Dies hübsche Stückchen hat mich gut zwei Stunden gekostet. Ein Dank an die UB Heidelberg, die viel notwendige Literatur online eingestellt hat.
Melchior Pfintzing entstammte einer der ältesten und einflussreichsten Patrizierfamilien Nürnbergs. Er war Geistlicher und ein hochrangiges Mitglied des Hofstaats bei Kaiser Maximilian I.; er gilt als Mitverfasser des Theuerdank
https://de.wikipedia.org/wiki/Melchior_Pfintzing
https://de.wikipedia.org/wiki/Theuerdank
Hans Schwarz, ein begnadeter Bildschnitzer und Medailleur, führte die Portraitmedaille in Deutschland ein. Er erreichte die Aufmerksamkeit der Teilnehmer des Reichstags 1518 in Augsburg, erhielt zahlreiche Aufträge auch im folgenden Jahr in Nürnberg, konnte diesen Erfolg 1521 in Worms wiederholen und führte so die Medaillenkunst in Deutschland innerhalb kurzer Zeit zu ihrer ersten Blüte. In diesen wenigen Jahren schuf er mehr als 150 Bildnismedaillen
Schwarz schnitt seine Medaillen – anders als seine Nachfolger – in Holz, meist Buchsbaum, von diesen Modellen wurden in Formsand Gußformen hergestellt.
https://www.deutsche-biographie.de/sfz1 ... ndbcontent
Die Originalmedaille von 1518 ist eine der frühesten von Schwarz und seine erste für Melchior Pfinzinger. Wie üblich wurden von einer Originalmedaille im Laufe der Jahrhundert immer wieder Abgüsse erstellt. Diese hier ist kein Original, sonst wäre sie ein wenig teuer.
Grundlegend zu deutschen Renaissancemedaillen sind immer noch die Werke von Habich. Hier die Seiten ab 13
https://play.google.com/books/reader?id ... PA56&hl=de
Zu dieser Medaille Abb. 45a und Seite 60:
Es hat Spaß gemacht, sich in die Tiefen der Literatur zur verirren - ich habe ja ZeitEin echtes Geschöpf der Augsburger Renaissance ist ferner auch die kleine Fortitudo , die auf der ersten Pfinzingmedaille ( 1518 ) so kokett neben der charakteristischen Baluster steht ( Abb . 45a )
Grüße
Klaus
Da ich keine Medaillen sammle - bei Interesse gerne eine PN