Hilfe bei 25 Litrai Syrakus, Fälschung?

Griechische Münzen des Altertums

Moderator: Numis-Student

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sammlealles
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Hilfe bei 25 Litrai Syrakus, Fälschung?

Beitrag von sammlealles » So 25.01.26 20:38

Hallo,
diese Münze liegt schon lange bei mir. Bin immer von einer modernen Fälschung ausgegangen, aber laut Dichtetest zumindest aus 750er Gold.
Liege ich mit meiner Meinung das es eine Fälschung ist, überhaupt richtig? Habe ich sie auch richtig zugeordnet?
25 Litrai Syrakus Agathocles (304 v. Chr. - 289 v. Chr.
Durchmesser 16mm
Gewicht 3,60g

Viele Grüße
Tom
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Altamura2
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Re: Hilfe bei 25 Litrai Syrakus, Fälschung?

Beitrag von Altamura2 » Mo 26.01.26 09:36

sammlealles hat geschrieben:
So 25.01.26 20:38
... aber laut Dichtetest zumindest aus 750er Gold. ...
Wie genau wurde das denn bestimmt?

In G.K. Jenkins, “The Electrum Coinage at Syracuse”, von 1968 (finde ich online leider nicht :? ) wurde der Goldgehalt dieser Elektronmünzen mit einem Apollokopf und einem Beizeichen (hier ist es ein Stern) für diese Variante zwischen etwa 48 und 57 % ermittelt, was für 750er Gold nicht ausreicht :| . Ein bisschen was dazu findet man auch hier: https://www.academia.edu/41856911/%C3%8 ... 9mentaires
Das gäbe mir also schonmal zu denken.

Aber warten wir mal ab, was Amentia dazu sagt :D .

Gruß

Altamura

Nachtrag:
Eigentlich gehört der Beitrag hier ja zu den Griechen, vielleicht verschiebt das ein freundlicher Moderator :D .
.
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Re: Hilfe bei 25 Litrai Syrakus, Fälschung?

Beitrag von Altamura2 » Mo 26.01.26 10:09

Altamura2 hat geschrieben:
Mo 26.01.26 09:36
... vielleicht verschiebt das ein freundlicher Moderator :D . ...
Besten Dank :D !

Gruß

Altamura
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Re: Hilfe bei 25 Litrai Syrakus, Fälschung?

Beitrag von Amentia » Mo 26.01.26 11:12

Es gibt zwar Fälschungen von dem Typ aber von anderen Stempeln.
Gewicht und Größe passen und auch so sehe ich nichts offensichtlich Verdächtiges.
Zur Legierung ein RFA wäre möglich Avers und Revers, dann kennt man die Legierung auf der Oberfläche.
Möglich wäre es auch die einem Eperten in Hand z.B. Auktionshaus, Händler zu zeigen falls eines bzw einer in der Nähe ist oder auf einer Münzemesse Händler oder Experten von Auktionshäusern fragen ob die so nett wären einen Blick drauf zu werfen.

Ich denke bei der Dichtebestimmung ist etwas schiefgegangen.
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Re: Hilfe bei 25 Litrai Syrakus, Fälschung?

Beitrag von sammlealles » Mo 26.01.26 12:30

Danke für eure Antworten und auch das verschieben zu den Griechen!
Das 750er Gold wurde mit der Dichtewaage von Goldanalytix bestimmt, auch der Goldpen, sprich Oberflächentest lag bei 750er.
Teste aber morgen nochmal in der Arbeit ob was schief ging.
Melde mich morgen nochmal.
Viele Grüße
Tom

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Re: Hilfe bei 25 Litrai Syrakus, Fälschung?

Beitrag von Deinomenid » Mi 28.01.26 01:00

Altamura2 hat geschrieben:
Mo 26.01.26 09:36
finde ich online leider nicht
Der Jenkins-Aufsatz befindet sich in diesem Band: https://archive.org/details/essaysingr ... 2/mode/2up
. Er ist kostenlos „ausleihbar“, wenn man sich anmeldet oder sich z. B. über Google einloggt. Ganz am Ende der Anhänge gibt es einen Abschnitt über Fälschungen. Jenkins war vor allem daran interessiert, diese Münzen als Prägungen des Agathokles zu etablieren. Die Stempelverknüpfungen am Ende des Buches sind wertvoll, um echte von falschen Stücken zu unterscheiden, ebenso wie dieser Artikel, den, wie ich glaube, Amentia ursprünglich gepostet hat.

https://www.academia.edu/38268310/F_Bar ... o_12_2018_
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Re: Hilfe bei 25 Litrai Syrakus, Fälschung?

Beitrag von sammlealles » Mi 28.01.26 11:48

Guten Morgen und danke für die weiteren Links.
Ich habe gestern die Münze nochmal überprüft.
Oberfläche ergibt 750er Gold und auch die Dichtewaage ergab einen Wert, der für die 750er Goldlegierung spricht.
Viele Grüße
Tom

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Re: Hilfe bei 25 Litrai Syrakus, Fälschung?

Beitrag von Amentia » Mi 28.01.26 12:10

Der Durchmesser 16mm und das Gewicht 3,60g deines Stückes scheint ungefähr mit echten Stücken mit korrekter Legierung übereinzustimmen.

Das einzige was nicht bekannt ist ist die Dicke des Randes bei deinem Stück und echten Vergleichsmünzen.
Entweder ist deine deutlich dünner, da mehr Gold % drinnen und Gold hat eine höhere Dichte als Silber oder die Legierungswerte im Artikel sind nicht repräsentativ für alle Stücke oder du hast dich erneut vertan.
Es müsste schon sichtbar sein (Druchmesser oder Dicke), ob da bis zu 25% mehr Gold drinnen ist und Gold hat eine ungefähr doppelt so hohe Dichte wie Silber.
Wenn zwei Münzen, die gleich viel wiegen und eine davon um die 50% Gold und 50% Silber hat und die andere 75% Gold hat und 25% ins Wasser legst, dann verdrängt die mit 50% Silber ca 12,5% mehr Wasser da die ein größeres Volumen hat. Silber hat eine geringere Deichte als Gold.

Dichte
Silber 10,49 g/cm3
Gold 19,32 g/cm³

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Re: Hilfe bei 25 Litrai Syrakus, Fälschung?

Beitrag von Altamura2 » Do 29.01.26 09:09

sammlealles hat geschrieben:
Mo 26.01.26 12:30
... Das 750er Gold wurde mit der Dichtewaage von Goldanalytix bestimmt, auch der Goldpen, sprich Oberflächentest lag bei 750er. ...
Es könnte sein, dass die Verwirrung auch daran liegt, dass hier mit Ansätzen gearbeitet wird, die eher für moderne Anlagemünzen geeignet sind :? .

Begriffe wie "750-er Gold" sind bei antiken Münzen völlig unangebracht, da man hier alle möglichen Legierungen und Mischungsverhältnisse vorfindet. Eine solche Standardisierung, wie man sie bei modernem Gold bis zu einem gewissen Grad hat, gab es damals nicht. Also muss man genauer hinschauen und von konkreten Mischungsverhältnissen und Dichten reden.

Das Gerät ist dieses hier, richtig? => https://www.gold-analytix.de/dichtewaage
Wenn ich die Bedienungsanleitung recht verstanden habe (die kann man unter "Downloads" dort herunterladen), dann bestimmt man mit dem Gerät eine Dichte und liest mit dieser dann in einer Tabelle nach, welchen Goldanteil das geprüfte Objekt hat.
Aus der Dichte kann ich einen Goldanteil aber nur dann genau bestimmen, wenn ich weiß, aus welchen anderen Bestandteilen die Legierung besteht :| . Welche Annahmen liegen denn diesen Tabellen zugrunde? Antike Elektronmünzen sind hauptsächlich eine Gold-Silber-Legierung, die Anteile von Kupfer und anderen Elementen sind meist sehr gering (sieht man für diese Münzen aus Syrakus auch im Artikel von Jenkins).

In der Bedienungsanleitung für die Dichtewaage findet man auf Seite 13 auch eine Tabelle "Messfehler in Abhängigkeit der Masse" (die im Text aber leider nicht erläutert wird :? ) => https://www.gold-analytix.de/media/pdf/ ... o,-278,814
Da sieht man, dass bei einem geringen Gewicht von etwa 3,5 g, das die Münze hier aufweist, die Messfehler ganz schön groß sein können 8O .

Vielleicht liefert also dieses Verfahren für eine kleine antike Elektronmünze einfach keine hinreichend genauen Ergebnisse und lässt dann auch keine Rückschlüsse zu, ob die Münze echt ist oder nicht :? .

Möglicherweise liege ich damit aber auch falsch und es hat jemand überzeugende Argumenten für dieses Verfahren, ich bin gespannt :D .

Gruß

Altamura
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