Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Kaiser, Dynastien und Münzstätten

Moderator: Homer J. Simpson

Dittsche
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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitrag von Dittsche » Do 23.04.26 22:10

Domitian bezwingt die Germanen und die exotische Wildnis

Quadrans, Rom, 84/5 AD, 18mm, 2,7gr., 1h

Obv: African Rhinoceros, standing left

Rev: IMP DOMIT AVG GERM
Legend surrounding large S C

RIC II 1(2) 250
Dateianhänge
Screenshot_20260421-201828.jpg

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Amenoteph
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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitrag von Amenoteph » Di 28.04.26 17:49

Noch ein kleiner unscheinbarer flavischer Quadrans hinterher. Da der Judaea Capta Sesterz wohl noch etwas warten muss, erfreue ich mich erstmal bis dahin über dieses kleine Stück.

Edit: neuzeitliche Fälschung!
VESPASIANUS 69 - 79
Æ Quadrans Rom 71 n.Chr.
Av.: IMP VESPASIAN AVG
Palme     
Rv.: P M TR P P P COS III S C
Vexillum S -C
Maße: 3,46 g / Ø 19 mm
RIC II, Part 1 (second edition) Vespasian: 351
VespasianQuadrans.jpg
Quadrans.jpg
Zuletzt geändert von Amenoteph am Mi 29.04.26 09:38, insgesamt 1-mal geändert.

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Lucius Aelius
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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitrag von Lucius Aelius » Di 28.04.26 19:57

Es kommt mir recht seltsam vor, dass SC im Feld (wo es auch hingehört) UND ein zweites Mal am Ende der Reverslegende steht. Offiziell scheint das Stück wohl nicht zu sein.
Gruss
Lucius Aelius

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friedberg
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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitrag von friedberg » Di 28.04.26 21:06

Hallo Amenoteph,

abgesehen von dem "zweiten S C" unterscheiden sich sowohl die Palme als auch das Vexillum
hinsichtlich der stilistischen Ausführung sehr von anderen Stücken.

Weder im RIC II 1² noch in den Nachträgen und Berichtigungen zum RIC II 1² ist ein
solches Stück aufgeführt.

Ich werde nachfragen, aber ich sehe das Stück nicht als offiziell an und halte die Wahrscheinlichkeit
das es sich dennoch um ein offizielles Stück handelt für sehr gering.

Mit freundlichen Grüßen

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Amenoteph
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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitrag von Amenoteph » Mi 29.04.26 06:16

Das sind natürlich erst einmal keine guten Nachrichten. Haltet ihr dieses Stück für eine antike oder eine neuzeitliche Fälschung?

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Homer J. Simpson
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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitrag von Homer J. Simpson » Mi 29.04.26 07:56

Ich befürchte, neuzeitlich.

Homer :-(
Wo is'n des Hirn? --- Do, wo's hiig'hört! --- Des glaab' i ned!

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friedberg
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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitrag von friedberg » Mi 29.04.26 07:59

Hallo Amenoteph,

ich konnte einen Eintrag finden:
https://www.forumancientcoins.com/fakes ... play_media

Eine neuzeitliche Fälschung, vielleicht hast Du die Möglichkeit den Kauf zu wandeln.

Mit freundlichen Grüßen

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Amenoteph
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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitrag von Amenoteph » Mi 29.04.26 09:36

Vielen vielen Dank für eure Einschätzung. Der finanzielle Verlust ist hier nicht schlimm. Ich bin nur etwas überrascht, dass ich das Stück nie als problematisch angesehen habe – und ich hatte es schon so oft in der Hand. Bei der Patina war ich mir nie sicher, ob sie nachträglich aufgebracht wurde.

Jetzt stellen sich mir zwei Fragen: Wohin jetzt damit? Und was mache ich mit dem freien Platz auf dem Schuber? :)

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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitrag von Lackland » Mi 29.04.26 14:57

Amenoteph hat geschrieben:
Mi 29.04.26 09:36
Vielen vielen Dank für eure Einschätzung. Der finanzielle Verlust ist hier nicht schlimm. Ich bin nur etwas überrascht, dass ich das Stück nie als problematisch angesehen habe – und ich hatte es schon so oft in der Hand. Bei der Patina war ich mir nie sicher, ob sie nachträglich aufgebracht wurde.

Jetzt stellen sich mir zwei Fragen: Wohin jetzt damit? Und was mache ich mit dem freien Platz auf dem Schuber? :)
Ich persönlich finde, dass Fälschungen zumindest als Anschauungsobjekte die Berechtigung haben, in eine ‚Schattensammlung‘ aufgenommen zu werden.

Im Zweifel würde ich sie Amentia für seine Fälschungssammlung überlassen.

Viele Grüße

Lackland
„Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie doch Kuchen essen!“
NIE gesagt von der französischen Königin Marie-Antoinette (1755 - 1793)

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Amenoteph
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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitrag von Amenoteph » Mi 29.04.26 16:23

Lackland hat geschrieben:
Mi 29.04.26 14:57
Im Zweifel würde ich sie Amentia für seine Fälschungssammlung überlassen.
Das klingt nach einer wirklich sinnvollen Lösung!
Danke Dir!

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Lucius Aelius
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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitrag von Lucius Aelius » Fr 26.06.26 14:20

Diesem RIC 528 aus dem Jahre 86 n.Chr. sieht man seine sehr lange Umlaufzeit an. Viele Details sind verwischt oder nur noch schemenhaft auszumachen. Dennoch kann man den Kaiser mit Lanze noch erkennen, in der Rechten das parazonium, das angewinkelte rechte Bein ist auf die Hüfte des am Boden liegenden Flussgottes Rhenus gesetzt. Dessen Atribute, Quellurne uner dem angewinkelten rechten Arm und das lange Schilfrohr, sind dem Abrieb beim langen Umlauf (wer damals diese Münze wohl alles begrapscht hat?) zum Opfer gefallen, ebenso das S von SC.
Vorderseitig - und das ist immerhin ein Pluspunkt - erkennt man rechts oben neben des Kaisers Kopf COS XII, damit lässt sich das Stück exakt auf das Prägejahr datieren. Auch das Medusenhaugt der linksschultrig übergeworfenen Aegis kann man schön sehen. Ich liebe die Visage des Domitian, genau deshalb stammte von ihm mein allererster Sesterz.
Der Sestertius hat 60 Dollar nach Verhandlung gekostet, mit Versand, Einfuhrsteuer etc. waren es summa summarum 95 Euro. Eingekauft im Land des Donald Trump.
Die berechtigte Hoffnung besteht, dass in zwei, drei Jahren durch das natürliche Nachdunkeln des Messings, die schwachen Konturen sich noch etwas besser abheben werden.
20260626_134741.jpg
20260626_135739.jpg
Die Entzinkung des Messing ist sichtbar, hält sich aber erfreulicherweise in Grenzen; vereinzelt kleiner Lochfraß, am hinteren Halssporn der Aversbüste ein stärker Defekt (da schaut das reine Kupfer heraus) und leichte Entmischung am Hinterkopf (rötliche Verfärbung). Der Lagerort der Münze war vielleicht natriumchloridhaltig, eventuell Wasser. Die Risse auf dem Revers sind bereits beim Prägen entstanden.
Gruss
Lucius Aelius

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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitrag von friedberg » Fr 26.06.26 16:22

Hallo Lucius Aelius,

Glückwunsch zum Stück. Ich lese avers ebenfalls (IMP CAES DOMIT AV)G GERM COS XII CEN(S PER P P).
Lediglich die Typ Nummer ist dann eine andere. RIC II 1² Domitian 528 hat COS XIII.

Dein Stück mit COS XII ist:
RIC II 1² Domitian 468 / C, häufig
https://numismatics.org/ocre/id/ric.2_1(2).dom.468

Mit freundlichen Grüßen

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Lucius Aelius
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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitrag von Lucius Aelius » Fr 26.06.26 16:34

Hallo friedberg,

besten Dank für das richtige Zitat!
Gruss
Lucius Aelius

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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitrag von Chippi » Fr 26.06.26 16:59

Eine Ruine kann ich auch zeigen, aber um die ging es mir nicht. Im Februar ein Konvolut mit zwei Assen des Vespasian (so die Verkäuferangabe) ersteigert. Mir war die andere Münze wichtig, die kein Flavier war, daher habe ich dieser hier keine Beachtung geschenkt. Doch ich befürchte, der hier ist auch kein Vespasian, jedenfalls kam ich, trotz der äußerst geringen Erhaltung, zu einer anderen Bestimmung.

As, Rom, ca. 72 n.Chr., Titus als Caesar (69-79)

AV: T CAES VESPASIAN IMP P TR P COS II - belorbeerter Kopf n.r.
RV: FELICITA-S PVBLICA - Felicitas n.l. stehend, hält Caduceus und Cornucopia, in den Feldern S - C
RIC II-1 443 (https://numismatics.org/ocre/id/ric.2_1(2).ves.443); 23,9-25,7mm; 9,31g

Mit den Legendenresten und der Reversdarstellung sollte keine andere Bestimmung möglich sein.

Gruß Chippi
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Wurzel hat geschrieben:@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)
Münz-Goofy hat geschrieben: Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.

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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitrag von friedberg » Fr 26.06.26 19:15

Hallo Chippi,
Chippi hat geschrieben:
Fr 26.06.26 16:59
Mit den Legendenresten und der Reversdarstellung sollte keine andere Bestimmung möglich sein.
diese Meinung kann ich nicht vollständig teilen. Begründung:

Bezüglich des Avers stimme ich Dir zu. Lesen kann ich: (_ ____) VESPASIAN IMP P (__ _ __) S II
Die einzige Möglichkeit wäre dann: T CAES VESPASIAN IMP P TR P COS II

Daraus ergeben sich im Metall Kupfer (As) zwei Möglichkeiten:
RIC II 1² Vespasian 441 mit Revers Aequitas / RIC II 1² Vespasian 443 mit Revers Felicitas

Wie sicher können wir bei Deinem Stück hinsichtlich der Reversdarstellung sein das dort Felicitas
vorhanden war bevor die Korrosion an die Arbeit ging, oder stand dort doch Aequitas ?

Grundsätzlich ist Felicitas bei den Flaviern eine Reversdarstellung für Dupondii.
Die wenigen bekannten Stücke in Kupfer mit Revers Felicitas ordnen die Autoren des RIC
der Flavier als unbeabsichtigte Stempel Verwechslungen ein.

RIC II 1² Vespasian 441 (Aequitas) ist C, häufig.
RIC II 1² Vespasian 443 (Felicitas) ist R3, äußerst selten. Das Katalog Exemplar liegt in Wien.
OCRE online zeigt noch ein Stück in Freiberg. Auf die Schnelle finde ich auch keine in den
mir bekannten Flavier Sammlungen.

Momentan sehe ich es so, es besteht eine Möglichkeit das es sich bei Deinem Stück
um einen V443 handelt, die Wahrscheinlichkeit spricht für mich aber eher dafür
das es sich um einen V441 handelt.
Da die Reversdarstellung fortgeschritten korrodiert ist können weder Du noch ich abschließend
dieses Stück wirklich genau bestimmen.

Mit freundlichen Grüßen

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