Print on Demand / Reprints von historischer Münzliteratur

Sammelforum für Numismatische Literatur
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Ephraimit
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Print on Demand / Reprints von historischer Münzliteratur

Beitrag von Ephraimit » Sa 13.06.26 14:18

Liebe Münzfreunde,
als ich im Münz-Forum Altdeutschland aus einem alten Auktionskatalog von 1836 Informationen suchte, half man mir sehr schnell und kompetent
mit Online-Links, wo ich die gewünschten Informationen dann auch sehr schnell fand.
Ich weiß nicht wie es bei Euch ist, aber ich habe auch immer gerne die passende Literatur "zur Hand", d.h. physisch griffbereit – als Buch im Regal.

Das Problem dabei ist, das manche numismatischen Sammelgebiete Kataloge & Literatur benötigen, die selbst seltene & gesuchte Sammlerstücke sind.
Bei mir zum Beispiel als Sammler der Münzen des Kurfürstentums Trier sind es 3 Werke, die ich regelmäßig nutze:
1.) J.J. Bohl – „Abbildungen der trierischen Münzen“ von 1837
2.) H. Dinget – „Berichtigungen zur Münzkunde des Mittelalters…“ von 1830
und schließlich
3.) das Standardwerk zu den Münzen von Trier von Friedrich von Schrötter von 1908
Alle 3 sind als Originale seltene & teure Sammlerstücke die im Original gut erhalten mehrere hundert Euro kosten können. Dazu kommen noch wie oben geschrieben alte Auktionskataloge und andere alte numismatische Werke.

Was also tun wenn man die Bücher gerne haben möchte, aber keine Unsummen dafür ausgeben möchte ?
Wenn man fürs numismatische Hobby mehr an den Inhalten als an der Originalität der (meist alten, seltenen und dadurch teuren) Literatur interessiert ist, dann lohnt sich der Kauf bzw. die Bestellung eines Re-Prints bzw. Print on Demand.

Man gibt Autor und Titel des gewünschten historischen Werks bei der Bestellung z.B bei AbeBooks.de an und bekommt, meistens für kleines Geld (Zahlung per PAYPAL zwischen 20 und 50,-Euro) ein gebundenes Buch gedruckt (manchmal sogar im Ledereinband),
mit dem originalgetreuen Abdruck des original Inhalts.
In meinen Augen einziger Nachteil ist nur die zum Teil 2-3 monatige lange Wartezeit bis zur Lieferung. (meist kommt die Lieferung aus Indien)

Hier zum Beispiel meine Bestellung über AbeBooks.de für den alten Auktionskatalog von 1836:
https://www.abebooks.de/loisirs-amuseme ... 6733050/bd

Vielleicht hat ja der ein oder andere mehr Interesse an den Inhalten der Literatur als an der Originalität…
Ich habe mir so, mit Print-on-demand schon eine kleine Bibliothek angeschafft, die weniger gekostet hat als eins der Originale^

LG Ephraimit
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Re: Print on Demand / Reprints von historischer Münzliteratur

Beitrag von Atalaya » Sa 13.06.26 14:24

Danke für die Erklärungen!
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Re: Print on Demand / Reprints von historischer Münzliteratur

Beitrag von Dittsche » Sa 13.06.26 17:58

Ja, ich brauche aus was in der Hand. Wenn's nicht zuviele Seiten sind, "binde" ich die selbst.
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Re: Print on Demand / Reprints von historischer Münzliteratur

Beitrag von Numis-Student » Sa 13.06.26 19:19

Super, vielen Dank für diese Erläuterungen !
Das ist ja wirklich unkompliziert.

Ich habe mir solche Titel bisher immer als pdf aus dem Internet gespeichert, immer mit der Absicht, das einmal günstig im Copyshop ausdrucken zu lassen und bei einer Buchbinderei oder einem Laden, der Diplomarbeiten bindet, binden zu lassen.

In erster Linie zeitbedingt hänge ich bei den allermeisten irgendwo zwischen PDF und Lose-Blatt-Ausdruck.

Aber bei 30-40€ all inkl. lohnt es ja, aus Indien zu bestellen.

Danke Dir !

MR
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Re: Print on Demand / Reprints von historischer Münzliteratur

Beitrag von edsc » So 14.06.26 10:27

Ja, so kann man das auch machen. Die Möglichkeit gibt es schon lange.
Aber würdet ihr auch Münzen, die teuer und selten sind und die ihr euch nicht leisten wollt, in China als Kopien anfertigen lassen und dann in eure Sammlung legen?
Numismatische Literatur ist doch genau so Bestandteil einer ordentlichen Sammlung, wie die Münzen selbst. Und sollte natürlich auch im Original sein. Diese Bücher haben auch ihre Geschichte und Provenienz. Es ist etwas Besonderes, in einem Buch zu blättern, das mal in den Regalen von Walter Hävernick oder Ferdinand Friedensburg stand.
Ausserdem hat es, denke ich, seinen Grund, warum man solche Nachdrucke in Indien bestellen muss. In Deutschland wäre das vermutlich illegal.
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Re: Print on Demand / Reprints von historischer Münzliteratur

Beitrag von antoninus1 » So 14.06.26 13:21

Natürlich ist es wünschenswert, teure Spezialliteratur im Original zu besitzen, wenn man sie überhaupt bekommt. Es ist aber auch eine Frage des Geldes.

Wenn der Urheberschutz abgelaufen ist, ist es doch nicht illegal, oder? Und Indien ist einfach billiger.
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Re: Print on Demand / Reprints von historischer Münzliteratur

Beitrag von Numis-Student » So 14.06.26 17:46

edsc hat geschrieben:
So 14.06.26 10:27
Ja, so kann man das auch machen. Die Möglichkeit gibt es schon lange.
Aber würdet ihr auch Münzen, die teuer und selten sind und die ihr euch nicht leisten wollt, in China als Kopien anfertigen lassen und dann in eure Sammlung legen?
Numismatische Literatur ist doch genau so Bestandteil einer ordentlichen Sammlung, wie die Münzen selbst. Und sollte natürlich auch im Original sein. Diese Bücher haben auch ihre Geschichte und Provenienz. Es ist etwas Besonderes, in einem Buch zu blättern, das mal in den Regalen von Walter Hävernick oder Ferdinand Friedensburg stand.
Ausserdem hat es, denke ich, seinen Grund, warum man solche Nachdrucke in Indien bestellen muss. In Deutschland wäre das vermutlich illegal.
Münzen sammelt man ja, da will man natürlich ein Original haben. ;-)

Bücher dienen bei (ich würde sagen, dem größeren Anteil von) Sammlern und wissenschaftlichen / gewerblichen Numismatikern in erster Linie zur Wissensvermittlung. Das funktioniert natürlich auch mit Digitalisaten und klassischen Fotokopien (auf losen Blättern oder in Schnellheftern). Es ist aber einerseits angenehmer und nachgewiesenermaßen erfolgreicher, Texte von Papier zu erfassen als von Bildschirmen.

Für bibliophile Münzsammler und Büchersammler ist es natürlich wichtig, ein Original zu besitzen und Bücher von prominenten Vorbesitzern zu haben.

Aber wenn man jetzt öfters mit dem Buch arbeiten will, viel blättert, das Buch öfter ins Regal schiebt, wieder hinauszieht... Da muss ich für mich persönlich sagen, dass ich lieber Gebrauchsspuren an einem Reprint oder einem "schlechten" Original (neu gebunden / beschädigter Einband / KEIN prominenter Vorbesitzer) riskiere als einem tollen, wertvollen, gut erhaltenen Exemplar.

Es ist glaube ich auch ein wichtiger Unterschied, ob man ein eng umrissenes Sammelgebiet hat oder als Generalist viele unterschiedliche Bestimmungswerke benötigt.

Rechtlich sehe ich bei den Reprints keine Probleme, da bei solch alten Schriften das Urheberrecht ausgelaufen ist. Der Grund für "Indien" dürfte ausschliesslich darin liegen, dass dort die Arbeitsstunden und vermutlich auch das Leder für die Einbände deutlich billiger ist.

Schöne Grüße
MR
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Re: Print on Demand / Reprints von historischer Münzliteratur

Beitrag von Ephraimit » So 14.06.26 20:43

edsc hat geschrieben:
So 14.06.26 10:27
Ja, so kann man das auch machen. Die Möglichkeit gibt es schon lange.
Aber würdet ihr auch Münzen, die teuer und selten sind und die ihr euch nicht leisten wollt, in China als Kopien anfertigen lassen und dann in eure Sammlung legen?
Numismatische Literatur ist doch genau so Bestandteil einer ordentlichen Sammlung, wie die Münzen selbst. Und sollte natürlich auch im Original sein. Diese Bücher haben auch ihre Geschichte und Provenienz. Es ist etwas Besonderes, in einem Buch zu blättern, das mal in den Regalen von Walter Hävernick oder Ferdinand Friedensburg stand.
Ausserdem hat es, denke ich, seinen Grund, warum man solche Nachdrucke in Indien bestellen muss. In Deutschland wäre das vermutlich illegal.
Hallo edsc, hallo liebe Münzfreunde !

Natürlich will ich die original Münzen und auch die Original-Literatur, das gehört zur Sammlung dazu, da sind wir einer Meinung.

Wie handhabst Du das denn, wenn Du eine Information aus dem Original brauchst ?
Musst Du im Alltag ins Original schauen, um Informationen zu bekommen ?
Hast Du keine Sorge durch die andauernde Nutzung Deinen Originalen Schaden/Abnutzung zuzufügen ?

Denn ich würde meine Original-Literatur NIEMALS im Alltag verwenden, dafür habe ich ja meine Reprints/Print-on-Demand-Werke, die auch mal ein Eselsohr oder eine Notiz vertragen können !

Den Grund für den Druck in Indien hat ja Malte schon erwähnt, denn irgendwelche Copyrights oder Rechte am Werk sind nach der langen Zeit nicht mehr vorhanden,
und der in meinen Augen wichtigste Grund für den Druck in Indien sind die geringen Fertigungs- bzw. Lohnkosten.

LG Ephraimit

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Re: Print on Demand / Reprints von historischer Münzliteratur

Beitrag von edsc » Mo 15.06.26 07:33

Ich habe (fast) alle meine Bücher digitalisiert. Wenn ich etwas recherchieren muss, dann verwende ich die PDFs. Das ist ohnehin praktischer. Für einen Nachdruck (auch einen billigen) wäre mir das Geld zu schade.
Die Originale stehen in meinen Bücherregalen. Ab und zu nehme ich eins heraus und blättere darin. Jedoch nicht aus Notwendigkeit sondern zum Vergnügen. Genau so, wie ich meine Münzen ab und zu aus dem Münzschrank herausnehme und sie mir anschaue.
Wie ich oben schon geschrieben habe, sind für mich einschlägige Referenzwerke und Monografien genau so Bestandteil einer Sammlung wie die Münzen selbst. Aber das ist natürlich jedem seine Sache.
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Re: Print on Demand / Reprints von historischer Münzliteratur

Beitrag von antoninus1 » Mo 15.06.26 10:56

Als Alexandrinersammler muss man den Dattari haben. Der kostet aber im Original locker 600 €, wobei ich erst jetzt in einer Auktion zum ersten Mal in über 30 Jahren ein Original gesehen habe.
Da blieb einem nur der Nachdruck, der aber auch über 100 € kostete.
Aber seit kurzem scheint es den jetzt online zu geben.

Anekdote:
Der Alexandrinersammler Dr. Wishnevsky hatte mir vor vielleicht 15 Jahren erzählt, dass er im Urlaub (ca. 20 Jahre zuvor) in Kairo 2 Originale in einem Antiquariat für 100 USD kaufen konnte. Noch original verpackt.
Die hat er dann zuhause zur nachträglichen Finanzierung des Urlaubs für zusammen 1200 DM verkaufen können, da ihm der Neudruck reichte :)
Zuletzt geändert von antoninus1 am Mo 15.06.26 11:16, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß,
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Re: Print on Demand / Reprints von historischer Münzliteratur

Beitrag von Atalaya » Mo 15.06.26 11:14

Also ein Aspekt der mE zu kurz kommt, ist die Ausstattung der Reprints. Wenn ich einen Ledereinband mit Goldschnitt statt einer ollen Klebebindung für 30 Eur bekomme, dann hat man doch ein Buch, das man sich gern ins Regal stellt. Und dabei denke ich gar nicht primär an numismatische Literatur, sondern ganz andere gemeinfreie Bücher,.die ich gern als physische Ausgabe hätte. Von daher war ich sehr froh, als mich dieser Thread auf diese Möglichkeit aufmerksam machte.

Zum Beispiel die Gedichtbände von Heinrich Kämpchen würde ich mir gern ins Regal stellen, nur gibt es die zwar digital, aber nur höchst selten und teuer antiquarisch.

Ich war bislang immer der Meinung, dass eine schöne Bindung zu viel kosten würde. Da erlebt man doch in diesem Falle mal eine positive Folge von Globalisierung und Digitalisierung.
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Re: Print on Demand / Reprints von historischer Münzliteratur

Beitrag von Numis-Student » Mo 15.06.26 18:35

edsc hat geschrieben:
Mo 15.06.26 07:33
Ich habe (fast) alle meine Bücher digitalisiert. Wenn ich etwas recherchieren muss, dann verwende ich die PDFs. Das ist ohnehin praktischer. .
Aber das ist natürlich jedem seine Sache.
Also ich empfinde das gerade andersherum: Wenn ich die Wahl habe, in einem Reprint zu arbeiten, wo man bequem zwischen Tafeln und Textteil wechseln kann und bei Bedarf ein paar Lesezeichen einlegt, ist das doch schneller und bequemer, als wenn man im Digitalisat dazwischen immer wieder Dutzende Seiten herauf- und herunterscrollen muss 8O

Und noch schlimmer wird es ja, wenn man parallel drei oder 4 Bücher auf dem Tisch hat oder eben 4 Digitalisate offen, dauernd zwischen den einzelnen Ansichten wechseln muss und nicht mal zwei oder 3 Tafelteile nebeneinander hinlegen kann und vergleichen.
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