Nein, nicht Erbsen, vielmehr Körner und Grannen...
Ich wollte meinem Metapomt-Stater, den ich hier vor längerer Zeit mal vorgestellt habe, durch einen weiteren Stater Gesellschaft gönnen; und nun sind es drei geworden; interesssanterweise mit deutlich ersichtlichen Unterschieden, und ich würde mich über Bestimmungshilfe freuen.
Oben links (1) ist mein "alter" Stater, der irgendwann mal hier mit "vermutlich Noe 169" identifiziert wurde. Oben rechts (2) gibt das Auktionshaus mit Noe 114 an, aber darauf will ich mich nicht verlassen, ein zumindest rückseitig stempelgleiches Stück wird aktuell bei Leu versteigert und mit Noe 128 angegeben.
Unten links (3) ist aus dem Handel (über MA-Shops); ein sehr ähnliches Stück wird in einem Schweizer Auktionshaus in der Gefolge Künker und Sternberg als Noe 78 identifiziert. Für unten rechts (4) habe ich keine Referenzen, und das Auktionshaus auch nicht ("vgl. Noe 112-129").
Zu den Gemeinsamkeiten und Unterschieden:
Alle vier Münzen wiegen +/- 8 g. Das Motiv ist das gleiche, alle haben die Legende "META" im Avers rechts.
Wenn man die winzigen obersten Körner ausklammert, und so wird meines Wissens hier gezählt, dann kommt der Stater oben links je Seite auf 6 Körner, oben rechts sind es 7, unten links 8 und unten rechts 9.
Zu den Grannen:
1 = Avers 15, Revers nicht zählbar;
2 = 17, 23;
3 = 19, 23
4 = 21, 21
Interessant ist auch ein Größenvergleich: 1 = 24 mm, 2 und 4 = 28 mm, 3 = beeindruckende 31 mm (das scheint es, wenn man Auktionen vergleicht, nicht oft zu geben.)
Freuen würde ich mich über eine Näherbestimmung und eventuell auch genauere zeitliche Zuordnung aufgrund dieser Angaben und Bilder. Allgemein sagt man ja hier: Je größer, desto älter, aber zu 100 % trifft das sicherlich nicht zu.
Verzeiht die miesen Fotos, die Münzen sind deutlich besser erhalten, bei 3 und selbst bei 1 ist jeder Buchstabe der Legende deutlich erkennbar.
AS
P.S. Bemerkenswert: Sicherlich ist die Nr. 2 trotz leichter Korrosion im Avers das Sahnestück dieser kleinen Sammlung. Dennoch bin ich erstaunt, dass das vergleichbare Exemplar von Leu (im Avers etwas besser erhalten, im Revers eher nicht) bereits jetzt bei 1.900 CHF steht (das wären brutto fast 2.750 €). Mal schauen, was daraus noch wird.
Auch die Großdurchmesser wie mein drittes Exemplar scheinen bei Auktionen sehr hoch gehandelt zu werden. Da lohnt es sich manchmal, nach Alternativen aus dem Handel zu suchen; immerhin war mein Stück (noch) "dreistellig"...
Erbsen zählen - Metapont
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antisto
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Erbsen zählen - Metapont
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Re: Erbsen zählen - Metapont
Sehr schöne Stücke hast du da! Ich sammele diese Münzen nicht und kann daher auch nur sagen, was im HGC steht. Danach würde ich beim größten Stück von HGC 1027 (540-510 BC), bei den mittleren von HGC 1028 (510-470 BC) und beim Junior von HGC 1029 (470-440 BC) ausgehen. Ein Experte verreißt meine Aussagen vielleicht, aber solange keiner was anderes sagt...
Herzliche Grüße
Olaf
„Nicht die Sprüche sind es, woran es fehlt – die Bücher sind voll davon. Woran es fehlt sind Menschen, die sie anwenden.“
Epiktet
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Re: Erbsen zählen - Metapont
Ich glaube, Erbsenzählerei ist hier schon der richtige Begriff
Hast Du denn schon selbst in die Arbeiten von Sidney P. Noe und die Ergänzung von Ann Johnston geschaut? Die findet man hier:
https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id= ... 8902&seq=5
https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id= ... 4359&seq=7
https://archive.org/details/coinageofme ... 5/mode/2up
Die Sammlungen in Wien und Berlin beziehen sich beispielsweise immer noch darauf, das scheint also noch nicht völlig veraltet zu sein.
Das sind aber schon tolle Münzen, da lohnt es sich auch, ein bisschen Zeit zu investieren
Und nach welchen Kriterien wird diese Einteilung da vorgenommen? Nur nach Größe?Braunschweiger hat geschrieben: ↑Fr 22.05.26 05:37... und kann daher auch nur sagen, was im HGC steht. Danach würde ich beim größten Stück von HGC 1027 (540-510 BC), bei den mittleren von HGC 1028 (510-470 BC) und beim Junior von HGC 1029 (470-440 BC) ausgehen. ...
Gruß
Altamura
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antisto
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Re: Erbsen zählen - Metapont
Danke für eure Rückmeldungen.
Und vor allem auch danke für die Links, Altamura. Ja, ich denke auch, diese Münzen sollten es mir wert sein, da etwas tiefer einzusteigen.
Zu deiner Zuordnung, Braunschweiger: Tatsächlich sagt hier meist die Größe etwas über das Alter aus, weil die Schrötlinge im Laufe der Zeit bei unverändertem Gewicht immer kompakter wurden. Allerdings dürfte HGC 1027 sich auf alle drei größeren Stücke beziehen und HGC 1028 auf die kleinere oben links. Die Größenangaben von HGC 1027 liegen bei (meist) 27-29 mm, da liegt 28 mm genau in der Mitte. Die 31 mm große ist in der Tat ein Ausreißer nach oben, nicht der Münze, sondern des Stempels, denn auch hier liegt der Randstab genau am Rand. Daher bin ich guter Dinge, dass so eine Größe im Noe, der (so weit ich weiß) nach Stempeln katalogisiert, Erwähnung findet.
AS
P.S. Die Ästhetik der Symmetrie dieser kreisrunden Münzen ist schon beachtlich. Und dass Ober- und Unterstempel hier genau aufeinanderliegen mussten, um durch das Incusum die Vorderseite zu kopieren, war ganz bestimmt eine enorme handwerkliche Herausforderung. Da war das griechische Mutterland zu dieser Zeit (540-510 v.C) noch lange nicht so weit...
Und vor allem auch danke für die Links, Altamura. Ja, ich denke auch, diese Münzen sollten es mir wert sein, da etwas tiefer einzusteigen.
Zu deiner Zuordnung, Braunschweiger: Tatsächlich sagt hier meist die Größe etwas über das Alter aus, weil die Schrötlinge im Laufe der Zeit bei unverändertem Gewicht immer kompakter wurden. Allerdings dürfte HGC 1027 sich auf alle drei größeren Stücke beziehen und HGC 1028 auf die kleinere oben links. Die Größenangaben von HGC 1027 liegen bei (meist) 27-29 mm, da liegt 28 mm genau in der Mitte. Die 31 mm große ist in der Tat ein Ausreißer nach oben, nicht der Münze, sondern des Stempels, denn auch hier liegt der Randstab genau am Rand. Daher bin ich guter Dinge, dass so eine Größe im Noe, der (so weit ich weiß) nach Stempeln katalogisiert, Erwähnung findet.
AS
P.S. Die Ästhetik der Symmetrie dieser kreisrunden Münzen ist schon beachtlich. Und dass Ober- und Unterstempel hier genau aufeinanderliegen mussten, um durch das Incusum die Vorderseite zu kopieren, war ganz bestimmt eine enorme handwerkliche Herausforderung. Da war das griechische Mutterland zu dieser Zeit (540-510 v.C) noch lange nicht so weit...
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