Reservistenkrug als Geldversteck oder Zeitkapsel?
- Lackland
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Reservistenkrug als Geldversteck oder Zeitkapsel?
Hallo Zusammen,
kürzlich konnte ich einen schönen Reservistenkrug des 9. württembergischen Infanterie-Regiments Nr. 127 kaufen.
Grundsätzlich keine Seltenheit. Aber es handelt sich um eines der letzten Exemplare, das vor dem Krieg hergestellt wurde.
Der Musketier Hald diente von 1912 bis 1914 in Ulm und wurde mutmaßlich direkt nach der Mobilmachung nach Lothringen geschickt…
Das ‚Besondere‘ am Krug:
Im Deckel fand ich ein Geheimversteck, das der oder die Vorbesitzer des Kruges wohl nicht bemerkten.
Darin - in ein Stück Papier gewickelt - einige deutsche Münzen und ein Geldschein:
- 5 Pfennig 1905 A
- 5 Pfennig 1906 G
- 10 Pfennig 1876 A
- 2 x 10 Pfennig 1900 A
- 10 Pfennig 1907 A
- 2 x 10 Pfennig 1912 A
- 10 Pfennig 1915 A
- 1/2 Mark 1906 D
- 1/2 Mark 1915 A
- 5 Mark Darlehnskassenschein vom 01.08.1917
Stellt sich die Frage: Sollten die Münzen einfach ein Andenken sein? Oder diente das Versteck als Zeitkapsel?
Viele Grüße
Lackland
kürzlich konnte ich einen schönen Reservistenkrug des 9. württembergischen Infanterie-Regiments Nr. 127 kaufen.
Grundsätzlich keine Seltenheit. Aber es handelt sich um eines der letzten Exemplare, das vor dem Krieg hergestellt wurde.
Der Musketier Hald diente von 1912 bis 1914 in Ulm und wurde mutmaßlich direkt nach der Mobilmachung nach Lothringen geschickt…
Das ‚Besondere‘ am Krug:
Im Deckel fand ich ein Geheimversteck, das der oder die Vorbesitzer des Kruges wohl nicht bemerkten.
Darin - in ein Stück Papier gewickelt - einige deutsche Münzen und ein Geldschein:
- 5 Pfennig 1905 A
- 5 Pfennig 1906 G
- 10 Pfennig 1876 A
- 2 x 10 Pfennig 1900 A
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Lackland
„Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie doch Kuchen essen!“
NIE gesagt von der französischen Königin Marie-Antoinette (1755 - 1793)
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Chippi
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Re: Reservistenkrug als Geldversteck oder Zeitkapsel?
Schick, da die Münzen keine Seltenheiten sind, würde ich sie wieder in den Deckel stecken.
Gruß Chippi
Gruß Chippi
Wurzel hat geschrieben:@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)
Münz-Goofy hat geschrieben: Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.
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Stadtmynz
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Re: Reservistenkrug als Geldversteck oder Zeitkapsel?
Ich würde behaupten, das war der Notgroschen samt Wechselgeld beim Zechen damals. Ähnlich dem Fünfziger in der Handyhülle heutzutage.
Gruß Stadtmynz
Gruß Stadtmynz
- Lackland
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Re: Reservistenkrug als Geldversteck oder Zeitkapsel?
Ja, das wäre auch möglich! Eine dritte - interessante - Alternative!
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Re: Reservistenkrug als Geldversteck oder Zeitkapsel?
Wie/wo bekommt man so einen Reservistenkrug ?
Ist das ein offizielles Geschenk von der Kaserne ?
Ist das ein Geschenk von den Kollegen / Genossen in der Kaserne ?
Ist das ein Geschenk der Familie ?
Wenn es ein Geschenk von den Kollegen / Genossen ist, könnte das einfach noch ein Geldgeschenk sein, was vielleicht der Rechnung für einen "klassischen" Gasthausbesuch entspricht (also seine Lieblingsvorspeise, sein Lieblingsgericht und die x Bier, die er immer getrunken hat...)
Schöne Grüße,
MR
Ist das ein offizielles Geschenk von der Kaserne ?
Ist das ein Geschenk von den Kollegen / Genossen in der Kaserne ?
Ist das ein Geschenk der Familie ?
Wenn es ein Geschenk von den Kollegen / Genossen ist, könnte das einfach noch ein Geldgeschenk sein, was vielleicht der Rechnung für einen "klassischen" Gasthausbesuch entspricht (also seine Lieblingsvorspeise, sein Lieblingsgericht und die x Bier, die er immer getrunken hat...)
Schöne Grüße,
MR
Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
wenn nicht ganz vom Kriegführen abzulassen, uns wenigstens so vernünftig zu benehmen wie unsere Vorfahren im achtzehnten Jahrhundert. (A.H. 1949)
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Re: Reservistenkrug als Geldversteck oder Zeitkapsel?
Im Deutschen Kaiserreich musste quasi jeder gesunde Mann im Alter von 20 Jahren eine zweijährige militärische Ausbildung absolvieren.Numis-Student hat geschrieben: ↑Fr 19.06.26 22:21Wie/wo bekommt man so einen Reservistenkrug ?
Ist das ein offizielles Geschenk von der Kaserne ?
Ist das ein Geschenk von den Kollegen / Genossen in der Kaserne ?
Ist das ein Geschenk der Familie ?
Daneben gab es auch ‚Einjährig Freiwillige‘ und in manchen Waffengattungen eine dreijährige Dienstzeit.
Nach Abschluss dieser Dienstzeit konnte sich der Soldat auf eigene Kosten Andenken an diese Zeit kaufen. Dafür gab es auch an jeder Garnison Handwerker/Händler, die diese Objekte personalisierten.
Der Reservistenkrug war das Andenken, das am häufigsten gewählt wurde. Daneben gab es noch klein- oder grossformatige Fotos, Pfeifen, Trinkflaschen, Gläser, Paddel, Anhänger und vieles mehr… Je nach Geldbeutel…
Stichwort: Reservistika
https://de.wikipedia.org/wiki/Reservistika
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NIE gesagt von der französischen Königin Marie-Antoinette (1755 - 1793)
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Re: Reservistenkrug als Geldversteck oder Zeitkapsel?
Gut, wenn man sich das selbst gekauft hat und nicht von den Genossen geschenkt bekommen hat, ist meine Theorie hinfällig.
Vielleicht war es auch einfach nur das Wechselgeld vom Kauf, das er da eingewickelt hat, dass es nicht beim Transport herumklappert ?
Vielleicht war es auch einfach nur das Wechselgeld vom Kauf, das er da eingewickelt hat, dass es nicht beim Transport herumklappert ?
Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
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Re: Reservistenkrug als Geldversteck oder Zeitkapsel?
Das geht zeitlich nicht ganz auf, da der Krug GARANTIERT im Jahr 1914 gekauft wurde und der Geldschein und zwei Münzen jünger sind…Numis-Student hat geschrieben: ↑Fr 19.06.26 22:46
Vielleicht war es auch einfach nur das Wechselgeld vom Kauf, das er da eingewickelt hat, dass es nicht beim Transport herumklappert ?
Das mit dem Wechselgeld des Zechers ist da eher realistisch und möglich.
Übrigens wurde bei manchen Krügen ein Loch in den Boden geschlagen - nachdem der Zecher gefallen/gestorben war! Damit wollte man verhindern, dass der Krug von einer anderen Person benutzt wurde…
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bayreuth
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Re: Reservistenkrug als Geldversteck oder Zeitkapsel?
Sehr unwahrscheinlich dass man 6,80 Mark in so einer komischen Stückelung zurückbekommen hätte 1917-1919. Und 6,80 mit etlichen Pfennigen und einem 5er dabei wäre unter Kameraden ein seltsames Geschenk gewesen, so arm waren die ja nicht damals. Eine halbe Bier hat 1917-1918 wohl ca. 20 Pfennig gekostet, 1920 schon ca. 1,50 Mark. Der Schein zeigt das das Geld frühestens im Sommer 1917 reingekommen ist, die Abwesenheit von Zink/Eisenmünzen deutet darauf hin das es wohl auch nicht viel später war. M.E. ziemlich indeutig das Budget fürs "Ausgehen" was man nicht verliert wenn man leicht besoffen ist. Meine Theorie: Der Besitzer war auf Heimaturlaub am feiern, hat sein Restgeld im Krug gelassen und ist später gefallen so dass es bis heute nicht gefunden wurde weil keiner mehr davon wusste (oder er hat es bis nach der Inflation vergessen, aber wenn er den Krug weiter genutzt hätte hätter er vermutlich gültige Münzen drinnen gehabt.Numis-Student hat geschrieben: ↑Fr 19.06.26 22:46Gut, wenn man sich das selbst gekauft hat und nicht von den Genossen geschenkt bekommen hat, ist meine Theorie hinfällig.
Vielleicht war es auch einfach nur das Wechselgeld vom Kauf, das er da eingewickelt hat, dass es nicht beim Transport herumklappert ?
- Mynter
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Re: Reservistenkrug als Geldversteck oder Zeitkapsel?
Ich tippe auf ein Geldversteck. Im Jahre der Schlussmünze, bzw hier des Scheines waren 6,80 Mark noch viel Geld. Ein Gemeiner im Felde bekam 61 Pfennig Sold pro Tag, die Ehefrau daheim war auf die Wohlfahrt angewiesen. Interessant finde ich auch, dass die ab 1915 ausgegebenen Kriegsmünzen nicht vertreten sind. Ist dieser Hort vielleicht auch Ausdruck des Wunsches , Werte zu bewahren und sind die guten Vorkriegsgroschen gewissermaßen die Goldfüchse des kleinen Mannes ?
Grüsse, Mynter
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