di 01.06.21 08:04

Einseitige Stücke kommen in der Zeit schon öfter vor, da sind z.B. zwei Schrötlinge aneinander hängen geblieben und dann entstehen je ein einseitiges Stück von VS und RS. Es sollten damals ja keine schönen Stücke geprägt werden sondern nur Silberlinge "markiert" und das im Akkord, wohl tausende pro Tag.
Den sächsischen Pfennig stelle ich mir so vor: Erst ein Schlag mit sehr schräg gehaltenem OS-Stempel, dann hat der Hersteller sich wohl gedacht die andere Hälfte sollte auch drauf und daher hat er mit anders gehaltenem Stempel nochmal zugeschlagen wobei der Schrötling etwas gerutscht ist. War ja alles Massenware. Die Unterpranke beweist ja den Doppelschlag mit verrutschtem Schrötling, in den schrägen Balken ist der Schatten eines geraden Balken zu sehen.

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