Antonia Augusta Denar - Preisschätzung?

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

Fiddii
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Antonia Augusta Denar - Preisschätzung?

Beitrag von Fiddii » Sa 04.03.23 15:13

Hallo,
ich habe mich extra für die Frage hier angemeldet weil ich euren Rat bräuchte.

Neulich habe ich meine erste römische Münze gefunden und dann gleich wie sich wohl rausstellt einen seltenen Denar. (Genehmigung vorhanden u. Gesetzeslage befolgt)

Mich würde natürlich brennend interessieren was sie jetzt wert wäre.

Im Internet habe ich Preisspannen gefunden die von 400€ bis 30000€ gehen. Und Ich habe schon eine grobe Einschätzung von unterem vierstelligen Bereich gehört.

In welchem Preisegment würde sich die hier befinden?
Und wie wäre der Erhaltungszustand zu bewerten?


Antonia, Mutter des Claudius, Denar 41-45,
Vorderseite:
Antonia Augusta

Rückseite:
Constantiae Augusti

Gewicht: 3,55g
Durchmesser: 19mm

Münzen Ritter: https://www.muenzen-ritter.de/51167-roe ... m_store=ru
MA-Shops: https://www.ma-shops.de/henzen/item.php?id=68751

Vielen Dank schonmal
Grüße Gregor
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Re: Antonia Augusta Denar - Preisschätzung?

Beitrag von Stefan_01 » Sa 04.03.23 15:52

schöne Münze.
1500-2000 würde ich sagen.

Zustand ist sehr schön+
schönes Portrait, gut zentriert.
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MFG

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Re: Antonia Augusta Denar - Preisschätzung?

Beitrag von prieure.de.sion » Sa 04.03.23 15:53

Römische Münze gefunden und dann gleich einen Denarius, den man bei Auktionen und Händler kaum findet - und denn dann auch noch als allererste Münze zu finden. Das nenne ich mal "Zufall"... oder auch Glück. Und dann auch noch in dem "perfekt" gereinigten Zustand (oder gleich selber gewusst wie und selber gereinigt?).

Na ja. Preis ist immer das, was Käufer bereit sind zu bezahlen. Aber irgendwo in einem vierstelligen Bereich kann man schon liegen.

Es gibt aber bei römischen Münzen nicht "den" Preis. Das ist immer abhängig:

a) Herkunft der Münze seriös, gar aus einer bestimmten Sammlung. ist die Münze "koscher"?
b) Wer verkauft die Münze? Münzen bei Ritter, Leu und Co erreichen per se einfach höhere Preise, als wenn Du als "NoName" (nicht böse gemeint) diese verkaufst. Seriösen Häusern traut man eben mehr - haben Stammkunden etc.
c) Tagesform. Ist zufällig an dem Tag, Woche kein / kaum Kundschaft da - bleibt der Preis niedrig. Kann aber auch sein, exakt an dem Tag bieten sich zwei Interessenten unverhältnismäßig hoch.

Aber nochmals - vierstelliger Bereich kann man schon aufrufen. Falls Du den Denar "los haben willst" - kann man sowas in eine Auktion geben - oder eben selbst verkaufen und hoch ansetzen und abwarten. Und wenn niemand anbeißt einfach weiter runter gehen. Wobei es Privat in der Preisregion schwer wird. Wo willst Du die Privat verkaufen? Ebay? Kleinanzeigen? Catawiki? Da würde ich so viel Geld für diese Art seltener Münzen nicht ausgeben - weil die Plattformen einfach nicht seriös genug sind was Münzen angeht.


Meine Meinung.

Tz... was man nicht so alles findet...
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Re: Antonia Augusta Denar - Preisschätzung?

Beitrag von Steffl0815 » Sa 04.03.23 16:26

Je nach Bodenmilieu muss man antike Silberlinge nicht großartig reinigen. Beim Sondengehen gilt genauso wie in jedem anderen Bereich auch, das Gesetz der Wahrscheinlichkeit, woraus man auch schließen kann, dass nichts unmöglich ist ;-)

Hier kannst du Preise der letzten Jahre vergleichen.
https://www.sixbid-coin-archive.com/#/d ... 20RIC%2066

Wenn man die Erhaltungszustände mit deinem Denar vergleicht und bedenkt das die Preise die letzten Jahre deutlich angezogen haben, dann wäre ich auch ungefähr bei dem Preis den Stefan01 schon genannt hat.

Glückwunsch auch von mir!
MfG Stefan

P.S. bei den Preisen von sixbid musst du nochmal ca. 25% draufrechnen. Dann hast du den Preis den der Käufer tatsächlich zahlen musste.
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Re: Antonia Augusta Denar - Preisschätzung?

Beitrag von prieure.de.sion » Sa 04.03.23 16:48

Steffl0815 hat geschrieben:
Sa 04.03.23 16:26
Beim Sondengehen gilt genauso wie in jedem anderen Bereich auch, das Gesetz der Wahrscheinlichkeit, woraus man auch schließen kann, dass nichts unmöglich ist...
Gesetz ist genau das Richtig Wort dafür ... ;)

Ich mag mich da vergaloppieren oder vielleicht kenne ich die gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht aller Bundesländer. Aber ich bin früher oft "frei" Sondeln gegangen in einem Gebiet das von Römern nur so wimmelt. Damals noch eine Grauzone. Als die Gesetze dann deutlich angezogen wurden, habe ich es sein lassen, weil ich keine Lust hatte teure Bußgelder zu bezahlen, Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen mitzumachen.

Irgendwann kam dann der "Sondeln-Führerschein" samt Schulung und Einweisung um einigermaßen legal auf Flächen zu suchen, auf denen das LDA meint, dass man eh als Laie nichts finden kann - und bekommst noch einen "Betreuer" und Ansprechpartner zugewiesen.

Und wenn Du dann Dich einwandfrei verhältst und als zuverlässig gibts - hast Du vielleicht mal als Laie die Chance auf eine echte Ausgrabung mitgenommen zu werden. Dort darfst Du dann den Schubkarren fahren oder dort graben, wo es gilt den groben Schutt abzutragen. Aber sobald es ins "Feine" geht ist man als Laie raus und darf nicht selber Pinseln. Und selbst beim "Groben" - sobald da auch nur der Verdacht besteht, dass man auf etwas gestoßen ist heißt es - Schäufelein weg und die Profis rufen - aber selber darf man da gar nichts mehr machen - Hände weg. Also da etwas selber zu finden und zu behalten - geht gegen null.

Und dann ist eben das freie Sondeln mit Führerschein und Erlaubnis auf klar zugewiesenen Flächen. Alles was man da selbst findet muss - ohne Ausnahme - dem Betreuer erst einmal zur Sichtung übergeben werden. Da gibt es auch keine Ausnahmen. Und wenn die Zeichen darauf deuten, dass man selbst da "etwas" gefunden hat, was auf einen "größeren" Fund hindeutet oder darauf deutet archäologisch interessant zu sein, ist das Graben / Suchen sofort einzustellen und das LDA zu informieren. Und wenn Du viel Glück und Wohlwollen hast - und es bei den abgebenden Exponaten um etwas handelt was historisch wertlos ist und vielleicht tausendfach in den Magazinen bereits in der Art schlummert - ja dann bekommst als privater Laie vielleicht das Exponat auch mit nach Hause.


Lange Rede - kurzer Sinn. Privat als Laie. Wenn ich so einen Denar bei einem privaten Sondengang (mit Erlaubnis) finden würde - müsste ich ihn erst einmal abgeben zur Sichtung. Und so ein Exemplar - würde ich niemals wieder zurück bekommen. Und sollte so ein Denar auf einer offiziellen Grabung gefunden werden - bekommst Du den auch nicht in private Händer.


Daher habe ich schon meine Zweifel - dass dieses Exemplar offiziell gefunden wurde - gesichtet - und in die Hände des Finders (zurück) übergeben wurde.

Aber ich schreibe ja nur - ich bezweifle dies - kann ja aber anderes Land gewesen sein und die Gesetze in den Nachbarländern kenne ich nicht. Und vielleicht sind auch in den anderen Bundesländern die Gesetze "relaxter". Aber so wie ich von anderen Sondengänger aus anderen Bundesländer weiß, eher nicht. Aber vielleicht tue ich dem TE ja komplett unrecht ;)
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Re: Antonia Augusta Denar - Preisschätzung?

Beitrag von Numis-Student » So 05.03.23 13:16

Ich habe die Diskussion um Fundmeldungen etc abgetrennt, sie ist nun hier zu finden: viewtopic.php?f=88&t=67148

Schöne Grüße
MR
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Re: Antonia Augusta Denar - Preisschätzung?

Beitrag von Amentia » So 05.03.23 13:30

Es gibt auch Händler die gegen Gebühr also auf Kommission Münzen für einen verkaufen.
Da kann man dann, wenn man genügend Zeit hat und einen passsenden seriösen Händler mit gutem wohlhabenden Kundenstamm gefunden hat auch mit Glück höhere Preise als auf Auktionen erzielen.
Münzen Ritter hat in der Vergangenheit auch gegen Kommission Münzen verkauft, vielleicht machen die es noch.
Gibt da ein paar Händler die gute Preise erzielen und das machen.
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Re: Antonia Augusta Denar - Preisschätzung?

Beitrag von Steffl0815 » So 05.03.23 13:54

Ich würde mal bezweifeln das der Finder die Münze überhaupt verkaufen will. Das würde zumindest bei mir nicht in Frage kommen ;-)

MfG Stefan
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Re: Antonia Augusta Denar - Preisschätzung?

Beitrag von Fiddii » So 05.03.23 23:38

Steffl0815 hat geschrieben:
So 05.03.23 13:54
Ich würde mal bezweifeln das der Finder die Münze überhaupt verkaufen will. Das würde zumindest bei mir nicht in Frage kommen ;-)

MfG Stefan
Ums Geld geht es mir auch nicht, aber ist natürlich interessant zu wissen was es wert wäre :) aber danke trotzdem für die Info Amentia!

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