Valerianus

Kaiser, Dynastien und Münzstätten

Moderator: Homer J. Simpson

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richard55-47
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Re: Valerianus

Beitrag von richard55-47 » Do 11.04.24 11:24

Jetzt habe ich auch entdeckt, was gemeint ist. Göbl kennt für 1700 L drei Varianten, er listet sie nicht unter getrennter Nummer. War mir bisher nicht aufgefallen. :oops:
Dateianhänge
IMGP0051.jpg
IMGP0050.JPG
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Lucius Aelius
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Re: Valerianus

Beitrag von Lucius Aelius » Fr 02.05.25 12:31

Ein interessanter Münztyp ist Valerian's VICT(oria) PART(hica)-Antoninian aus der 3. ( und letzten) Emission von Viminacium 257 n.Chr.
Den Typus gibt es mit Kaiserbüste drapiert & Kürassiert oder nur kürassiert, Reverslegende mit PART oder PARTI.
Prägegrund für diese Ausgabe war das Zurückwerfen der Parther im 2. Feldzug des Shapur anno 256/57.
Das kleine sitzende Männchen auf der Rückseite ist ein Parther mit der typischen Phrygermütze, wehklagend die Hand zum Kopf erhoben, wie man es bei früheren Kaisermünzen öfters beobachten kann (bspw. die Judäa bei Vespasian). Je kleiner man den Gegner darstellte, umso größer die Versinnbildlichung von Roms Größe.
Beim 3. Feldzug des Shapur gab es dann für die Römer nichts mehr zu feiern, denn der hatte bekanntlich die Gefangennahme des Valerian im persischen Feldlager zur Folge. Warum sich der Römerherrscher freiwillig zum Großkönig begab ist nicht überliefert.

20250502_115442.jpg
20250502_115425.jpg
In der Hand ist bei diesem Antoninian klar erkennbar, dass das Billon von Viminacium anno 257 silberhaltiger war als das in der stadtrömischen Prägestätte verwendete Münzmaterial. Der Grund dafür läge auf der Hand: Für die Soldaten nur das Beste, denn Viminacium prägte wohl ausschließlich für die Besoldung der Truppen.
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Arthur Schopenhauer (Fr 02.05.25 12:38) • Lackland (Fr 02.05.25 14:48) • Chippi (Fr 02.05.25 15:12) • Numis-Student (Fr 02.05.25 22:52) • stmst (Di 17.06.25 14:01) • Dittsche (Di 07.04.26 23:04)
Gruss
Lucius Aelius

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richard55-47
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Re: Valerianus

Beitrag von richard55-47 » Mi 01.10.25 09:26

Sehr spät, aber immerhin noch die Kurve gekriegt:
Göbl 847d (13 Ex.)
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Re: Valerianus

Beitrag von Numis-Student » So 12.10.25 18:01

Bei mir gab es heute ebenfalls einen Antoninian aus Viminacium:

FIDES MILITVM.
Dateianhänge
Valerianus_I_Antoninian_FIDES_MILITVM.jpg
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Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
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Re: Valerianus

Beitrag von richard55-47 » Mo 13.10.25 09:00

Göbl 792d (17 Ex.)

Ich finde allerdings eine Besonderheit. Die Averslegende lautet richtig IMP CP LIC VALERIANO AUG.
Ich finde allerdings nur IMP P LIC VALERIANO AUG.
Entweder ein Stempelfehler - fehlendes C bei CP - oder ein Gravurfehler. Ich nehme einen Stempelfehler an, genügend Platz für das C ist m. E. vorhanden.
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Re: Valerianus

Beitrag von Lackland » Mo 13.10.25 10:03

richard55-47 hat geschrieben:
Mo 13.10.25 09:00
Göbl 792d (17 Ex.)

Ich finde allerdings eine Besonderheit. Die Averslegende lautet richtig IMP CP LIC VALERIANO AUG.
Ich finde allerdings nur IMP P LIC VALERIANO AUG.
Entweder ein Stempelfehler - fehlendes C bei CP - oder ein Gravurfehler. Ich nehme einen Stempelfehler an, genügend Platz für das C ist m. E. vorhanden.
Ich vermute, dass der Stempel verschmutzt war. Das kommt bei den Antoninianen dieser Zeit recht häufig vor.

Viele Grüße
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Re: Valerianus

Beitrag von justus » Mo 13.10.25 11:10

Lackland hat geschrieben:
Mo 13.10.25 10:03
Ich vermute, dass der Stempel verschmutzt war. Das kommt bei den Antoninianen dieser Zeit recht häufig vor.

Viele Grüße
Lackland
Sehe ich auch so!
mit freundlichem Gruß

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Re: Valerianus

Beitrag von richard55-47 » Mo 13.10.25 11:33

Danke für die Antworten. Das ist viel wahrscheinlicher als das Sakrileg eines die Namensnennung betreffenden Gravurfehlers.
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Re: Valerianus

Beitrag von Numis-Student » Mo 13.10.25 11:36

Wenn ich die Breite des C in LIC am Bildschirm abmesse und unterstelle, dass die Buchstaben mittels Punzen eingeschlagen wurden, würde es nicht passen. Das fehlende C würde trotz Lücke noch etwas mehr Platz beanspruchen, nämlich noch zusätzlich ziemlich genau die Breite des senkrechten Strichs vom P.
Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
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Re: Valerianus

Beitrag von Lackland » Mo 13.10.25 12:33

Endgültig klären liesse sich diese Frage wohl nur, wenn wir stempelgleiche Exemplare finden könnten.

Platz für das C wäre meines Erachtens nach genug gewesen.
Vgl. hier: https://www.acsearch.info/search.html?id=7243664

Andererseits gibt es tatsächlich weitere Exemplare Valerians ohne das C:
Vgl. hier: https://www.acsearch.info/search.html?id=180815
„Nach dem Spiel kommen König und Bauer in dieselbe Schachtel.“

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Re: Valerianus

Beitrag von richard55-47 » Mo 13.10.25 14:53

Eine Prägung ohne dieses C war mir bisher nicht bekannt. Hätte ich den guten Göbl (Textband Seite 96) vor meinem posting konsultiert, hätte ich die Legende ohne C finden können. Ich habe nur die von numis vorgestellte Münze "untersucht", nicht andere Quellen herbeigezogen. Dank an Lackland für den Hinweis, der mich zum Textband greifen ließ.
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Re: Valerianus

Beitrag von Lackland » Mo 13.10.25 15:23

richard55-47 hat geschrieben:
Mo 13.10.25 14:53
Dank an Lackland für den Hinweis, der mich zum Textband greifen ließ.
Sehr gerne! Ich finde derartige Diskussionen immer sehr interessant und auch ich lerne dabei ständig dazu! :D
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Re: Valerianus

Beitrag von richard55-47 » Mi 15.10.25 16:16

Mein neuester VALERIANUS I (int. Nr. 1104) ist aus gutem Silber, leider schlecht zu fotografieren.
IMP C P LIC VALERIANUS AUG /ORIENS AUGG Sol mit Peitsche
Nach den Bildern im Göbl, bei wildwinds und bei acsearch eindeutig Göbl 75c (56 Ex.)

Meinen VALERIANUS I (int. Nr. 721) mit gleicher Vorseiten- und Rückseitenlegende habe ich beim Erwerb im Jahr 2017 auch als Göbl 75c inventarisiert. Dieser Antoninian weist aber eine ganz andere Büstendarstellung aus. Bei den o. g. Quellen ist sie nicht zu finden. Ich denke, dass es sich um eine Sonderbüste handelt. Liege ich da richtig?
Dateianhänge
1104 Valerianus I.jpg
1104 Valerianus IR.jpg
721 Valerianus I.jpg
721 Valerianus IR.jpg
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Re: Valerianus

Beitrag von Dittsche » Di 07.04.26 22:55

Antoninian, Rom, 254, 20mm, 4,15gr., 6h

Obv: IMP C P LIC VALERIANVS AVG
Bust of Valerian, radiate, draped, right

Rev: VICTORIA AVGG
Victory, winged, draped, standing left, holding wreath in right hand and palm in left hand

RIC V 125
Screenshot_20260406-214522.jpg

Sesterz, Rom, 256–257, 28mm, 19,7gr., 1h

Obv: IMP C P LIC VALERIANVS P F AVG
Bust of Valerian, laureate, draped, right

Rev: VICTORIA GERM S C
Victory, winged, draped, standing left, holding wreath in right hand and palm in left hand; at her feet captive

RIC V 181
Screenshot_20260217-210214~4.jpg
Besonders über den Germanien-Sesterz habe ich mich letztes Jahr gefreut.
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Lackland (Di 07.04.26 23:08) • Arthur Schopenhauer (Di 07.04.26 23:10) • Chippi (Mi 08.04.26 04:13) • kiko217 (Mi 08.04.26 07:49)

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Re: Valerianus

Beitrag von richard55-47 » Mi 08.04.26 17:35

Bei dem Antoninian bin ich unschlüssig. Wenn ich die Faustregel, ob das Kaiserprotrait von hinten oder von vorne geprägt ist anwende, indem ich eine gerade Linie senkrecht durch das Ohr ziehe und nach unten verlängere, komme ich auf die Schulter, genau auf die Mitte de Schulterstückes, hart hinter dem Ring. Die Büste wäre dann von hinten gesehen, cuirassiert und mit Paludamtum, zwei Schleifen fallen frei, abgekürzt PCh2, das wäre Göbl 30 e. Göbl kannte kein einziges Exemplar. Du hättest dann ein absolutes Ringeltäubchen.
Nimmt man an, dass die Büste von vorn gesehen werden muss, dann wäre sie eine PCv2- Büste. Das wäre Göbl 30d. Göbl kannte 133 Exemplare.
Bei meinem Exemplar wird das Problem von vorne/von hinten etwas deutlicher.
Nach dem Gesetz der Menge tippe ich auf PCv2 und damit auf Göbl 30d.

Was das Ringeltäubchen angeht: Mir ist auch aufgefallen, dass die VICTORIA-Darstellung deiner Münze von der auf meiner abweicht. Die Stellung des rechten Armes ist eine andere, das linke Bein ist bei deinem mehr angewinkelt als bei meinem Exemplar.
Dateianhänge
644 Valerianus I.jpg
644 Valerianus IR.jpg
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