Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Perinawa
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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Perinawa » Do 11.11.21 15:00

[Leer-posting für weiter Bilder und Münzen zur Ara Pacis]
Unanfechtbare Wahrheiten gibt es überhaupt nicht, und wenn es welche gibt, so sind sie langweilig

Perinawa
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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Perinawa » Sa 20.11.21 16:29


Das Heiligtum der Venus Cloacina



Ein Travertinring und die Basis eines kleinen Podiums sind die spärlichen Fundamentreste, die von dem Heiligtum der Venus Cloacina übrig blieben. Hier auf dem Forum Romanum zwischen Basilika Aemilia und Comitium stand einstmals der kleine archaische Kultbau, über dessen einstiges Aussehen wir einzig durch die Abbildung auf Münzen recht gut informiert sind. Das nicht überdachte Heiligtum maß gerade mal ca. 2 x 3 Meter und war lediglich mit einer Balustrade eingefasst; eine kleine Treppe führte hinauf. In seiner Mitte standen zwei Statuen, über die wir später noch mehr erfahren werden. Wann genau er errichtet wurde, ist nicht bekannt; erstmalig erwähnt ihn Plautus, und nach Plinius stammt der Bau aus der Gründungszeit Roms.

forum_romanum_venus_cloacina.jpg

Das sakrale Tempelchen gehörte zu einer Gruppe von elf weiteren Heiligtümern, die an der Südseite der Basilika Aemilia gefunden wurden. Die bescheidene Dimension und die einfache Gestaltung verleihen dem mit einer Brüstung umfassenden Bau zwar einen ländlichen Charakter, sollen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass er eng mit geschichtsträchtigen Orten und Personen verbunden war. Nicht zuletzt weist die grosse Konzentration der Kultbauten im Bereich des Forumsplatzes auf die hohe Bedeutung des politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens der Stadt hin, sondern symbolisiert jenen Wert, der sich vor allem in dem rituellen und politischen Geschehen auf diesem Platz manifestierte.

CvOzrmeVIAAExIH.jpg


Die Cloaca Maxima
Aber auch die topographische Lage war verantwortlich für den Platz, an dem das Heiligtum der Venus Cloacina einst errichtet wurde. Bekanntlich ist Rom die Stadt der sieben Hügel; dazwischen lag allerdings eine grosse Talsenke genau an der Stelle, wo später das zentrale politische, kulturelle und soziale Leben der Urbs stattfinden sollte. Doch in der Frühzeit der Stadtgeschichte fand man hier lediglich eine unwirtschaftliche Sumpflandschaft vor. Die rasch voranschreitende Expansion der Stadt machte es unumgänglich, diesen Bereich trockenzulegen, und so wurde bereits unter der Herrschaft des ersten etruskischen Königs Tarquinius Priscus im 6. Jh. v.Chr. ein System von Kanälen angelegt, die das stehende Wasser auf der Oberfläche ableitete und zum Tiber führte. Das war bitter nötig, da aus den umliegenden Hügeln zahlreiche Quellen plätscherten, die allesamt in den Bach Velabrum mündeten, der das Areal durchzog. Erschwerend kam hinzu, dass der Tiber mit regelmässiger Boshaftigkeit über die Ufer trat und das Tal in eine Modderzone verwandelte. Archäologische Spuren zeigen deutlich, dass in diesen frühen Phasen des 7. und frühen 6. Jh. v.Chr. das Laufniveau am Forum immer wieder von neuem mit einem gestampften Boden stabilisiert werden musste.

Zunächst war die Cloaca Maxima als offener Kanal angelegt, und vermutlich verhinderten hölzerne Zäune am Ufer, dass die Menschen ins Wasser fielen; auch wenn das im Sommer eine wunderbare Erfrischung gewesen sein muss. Die ersten Baumassnahmen markierten jedoch nur den Beginn eines grossen Kanalsystems, und es sollte noch 400 Jahre dauern, bis das Bauwerk eine erste grosse Änderung erfuhr. Wurde das Areal in den ersten Jahrhunderten noch vorwiegend als Friedhof genutzt, drängten sich nun die Bauten immer weiter von den Hügeln talabwärts, sodass man im 2. Jh. v.Chr. den Entwässerungskanal in den Untergrund verlegte.

Übrigens benutze ich hier ganz bewusst nicht die Bezeichnung "Abwasserkanal", wie sie leider oft und in meinen Augen fälschlicherweise oder besser: unglückseelig übersetzt wird. Kloake (lat.: cloaca) bedeutet allgemein Abflusskanal für Gewässer, doch es hat sich mittlerweile in unseren Köpfen manifestiert, diesen auf den Abtransport des Abwassers, also der menschlichen Hinterlassenschaften und anderer übelriechenden Substanzen zu beschränken. Hinzu kommt, dass der Begriff 'Kloake' ebenso für die mittelalterlichen Sickergruben, aber in der Biologie auch den gemeinsamen Körperausgang für Geschlechtsorgane, Harnleiter und Darm der possierlichen Viecher beschreiben.

Und es sollte noch einige Zeit vergehen, in der fast ausschliesslich erfrischendes Quellwasser durch die Kanäle blubberte. Erst mit Sextus Julius Frontinus, dem Senator, Soldat und Schriftsteller, der 103 n.Chr. starb, begann der Frevel gegen die königliche Idee. Da die Stadt unter den Kaisern Domitian, Nerva und Trajan weiter wuchs und das Trinkwasser längst auch über Aquädukte aus den Abruzzen oder den Albaner Bergen herangeschafft wurde, leitete Rom kurz nach 97 n.Chr. auch das Abwasser gemeinsam mit dem Quellwasser durch die damals schon 700 Jahre alte Cloaca Maxima zum Tiber. Das war, als Senator Sextus Julius Frontinus auch zum „curator aquarum“, zum Oberaufseher über die Aquädukte und die Wasserversorgung der Stadt, gemacht worden war.

RomaCloacaMaximaPercorso.jpg
(Der Verlauf der Cloaca Maxima)


Jetzt aber zurück zur Venus Cloacina. Zweimal im Laufer seiner Geschichte geriet das Heiligtum in den Blickpunkt der stadtrömischen Öffentlichkeit.


Der Raub der Sabinerinnen
Die erste Begebenheit führt uns nicht nur zu den Urquellen der römischen Geschichte, sondern erzählt eine der bekanntesten und beliebtesten Mythen überhaupt. Nach der Überlieferung sahen sich die Römer veranlasst, ihren damals herrschenden chronischen Frauenmangel durch weiblichen Zuwachs von aussen zu beheben. Um den Fortbestand Roms zu sichern, startete Romulus zunächst eine Werbekampagne in Sachen Familienplanung, die jedoch bei den benachbarten Völkern des Latiums auf taube Ohren stiess. Darauf hin beschloss man, sich gewaltsam zu nehmen, was man auf friedlichem Wege nicht bekam. Der Plan Romulus war, ein grosses Turnier zu veranstalten, um so möglichst viele Bewohner der Nachbarstädte nach Rom zu locken. Die anfangs friedliche Stimmung am Tage der Veranstaltung schlug jedoch alsbald in feindliche Aggression um. Wie aus heiterem Himmel fielen die römischen Kerle über die völlig überraschten Gäste her und bemächtigten sich der sabinischen Frauen. Diese Freveltat, die das hochgeschätzte Gastrecht aufs Gröbste verletzte, führte schnell zu erbitterten Kämpfen zwischen den Kontrahenten und gipfelte schliesslich in der Einahme des Kapitols durch die Sabiner und die anschliessenden kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem Forum. Nach langem Hin und Her legten die Streithähne die Waffen nieder. Gemeinsam schritten sie zum Heiligtum der Venus Cloacina, wo sie sich mit Myrtenzweigen reinigten (lat.: cluere) und so die erhitzten Gemüter abkühlen konnten. Danach wurde standesgemäss Frieden geschlossen, der durch einen Pakt der beiden Völker an zentraler Stelle auf dem Forum Romanum besiegelt wurde.


Verginia, die Unschuldige
Ein wenig trauriger liest sich die Geschichte, durch die das Heiligtum der Venus Cloacina im Jahr 449 v.Chr. wiederum in den Fokus der römischen Bevölkerung rückte. Der von Livius überlieferte Zwischenfall ereignete sich zu einer Zeit, wo die unterprivilegierten Plebejer begannen, sich gegen die Herrschaft der adligen Patrizier aufzulehnen. Ein Mitglied der hoheitlichen Gesellschaft namens Appius Claudius verliebte sich ausgerechnet in die junge Plebejerin Verginia. Fatalerweise war diese aber bereits einem anderen versprochen. Als alle Werbungen des greisen Freiers nichts halfen, bemühte dieser die Gerichte, um unter fadenscheinigem Vorwand die Vaterschaft des jungen Mädchens in Zweifel zu ziehen, und sie dann als Sklavin, die ursprünglich im gehört hatte, für sich zu beanspruchen. Und tatsächlich wurde Verginia bei einer zweifelhaften Gerichtsvorhandlung, wobei der Kläger selbst den Vorsitz führte, dem selbigen zugesprochen. Aufgrund dieses skandalösen Urteils brach Unruhe aus und die Situation drohte zu eskalieren. In diesem Tumult trat der Vater vor das Tribunal und schlug vor, die Amme des Mädchens zu befragen. Man trat erneut in die Beweisführung, worauf der verzweifelte Vater sein Töchterlein und die Amme zum Heiligtum der Venus Cloacina führte. Hier entriess er einem Metzger das Messer und sprach: "Auf diese einzige Art, die mir möglich ist, Tochter, bewahre ich dir die Freiheit." Dann durchbohrte er die Brust des Mädchens.


Doch was hat jetzt die liebliche Göttin der Liebe mit einem Kanalsystem zu tun? Wie wir oben bereits erfahren haben, leitet sich der Name cloaca von cluere ab, dem lateinischen Wort für 'reinigen'. Die etruskische Göttin Cloacina wurde extra für diese Aufgabe abgestellt, und da die Römer gerne ihre eigenen Götter involvierten, wurde Venus sozusagen zur Verstärkung herangezogen. Sinnigerweise bekam diese den bisherigen Namen als Beinamen verpasst und mutierte damit zur 'Venus Cloacina', wie Plinius berichtet. Das Heiligtum wurde somit auch mit beiden Göttinnen besetzt.


Die Abbildung auf den Münzen halten auf ihren Reversseiten das Heiligtum der Venus Cloacina im Bild fest. Es handelt sich dabei um die im Jahr 42 v.Chr. geprägten Denare des L. Mussidius Longus. Dargestellt sind die in Tuniken gehüllten beiden Gottheiten, die innerhalb einer kreisförmigen Umfassungsmauer auf einem nicht überdachten Podium mit umlaufendem Gitter stehen. Beide stützen sich auf eine Säule, die linke Personen hält einen (Myrten)zweig. Links führt eine kleine Treppe zum Podium hinauf.
Dass der Münzmeister ausgerechnet dieses Motiv für seine Ausgabe im Jahre 42 v.Chr. wählte, könnte sich aus der erwähnten ersten Begebenheit erschliessen. Denn so wie damals Römer und Sabiner ihren Disput in einem friedlichen Einvernehmen beendeten, hätte sich hier das gute Verhältnis zwischen den Triumvirn Octavian, Antonius und Lepidus wiederspiegeln können.

P1230888.JPG
P1230889.JPG

L. Mussidius Longus
Denar
42 v.Chr.
Rom
Av.: Drapierte Solbüste mit Strahlenkranz v.v.
Rev.: Heiligtum der Venus Cloacina - L MVSSIDIVS LONGVS / CLOACIN
3,91 Gr.
Cr. 494/44


Roma bella mi appare...
Zuletzt geändert von Perinawa am Sa 20.11.21 23:23, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Timestheus » Sa 20.11.21 16:32

Danke schon mal für die heutige Abendlektüre :)
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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Numis-Student » Sa 20.11.21 16:40

Rainer, vielen Dank für diesen tollen Beitrag !

MR

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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Perinawa » Sa 20.11.21 18:17

Sehr gerne.

Die Recherchen mildern etwas die Tatsache, dass ich jetzt schon länger nicht mehr in Rom war.

Aber über den Neuzugang habe ich mich sehr gefreut. Die schöne Darstellung des Heiligtums lässt die Dezentrierung in den Hintergrund rücken. Sollte ich mal irgendwann ein besserer Exemplar bekommen können, ist es gut. Wenn nicht, ist es auch gut.

Allerdings habe ich die Aversdarstellung mal aussen vor gelassen.

Was mich aber wirklich sehr wundert: Woytek erwähnt den Münztyp mit keiner Silbe.

Grüsse
Rainer
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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Perinawa » Mo 22.11.21 17:54

Der Tempel des Apollo Palatinus


"Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen."

Diese Beschilderung könnte ohne weiteres an der Stelle auf dem Palatin stehen, an der sich die spärlichen Reste des palatinischen Apollotempels befinden. Erhalten hat sich lediglich der Fundamentkern aus opus caementitium in Tuff und Travertin; weitere Bruchstücke, die man in der näheren Umgebung fand, können dem Bau nicht sicher zugeordnet werden. Ursprünglich war der Unterbau mit Tuffblöcken verkleidet, die das Gewicht der Cellamauern und die Säulen des Proanos trugen. Heute fehlen diese Außenschichten, die wahrscheinlich bei Plünderungen gestohlen wurden. Mit einer Höhe, die dem Obergeschoss des augusteischen Wohnhauses entsprach, war der Tempel weithin sichtbar.

P1010388.JPG

P1010390.JPG

Sueton nennt ihn bei seiner Aufzählung der bedeutendsten öffentlichen Bauwerke, die Augustus errichten liess, und über das Aussehen wüssten wir heute kaum etwas, wenn es nicht von den antiken Literaten so genau beschrieben wäre. Hören wir dazu aus der Elegie des Properz:

"Die goldene Säulenhalle des Phoebus Apollo ist heute vom grossen Kaiser eingeweiht worden. Schön ist die Reihe numidischer Säulen... Hier sah ich die Marmorgestalt des Gottes, der mir schöner erschien als die Sonne, zum Gesang der schweigenden Lyra... Schliesslich, zwischen seiner Mutter und Schwester, der pythische Gott selbst in einem langen Gewand beim Vortrag seiner Lieder."

Wenn auch Properz Worte hier nur verkürzt wiedergegeben werden, beschreibt er den Prachtbau bis ins letzte Detail, und auch andere antike Quellen rühmen den Tempel und seine üppige Ausstattung. Leider hat der Bau selbst nicht auch in die Münzprägung Einzug gehalten, aber es gibt einige Münzen, die eng damit in Verbindung stehen. So soll sich diese Abhandlung auch auf genau diese Zusammenhänge beschränken.


Wohnen bei und mit der Schutzgottheit

Nach dem Sieg von Naucholos über Sextus Pompeius im Jahre 36 v. Chr. gelobte Augustus, seinem Schutzgott Apollo einen Tempel zu errichten. Laut Sueton soll Apollo selbst den Ort des Tempels bestimmt haben, indem er einen Blitz neben das Haus des Princeps gerichtet hat. Von allen Göttern des römischen Pantheons stand Apollo Augustus am nächsten. Nach Cassius Dio verdankte er seine Adoption durch Caesar vor allem dem Gerücht, er wäre in Wahrheit der Sohn des Apollo.


Der Apollontempel war als Monument des Dankes für die Siege des Kaisers, und vor allem für den Sieg bei Actium errichtet worden. Die Niederlage des Marcus Antonius in dieser berühmten Schlacht bedeutete für Augustus das siegreiche Ende der Bürgerkriege. Dieser Sieg wurde mit Apollo verbunden, da auf dem Vorgebirge von Actium ein Apolloheiligtum lag.

Am 9. Oktober 28 v. Chr. wurde der palatinische Apollotempel feierlich eingeweiht. Neben einer stattlichen Anzahl von Statuen wurden dort auch die Sibyllinischen Bücher aufbewahrt; dem Tempel angegliedert war eine Bibliothek und der Komplex war durch einen direkten Zugang mit dem Haus des Augustus verbunden. Im Hinblick auf die Münzprägung ist noch erwähnenswert, dass der Kaiser goldene Dreifüsse spendierte.


Apollo Kitharoedes, Actius oder Palatinus?

Der Gott, dem die Schirmherrschaft über den neu erbauten Tempel oblag, erscheint in der Literatur namentlich in verwirrender Vielfalt, und ich versuche, ein wenig Ordnung zu schaffen. Der gemeinsame Nenner der gesicherten Darstellungen rund um den Bau ist die Kithara. Dies betrifft insbesondere die beiden Statuen, die eingangs von Properz beschrieben wurden.

Das Kultbild des Gottes in der Cella war ein im 4. Jh. entstandes Werk des Skopas, das man aus Griechenland geholt hatte. Hier beschreibt Properz den Gott im langen Gewand beim Gesang. Zu der Gruppe gehörten ferner Statuen der Latona und der Diana. Leider ist das Ensemble nicht mehr erhalten, soll aber auf der frühkaiserzeitlichen Basis von Sorrent abgebildet sein.

Basis Sorrent.jpg

Aber auch der sog. Apollo Barberini - heute in der Glyptothek München - könnte eine Kopie des Originals von Skopas sein.

Apollo_Barberini_Glyptothek_Munich_211.jpg

Auf dem Vorplatz zum Tempel soll eine marmorne Apollo-Statue gestanden haben, die den Gott im Gewand eines Kitharoeden darstellt, wie er zur stummen Lyra den Mund öffnet.

Diese Darstellungsformen mit Kithara stilisieren den Gott, der nach Horaz zusammen mit seiner Schwester die aurea aetas einleitete, als Stifter des Friedens und der Versöhnung. Allgemein wird er daher als "Apollo Kitharoedes" bezeichnet, wie er sich auch auf verschiedenen Monumenten erhalten hat. Eine besonders schöne Darstellung ist auf einem Fries zu finden, das höchstwahrscheinlich aus der dem Tempel angegliederten Bibliothek stammt und heute im Museo Palatino aufbewahrt wird.

P1010379.JPG

Eine andere Darstellung, zu bewundern im Palazzo Altemps in Rom, zeigt den sitzenden Apollo Kitharoedes und stammt aus der Sammlung Ludovisi.

P1020188.JPG

Doch es gibt auch eine eher "dunkle" Seite: Vor und während der Bürgerkriegsphase gegen Marc Anton tritt er bewaffnet mit Pfeil und Bogen als Reiniger und Rächer auf, und auch hier sind Darstellungen im und am palatinischen Tempelkomplex nachgewiesen worden. Da sich die Darstellungen mit dem Sieg bei Actium, der ja das Ende des Bürgerkriegs einläutete und den Frieden brachte, änderte, bezeichnet man den dafür verantwortlichen Gott auch als "Apollo Actius".

Offensichtlich ist dieser auf Krawall gebürstete Apollo aus Actium im Bild nicht überliefert; er mag vielleicht Ähnlichkeit mit einer Statue haben, die heute im Ashmolean Museum in Oxford ausgestellt ist.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... Apollo.jpg


Wenn man jetzt die antiken literarischen Quellen befragt, stösst man fast auschliesslich auf den "Apollo Palatinus". So spricht u.a. die res gestae von einem "templumque Apollinis in Palatio cum porticibus... feci", aber auch andere Schriften erwähnen den "Apollini in Palatio". 'Palatinus' ist also nichts weiter eine spätere Adjektivisierung der Ortsbezeichnung, und wenn man so will, würde man in der heutigen Zeit wohl von einer "örtlichen Zuständigkeit" sprechen.


Die numismatischen Zeugnisse


Und jetzt ist es an der Zeit, die dazugehörigen Münzen zu betrachten, weil deren Legende scheinbar im Widerspruch zu stehen scheint.
Ein Denar des Augustus von 15/13 v.Chr. zeigt auf seiner Rückseite Apollo im langen Gewand mit Kithara und Plektron, begleitet von der Legende IMP X ACT.

ACT X.JPG

Augustus
Denar
15/13 v.Chr.
Lugdunum
Av.: Kopf n.r. - AVGVSTVS DIVI F
Rev.: Apollo mit Kithara und Plektron - IMP X / ACT
3,77 Gr.
RIC 171a


Weitaus detailiert präsentiert sich eine weitere, jedoch sehr seltene Prägung des Augustus (RIC 366), die darüber hinaus das Standbild des Gottes ausdrücklich mit APOLLINI ACTIO bezeichnet.

http://numismatics.org/ocre/id/ric.1(2).aug.366



Das hat viele Gelehrte dazu verleitet, in den Münzbildern die Abbildung des Apollo Actius zu sehen, was m.E. aber falsch ist. Einen guten Lösungsansatz hat Herbert A. Cahn bereits 1943 in seiner Abhandlung "Zu einem Münzbild des Augustus" geliefert. Er weist mit Recht darauf hin, das nur Ortskundige mit dem Namen Palatinus etwas anfangen konnten. Für das ganze römische Reich, an das sich die Münzbilder mit ihrer klaren, einfachen Symbolik wandten, war die Bezeichnung 'Actius' verständlicher. Ein weiteres Indiz ist, dass Properz in seiner Elegie, die ungefähr zur gleichen Zeit entstand wie die Münzen, als Grund des Tempelbaus das Eingreifen des Gottes in die Schlacht bei Actium verherrlicht, der Bau aber schon lange vor diesem Datum vom Kaiser gelobt wurde. Letztendlich markierte der Sieg von Actium den wohl wichtigsten Punkt im Leben des Augustus, der propagandistisch durch die Münzen in Szene gesetzt wurde. Niemand im Reich sollte vergessen, dass der Kaiser an diesem Tage dem Imperium wieder Ruhe und den langersehnten Frieden brachte.


Doch schon weitaus früher findet sich eine Münze (Cr. 537/2), die wahrscheinlich auf das Gelöbnis des Augustus, Apollo zu Ehren einen Tempel zu errichten, hinweist. Ein seltener Denar zeigt auf seiner Rückseite einen Dreifuss - ein Motiv, das sich auf die oben erwähnte "Spendenauktion" beziehen könnte.

https://www.acsearch.info/search.html?id=1757481


Der Darstellung des kitharaspielenden Apollo findet man auch auf späteren Münzen der Kaiserzeit. Insbesondere ein Denar des Commodus gibt nicht nur eine genaue Abbildung des Gottes der o.g. Augustus-Prägungen wieder, sondern macht in seiner Legende APOL PAL auch unmissverständlich klar, dass es sich um Apollo Palatinus handelt. Ein Grund für diese Ausgabe und die explizierte Erwähnung der Ortsbezeichnung sieht Maria Regina Kaiser-Raiß in "Die stadtrömische Münzprägung während der Alleinherrschaft des Commodus" darin, dass der Kaiser nach dem missglückten Attentat des Maternus lange nicht mehr in Rom gewesen war, und die Münze eine Anspielung auf die Rückkehr des Commodus auf den Palatin darstellte.

26389_426041g00.jpg

Commodus
Denar
190 - 191 n.Chr.
Rom
Av.: Belorbeerter Kopf n.r. - M COMM ANT P FEL AVG BRIT P P
Rev.: Apollo mit Kithara und Plektron - APOL PAL P M TR P XVI COS VI
2,73 Gr.
RIC 218


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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von kiko217 » Di 23.11.21 21:49

Vielen Dank für die Nachhilfe zu diesem Teil des Palatins! Auf dem kenne ich mich nicht so gut aus, wie ich es gerne möchte. Mit den damals angebotenen Kopfhörern habe ich mich nicht so gut zurecht gefunden. Am liebsten würde ich, wenn ich das nächste Mal in Rom bin, mir einen eigenen Fremdenführer aus Fleisch und Blut mieten. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es da überhaupt noch welche gibt.

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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Timestheus » Di 23.11.21 22:18

Danke wieder mal für die tolle Lektüre, auf die ich mich immer wieder freue!
Einfach klasse Deine Berichte.
kiko217 hat geschrieben:
Di 23.11.21 21:49
Vielen Dank für die Nachhilfe zu diesem Teil des Palatins! Auf dem kenne ich mich nicht so gut aus, wie ich es gerne möchte. Mit den damals angebotenen Kopfhörern habe ich mich nicht so gut zurecht gefunden. Am liebsten würde ich, wenn ich das nächste Mal in Rom bin, mir einen eigenen Fremdenführer aus Fleisch und Blut mieten. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es da überhaupt noch welche gibt.

Kiko
Ich hatte beim der letzten Rom Reise das Glück einen Pater kennen zu lernen, der sich auch sehr für die Antike interessiert hat. Mit dem durfte ich 4 Tage durch Rom von morgens bis Abends laufen. Und das tolle war, der hatte für vieles a) einfach einen Schlüssel oder wurde b) dort reingelassen wo ich hätte nie rein gehen dürfen. Der hat mir Ecken gezeigt - auch unter der Erde - und dann römische Stücke und Artefakte ... mir sind die Augen raus gefallen. Ich glaub von dem Aufenthalt habe ich in den 4 Tagen knapp 3000 Bilder geschossen. Und was der alles kannte und wusste...

Vor allem haben viele Kirchen / Klöster in Rom auch eigene kleine Keller Museen mit Fundstücken die nicht öffentlich ausgestellt werden.
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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Perinawa » Di 23.11.21 22:29

kiko217 hat geschrieben:
Di 23.11.21 21:49
Am liebsten würde ich, wenn ich das nächste Mal in Rom bin, mir einen eigenen Fremdenführer aus Fleisch und Blut mieten. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es da überhaupt noch welche gibt.
Das liesse sich über das Rom-Forum organisieren. Da gibt es schon welche, die intensive Führungen machen können. Das habe ich mir das nächste Mal auch vorgenommen. Forum und Palatin sind so ein wenig meine "Spielwiese", und wenn's vielleicht auch arrogant klingt: "Normale" Führungen würden mir da nicht wirklich etwas neues bringen.

Wenn ich mich an meine ersten Romreisen erinnere: Sonntags waren die Wiesen auf dem Palatin voll. Wir haben uns dann mit Wein und anderen Leckereien auf die Wiesen gesetzt; viele Römer hatten ihren Gaskocher dabei und kochten zwischen den Palastruinen Pasta. Teilweise war der Eintritt frei, und es gab auch keine Absperrungen. Wenn man wollte, konnte man im Schlafsack oben übernachten... :D
Timestheus hat geschrieben:
Di 23.11.21 22:18
Ich hatte beim der letzten Rom Reise das Glück einen Pater kennen zu lernen, der sich auch sehr für die Antike interessiert hat.
Vitamin B ist da nie verkehrt. So durfte ich mal vor einiger Zeit in die Sala dei busti in den Vatikanischen Museen reinschnuppern. Durch einen Riesenzufall habe ich vor ein paar Jahren einen der damaligen Direktoren kennengelernt. Der ist dort geboren worden, wo ich heute arbeite... aber das ist eine lange Geschichte.

Grüsse
Rainer
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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Perinawa » Do 25.11.21 15:21

Der Tempel der Juno Moneta


Anders als auf dem Forum Romanum ist der kapitolinische Hügel für die Archäologen keine ergiebige Fundgrube, jedenfalls nicht, was die alten Steine betrifft. Das gilt insbesondere für den nördlichen Teil, wo die arx, also die "Burg" stand. Hier wurde Mitte des 4. Jh. v.Chr. der Juno Moneta ein Tempel geweiht. Die genaue Lage ist unbekannt, es wird aber angenommen, dass die meisten Reste unter der Kirche Santa Maria in Aracoeli zu finden sind. Hier hat man im Garten einige Mauerreste gefunden, die dem Tempelbezirk zugeordnet werden.

Maqueta Colina Capitolina.jpg
(Die vermutete Lage des Tempels auf dem Kapitol. Links erkennt man den Jupitertempel, rechts unten den Triumphbogen des Septimius Severus)


karte.jpg


In die Geschichte eingegangen ist die arx vor allem durch den Einfall der Gallier. Als diese die Römer im Jahr 387 v.Chr. an der Allia besiegt hatten, blieb keine andere Möglichkeit, als die Stadt Rom, die damals noch keine Befestigung hatte, von der Bevölkerung zu räumen. Nur auf der arx blieb eine kleine Besatzung zurück, die den Galliereinfall überstand. Der Sage nach waren es die heiligen Gänse der Juno, die die Stadt letztlich retteten: Durch ihr Geschnatter wurden die schlafenden Wachtposten geweckt, als sich die Gallier nachts der Burg näherten. Einer der Verteidiger war M. Manlius, dem man später den Beinamen Capitolinus gab. Zwar zogen sich die Angreifer zurück, forderten aber ein horrendes Lösegeld, und suchten weiteres Kapital zu schlagen, indem sie beim Abwiegen falsche Gewichte benutzten. Als die Römer das durchschauten, warf der gallische Feldherr Brennus noch sein Schwert in die Waage und rief "Wehe den Besiegten".

Ein Relief des besagten Federviechs, heute im Museo Ostiense in Ostia - hat sich erhalten und soll auch angeblich vom Tempel der Juno Moneta stammen. Aus datenschutzrechtlichen Gründen hier nur der link dazu: https://www.akg-images.com/archive/-2UMDHUNZ2VDH.html

Zwar vermutet man, dass sich schon zu dieser Zeit ein kleines Heiligtum zu Ehren der Juno auf der arx befand, doch ein Tempelbau wurde erst im Jahr 345 v.Chr. vom Diktator L. Furius Camillus im Krieg gegen die Aurunker gelobt. Die Einweihung erfolgte schon ein Jahr später und der Gründungstag war der 1. Juni, wovon Ovid in seinen "Fasti" mit folgenden Worten berichtet:

"Hoch auf der Burg hast am selbigen Tag dem Gelübde zufolge Juno Monetas Haus einst du, Camillus, geweiht. Dort stand vordem des Manlius Haus, der der Gallier Waffen einstens vom Kapitol, Jupiters Wohnsitz, vertrieb."



Beim Namen "Juno Moneta" denken wir heute natürlich sofort an Geld und Münzen, doch ursprünglich hatte die Göttin und damit auch der Tempel ein ganz andere Funktion. Moneta bedeutet Mahnerin; wann, wo und wozu sie da einmal gemahnt hatte, das war schon in klassischer Zeit ins Ungewisse geraten. Cicero überliefert in seiner "Über die Weissagung", nach einem Erdbeben habe eine Stimme 'vom Tempel der Juno herab' aufgerufen, die Bürgerschaft durch das Opfer einer trächtigen Sau zu entsühnen; darum habe man diese Juno die "Mahnerin" genannt.

Wie die Freunde römischer Münze wissen, gab es zu der Zeit, als der Tempel errichtet wurde, in Rom noch gar keine Münzstätte. Diese wurde erst knapp Hundert Jahre später - wahrscheinlich um das Jahr 269 v.Chr., in einem Nebengebäude des Tempels eingerichtet. Woher der Name ursprünglich auch rührte, die Übertragung des Wortes auf die Münzprägestätte liegt offen zutage. Zuerst sprach man von der Prägestätte "beim Tempel der Moneta", dann geradezu von der "Werkstatt der Moneta", schliesslich kurz von "der Moneta", und von dem Prägestock ist das Wort dann munter weiter auf die daraus gefertigten Münzen übergesprungen.


Die Juno Moneta wurde auch auf den Münzen verehrt, und ein Denar des T. Carisius aus dem Jahr 46 v.Chr. ist bei den Sammlern besonders beliebt, weil er auf seiner Rückseite einen Teil des Equipments zeigt, das zur Herstellung der begehrten alten Kröten nötig war. Damals wurden die Münzen "per Hand" geschlagen, und da den meisten der Prägevorgang bekannt ist, hier nur eine Kurzfassung: Der Schrötling, also das noch ungeprägte Metallplättchen wurde auf den Prägestempel gelegt, der auch Untereisen genannt wird, und wahrscheinlich auf einem Amboss befestigt war. Ein Arbeiter (monetarius) führte dann mit der Zange einen weiteren Prägestempel (Obereisen) heran. Die Prägung erfolgte dann durch einen zweiten Arbeiter mit einem mehr oder weniger gezielten Hammerschlag.

Da es die Römer bekanntlich ganz genau nahmen und die Vorzüge der Arbeitsteilung kannten, gab es für die verschiedenen Arbeitsschritte nicht nur verschiede Personen, sondern für letztere auch unterschiedliche Bezeichnungen - vgl. viewtopic.php?p=257836#p257836

Im Münzkabinett des Museo Nazionale Romano, zu finden im Keller des Palazzo Massimo, wird auf einem modernen Wandrelief die damalige Münzherstellung in ihren einzelnen Schritten dargestellt.

rom 253.JPG

Amboss, Zange und Hammer sind auf der vorliegenden Münze verewigt. Der Gegenstand über dem Amboss wird manchmal fälschlicherweise als Obereisen interpretiert, doch handelt es sich hierbei um einen Pileus, einer Kopfbedeckung, die damals vor allem von einfachen Arbeitern getragen wurde. Nun ist aber nicht anzunehmen, dass die Münzarbeiter bei ihrer Tätigkeit einen Pileus getragen haben, und der Zusammenhang ergibt sich aus einer ganz anderen Herleitung. Auch Vulcanus wird mit dieser Kopfbedeckung dargestellt; in seine Zuständigkeit fiel alles, was mit der Kraft des Feuers zu tun hatte, also sämtliche Metallhandwerker und somit auch die monetarii. Letztendlich weist noch der umlaufende Lorbeerkranz auf den Umstand hin, dass die Münze zu einem triumphalen Anlass geprägt wurde.

Interessant ist also nicht nur die Darstellung, sondern auch der Anlass der Prägung. Das Jahr 46 v.Chr. stand ganz unter dem Namen Caesars. Ein militärischer Erfolg jagte den anderen, und in der Hauptstadt kam man aus dem Feiern nicht mehr heraus. Zwar hatte der Diktator reiche Beute gemacht, gab aber auch viel Geld aus. Wohl wissentlich, das seine weitere Karriere von der Gunst des Volkes und der Treuer seiner Truppen abhängig war, verteilte er üppige Geld- und Sachspenden an Bürger und Soldaten, veranstaltete kostspielige Bankette und Spiele, weihte ganz nebenbei das Caesarforum mit einem neuen Tempelbau ein und liess sich als siegreicher Feldherr inmitten herrlicher Triumpfzüge in Rom hochfeiern. Das alles kostete natürlich viel Geld, und man kann sich gut vorstellen, dass die monetarii in dieser Zeit Überstunden schieben mussten. Im Vergleich zum Vorjahr stieg das Prägevolumen um mehr als das doppelte, zusätzlich wurde auch wieder Gold gemünzt, da die Triumviralprägungen in Silber dem Bedarf an höheren Nominalwerten nicht mehr gerecht wurden.

Zusammenfassend macht das die Münze nicht nur zu einem interessanten Stück Zeit- und Technikgeschichte, sondern stellt den Münzmeister Titus Carisius auch als einen der kreativsten Köpfe seiner Zunft heraus.

Carisius.jpg
T. Carisius
Denar
46 v.Chr.
Rom
Av.: Kopf der Juno Moneta n.r. - MONETA
Rev.: Münzprägewerkzeuge und Pileus im Kranz - T CARISIVS
3,79 Gr.
Cr. 464/2




Roma bella mi appare...
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Lucius Aelius
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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Lucius Aelius » Do 25.11.21 17:08

Erstmal danke für deinen ausführlichen Bericht 👍

Mir stellt sich eine Frage: Wieso hat der Ambos Füsse und keine glatte Standfläche?
Gruss
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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Perinawa » Do 25.11.21 17:11

Lucius Aelius hat geschrieben:
Do 25.11.21 17:08
Mir stellt sich eine Frage: Wieso hat der Ambos Füsse und keine glatte Standfläche?
Gute Frage, spontane Antwort: Hilfreich beim Hochheben/Transport?!

Ich muss aber zugeben, dass mir diese Füsse überhaupt nicht aufgefallen sind. :oops:
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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Zwerg » Do 25.11.21 17:29

Perinawa hat geschrieben:
Do 25.11.21 17:11
Ich muss aber zugeben, dass mir diese Füsse überhaupt nicht aufgefallen sind.
Dito!
Und dann stellt sich möglicherweise die Frage, ob das untere Teil ein Amboß ist.
https://tinyurl.com/7s84knne

Grüße
Klaus
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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Perinawa » Do 25.11.21 17:34

Zwerg hat geschrieben:
Do 25.11.21 17:29
Und dann stellt sich möglicherweise die Frage, ob das untere Teil ein Amboß ist.
https://tinyurl.com/7s84knne
Berechtigter Einwand!

Vielleicht ist Amboss auch wirklich etwas irreführend. Das "Untergestell" für die Münzprägung war sicherlich etwas grösser und stabiler als die Teile aus dem link, schon deswegen, damit die Münzarbeiter keine Rückenschmerzen bekamen.
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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Lucius Aelius » Do 25.11.21 17:53

Ich würde meinen, es handelt sich um einen Unterstempel. Die "Füsse" sind die Sporne, mit denen der Stempel im Eichenkloben fixiert wurde.
Ich entsinne mich an einen alten Bericht, wonach Eiche Hammerschläge am besten auffängt.

Das neuzeitliche Relief halte ich für Schwachsinn. Allein schon die niedrige Höhe - die armen Rücken ...
Gruss
Lucius Aelius

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