Umfrage: Verteilung des numismatischen Goldes

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Suardone
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Umfrage: Verteilung des numismatischen Goldes

Beitrag von Suardone » Mi 29.04.26 11:28

Wie verteilen sich Ihre Goldmünzen (einschließlich Elektrum) aus der Zeit bis 1500 n. Chr.? Bitte folgen Sie dabei den ersichtlichen Kategorien (auch, wenn Sie sie nicht gut gewählt finden), die aufgrund der mit „andere …“ gekennzeichneten Alternativen erschöpfend sind. Nur so kann eine einheitliche statistische Darstellung erfolgen. Sie können den Text mit den Kategorien unten verwenden und ihn der Einfachheit halber in Ihre Antwort einfügen.

Die laufend aktualisierte (wenn technisch möglich) Tabelle befindet sich hier:
x1.jpg

anatolische (wie lydische usw.) Münzen
griechische Münzen
iranische Münzen
keltische Münzen
römische Münzen
davon
- Aurei und Bruchteile
- gesamtrömische Solidi und Bruchteile (309-395)
- weströmische Solidi und Bruchteile (395-476)
- oströmische Solidi und Bruchteile (395-601)
- byzantinische Münzen (601-1453)
- andere Münzen
indische Münzen
ostasiatische Münzen
andere antike Münzen (bis 500)
andere mittelalterliche Münzen (500-1500)
Zuletzt geändert von Suardone am Do 30.04.26 09:50, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Verteilung des numismatischen Goldes

Beitrag von Suardone » Mi 29.04.26 11:58

Aus dem Wikipedia-Artikel Byzantinisches Reich:

"Die von der Hauptstadt abgeleiteten Bezeichnungen Byzantiner und Byzantinisches Reich sind modernen Ursprungs. Einige Byzantinisten wie Anthony Kaldellis plädieren daher in jüngerer Zeit dafür, den Terminus Byzanz zugunsten von Ostrom gänzlich aufzugeben, da es keinen relevanten Kontinuitätsbruch zwischen Antike und Mittelalter gegeben habe.[4] Die Byzantiner – und die Griechen bis ins 19. Jahrhundert hinein – betrachteten und bezeichneten sich selbst als „Römer“ (Ῥωμαῖοι Rhōmaîoi; vergleiche Rhomäer)."

Ich will hier keine Begriffe revolutionieren, aber doch sachlich bei den Münzen das Byzantinische unter dem Römischen einordnen. Die Erfindung des Begriffes byzantinisch erfolgte durch neuzeitliche Humanisten, die das von ihnen verehrte Rom nicht durch die eher als verdorben betrachteten Verhältnisse des späten (Ost-)Römischen Reiches belastet sehen wollten.

Weitere Gelehrte machen geltend, daß es rechtlich und nach dem zeitgenössischen Verständnis auch nie eine staatliche Aufteilung in Ostrom und Westrom gab, sondern dieses nur Verwaltungseinteilungen eines stets einzigen Römischen Reiches waren. Dazu paßt, daß die ganzen Germanenreiche auf weströmischem Boden sich formell dem römischen Kaiser in Konstantinopel unterordneten und auf selbst geprägten Solidi jeweils dessen Büste darstellten. Nur bei Tremissen (und Semissen) durften sie sich etwas ausleben.

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Re: Verteilung des numismatischen Goldes

Beitrag von Wurzel » Mi 29.04.26 14:14

Suardone hat geschrieben:
Mi 29.04.26 11:58
Aus dem Wikipedia-Artikel Byzantinisches Reich:

"Die von der Hauptstadt abgeleiteten Bezeichnungen Byzantiner und Byzantinisches Reich sind modernen Ursprungs. Einige Byzantinisten wie Anthony Kaldellis plädieren daher in jüngerer Zeit dafür, den Terminus Byzanz zugunsten von Ostrom gänzlich aufzugeben, da es keinen relevanten Kontinuitätsbruch zwischen Antike und Mittelalter gegeben habe.[4] Die Byzantiner – und die Griechen bis ins 19. Jahrhundert hinein – betrachteten und bezeichneten sich selbst als „Römer“ (Ῥωμαῖοι Rhōmaîoi; vergleiche Rhomäer)."

Ich will hier keine Begriffe revolutionieren, aber doch sachlich bei den Münzen das Byzantinische unter dem Römischen einordnen. Die Erfindung des Begriffes byzantinisch erfolgte durch neuzeitliche Humanisten, die das von ihnen verehrte Rom nicht durch die eher als verdorben betrachteten Verhältnisse des späten (Ost-)Römischen Reiches belastet sehen wollten.

Weitere Gelehrte machen geltend, daß es rechtlich und nach dem zeitgenössischen Verständnis auch nie eine staatliche Aufteilung in Ostrom und Westrom gab, sondern dieses nur Verwaltungseinteilungen eines stets einzigen Römischen Reiches waren. Dazu paßt, daß die ganzen Germanenreiche auf weströmischem Boden sich formell dem römischen Kaiser in Konstantinopel unterordneten und auf selbst geprägten Solidi jeweils dessen Büste darstellten. Nur bei Tremissen (und Semissen) durften sie sich etwas ausleben.

Aus numismatischer Sicht beginnt Byzanz mit der Münzreform des Anastasius I. Alles davor zählt noch zu Rom, auch wenn Westrom da schon untergegangen war.
Wegen dieser Münzreform macht die Unterscheidung in Rom und Byzanz, für mich, durchaus Sinn.

Gesellschaftlich haben sich die Byzantiner als Römer mit griechischer Prägung verstanden. Das war bis 1453 n.Chr. so. Selbst der osmanische Eroberer Konstantinopels hat sich als Herrscher über die Römer titulieren lassen
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Re: Verteilung des numismatischen Goldes

Beitrag von Suardone » Mi 29.04.26 14:51

Wurzel hat geschrieben:
Mi 29.04.26 14:14
Aus numismatischer Sicht beginnt Byzanz mit der Münzreform des Anastasius I. Alles davor zählt noch zu Rom, auch wenn Westrom da schon untergegangen war.
Wegen dieser Münzreform macht die Unterscheidung in Rom und Byzanz, für mich, durchaus Sinn.

Gesellschaftlich haben sich die Byzantiner als Römer mit griechischer Prägung verstanden. Das war bis 1453 n.Chr. so. Selbst der osmanische Eroberer Konstantinopels hat sich als Herrscher über die Römer titulieren lassen
Selbst die Rum-Seldschuken hießen unter Bezugnahme auf Rom (Byzanz) so.

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Re: Umfrage: Verteilung des numismatischen Goldes

Beitrag von richard55-47 » Do 30.04.26 12:05

Letztendlich ein Streit um des Kaisers Bart. Politisch mag nach der Eroberung Roms durch Germanen im Jahre 476 Konstantinopel noch auf seine Oberhoheit auf das gesamte - einheitliche - römische Reich gepocht haben. Ich denke, die Herrscher im heutigen Britannien und die des Fränkischen Reiches haben darüber gelacht, West- und Ostgoten sowie die Vandalen haben den leeren Titel als bedeutunglos hingenommen. Aus numismtischer Sicht stellt dieses Ereignis doch eine Zäsur dar, die zu der Bezeichnung "byzantisch" für im Ostreich geprägte Münzen berechtigt.
do ut des.

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Re: Umfrage: Verteilung des numismatischen Goldes

Beitrag von Suardone » Do 30.04.26 16:21

Obwohl m. W. keiner sagt, daß Ostrom ab 476 Byzans sei. Jedenfalls habe ich die Meinung noch nicht gelesen.

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Re: Umfrage: Verteilung des numismatischen Goldes

Beitrag von richard55-47 » Do 30.04.26 18:16

Suardone hat geschrieben:
Do 30.04.26 16:21
Obwohl m. W. keiner sagt, daß Ostrom ab 476 Byzans sei. Jedenfalls habe ich die Meinung noch nicht gelesen.
Ab wann die Urheber der Eingrenzung "Byzanz" angewendet sehen wollen, ist mir unbekannt und letztendlich auch unerheblich.
do ut des.

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Re: Umfrage: Verteilung des numismatischen Goldes

Beitrag von Wurzel » Do 30.04.26 19:25

Suardone hat geschrieben:
Do 30.04.26 16:21
Obwohl m. W. keiner sagt, daß Ostrom ab 476 Byzans sei. Jedenfalls habe ich die Meinung noch nicht gelesen.
Naja für uns, als Anhänger der Numismatik, gilt es eben ab der Münzreform des Anastasius 498 n. Chr.

https://pecunia.zaw.uni-heidelberg.de/N ... -498-n-chr
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Re: Umfrage: Verteilung des numismatischen Goldes

Beitrag von Suardone » Do 30.04.26 20:15

Wurzel hat geschrieben:
Do 30.04.26 19:25
Naja für uns, als Anhänger der Numismatik, gilt es eben ab der Münzreform des Anastasius 498 n. Chr.
https://pecunia.zaw.uni-heidelberg.de/N ... -498-n-chr
Interessant. Ja, das ist ein Einschnitt. Da ich mich nur mit den Goldmünzen befaßt hatte und es da keine Änderung gab - jedenfalls nicht damals -, war mir da bislang nichts aufgefallen.

Bei den Goldmünzen war der große Einschnitt 309 mit der Einführung des Soldius statt des mittlerweile schwankenden Aureus. Die Tremissen (1/3 = 8/24 Solidus) kamen dann erst später und haben das seltsame 1 1/2 Scripulum-Goldstück (9/24 Solidus) abgelöst (in den 480ern, meine ich). Semissen mag es vorher gegeben haben. Und die nächste Änderung ist dann erst der Histamenon ab den 960ern, wobei die Änderung eigentlich nur die Form betrifft. Und da gab es ja mit den Solidi aus der Prägestätte Karthago bereits früher auffälligere Abweichungen.
Zuletzt geändert von Suardone am Do 30.04.26 20:58, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Umfrage: Verteilung des numismatischen Goldes

Beitrag von Wurzel » Do 30.04.26 20:39

Suardone hat geschrieben:
Do 30.04.26 20:15
Wurzel hat geschrieben:
Do 30.04.26 19:25
Naja für uns, als Anhänger der Numismatik, gilt es eben ab der Münzreform des Anastasius 498 n. Chr.
https://pecunia.zaw.uni-heidelberg.de/N ... -498-n-chr
Interessant. Ja, das ist ein Einschnitt. Da ich mich nur mit den Goldmünzen befaßt hatte und es da keine Änderung gab - jedenfalls nicht damals -, war mir da bislang nichts aufgefallen.

Bei den Goldmünzen war der große Einschnitt 309 mit der Einführung des Soldius statt des mittlerweile schwankenden Aureus. Die Tremissen kamen dann erst später und haben das seltsame 1 1/2 Scripulum-Goldstück abgelöst (in den 480ern, meine ich). Semissen mag es vorher gegeben haben. Und die nächste Änderung ist dann erst der Histamenon ab den 960ern, wobei die Änderung eigentlich nur die Form betrifft. Und da gab es ja mit den Solidi aus Karthago bereits früher auffälligere Abweichungen.
Naja unter Anastasius wurden feste Wechselkurse von Kupfer zu Silber zu Gold festgelegt.
Damit wurde der Follis mit seinen Teilstücken zu Courantgeld dessen Wert staatlich garantiert wurde:

1 Follis = 2 Half-Follis = 4 Decanummi = 8 Pentanummi = 40 Nummi •
1 Solidus Nomisma = 2 Semissis = 3 Tremissis = 12 Hexagrams = 288 Follis

Diese Garantiewerte wurden dann später als Form der Inflation geändert, aber das System als solches bestand weiter.

So wurde, ganz nebenbei, auch das Problem der geringen physischen Silbervorkommen gelöst. Man garantierte einfach den Wert des Kupfers zu Silber.

Eine Münzreform beinhaltet eben nicht nur Feingehalt und Gewicht sondern auch staatliche Garantien des Wertes.
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Re: Umfrage: Verteilung des numismatischen Goldes

Beitrag von Suardone » Do 30.04.26 20:53

Wurzel hat geschrieben:
Do 30.04.26 20:39
So wurde, ganz nebenbei, auch das Problem der geringen physischen Silbervorkommen gelöst. Man garantierte einfach den Wert des Kupfers zu Silber.
Wie das? Silbermünzen waren bei alledem nicht dabei, oder?

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Re: Umfrage: Verteilung des numismatischen Goldes

Beitrag von Wurzel » Do 30.04.26 21:10

Suardone hat geschrieben:
Do 30.04.26 20:53
Wurzel hat geschrieben:
Do 30.04.26 20:39
So wurde, ganz nebenbei, auch das Problem der geringen physischen Silbervorkommen gelöst. Man garantierte einfach den Wert des Kupfers zu Silber.
Wie das? Silbermünzen waren bei alledem nicht dabei, oder?
Doch, dummerweise habe ich unreflektiert von Numista kopiert.
Das Hexagramma war eins schwere Silbermünze die ab Heraklius geprägt wurde und ca 6.82 Gramm wiegt.
Bei Anastasius waren es Milirense zu 2.5 und schwere Miliarense zu 5 Gramm. Die hatten auch einen festen Wechselkurs zu Gold und Kupfer.
So habe ichves zumindest gelernt.

Ich schau aber gerne morgen noch mal in meine Literatur
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Re: Umfrage: Verteilung des numismatischen Goldes

Beitrag von Wurzel » Fr 01.05.26 12:13

Aus "Die Münzen des byzantinischen Reiches 491 - 1493" 2. Auflage 2023 von Andreas Urs Sommer. Erschienen im Battenbergverlag.

Ich bin derzeit nur mit dem Mobiltelefon internetfähig, was zu gewissen Einschränkungen bei der Bildbearbeitung führt.
Ich hoffe der Text ist lesbar.
Dateianhänge
20260501_120454.jpg
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Re: Umfrage: Verteilung des numismatischen Goldes

Beitrag von Wurzel » Fr 01.05.26 12:25

Hier die Konvertierungstabelle aus "Byzantine Coins and their Values" 2te überarbeitete Auflage 1984 im Nachdruck von 2006 von David S. Sear, erschienen im Spink Verlag
Dateianhänge
20260501_122114.jpg
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Re: Umfrage: Verteilung des numismatischen Goldes

Beitrag von Suardone » Sa 02.05.26 21:22

Die Resonanz bei dieser Umfrage scheint hier null zu sein und damit ziemlich anders als die gleiche Umfrage bei Numis Forums:

https://www.numisforums.com/topic/11558 ... your-gold/

Dort sind auf die Anfrage gegenwärtig 415 (so) näher eingeordnete Goldmünzen mitgeteilt worden.

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