Römische Münzen aus Alexandria
Moderator: Homer J. Simpson
- Tiziana
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Re: Römische Münzen aus Alexandria
Diese Tetradrachme durfte ich letztens über einen Tisch an der Basler Münzbörse erwerben und sie ist somit meine erste unter Tiberius geprägte Provinzialprägung aus Ägypten, genauer Alexandria, Jahr 7 = 20/21 n. Chr., Billon Tetradrachme mit Divus Augustus. 14,11 g, Durchmesser 25 mm, RPC I 5089.
Im Buch „Roman Provincial Coins: An Introduction to the Greek Imperials“ von Kevin Butcher, S. 106, Nr. 6.159, steht in etwa „erste alexandrinische Tetradrachmenprägungen“. Damit möchte ich nicht auf Rarität oder Seltenheit deuten, eher das Gegenteil, es sind 57 Exemplare im RPC gelistet und viele erscheinen regelmäßig in Auktionen (Bonne chance à tous !), sondern ich finde es toll, dass diese zusätzliche Information erwähnt wird.
Die bläulichen Stellen nehme ich an stammen von einer Reinigung?, genau weiß ich es jedoch noch nicht. Ich habe auf acsearch noch eine gesehen mit einer ähnlichen blaugrünen Oberfläche (NAC_A-25-, L-462 11.5.2005)
Zur Umschrift
Avers ΤΙΒΕΡΙΟΣ ΚΑΙΣΑΡ ΣΕΒΑΣΤΟΣ, lorbeerbekrönter Kopf des Tiberius nach rechts; L Ζ Jahr 7 unter dem Kinn.
Revers ΘΕΟΣ ΣΕΒΑΣΤΟΣ.
Ich mag den etwas kruden Look, auch wenn sie nicht ganz zentriert ist, vielleicht die nächste.
LG Tiziana
Im Buch „Roman Provincial Coins: An Introduction to the Greek Imperials“ von Kevin Butcher, S. 106, Nr. 6.159, steht in etwa „erste alexandrinische Tetradrachmenprägungen“. Damit möchte ich nicht auf Rarität oder Seltenheit deuten, eher das Gegenteil, es sind 57 Exemplare im RPC gelistet und viele erscheinen regelmäßig in Auktionen (Bonne chance à tous !), sondern ich finde es toll, dass diese zusätzliche Information erwähnt wird.
Die bläulichen Stellen nehme ich an stammen von einer Reinigung?, genau weiß ich es jedoch noch nicht. Ich habe auf acsearch noch eine gesehen mit einer ähnlichen blaugrünen Oberfläche (NAC_A-25-, L-462 11.5.2005)
Zur Umschrift
Avers ΤΙΒΕΡΙΟΣ ΚΑΙΣΑΡ ΣΕΒΑΣΤΟΣ, lorbeerbekrönter Kopf des Tiberius nach rechts; L Ζ Jahr 7 unter dem Kinn.
Revers ΘΕΟΣ ΣΕΒΑΣΤΟΣ.
Ich mag den etwas kruden Look, auch wenn sie nicht ganz zentriert ist, vielleicht die nächste.
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Re: Römische Münzen aus Alexandria
Das ist ein wirklich hübsches Stück: Gut ausgeprägt, Legende gut lesbar, ausdrucksstarke Porträts. Gratuliere.
Viele Grüße
QVINTVS
Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen,
und wer sie aufzuheben versteht,
hat ein Vermögen.
Jean Anouilh (franz. Dramatiker, 1910 - 87)
Ebay-Alternative nutzen: https://www.muenzauktion.info
QVINTVS
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- Amenoteph
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Re: Römische Münzen aus Alexandria
Ich kann QVINTVS da vollumfänglich zustimmen. Eine wirklich tolle Tetradrachme, mit einem ordentlichen Gewicht.
Ich möchte diese Tetradrachmen aus dem 7. Regierungsjahr schon als Raritäten bezeichnen. Man muss sie natürlich erstmal finden... und wenn man sie dann in gefunden hat, bezahlt man schon eine recht anständige Summe dafür.
Alexandriner Fun Fact: Wenn ich mich nicht irre, schauen beide Büsten nur im 7. Regierungsjahr in die gleiche Richtung!
Ich möchte diese Tetradrachmen aus dem 7. Regierungsjahr schon als Raritäten bezeichnen. Man muss sie natürlich erstmal finden... und wenn man sie dann in gefunden hat, bezahlt man schon eine recht anständige Summe dafür.
Alexandriner Fun Fact: Wenn ich mich nicht irre, schauen beide Büsten nur im 7. Regierungsjahr in die gleiche Richtung!
- Tiziana
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Re: Römische Münzen aus Alexandria
Ja, falls ich eine noch nicht kenne, die RPC 5090 Edit: 5092, 5094, 5097, 5098, 5100, Edit: 5102 und 5104 schauen sich an, wenn man Avers und Revers nebeneinanderlegt. Edit: 5091, 5093, 5095, 5096, 5099, RPC 5101, 5105 und 5103 sind entgegengerichtet.
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Dittsche
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Re: Römische Münzen aus Alexandria
Hadrian 117 - 138 AD
Tetradrachme, Alexandria, 128/9 (year 13), 26mm, 12,2gr., 12h
Obv: ΑΥΤ ΚΑΙ - ΤΡΑΙ ΑΔΡΙΑ ϹΕΒ
laureate draped and cuirassed bust of Hadrian, right
Rev: ϹΑΒΙΝΑ ϹΕΒΑϹΤΗ, L ΙΓ
draped bust of Sabina, right (hair on top of head)
Förschner 433, RPC III 5729
Ex. Dorotheum 1969, Auktion 310, Los 190
Tetradrachme, Alexandria, 128/9 (year 13), 26mm, 12,2gr., 12h
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- Numis-Student
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Re: Römische Münzen aus Alexandria
soweit Dr. Gunter Fitz als damals zuständiger Experte für das Altertum.Hadrianus mit Sabina Tetradrachme d. J. 13 (beiderseits Kopf) IV/III, Rufpreis 200 Schilling
Laut beiliegender Ergebnisliste für 320 Schilling zugeschlagen (+ damals 20% Aufgeld).
Lustig, dass das genau einer der wenigen älteren Kataloge in meinem Regal ist
Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
wenn nicht ganz vom Kriegführen abzulassen, uns wenigstens so vernünftig zu benehmen wie unsere Vorfahren im achtzehnten Jahrhundert. (A.H. 1949)
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- richard55-47
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Re: Römische Münzen aus Alexandria
Oh je, 320 Schilling, das war aber teuer!
Ein schönes Stück. Wüsste ich nicht, dass die zwei Eheleute gewesen sind, hätte ich sie für Geschwister gehalten. Ich sehe eine gewisse Ähnlichkeit. So eine Art Herr-und-Hund-Syndrom.
Ein schönes Stück. Wüsste ich nicht, dass die zwei Eheleute gewesen sind, hätte ich sie für Geschwister gehalten. Ich sehe eine gewisse Ähnlichkeit. So eine Art Herr-und-Hund-Syndrom.
do ut des.
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Re: Römische Münzen aus Alexandria
Der historische Währungsrechner sagt, von der Kaufkraft entsprechen die 320 Schilling 1969 etwa 145€ 2025.
--> https://finanzbildung.oenb.at/docroot/waehrungsrechner/#/
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Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
wenn nicht ganz vom Kriegführen abzulassen, uns wenigstens so vernünftig zu benehmen wie unsere Vorfahren im achtzehnten Jahrhundert. (A.H. 1949)
wenn nicht ganz vom Kriegführen abzulassen, uns wenigstens so vernünftig zu benehmen wie unsere Vorfahren im achtzehnten Jahrhundert. (A.H. 1949)
- Tiziana
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Re: Römische Münzen aus Alexandria
Die Ähnlichkeit zwischen Kaiser- und Kaiserinnenporträts auf römischen Münzen entstand aus dynastischer Bildpolitik und einem offiziellen staatlichen Porträtkanon, der die Einheit und Legitimität der Herrscherfamilie betonen sollte. Der Ausdruck „Herr-und-Hund-Syndrom“ ist daher sachlich unzutreffend und anachronistisch, weil es sich nicht um ein psychologisches Abhängigkeitsmuster, sondern um bewusst gesteuerte römische Herrscherikonographie handelt.richard55-47 hat geschrieben: ↑Do 19.02.26 09:44Wüsste ich nicht, dass die zwei Eheleute gewesen sind, hätte ich sie für Geschwister gehalten. Ich sehe eine gewisse Ähnlichkeit. So eine Art Herr-und-Hund-Syndrom.
LG Tiziana
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- richard55-47
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Re: Römische Münzen aus Alexandria
Wäre das mein Sammelgebiet, hätte ich mehr als 145,00 € ausgegeben. Die Münze ist es wert, tiefer in die Tasche zu greifen.
Das mit dem Herr-und-Hund-Syndrom will ich nicht so ernst genommen sehen. Von dem, was Tiziana ausführt, bin ich erstaunt. Ehrlich gesagt, ist mir das in 24 Jahren Sammeln und Gucken nicht aufgefallen. Bei meinen Münzen der Familie des Valerianus I dürfte eine solche Gepflogenheit aber schon längst aufgegeben worden sein. Obwohl die "Dynastien" im 3. JH sehr kurzlebig waren und die erwähnte dynastische Bildpolitik mehr als erforderlich war, um dem gegenzusteuern, hat man darauf verzichtet.
Das mit dem Herr-und-Hund-Syndrom will ich nicht so ernst genommen sehen. Von dem, was Tiziana ausführt, bin ich erstaunt. Ehrlich gesagt, ist mir das in 24 Jahren Sammeln und Gucken nicht aufgefallen. Bei meinen Münzen der Familie des Valerianus I dürfte eine solche Gepflogenheit aber schon längst aufgegeben worden sein. Obwohl die "Dynastien" im 3. JH sehr kurzlebig waren und die erwähnte dynastische Bildpolitik mehr als erforderlich war, um dem gegenzusteuern, hat man darauf verzichtet.
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Re: Römische Münzen aus Alexandria
Hadrian und Sabina sind ein gutes Beispiel für die Ausführungen von Tiziana. Aber noch beeindruckender finde ich dann die Ähnlichkeiten bei Trajan und Plotina.
Auch wenn Marciana Trajans Schwester ist und eine gewisse Ähnlichkeit natürlich in der Verwandtschaft liegt, wird es bei ihr aber ganz verrückt. Marciana sieht aus wie Trajan mit drapiertem Haar und Diadem.
Auch wenn Marciana Trajans Schwester ist und eine gewisse Ähnlichkeit natürlich in der Verwandtschaft liegt, wird es bei ihr aber ganz verrückt. Marciana sieht aus wie Trajan mit drapiertem Haar und Diadem.
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