heute ist nicht nur der erste Tag eines neuen Jahres, sondern auch ein Jubiläum: heute vor 20 Jahren wurde der Euro gültiges Zahlungsmittel. Kaum vorstellbar: Jetzt gibt es volljährige Menschen, die sich nicht mehr an die DM, Gulden, Schillinge und andere nationale Währungen davor erinnern können

Ich kann mich noch gut an die Hektik am 17.12.2001 und den folgenden Tagen erinnern: möglichst viele Bankfilialen besuchen, Starterkits kaufen (die dafür benötigten 20-DM-Scheine hat man schon Wochen davor zusammengespart, irgendwie war es vollkommen undenkbar, mit 2 Zehnern zu bezahlen, oder einem 50er), damit man Tauschmaterial hat, einerseits die 5 deutschen Prägestätten, aber darüber hinaus gab es auch viele andere Länder beim Händler zu deutlich besseren Konditionen, wenn man nicht einfach mit Scheinchen bezahlt hat, sondern deutsche Starterkits im Tausch anbieten konnte.
Ich war ja zu dieser Zeit noch nicht im Internet, dieses Forum ist auch erst einige Monate später entstanden... Aber ich habe durchaus auch alte Beiträge gelesen, das "Eurofieber" war auch hier zu spüren. Die neue Ausgabe vom Vatikan, die Abos aus San Marino, die ersten nationalen Gedenkmünzen, 2004 der erste Sonderzweier... Tauschgesuche aus dem Umlauf... Jeder kannte doch irgendwen, der noch Umlaufmünzen von da und dort organisieren könnte...
20 Jahre später hat sich diese Aufregung doch stark beruhigt. Viele, die damals begeistert waren, von Anfang an dabei zu, haben irgendwann vor der Masse der Neuausgaben kapituliert.
Mein erster Euro-Katalog (Proksch, 2001, mit Grußwort von Finanzminister Eichel) hat 215 Seiten, mein aktuellster (Schön, 2019) benötigt 1712 Seiten !!!
Ich glaube, diese Masse macht verständlich, dass man auch nicht mehr alles sammeln KANN, also gibt es dann doch die Spezialisierung, in der Regel auf die Gedenkmünzen des eigenen Landes, teilweise noch ergänzt durch Kursmünzsätze und Sonderzweier. Umlaufsammler dürften eher die Ausnahme sein.
Schöne Grüße
MR