suche eine spezielle Haller Münze (Herinek 585)

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suche eine spezielle Haller Münze (Herinek 585)

Beitrag von Talerfreund63 » Fr 01.05.26 17:40

Hallo

für meine Sammlung suche ich eine spezielle Variante vom 1/4 Taler o.J. von Karl VI.
die Münze ist in div. Literatur zu finden
Herinek 585
Moser Tursky Abb. 826
Morosini Katalog 1913 Nr. 1121

die Besonderheit der Münze ist dass sie etwas kleiner ist als die anderen gewalzten 1/4 Taler (~1-2mm kleiner)
da sie in einem Taschenwerk mit dem etwas kleineren vermutlich sogar gerändelten Schrötling geprägt wurde

die Münze dürfte eher selten sein da diese Prägeversuche mit dem extra nach gebauten Taschenwerk in Hall nur 1714 gemacht wurden, nach Stempelbruch wurde wieder mit normaler Walzenprägung weiter geprägt (das war auch wesentlich schneller)

ev. hat jemand Zugang zu sehr grosse Archive, ich finde die Münze ausser in den Büchern sonst nirgends (finde nur Herinek 583,584)

für meine Sammlung wäre sie wichtig da ich Münzen gerne sammle welche in der Geschichte der Münze Hall eine bestimmte Rolle gespielt haben
z.B. erster Jg. Walzenprg, letzter Jg. Walzenprg. erster amtl. Rechenpfennig, erster privater Rechenpfennig, letzte Talerprägung, letzte kaiserliche Prägung, letzte Prg. v. Andreas Hofer vor Schliessung der Münze Hall usw.

im Haller Verein konnte mir leider auch niemand weiter helfen

Lg Manfred

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Re: suche eine spezielle Haller Münze (Herinek 585)

Beitrag von Talerfreund63 » Fr 08.05.26 19:07

leider hat die Suche und auch die Nachfrage bei den Haller Experten nichts ergeben

diese bestimmte 1/4 Taler Münze ist wohl zu selten (exakt 2 verschiedene Münzabbildungen in alter Literatur) es wurde anscheinend auch nur
im Herbst 1714 geprägt (schneller Stempelbruch)

meine Hoffnung eine Haller Taschenwerkprägung zu finden stützt sich jetzt auf den 1/2 Taler von Karl VI. (o.J.) damals um 1981 konnten sie aber nicht sagen welche der 3 Prägungen o.J. dem Taschenwerk zuordenbar wäre (nur der kleinere Schrötling vom 1/4 Taler war aufällig)

durch die bekannten Fakten ist es aber jetzt mit dem umfangreichen Archivmaterial und den Computern durchaus möglich eine der 3 Varianten heraus zu filtern (bzw. 2 Varianten aus zu schliessen)

es gab zeitgleich 1 Walze und 1 Taschenwerkstempel beide 1714 (o.J) und später noch einmal eine Walze o.J. (lt. Aufzeichnungen um 1722)
und es gibt auch 3 verschiedene Versionen bei den 1/2 Talern o.J.

durch den glücklichen Umstand das es auch Prägungen (nach Bruch der 1 Averswalze) von der 2 Averswalze mit der 1 Reverswalze gibt, lassen sich die Walzen eindeutig zuordnen, alle Walzen die mit diesen beiden Walzen vor der Koppelung gelaufen sind scheiden als Taschenwerkprägung aus
(es gab ja nur einen Stempel)

übrig bleibt dann eigentlich nur mehr eine Variante, bei welcher immer beide Stempel (auch mit kleinen erkennbaren Merkmalen) miteinander verwendet wurden (nie kombiniert mit den vorher bestimmten Walzen)

das Prägebild weicht ebenfalls bei dieser Variante ab, es ist deutlich stärker oval ausgewalzt, was lt. Volker Benad Wagenhoff (Arbeit von 2008) ein typisches Merkmal der Taschenprägung ist (die Prägewalzen wurden in Hall ja so graviert dass die Münzabbildungen halbwegs rund waren)

diese vermeintliche Taschenprägungsvariante ist zwar auch nicht häufig, ich konnte sie aber zufällig in einem Münzshop finden, hab sie aber noch nicht bekommen, ev. gibt auch eine ungleiche Prägedicke und der Rand zeigt noch weitere Informationen ob ich richtig liege, es ist auch nicht klar ob Schrötlinge oder ein Zain bei dieser Versuchstaschenwerkprägung verwendet wurden

Lg Manfred

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Re: suche eine spezielle Haller Münze (Herinek 585)

Beitrag von Numis-Student » Fr 08.05.26 22:04

Hallo Manfred,

habe Geduld ;-)
Manche seltene Münze sucht man 20 Jahre oder länger...

Schöne Grüße
MR
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Numis-Student für den Beitrag:
Talerfreund63 (Sa 09.05.26 09:20)
Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
wenn nicht ganz vom Kriegführen abzulassen, uns wenigstens so vernünftig zu benehmen wie unsere Vorfahren im achtzehnten Jahrhundert. (A.H. 1949)

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Re: suche eine spezielle Haller Münze (Herinek 585)

Beitrag von Talerfreund63 » Sa 09.05.26 10:25

Numis-Student hat geschrieben:
Fr 08.05.26 22:04
Hallo Manfred,

habe Geduld ;-)
Manche seltene Münze sucht man 20 Jahre oder länger...

Schöne Grüße
MR
Geduld ist bei mir schwieriger, wenn ich wochenlang recherchiere, dann will ich auch zu einem Ergebnis kommen, ich bin da wohl nicht der klassische Sammler, ich sammle auch ganz anders als meine Vereinskolegen, meine Sammlung ist eher eine Reise durch die Haller Münzgeschichte mit Biographie der Münzherren und auch nur mit einigen Münzen jeder Epoche der Münzherren, und vor allem auch mit Münzen die in der technischen Entwicklung der Münze Hall eine Rolle gespielt haben (erste und letzte Walzenprägung usw.)

die sehr kurze Taschenwerkprägung um 1714 ist in Hall eine nicht erforschte Episode, da gibt es nur die wenigen Infos aus den alten Büchern von Moser Tursky (1981), die wollten in Hall auch keine Änderungen, es hat auch sehr lange gedauert bis sich die Spindelprägung durch gesetzt hat

beim 1/4 Taler habe ich wenig Hoffnung, die Archive gehen tlw. bis 30 J. zurück (verwende Sixbid Collektor Archiv Blue und CoinArchives pro) wenn die Münze in diesem grossen Zeitraum nie auf Auktionen auf taucht, dann ist sie sehr selten (verschollen oder ausgestorben :( )

ich muß aber nicht unbedingt den 1/4 Taler mit Taschenwerkprägung haben, wenn ich einen 1/2 Taler als Zeitzeugen dieser kurzen Taschenwerkepisode (in Hall) auf treiben kann dann bin ich schon zufrieden damit, der 1/4 Taler bleibt aber im Hinterkopf, den erkenn ich auch sofort an 2 Merkmalen

beim Halbtaler hat auch der Taschenwerkstempel länger gehalten, zumindest sind einige Münzen aller 3 möglichen Varianten regelmässig im Umlauf, wenn ich mit der Walzenbestimmung richtig liege, dann hat sich die Suche ohnehin erledigt weil die dritte Version dann der Taschwerkstempel sein muß wenn die zwei restlichen Versionen auf die zwei verwendeten Walzen bestimmbar sind

für mich ist die Münztechnik auch sehr spannend und ob man die verwendete Technik auch an der Münze bestimmen kann
z.B. Hammerprägung eher plan mit tlw. Doppelschatten und ungleicher Ausprägung, Walzenprägung mit einigen typischen Merkmalen (wellig, Walzrillen usw.), Taschenwerkprägung (auch wellig, unterschiedliche Münzdicke, ev. mehr oval ausgewalzt usw.)

Lg Manfred

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