Reichsrömische Gegenstempel

Kaiser, Dynastien und Münzstätten

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Amenoteph
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Re: Reichsrömische Gegenstempel

Beitrag von Amenoteph » So 23.03.25 16:29

Diese über unzählige Tavernentische geschlitterte Bronze benötigt bei der Bestimmung eines Gegenstempels eure geschätzte Meinung.

Ich lese hier:  AVG / (T)I•C•A / ITCA

AVG und TI•C•A hatten wir schon auf den Münzen von Chippi und ELEKTRON. Ich lese den anderen Gegenstempel ITCA, seht ihr das auch so?
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Re: Reichsrömische Gegenstempel

Beitrag von ELEKTRON » Di 01.04.25 21:40

Nur noch zur Ergänzung zu dem Beitrag.
Ich habe aus dem Schrott-Lot noch ein paar "unterirdisch" abgewetzte Münzronden mit teilweise noch schemenhaft erkennbaren Gegenstempeln fotografiert. Vielleicht ist sogar noch etwas Interessantes bei den Bildern zu erkennen.

Gruß Elektron
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Gegenstempel 1 Av.jpg
Gegenstempel  2 Av.jpg
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Re: Reichsrömische Gegenstempel

Beitrag von Chippi » Mi 02.04.25 12:22

Das vorletzte Bild zeigt wieder die TI•C•A Punze.

Gruß Chippi
Wurzel hat geschrieben:@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)
Münz-Goofy hat geschrieben: Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.

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Re: Reichsrömische Gegenstempel

Beitrag von ELEKTRON » Di 03.06.25 18:36

.............und noch ein kaum erkennbarer As mit Gegenstempel im Schrottlot entdeckt. Es sind mehrere Gegenstempel auf der Aversseite und ein Gegenstempel auf der Reversseite zu erkennen. Von wem auch immer die Gegenstempel sein mögen und was sie darstellen ??

Gruß Elektron
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Gegenstempel Rv x.jpg

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Re: Reichsrömische Gegenstempel

Beitrag von Lackland » Fr 23.01.26 19:03

Heute kann ich einen weiteren „TI.C.A - Gegenstempel“ zeigen:

Durchmesser: 24,48 mm
Gewicht: 6,68 Gramm

Viele Grüße

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Re: Reichsrömische Gegenstempel

Beitrag von quinctilius » Sa 14.02.26 18:34

Schönes Thema ☺️
Einen Hälbling mit 3 Gegenstempeln muss man auch erstmal finden, eben bei MA Shops ergattert:
Nemausus As mit 2 x Rad und einmal IMP.
Diese Kombination ist ganz typisch für den Niederhein (Xanten, Nimwegen) und auch für das Lippegebiet (Oberaden)
Zeitlich gehören sie in die ganz frühe Okkupationsphase unter Drusus und Tiberius.

VG
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Re: Reichsrömische Gegenstempel

Beitrag von quinctilius » So 15.02.26 12:08

Hier noch ein paar Stücke aus meiner Sammlung:
Oben zwei mal VAR auf Lugdunum I As, unten zwei mal CAESAR in Ligatur auf Münzmeister As.
Über den Varus Gegenstempel muss man nichts mehr schreiben, praktisch der König der Gegenstempel.
CAESAR in Ligatur wird von Berger und Werz Germanicus zugeschrieben - nicht ganz unumstritten: Manche vermuten Tiberius dahinter. Darüber dass der Gegenstempel frühtiberisch ist, besteht hingegen Einigkeit. Münzmeister Asse kamen erst zu dieser Zeit massenhaft an den Rhein. Ich bin Anhänger der Germanicus These: Am Oberrhein gibt es TIBIMP bzw TIBAUG Gegenstempel. Es ist erklärungsbedürftig, warum am Niederhein dann Tiberius nicht in den Gegenstempeln genannt wird.
Gegenstempel sind als Sammelgebiet eher exotisch. Man bekommt nicht grad viel fürs Auge. Siehe z.B. das Nemausus Stück oben. Dennoch: Sie lassen sich oft ganz bestimmten Zeithorizonten oder sogar Personen zuordnen. Bedenkt man, dass römische Soldaten Kupfergeld auf dem Marsch dabei hatten - belegt durch die zahlreichen Funde aus rechtsrheinischen Lagern und aus Kalkriese- werden sie einiges „erlebt“ haben - wenn sie reden könnten…

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Re: Reichsrömische Gegenstempel

Beitrag von quinctilius » So 22.02.26 12:09

Aus Anlass der Ankunft des Nemausus Stückes oben habe ich mal meine Gegenstempel der „Drusus Ära“ rausgesucht.

Vgl. auch:

https://rep.adw-goe.de/bitstream/handle ... sAllowed=y

3 mal Radstempel, 1 mal IMP, alle auf Nemausus I.
Wenn man bedenkt, dass ich dafür ca. 20 Jahre gebraucht habe wird deutlich, wie selten sie sind.
Wie gesagt, wenn sie reden könnten….

VG
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Re: Reichsrömische Gegenstempel

Beitrag von Dittsche » So 22.02.26 13:02

Tiberius with Countermark of Nero

Sesterz, Rom, 1.7.35–30.6.36, 33-36mm, 22,4gr., 12h

Obv: [DIVO AV]GVSTO S P Q R
Shield inscribed OB CIVES SER in three lines within oak-wreath supported by two capricorns; below, globe

Rev: [TI CAESAR DIVI AVG F AVGV]ST P M TR POT XXXVII
Legend surrounding large S C

MIR 2 62-3, RIC I (2) 63

Countermark "NCAPR" of Nero, coin verified during the coin reform of 64 AD. N(ero) C(aesar) A(ugustus) PR(obavit). Rare subtype with open 'P'

Werz (Slg. Dr. Bech) 139
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Re: Reichsrömische Gegenstempel

Beitrag von Lucius Aelius » So 22.02.26 19:14

Dittsche hat geschrieben:
So 22.02.26 13:02

Countermark "NCAPR" of Nero, coin verified during the coin reform of 64 AD. N(ero) C(aesar) A(ugustus) PR(obavit).
Man muss natürlich sagen, dass die Interpretation als Nero Caesar Augustus Populo Romano (Nero Caesar Augustus [gab dies] dem römischen Volk) wahrscheinlicher ist. Die alternative Deutung des PR als Probavit (Nero Caesar Augustus hat [diese Münze] geprüft/bestätigt) hat einen gewissen Erklärungsbedarf: Warum soll eine offizielle Reichsprägung wie dieser stadtrömische Sesterz (Legierung okay, Gewicht okay) "geprüft/bestätigt" werden? In Verbindung mit einem congiarium ist Populo Romano leicht erklärbar und besser nachzuvollziehen.
Gruss
Lucius Aelius

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Re: Reichsrömische Gegenstempel

Beitrag von quinctilius » So 22.02.26 19:38

Lucius Aelius hat geschrieben:
So 22.02.26 19:14
Warum soll eine offizielle Reichsprägung wie dieser stadtrömische Sesterz (Legierung okay, Gewicht okay) "geprüft/bestätigt" werden? In Verbindung mit einem congiarium ist Populo Romano leicht erklärbar und besser nachzuvollziehen.
….wobei Frank Berger ursprünglich bei seiner Bearbeitung der Gegenstempel von Kalkriese auch davon ausging, dass die gegengestempelten Münzen Geldgeschenke einer Person (z.B. des Kaisers oder eines Feldherren) waren und so quasi signiert wurden. Die Bestätigung des Gewichts ist nur eine der Erklärungen.

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Re: Reichsrömische Gegenstempel

Beitrag von Lackland » So 22.02.26 19:46

quinctilius hat geschrieben:
So 22.02.26 19:38
Lucius Aelius hat geschrieben:
So 22.02.26 19:14
Warum soll eine offizielle Reichsprägung wie dieser stadtrömische Sesterz (Legierung okay, Gewicht okay) "geprüft/bestätigt" werden? In Verbindung mit einem congiarium ist Populo Romano leicht erklärbar und besser nachzuvollziehen.
….wobei Frank Berger ursprünglich bei seiner Bearbeitung der Gegenstempel von Kalkriese auch davon ausging, dass die gegengestempelten Münzen Geldgeschenke einer Person (z.B. des Kaisers oder eines Feldherren) waren und so quasi signiert wurden. Die Bestätigung des Gewichts ist nur eine der Erklärungen.
Es könnte hier auch mehrere RICHTIGE Erklärungen geben…

Viele Grüße

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Re: Reichsrömische Gegenstempel

Beitrag von quinctilius » So 22.02.26 19:58

Lackland hat geschrieben:
So 22.02.26 19:46

Es könnte hier auch mehrere RICHTIGE Erklärungen geben…

Viele Grüße

Lackland
Das denke ich auch. Viele der vom Balkan und aus dem Donauraum stammenden Gegenstempel sind auf untergewichtigen Münzmeister Assen angebracht,
das ist schon auffällig.

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Re: Reichsrömische Gegenstempel

Beitrag von Lucius Aelius » So 22.02.26 20:07

quinctilius hat geschrieben:
So 22.02.26 19:58
Viele der vom Balkan und aus dem Donauraum stammenden Gegenstempel sind auf untergewichtigen Münzmeister Assen angebracht,
das ist schon auffällig.
Sind die von dir angesprochenen Münzgruppen mit NCAPR gegengestempelt oder wurden andere Stempeleisen benutzt?
Gruss
Lucius Aelius

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Re: Reichsrömische Gegenstempel

Beitrag von quinctilius » So 22.02.26 20:12

Lucius Aelius hat geschrieben:
So 22.02.26 20:07

Sind die von dir angesprochenen Münzgruppen mit NCAPR gegengestempelt oder wurden andere Stempeleisen benutzt?
….nein im wesentlichen sind es die Typen der frühtiberischen Zeit, die hier im Thread weiter oben gezeigt wurden.

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