Imitationen athenischer Münzen

Griechische Münzen des Altertums

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Braunschweiger
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Imitationen athenischer Münzen

Beitrag von Braunschweiger » Mi 11.06.25 14:30

Moin allerseits!
Ich sammle neben den athenischen Münzen mittlerweile auch imitierende Ausgaben. Gibt es hier Experten zum Diskutieren?

Heute habe ich folgende Münze erhalten:

Südliches Arabien ? – Qataban ?? / alternativ Levante
ca. 350-320/300 v. Chr.
AR Tetradrachme
20 mm, 17,14 g
Vs. Kopf der Athena nach rechts, auf ihrem Helm drei Olivenblätter und ein Planzentrieb ähnlich dem Pi-Stil III-IV.
Rs. Eule nach rechts, den Kopf nach vorn gedreht, Olivenzweig und Halbmond links oben, AOE rechts, eine Blütenpflanze (?) unter dem Flügel.
Ref. ähnlich van Alfen, Mechanisms (2011), III D3; Vs. ähnlich van Alfen, Die studies (2011), Tafel 19, Nr. 15.

Ein Bekannter von mir hat eine Imitation mit grundsätzlich anderem Stil, aber mit genau dem gleichen Beizeichen, aber gleich links von dem AOE positioniert.

Wenn ihr euch auskennt, was sagt ihr dazu?

Viele Grüße
Olaf
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Re: Imitationen athenischer Münzen

Beitrag von shanxi » Mi 11.06.25 17:42

So sonderlich "ähnlich" sind die Münzen in den Literaturstellen nicht. Das A ist zwar deutlich unsymmetrisch aber doch anders, eine "Blüte" als Beizeichen hat keine. Einmal ist nichts zu erkennen, die zweite hat ein anderes Beizeichen:

Hast du die Publikationen? Wenn nein hier:

https://www.academia.edu/784544/_Die_st ... pp_257_302

http://www.numisbel.be/2011_4.pdf


Interessant wäre: "Coinage of the Caravan Kingdoms"
Aber da geht der Download im Internet Archive nicht "This book is not available at this time."

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Braunschweiger
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Re: Imitationen athenischer Münzen

Beitrag von Braunschweiger » Mi 11.06.25 18:29

shanxi hat geschrieben:
Mi 11.06.25 17:42
So sonderlich "ähnlich" sind die Münzen in den Literaturstellen nicht. Das A ist zwar deutlich unsymmetrisch aber doch anders, eine "Blüte" als Beizeichen hat keine. Einmal ist nichts zu erkennen, die zweite hat ein anderes Beizeichen:
Ja, ich weiß, das Beizeichen gibt es nirgends, das Bezog sich eher auf die Vorderseite. Mein Text sollte auch klar stellen, dass ich hier spekuliere.
shanxi hat geschrieben:
Mi 11.06.25 17:42
Hast du die Publikationen? Wenn nein hier:

https://www.academia.edu/784544/_Die_st ... pp_257_302

http://www.numisbel.be/2011_4.pdf
Danke, habe ich auch schon länger. Den dritten habe ich aber auch nicht.

Gruß
Olaf
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Re: Imitationen athenischer Münzen

Beitrag von Altamura2 » Mi 11.06.25 19:00

Braunschweiger hat geschrieben:
Mi 11.06.25 14:30
... Wenn ihr euch auskennt, was sagt ihr dazu? ...
Ich kenn' mich da zwar nicht sonderlich aus, sag' aber trotzdem mal was :D .
Braunschweiger hat geschrieben:
Mi 11.06.25 14:30
... eine Blütenpflanze (?) unter dem Flügel. ...
Diese Blütenpflanze ist ganz einfach der Schwanz der Eule, der unter dem Flügel herausschaut (falls Du nicht was ganz anderes meinst). Vielleicht nicht sonderlich gut getroffen, aber so ist das bei Imitationen eben manchmal :? . Haltet mal eine echte Tetradrachme daneben, dann sieht man das :D .

Gruß

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Re: Imitationen athenischer Münzen

Beitrag von Braunschweiger » Mi 11.06.25 19:22

Altamura2 hat geschrieben:
Mi 11.06.25 19:00
Diese Blütenpflanze ist ganz einfach der Schwanz der Eule, der unter dem Flügel herausschaut (falls Du nicht was ganz anderes meinst). Vielleicht nicht sonderlich gut getroffen, aber so ist das bei Imitationen eben manchmal :? . Haltet mal eine echte Tetradrachme daneben, dann sieht man das :D .
Danke, Altamura, da hast du recht, das habe ich nicht erkannt, eigentlich schade. :lol:
Herzliche Grüße
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Re: Imitationen athenischer Münzen

Beitrag von Braunschweiger » Fr 10.04.26 14:43

Ich habe mir eine neue imitierende Münze geleistet:

Baktrien – Oxus-Region
Sophytes oder Andragoras
ca. 295/293-285/283 v. Chr. bzw. ca. 250-238 v. Chr.
AR Tetradrachme 24 mm, 16,07 g, 7 h.
Vs. Kopf der Athena mit verziertem attischen Helm nach rechts mit Pflanzentrieb im Pi-ähnlichem Stil, links: Monogramm.
Rs. AΘE. Eule steht nach rechts, Kopf nach vorn und leicht gedreht, links Olivenzweig, Halbmond und ein Bündel Trauben.
Ref. Bopearachchi, Sophytes, 6-7; HGC 12, -; Nicolet-Pierre/ Amandry 13; Taylor, Birds, Gruppe 2.7, 51-64.

Die Herkunft dieses Münztyps ist noch umstritten. Während Einigkeit besteht, dass es in der Oxus-Region um den heutigen Fluss Amudarja geprägt wurde, gibt es zur zeitlichen Zuordnung unterschiedliche Meinungen. Herkömmlich ging man von einer Prägung unter Sophytes, einem Satrap in Baktrien aus. Diese Münze wäre danach ca. 295/293-285/283 v. Chr. geprägt worden. Lloyd W.H. Taylor geht nach einer ausführlichen Analyse von einer Prägung unter Andragoras, einem seleukidischen Satrap in Parthien und einer Prägung zwischen ca. 250-238 v. Chr. aus.
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