Komische aneinandergereihte Kreise in antiken Stempeln

Griechische Münzen des Altertums

Moderator: Numis-Student

Antworten
Benutzeravatar
Amentia
Beiträge: 3258
Registriert: So 28.06.15 10:32
Hat sich bedankt: 1019 Mal
Danksagung erhalten: 4846 Mal

Komische aneinandergereihte Kreise in antiken Stempeln

Beitrag von Amentia » Mo 10.11.25 11:01

Mir sind diese aneinandergereihten Kreise bei einigen griechischen Silbermünzen aus verschiedenen Prägestätten aufgefallen.

Die sind zweifelsfrei in den Stempeln, da man die bei allen stempelgleichen Stücken ab einen bestimmten Stempelzustand finden kann.

Bei Price 3228, scheint es welche aus früheren Stempelzuständen geben ohne die Kreise, die späteren haben wohl alle die Kreise

Bei Price 206 habe ich nur welche mit den Kreisen gefunden, kann aber theoretisch welche aus früherern Stempelzustäden ohne geben

Bei Seleukos I Nikator Stater habe ich nur eine Münze von den Stempeln gefunden

Price 3228 mit

https://www.acsearch.info/search.html?id=13088354

https://www.acsearch.info/search.html?id=3645216

https://www.acsearch.info/search.html?id=457068

https://www.acsearch.info/search.html?id=3645217

https://www.acsearch.info/search.html?id=4884028

Ohne Kreise

https://www.acsearch.info/search.html?id=3673176

https://www.acsearch.info/search.html?id=6310039
Dateianhänge
zusammen.jpg

Benutzeravatar
Amentia
Beiträge: 3258
Registriert: So 28.06.15 10:32
Hat sich bedankt: 1019 Mal
Danksagung erhalten: 4846 Mal

Re: Komische aneinandergereihte Kreise in antiken Stempeln

Beitrag von Amentia » Mo 10.11.25 11:12

Dateianhänge
12653466.jpg



Benutzeravatar
Tiziana
Beiträge: 250
Registriert: Mo 04.03.24 00:49
Wohnort: Schweiz
Hat sich bedankt: 482 Mal
Danksagung erhalten: 291 Mal

Re: Komische aneinandergereihte Kreise in antiken Stempeln

Beitrag von Tiziana » Mo 10.11.25 12:58

Möglich dass es sich um Zentrier / Hilfslinien handelt?

Könnte hier was hifreiches stehen? (Habe die nicht vor Augen)

Kinns, The Technology of Ancient Coin Dies, NC 1983, besonders S. 70–75 Edit: Leider konnte ich hier nichts über diese Kreisspuren finden PDF https://discovery.ucl.ac.uk/id/eprint/1 ... 4_vol1.pdf

Le Rider, Le Monnayage d’Alexandre le Grand et de Philippe Arrhidée, 1977

Hoover, HGC 9 – Seleucid Coins, Hinweise bei Seleukos I–II
-

Benutzeravatar
Amentia
Beiträge: 3258
Registriert: So 28.06.15 10:32
Hat sich bedankt: 1019 Mal
Danksagung erhalten: 4846 Mal

Re: Komische aneinandergereihte Kreise in antiken Stempeln

Beitrag von Amentia » Di 11.11.25 08:32

Es gibt Hilfslinien bei einigen römischen Münzen bzw. die waren in den Stempeln, diese Hilfslinien sollten dem Stempel schneider helfen, bei der Einteiltung der Designelemente, mir fällt hier nur der Kreis ein auf dem die Buchstaben plaziert werden, die sind dann alle ordentlich plaziert und er weiß, wenn er den Kreis hat, dass der Kreis die Grenze ist und die anderen Designelemente innerhalb des Kreises sein sollten.

Diese Hilfslinien werde aber in der Regel aus den Stempeln rauspoliert oder verschwinden mit der Benutzung der Stempel aus den Stempeln.

Hier ein Beispiel für eine Hilfslinie, Avers der Kreis

https://www.acsearch.info/search.html?id=3448587

Bei die verbundenen Kreise hingegen scheinen keine Hilfsfunktion zu haben (dafür ist die Position und Form nicht passend) und sind womöglich auch nicht von Anfang an in den Stempeln. Vielleicht eine komische Art von Stempelfehlern?
Dateianhänge
3448587.jpg

Benutzeravatar
Numis-Student
Moderator
Beiträge: 27095
Registriert: Mi 20.02.08 22:12
Wohnort: Wien
Hat sich bedankt: 13981 Mal
Danksagung erhalten: 8913 Mal

Re: Komische aneinandergereihte Kreise in antiken Stempeln

Beitrag von Numis-Student » Di 11.11.25 09:01

Bei den Aversen könnte es zumindest teilweise die Spur von Leerschlägen/ Lichtenrader Prägungen/ clashed dies sein (Teile vom Thron, der Lanze etc.)
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Numis-Student für den Beitrag:
Amentia (Mi 12.11.25 12:04)
Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
wenn nicht ganz vom Kriegführen abzulassen, uns wenigstens so vernünftig zu benehmen wie unsere Vorfahren im achtzehnten Jahrhundert. (A.H. 1949)

Benutzeravatar
Tiziana
Beiträge: 250
Registriert: Mo 04.03.24 00:49
Wohnort: Schweiz
Hat sich bedankt: 482 Mal
Danksagung erhalten: 291 Mal

Re: Komische aneinandergereihte Kreise in antiken Stempeln

Beitrag von Tiziana » Di 11.11.25 12:50

Rein visuell ist der Verlauf der Kreise eher kreislaufend (so wie beim Perlenkreis) nicht eine Gerade wie beim Thron. Um es klarer und definitiv zu beweisen müsste ich mehrere Vergleiche/Overlaps machen und es mit (in meinem Fall) Affinity visualisieren.

Edit: In diesem Beispiel würde deine Begründung zwar passen
.
https://www.acsearch.info/search.html?id=13088354

Edit:
Und in diesem Fall dann eher nicht m.M.n
https://www.acsearch.info/search.html?id=6896301
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Tiziana für den Beitrag:
Amentia (Mi 12.11.25 12:04)
-

Benutzeravatar
tilos
Beiträge: 4365
Registriert: Di 21.08.07 17:47
Hat sich bedankt: 1078 Mal
Danksagung erhalten: 1392 Mal

Re: Komische aneinandergereihte Kreise in antiken Stempeln

Beitrag von tilos » Di 11.11.25 17:44

Vielleicht wurden dort Gusslunker oder andere Defekte im Stempelrohling zugehämmert?

Ist nur so eine spontane Idee ...

Gruß
Tilos
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor tilos für den Beitrag:
Amentia (Mi 12.11.25 12:04)

Altamura2
Beiträge: 6724
Registriert: So 10.06.12 20:08
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 2194 Mal

Re: Komische aneinandergereihte Kreise in antiken Stempeln

Beitrag von Altamura2 » Di 11.11.25 20:32

Da diese "Kreisketten" auf Münztypen aus räumlich weit voneinander entfernten Prägestätten stammen (Makedonien, Myriandros und Babylon) und jeweils auf nur einem Stempel auftreten (zumindest haben wir nicht mehr), glaube ich auch nicht an einen systematischen, geplanten Eingriff, sondern an einen wie auch immer gearteten "Prägeunfall" :| .

Leerprägungen ("clashed dies") sind es aber wohl auch nicht, da passen Avers und Revers teilweise nicht dazu, bei der Münze aus Babylon müsste das auch extrem dezentriert passiert sein :? .

Keine Ahnung, was die damals getrieben haben, wir werden es vielleicht nie mit Gewissheit herausbekommen :D .

Gruß

Altamura
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Altamura2 für den Beitrag:
Amentia (Mi 12.11.25 12:04)

Benutzeravatar
Tiziana
Beiträge: 250
Registriert: Mo 04.03.24 00:49
Wohnort: Schweiz
Hat sich bedankt: 482 Mal
Danksagung erhalten: 291 Mal

Re: Komische aneinandergereihte Kreise in antiken Stempeln

Beitrag von Tiziana » Fr 29.05.26 22:15

Weitere Kreisspuren entdeckt?

Nicht sicher, ob es sich hier um dasselbe Phänomen handelt, aber diese Kreise auf dem Revers bei 9 Uhr kamen mir bekannt vor. Ich wollte das Stück deshalb hier einmal archivieren.

Falls der eine oder der andere jedoch der Meinung ist, dass dies mit den zuvor gezeigten Spuren überhaupt nichts zu tun hat, kann man den Beitrag auch wieder entfernen.

Ich stelle hier einen älteren ACSearch-Eintrag ein:
NAC 114, Los 63
Link: https://www.acsearch.info/search.html?id=5992899
(Aktuellster Auktionsstand ist: NAC 165, 26. Mai 2026, Los 166)
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Tiziana für den Beitrag:
Amentia (Sa 30.05.26 11:10)
-

Altamura2
Beiträge: 6724
Registriert: So 10.06.12 20:08
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 2194 Mal

Re: Komische aneinandergereihte Kreise in antiken Stempeln

Beitrag von Altamura2 » Sa 30.05.26 10:13

Tiziana hat geschrieben:
Fr 29.05.26 22:15
... Weitere Kreisspuren entdeckt? ...
Eine gewisse Ähnlichkeit mit den oben diskutierten hat das schon, das ist richtig :D .

In Berlin gibt es ein stempelgleiches Exemplar (das ist das bei NAC erwähnte "Rizzo pl. LXII, 13" und Kraay-Hirmer 204), das diese Kringel ebenfalls aufweist, auch hier liegt die Ursache also schon im Stempel. => https://ikmk.smb.museum/object?id=18214318
Tiziana hat geschrieben:
Fr 29.05.26 22:15
... Nicht sicher, ob es sich hier um dasselbe Phänomen handelt ...
Da wir ja nicht wissen, wie das entstanden ist, können wir das auch nicht sagen 8) , schon deshalb passt die Münze aus meiner Sicht hier dazu :D .

Interessant aber, dass NAC das in seiner blumigen Beschreibung mit keinem Wort erwähnt (was bitte ist "fresh metal" 8O ?), auch nicht die Stempelbrüche auf dem Revers (oben am Kopf quer über das Haarband und vom Kinn unten quer rüber zum Hals). Da scheint dann auch das Exemplar hier später geprägt worden zu sein als dasjenige in Berlin, da diese Stempelbrüche deutlicher ausgeformt sind.
Es hat dem Verkauf aber wohl nicht geschadet, das Exemplar ist mit einem Hammerpreis von 70.000 CHF über den Tisch gegangen 8O .
=> https://www.arsclassicacoins.com/biddr/ ... 6992&l=166

Gruß

Altamura

Nachtrag:
Noch ein stempelgleiches Exemplar ist dieses => https://www.acsearch.info/search.html?id=1995147
Das scheint ein früherer Stempelzustand zu sein, da sieht man diese Kringel allenfalls undeutlich (was aber auch am Prägevorgang liegen kann).

Diese stempelgleiche hier hat noch keinen Stempelbruch oben am Kopf und auch noch keine Kringel => https://www.acsearch.info/search.html?id=294911
Heißt: Diese Kringel waren nicht von Anfang an im Stempel.
.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Altamura2 für den Beitrag (Insgesamt 2):
Amentia (Sa 30.05.26 11:10) • Tiziana (Sa 30.05.26 11:47)

Antworten
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder