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von coin-catcher » Sa 07.02.26 09:27
Moin Bernd,
grundsätzlich sollten „Pickel“ Anlass zu Sorge geben.
Hinzu kommen auf den Münzen weitere identische „Fehler“ – z.B. am Rand.
Dies kann zunächst auf eine Fälschung hindeuten.
Muss aber nicht zwingend sein. Es kann aber auch an einem korrodierten Stempel liegen (zumindest bei den "Pickeln").
Wenn du dir mal die andere Seite von dem Künkerstück genauer anschaust, erkennst du eine deutliche Über-/ Neuprägung in der Umschrift bei D G ROM. Die Erstprägung entsprach vermutlich nicht den damaligen Qualitätsansprüchen. Das würde aus meiner Sicht einen Schleuderguss zumindest zu 90% ausschließen (habe ich zumindest bei einem Schleuderguss so noch nicht gesehen).
Jetzt müsste man weiterschauen, ob man eine Prägefälschung ausschließen kann.
Alle Stempel sind aus meiner Sicht identisch (Avers-Revers Stempel identisch; z.B. gleiche Merkmale / Fehler im Haar). Auch beim G&M Stück kann man teils eine Überprägung in der Umschrift erkennen. Z.B. im D von D G (dort erkennt man Teile der römischen 2).
Ausschließen kann man eine Prägefälschung aus meiner Sicht hier nicht gänzlich.
Ganz ausschließen kann man Fälschungen, auch bei namhaften Anbietern, nie. Auch dort kann mal unabsichtlich etwas durchgehen. Wenn berechtigte Zweifel angebracht sind, kann man sich beim Auktionshaus im Vorfeld melden und diese vortragen. I.d.R. prüfen die Anbieter die Stücke – entweder werden die Stücke dann enttarnt und zurückgezogen (z.B. withdrawn) oder die Zweifel sind unbegründet.
Geslabbte Stücke muss man sich definitiv mehrfach ansehen – Fälscher brüsten sich gerne damit, dass deren Fakes ein Grading erhalten (somit quasi auch eine Echtheitsgarantie der jeweiligen Gradinganbieter!).
Bei einer Gesamtdurchsicht und Vergleiche mehrerer Stücke müsstest du schauen, ob alle Stücke diese Merkmale aufweisen. Zumindest bei einigen Fehlern am Rand habe ich mehrere Treffer. Ggfs. müsstest du auch schauen, ob es Stücke ohne diese Fehler gibt. Dann gäbe es zumindest einen Hinweis darauf, dass der Stempel zum späteren Prägezeitpunkt Defekte aufwies. Diese kann man dann recht gut verfolgen und schauen, welche Fehler als nächstes hinzukamen. Bei Stempelrissen oder Brüchen wäre dies am Einfachsten.
Allerdings muss man auch festhalten, dass gut 80-90% aller Stücke dieselben Fehler aufweisen. Entweder eine massive unentdecke Fälschungsschwemme (halte ich für unwahrscheinlich) oder tatsächlich liegt am fehlerhaften / beschädigten Stempel.
Ich persönlich bin mir sehr unsicher – spätestens bei den vielen Pickeln wäre ich bei so einem Stück beim Bieten / Kauf ´raus. Ich habe schon oft sprichwörtlich „Pferde kotzen“ sehen.
Es geht ja schließlich nicht um Kleingeld.
Wenn Ungereimtheiten auffallen, fertige ich mir zumindest bei teuren Anschaffungen eine Pro / Contraliste an. Wenn diese nicht meine Zweifel (und das Bauchgefühl) ausräumen kann und weiterhin Restzweifel bestehen, nehme ich ganz klar Abstand vom Kauf. Ganz gleich, wie sehr ich das Stück haben möchte. Damit fahre ich ganz gut.
Gruß
cc
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- Bernd63 (Sa 07.02.26 12:29)