Seltene Naturphänomene

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Peter43
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Re: Seltene Naturphänomene

Beitrag von Peter43 » Di 16.06.26 09:07

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coin-catcher
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Re: Seltene Naturphänomene

Beitrag von coin-catcher » Di 16.06.26 09:59

Peter43 hat geschrieben:
Di 16.06.26 09:07
Noch weitere Meinungen?
Moin,

die Buche wird sich durchsetzen, da eine s.g. Schattenbaumart.
Die Kiefer gehört zu den Lichtbaumarten und wird auf kurz oder lang den kürzeren ziehen. Die BuchE hat quasi Zeit und geduldet sich bis diese eine Lücke im Kronendach findet. Sie wächst im Schatten der Kiefer heran und nimmt schlussendlich der Kiefer das Licht. Die Kiefer verliert dann an Vitalität.

Gruß
cc

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Peter43
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Re: Seltene Naturphänomene

Beitrag von Peter43 » Di 16.06.26 19:08

Hallo coin-catcher,

Genau so ist es! Dazu kommt noch, das das Holz der Buche härter ist und wenn es zur Berührung kommt, wird die Büche die Kiefer verdrängen und ihr Kambium verletzen. Sie wird die Kiefer umwallen, wie es bereits unten im Bild zu sehen ist.

Dazu kommt das unterschiedliche Wurzelsystem. Die Kiefer ist ein Pfahlwurzler, der seine Wurzel in die Tiefe treibt, um an Wasser zu gelangen. Das Wurzelsystem der Buche breitet sich in allen Richtungen aus und ist erheblich effizienter. Wenn die Buche der Kiefer das Licht wegnimmt, verringert sich ihre Photosynthese und der Energiehaushalt geht zurück. Das schadet auch ihren Wurzeln, die für ihr Wasser- und Nährstoffsystem diese Energie brauchen. Die feinen Wurzelfäden gehen zugrunde und ihren Platz übernehmen die Buchenwurzeln.

Die Kiefer hat keine Chance. So ist die Natur! So kommt es, daß die Buche in unserer Region die konkurrenzstärkste Baumart ist und Mitteleuropa prägt.

Liebe Grüße
Jochen
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Lucius Aelius
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Re: Seltene Naturphänomene

Beitrag von Lucius Aelius » Di 16.06.26 22:01

Peter43 hat geschrieben:
Di 16.06.26 19:08

Die Kiefer hat keine Chance.
Wenn du dich da mal nicht täuschst 😉
https://share.google/fMdIT5OAiNgPE8W0Y
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Peter43 (Mi 17.06.26 08:44)
Gruss
Lucius Aelius

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Re: Seltene Naturphänomene

Beitrag von Peter43 » Di 16.06.26 22:30

Hallo Lucius Aelius!

Das sind ja tolle Bilder. Der reinste Wahnsinn! So etwas habe ich noch nie gesehen. Danke fürs Einstellen! Aber der Kampf ist ja noch nicht zu Ende.

Jochen
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2 unterschiedliche Anthozyanbildungen

Beitrag von Peter43 » Sa 20.06.26 14:36

Liebe Naturfreunde!

Beim Durchsehen meiner Photodateien stoße ich immer wieder auf interessante Phänomene. Hier möchte ich euch 2 Löwenzahnblätter mit unterschiedlicher Anthozyanbildung vorstellen. Anthozyane dienen ja als Antioxydans und absorbieren vorwiegend die blaugrünen Anteile des Sonnenlichts und schützen so die Photosynthese der Pflanze. Beide Pflanzen habe ich im Juni 2021 auf dem Bahnhofsgelände in Oberndorf photographiert. Aber sie zeigen eine völlig unterschiedliche Anthozyanverteilung. Hier ist die Erklärung.

(1) Auffallende kissenartige Verteilung des Anthozyans im Inneren des Blattes (Intercostalfelder), während die Blattadern und der äußere Blattrand weitgehend grün bleibt.
(1) Anthozyane #1.JPG
Hauptauslöser ist die Zuckerakkumulation
Dazu gibt es neue botanische Forschungen, u. a. der Universität Rostock, die zeigen, daß die Anthozyanbildung maßgeblich durch den Zuckerüberschuß reguliert wird.
Zwischen den Adern (Interkostalraum) findet die Photosynthese statt. Bei starker Sonneneinstrahlung wird mehr Zucker produziert, als über die Adern abtrnsportiert werden kann. Dieser hohe Zuckerspiegel fungiert als Signalmolekül und aktiviert direkt die Enzyme der Anthozyansynthese.

"Adern-Freiheit" (Vein Clearance)
Die Leitbündel sind die "Autobahnen" für den Nährstoff- und Gewebesafttransport.
In den Zellen direkt um die Adern herum kommt es selten zu einem chronischen Stau von Zucker, da dieser sofort abgeführt wird. Da dort das Zuckersignal fehlt, bleibt die Anthozyansynthese in dieser Zone ausgeschaltet. Die Umgebung der Blattadern bleibt grün.

Genetische Programmierung (Transkriptionsfaktoren)
Dazu kommt, daß die verteilung der Pflanzenpigmente durch genetisxhe Regelkreise festgelegt ist. Sogenannte MYB-Transkriptionsfaktoren steuern,, in welchen Zellschichten und Gewebezonen Pigmente gebildet werden dürfen. In dieser Pflanze, einem Löwenzahn und bei anderen Korbblütern, ist dieses Muster so programmiert, daß sie vorrangig im zentralen Spreitengewebe auf Umweltreize wie Licht oder Kälte reagieren.

(2) Anthozyanbildung überwiegend an der Spitze und den Außenbezirken des Blattes
(2) Anthozyane #2.JPG
Hier kommen andere Faktoren ins Spiel, nämlich das Alter oder Störfaktoren beim Pflanzenwachstum.

Chlorophyllabbau
Bei den Pflanzen ist die Spitze (Apex) immer der älteste Teil des Blattes. Wenn ein Blatt altert (oder unter Stress wie Kälte oder Nährstoffmangel gerät), baut es als Erstes an den ältesten Stellen das wertvolle grüne Chlorophyll ab, um es zu retten. Dieser Abbau beginnt folglich an der Blattspitze und den Rändern und wandert langsam nach unten.

Zuckerstau in den Außenbereichen
Um die Nährstoffe aus den alternden Pflanzenteilen zu retten, versucht die Pflanze, den dort vorhandenen Zucker und andere Stoffe über die Leitbahnen nach unten in die Wurzeln abzutransportieren. Da die Blattspitze und die Außenränder am weitesten von der Hauptabflußleitung entfernt sind, kommt es zu einem Zuckerstau in den äußersten Zellen. Dieser löst dann hier die Anthozyanbildung aus.

Das grüne "Versorgungszentrum"
Das Gewebe nahe der Hauptader und an der Blattbasis ist noch voll aktiv, gut mit Wasser versorgt und transportiert den Zucker effizient ab. Daher bleibt dieser Bereich stabil grün und funktionstüchtig, während die Ränder bereits rot "abgeriegelt" werden.

3) Vergleich der beiden Bilder

„Ein Luxusproblem“
Beide Bilder zeigen eine Anthozyanbildung. Das erste Bild zeigt sozusagen ein „Luxusproblem“. Die Anthozyansynthese ist verursacht durch eine erhöhte Photosynthese bei optimalen Bedingungen. Die Pflanze hat soviel Nährstoffe produziert, daß sie miit dem Abtransport einfach nicht mehr hinterherkommt. Deshalb diese temporäre Anthozyansynthese.

Eine Notsituation
Das zweite Bild zeigt dagegen eine Pflanze in einer Notsituation durch Alterung oder Nährstoffmangel. Sie versucht zu retten, was noch zu retten ist. Dann wird das Blatt „abgeschaltet“ und stirbt ab.

Ist doch toll, was man in der Natur alles so finden kann!

Liebe Grüße
Jochen
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Peter43 für den Beitrag:
onbed (Sa 20.06.26 17:35)
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Eine Windhose

Beitrag von Peter43 » So 28.06.26 14:05

Liebe Naturfreunde!

Windhose.jpg
Diese kleine Windhose habe ich im Juli 2022 auf der Erddeponie in Waldmössingen, Krs, Rottweil photographiert.

Im Gegensatz zu einem Tornado entsteht eine solche Windhose, auch Staubteufel genannt, bei völlig blauem oder nur leicht bewölktem Himmel. Es braucht dazu eine starke Sonneneinstrahlung. Durch die pralle Sonne wird der trockene Erdboden der Deponie extrem stark aufgeheizt. Dadurch wird die Luft direkt über dem Erdboden heißer als die Luftschichten darüber und steigt wie in einem Kamin rasant nach oben.

Wenn jetzt ein leichter Seitenwind dazukommt, beginnt die aufsteigende Luftsäule sich zu drehen und saugt dann den feinen Deponiestaub mit nach oben. Dadurch erst wird die Windhose sichtbar. Leider ist sie nach wenigen Minuten wieder verschwunden. Über dem Meer gibt es etwas ähnliches als Wasserhose.

Man kann sich nun Gedanken darüber machen, was dieser Luftwirbel mit einer Hose zu tun hat, Aber das ist ganz einfach: Hose ist ein altes Wort für „Röhre, Schlauch“. Deshalb heiße es auch oft „Ich ziehe meine Hosen an“, obwohl es nur eine einzige Hose ist. Aber es sind eben zwei Röhren.

Liebe Grüße
Jochen
Zuletzt geändert von Peter43 am So 28.06.26 15:07, insgesamt 2-mal geändert.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Peter43 für den Beitrag (Insgesamt 4):
Tiziana (So 28.06.26 15:05) • onbed (So 28.06.26 16:33) • Arthur Schopenhauer (So 28.06.26 18:59) • Atalaya (So 28.06.26 21:56)
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Re: Seltene Naturphänomene

Beitrag von Chippi » So 28.06.26 14:27

Im Englischen ist ja Schlauch auch "hose".

Gruß Chippi
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Chippi für den Beitrag:
Peter43 (So 28.06.26 22:50)
Wurzel hat geschrieben:@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)
Münz-Goofy hat geschrieben: Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.

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