Schaukasten Wertmarken - einfach mal herzeigen

Privat ausgegebene Münzen, Notgeld und Münzersatzmittel

Moderator: KarlAntonMartini

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tilos
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Re: Schaukasten Wertmarken - einfach mal herzeigen

Beitrag von tilos » Di 17.02.26 00:03

Afrasi hat geschrieben:
Mo 16.02.26 16:40
tilos hat geschrieben:
So 15.02.26 18:01
Solcherart Stücke suche ich schon seit längerem für meine Montan-Sammlung. Bislang leider erfolglos.
Grüße Tilos
Suchst du allgemein Token von Nitratminen oder spezielle Stücke?
Ich suche Belege zum Thema Werksgeld der Salpeterminen in Bolivien und Peru (später Chile), insbesondere von Unternehmen deutscher Eigner/Miteigner. Die meisten Stücke, die ich bislang gesehen habe, z.B. in Ausstellungen, datieren nach dem Pazifik-Krieg/Salpeter-Krieg (1879-83). Das sind dann zumeist chilenische Ausgaben aus unedlem Metall oder Ebonit.

Grüße
Tilos

Beispielfotos:
Salpeterminen Geld Leihgaben.jpg

Ausstellung-Chilesalpeter-Leihgabe a.jpg
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Re: Schaukasten Wertmarken - einfach mal herzeigen

Beitrag von Afrasi » Di 17.02.26 01:46

Mit deutschem Bezug habe ich - so glaube ich - nur diese eine Marke der Compania Salitrera Alemana, Oficina Moreno:
Dateianhänge
10 Rulau 1 #- afr.jpg
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Ich könnte mich über Vieles aufregen, aber zum Glück bin ich nicht verpflichtet dazu. :-)

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Re: Schaukasten Wertmarken - einfach mal herzeigen

Beitrag von Chippi » Fr 10.04.26 21:51

Letztens hierüber gestolpert und da der Preis niedrig war, habe ich das Stück mitgenommen. Gab es im Forum noch nicht zu sehen. Es gibt mehrere Wertstufen der Lohnmarke, sowohl rund als auch eckig. Bei Numista sind einige aufgeführt:
https://de.numista.com/catalogue/index. ... g%C3%BCter, aber dieses Nominal hier nicht.

Schlitz, Burggüter Verwaltung, Lohnmarke über 1 Pfennig o.J.

Schlitz ist eine Kleinstadt in Mittelhessen, welche von 5 Burgen umgeben ist.

Gruß Chippi
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43_Easy-Resize.com.jpg
44_Easy-Resize.com.jpg
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Wurzel hat geschrieben:@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)
Münz-Goofy hat geschrieben: Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.

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Re: Schaukasten Wertmarken - einfach mal herzeigen

Beitrag von KaBa » Mi 06.05.26 10:55

Bahnhof-Restauration Kreiensen - A. Maigatter - 2 R. Mark

Ich möchte auf eine besondere Marke hinweisen.
Sie gehört nicht mir, deswegen der Hinweis auf die Bildrechte, sie gehören dem Ebay Händler Groschen-Kabinett
https://www.ebay.de/itm/277760410731
s-l1600_RMark_kl.jpg
Die Währung lautet R.Mark wie Reichsmark!

Die Reichsmark wurde erst 1924 als Währung eingeführt.
Der Anton Maigatter stellte aber laut Archivdatenbank (Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Blatt 61) einen Antrag als Bahnhofsrestaurateur schon 1877/1878. Der erste namentlich bekannte Nachfolger, der nach Maigatter die Restauration übernahm, tritt um 1882/1883 in Erscheinung.
Das heißt wir haben hier eine nicht offizielle Währungsbezeichnung!

Tatsächlich gab es aus der Zeit nach der Reichsgründung 1871 mehrere überlieferte Fälle in denen Reichsmark (oder Mark deutscher Reichswährung) bereits verwendet wurde: Nach der Reichsgründung existierten Taler, Gulden und Mark oft noch parallel im Umlauf. Um zu präzisieren, dass man die neue Währung des Reiches meinte (und nicht etwa die alte Hamburger Courant-Mark, oder Kölner Mark, oder Preußische Mark, oder Sächsische Mark, oder Finnischen Marck, oder usw.), wurde das Präfix „Reichs-“ vorangestellt. Dies findet sich unter anderem in zeitgenössischen Wirtschaftspublikationen und Zeitungsberichten der 1870er Jahre.
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Re: Schaukasten Wertmarken - einfach mal herzeigen

Beitrag von Pfennig 47,5 » Mo 18.05.26 20:16

Lüdenscheider Notpfennig 1948
Dieser Notpfennig, so schön er auch gestaltet wurde, kann er nicht ansatzweise das Wiederspiegeln, wofür er geschaffen und wofür er helfen sollte.
1946 brach der kälteste Winter über das zerstörte Deutschland rein, mit Monatelangem Frost, viel zu wenig Nahrung, kaum Heizmittel und nur ein schleppender Wiederaufbau. Das Wattenmeer war gefroren, die Nordsee bis zu 35 Kilometer zugefroren und ein heißer Sommer 1947, der auch die geringsten Hoffnungen auf eine einigermaßen ergiebige Ernte zunichte machte!
Die Jahre 1946 und 1947 forderten noch einmal 2 Millionen Menschenleben, verhungert und erfroren!
Ich habe zu diesen Notpfennig wenig Informationen, und hoffe das es in diesem Forum jemanden gibt, der das wenige, vervollständigen kann!
1948 wurde der Lüdenscheider Notpfennig geschaffen und an jedermann verkauft, um aus dem Erlöß den Bedürftigen zu helfen.
Durchmesser: 27,50 mm
Gewicht : 8,35 g
Material : Messing
20190510_151633.jpg
20190510_151645.jpg
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Re: Schaukasten Wertmarken - einfach mal herzeigen

Beitrag von KaBa » Di 19.05.26 09:18

"c, Die Lüdenscheider Notpfennige

Im Herbst 1947 regte Oberbürgermeister Hueck an, in Lüdenscheid einen Notpfennig
prägen zu lassen, dessen Verkaufserlös zur Linderung der Not verwandt werden sollte.
Der Verwaltungs-Hauptausschuß faßte dazu am 10. 12. 47 folgenden Beschluß: „Der
Verwaltungs-Hauptausschuß beschließt, nach vorgelegtem Entwurf einen ,Notpfennig der
Stadt Lüdenscheid' prägen zu lassen, der in 4 Ausführungen gegen Geld- und Sachspen-
den angeboten werden soll.“
Die Stadtvertretung erteilte ihre Zustimmung und legte fest, daß der Verkaufserlös
den Ostvertriebenen und Bedürftigen über den Rahmen der öffentlichen Fürsorge hinnaus
zukommen solle. Den Entwurf fertigte der Lüdenscheider Grafiker Gauchel an.
Auf der Vorderseite trug der Notpfennig eine Nachbildung des alten Stadtsiegels von 1300
mit dem Stadtwappen und auf der Rückseite eine Ähre als Symbol der Fruchtbarkeit
mit der Umschrift „Unser täglich Brot gib uns heute - Lüdenscheid im Jahre der Dürre 1947".
Die Ausgabe des Jahres 1947 erschien in 4 Ausführungen :
1) Altsilber = 300 RM
2) Bronce patiniert = 100 RM
3) Tombak = 50 RM
4) Tombak, verkl. Form = 20 RM

Der Verkauf erfolgte durch die Städtische Sparkasse. Die eingehenden Gelder verteilte
das Wohlfahrtsamt, der Wohlfahrtsauschuß und der Verteilerausschuß des EWA
an die in Frage kommenden Familien. Krins gibt den Verkaufserlös mit 67 000 RM an,
während Zuncke die Nettoeinnahme von 77 000 RM nennt. Da Zuncke als Dezernent
des EWA über die genauen Angaben verfügte, kann seine Angabe als verbindlich gelten.

Im Herbst 1948 erschien die zweite Ausgabe des Lüdenscheider Notpfennigs (siehe
Abbildungen). Der Entwurf stammte diesmal von dem Graveur W. Jüngermann. Träger
dieser Aktion waren nun die freien Wohlfahrtsverbände, die auch den Verkaufserlös
an die Bedürftigen verteilten. Die Stadtverwaltung beteiligte sich nur mittelbar durch
das Wohlfahrtsamt. Der Erlös war jetzt in erster Linie für Alte und Kranke gedacht.
Im Hinblick auf die Währungsreform war der Verkaufspreis niedrig gehalten. Die Not-
pfennige der zweiten Ausgabe kosteten jetzt nur 1 DM und 0,50 DM. Nach Krins betrug
der Verkaufserlös immerhin 23 000 DM.
Der effektive Erfolg ist jedoch ebenso hoch anzusehen, da die DM im Gegensatz zur RM
erheblich mehr Kaufkraft besaß und nun wieder ein entsprechendes Warenangebot
vorlag.

Krins schreibt in seinem Aufsatz auch über die Hagener ,Notopfer-Medaille',
deren Herausgabe der Lüdenscheider Notpfennig anregte. Die Medaille erschien aber
erst im Jahre 1949 und erzielte keinen wesentlichen Erlös. Die Einnahmen überschrit-
ten die Ausgaben nicht erheblich."

https://www.ghv-luedenscheid.de/downloa ... 8.1975.pdf
Seite 492

Das Trüffelschwein grüßt, glaubt aber trotzdem, dass es eigentlich eine Medaille ist und keine Wertmarke
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Pfennig 47,5 (Di 19.05.26 22:19) • tilos (Di 19.05.26 22:48) • Numis-Student (Mi 20.05.26 00:20) • MartinH (Mi 20.05.26 13:42)

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