Imperial Collection

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Der Tommy
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Imperial Collection

Beitrag von Der Tommy » Fr 26.06.26 12:39

Guten Tag zusammen,

habe mich neu angemeldet bei euch und freue mich auf interessanten Austausch.

Mir ist aufgefallen, dass hier im Forum (das ich ab und zu mal lese) nichts über die großartige Auktion von Künker "Imperial Collection" (Teil 1) geschrieben wird. Diese Versteigerung war mein Meinung nach ein echter Highlight der letzten Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte und ich finde hier leider keine einzige Nachricht dazu also wollte ich mal das Thema anschieben.

Gerade die Sammler von Altdeutschland haben ja bei der Versteigerung der königlich-preussischen Sammlung besonders tolle Stücke ersteigern können. Ich würde gerne mit euch zu einzelnen Medaillen/Münzen der Auktion ins Gespräch kommen und mich gerne mit andern Käufern und begeisterten Ersteigerern austauschen. Vielen lieben dank schon mal für eure Antwort

Tommy

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Tsukuyomi
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Re: Imperial Collection

Beitrag von Tsukuyomi » Fr 26.06.26 13:07

Hallo,

und Willkommen im Forum. Dein Anliegen finde ich persönlich schwierig. Ich glaube auch eher, das bei solch Top Auktionen nicht unbedingt der kleine Sammler hier im Forum angesprochen wird und da groß Stücke ersteigert. Die meisten Stücke gehen doch eher an Investoren (viel Ausland) oder villeicht noch Händler. Das liegt auch viel daran das die Preise in den letzten Jahren, eben wegen der Investoren, echt steil nach oben gegangen sind. Teils gehen Stücke für (Mond)Preise weg, die dann auch nicht mehr recht nachvollziehbar sind.
Zusätzlich kommt hinzu, es macht wenig Spaß sich über Münzen zu unterhalten die man nicht besitzt und die ja schon zu 100% irgenwo beschrieben und dokumentiert sind.

Du kannst ja mal als Grundlage zur Diskussion den Anfang machen. Was hat dich denn interessiert, waren Stücke dabei die für dich unheimlich interessant waren?
Schauen wir mal, dann steigen wir mit unserer Expertise mit ein. 8)

Viele Grüße
Tsukuyomi
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Re: Imperial Collection

Beitrag von coin-catcher » Fr 26.06.26 13:49

Moin Tommy,

herzlich willkommen im Forum.
Der Tommy hat geschrieben:
Fr 26.06.26 12:39
Ich würde gerne mit euch zu einzelnen Medaillen/Münzen der Auktion ins Gespräch kommen
Dann mach´doch mal mit deinen ersteigerten Stücken den Anfang! :)

Aus meiner Sicht war die Auktion nur bedingt ein Highlight, da gab es deutlich interessante Stücke in anderen "Sammlungen" in jüngerer Vergangenheit. Interessant waren definitiv einzelne Stücke und evt. noch die Provenienz, das war´s aber auch schon.
Es war in Sachen Numismatik "nur" ein Verkauf von Dubletten zwecks Ausgleichsregelung. Ich habe irgendetwas von um 3000 Objekten im Hinterkopf, die Parzinger mal angeführt hatte.

Die Zuschläge, waren wie zu erwarten, weit über dem, was man sonst für einzelne Stücke in den entsprechenden Erhaltungen zahlt.
Ich hatte daher eher aus Spaß und ohne Zuschlagserwartungen bei dem ein oder anderen Stück etwas höher als üblich mitgeboten. Ich kam dennoch nicht wirklich einmal auch nur in die Nähe des Zuschlagspreises.
Ich habe beispielsweise für ein Stück als sehr hohen Markt-/ Vergleichspreis 10k€ angesetzt und mir "max. xx k€ bieten" mit Fragezeichen aufgeschrieben (der Zuschlag lag jedoch beim vielfachen des sonst gezahlten Marktpreises).
...Das war eher wieder eine Auktion für Superreiche, Investoren, und nichts für den Otto-Normal-Sammler.

Gruß
cc
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Re: Imperial Collection

Beitrag von Der Tommy » Fr 26.06.26 13:49

Hallo Tsukuyomi,

deine rasche Antwort hat mich sehr gefreut und danke für die Willkommensgrüße.

Ich weiß natürlich nicht genau, welche "Art" von Sammlern sich hier austauschen bzw. was du genau mit dem "kleinen Sammler" meinst. Spannend finde ich deine Ausführungen allemal. Gerade das Thema Investoren ist sicher in der letzten Zeit aktuell geworden, mag an der allgemeinen Krisenstimmung/Inflation liegen, dass viele private und institutionelle Anleger in Sachwerte investieren. Geht mir ja ähnlich hinzu kommt bei mir natürlich noch die Begeisterung für das Thema Münzen und Medaillen. Auch das Händler mitmischen ist sicher normal aber auch die verkaufen dann die Stücke wieder an Sammler und wohl weniger an reine Investoren.

Zu den Preis: Ja bei dieser Auktion waren die Bietergefechte bzw. die erzielten Preise (erwartbar) deutlich über den herkömmlichen Preisen. Das liegt natürlich an der Provenienz, dem Erhaltungszustand und an der Seltenheit. Die erzielten Preise lagen daher teils um das 5-, 10- oder 15-fache üblicher Preise für diese Stücke. Das ist aber bei anderen Analageobjekten teils ähnlich - Herkunft, Erhaltung, Hintergrundgeschichte und Seltenheit treiben die Preise in die Höhe.

Ich habe 43 Objekte bei der Auktion beobachtet und am Ende ein sehr schönes Stück erwerben können. Toll finde ich dabei (also bei meinem Stück insbesondere) die vollständig bis ins Detail nachvollziehbare Entstehungsgeschichte des Stückes (wer hat sie entworfen, gefertigt, war involviert bis über die dynastische Provenienz (Privatsammlung König Friedrich Wilhelm IV.) und schließlich die schicksalhafte Geschichte des Stückes inklusive Kriegsbeute nach 1945. Das über eine Stück zu wissen, ist halt einfach außergewöhnlich.

Vielleicht gibt es hier den einen oder anderen, der ebenfalls mitgeboten und vielleicht auch ersteigert hat. Würde mich echt freuen, mit euch weiterzuplaudern.

Viele Grüße

Tommy

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Re: Imperial Collection

Beitrag von Der Tommy » Fr 26.06.26 14:27

Guten Tag coin-catcher,

auch dir schonmal danke für deine Antwort. Noch halte ich mein Stück nicht in den Händen, habe es ja erst am Dienstag zugeschlagen bekommen. Ich bin da fast ein wenig abergläubig, erst wenn das gute Stück hübsch ausgeleuchtet im Münzschrank liegt, würde ich es genau vorstellen. Apropos, mich würde auch eure Art der Präsentation/Verwahrung interessieren. Ich persönlich möchte mich an bestimmten Stück fast täglich erfreuen können und habe sie deshalb hinter Glas zum Angucken aufbewahrt. Wie präsentiert ihr eure Sammlung bzw. bestimmte Stücke daraus?

Zurück zu meinem Stück und warum ich es erworben habe: Mir ist natürlich bewusst, dass ich das vielfache des üblichen Marktpreises dafür aufzuwenden habe, aber mir war diese einmalige Gelegenheit es wert. Mein Stück (wie viele andere der Imperial Collection auch), waren nie in Umlauf, sondern wanderten quasi gleich von der Prägestätte in des Königs Privatsammlung. Sie wurden nie im Handel angeboten, man ist nach dem König quasi der zweite rechtmäßige Eigentümer - daher war mir der Preis auch der Erhaltungszustand wert. Ich gehe davon aus, dass mein Stück auf dem Markt das beste erhalten ist - nur in anderen staatlichen Kabinetten dürften sich ähnliche Erhaltungszustände befinden. Die Seltenheit ist eher im oberen Mittelniveau angesiedelt, nicht extrem selten aber auch keine ständig zu findende Massenware. Es gibt Abschläge in Gold, Silber und Bronze und die Entstehungsgeschichte des Stückes ist lückenlos belegbar und prominent besetzt. Alles in allem ein "Schnäppchen", wenn man hierzu alles Außergewöhnliche an diesem Stück in die Waagschale wirft.

Das Thema "Verkauf von Dubletten" wäre interessant zu beleuchten. Davon habe ich im Vorfeld nichts gelesen, ist aber auch nicht unplausibel. Ob und wie viele Dubletten tatsächlich aus der Sammlung gelöst und verkauft wurden, ist mir (noch) nicht klar. Vielleicht ergibt sich da irgendwann mal etwas für meinen Informationshunger. Momentan gehe ich davon aus, dass es von meinem Stück kein oder nur wenige weitere in des Königs Sammlung kam. Kann mir gerade nicht vorstellen, dass dem König für seine private Collection 5 oder 10 "Belegexemplare" zugesendet wurden (außer es ist eine von ihm mitgestaltete Münze/Medaille).

Viele Grüße
Tommy

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Re: Imperial Collection

Beitrag von Der Tommy » Fr 26.06.26 15:28

Ich habe meinen Wissensdurst hinsichtlich der Eigentümerverhältnisse und Doubletten nun stillen können: Offensichtlich beanspruchten die Hohenzollern seit dem Fall der Monarchie (also nunmehr seit über 100 Jahren) bestimmte Kulturgüter weiter als ihren Privatbesitz wozu auch deren persönliche Münz- und Medaillensammlung gehörte. Nun wurde der Streit darüber beigelegt: es wurde eine Stiftung gegründet und dort wurden sehr bedeutende Kulturgüter eingebracht. 3000 Objekten, über die seit dem letzten Jahrhundert gestritten wurde, hatte man an die Hohenzollern zurückgegeben darunter immerhin über 2100 Münzen und Medaillen. Der Staat hat diese Münzen und Medaillen aber erst an die Hohenzollern restituiert, nachdem geklärt wurde, dass sich Doubletten im Bestand des Berliner Münzkabinett befinden.

Nach meinem Verständnis gibt es daher wohl keine (oder nur vereinzelt) Doubletten in der zurückgeführten königlichen Sammlung. Ich gehe also weiterhin davon aus, dass ich und die meisten anderen Käufer Stücke aus der Königssammlung erworben haben, die dort nur einmal vorlagen.

Viele Grüße von Tommy

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Re: Imperial Collection

Beitrag von amenhetep44 » Mo 29.06.26 09:39

Guten Tag,
​ich habe nur ein einziges Los beobachtet, es handelt sich um die Medaille der Seidenindustrie von 1783. Es stand die seltenste Variante dieser Medaillen zum Verkauf. Nach neuesten Daten gibt es davon nicht mehr als 5 Exemplare, alle befinden sich in Privatsammlungen. Sie wurde nicht teuer verkauft, da sich nur wenige Menschen damit auskennen.
​Mit freundlichen Grüßen
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Re: Imperial Collection

Beitrag von Numis-Student » Mo 29.06.26 10:01

amenhetep44 hat geschrieben:
Mo 29.06.26 09:39
Nach neuesten Daten gibt es davon nicht mehr als 5 Exemplare, alle befinden sich in Privatsammlungen. Sie wurde nicht teuer verkauft, da sich nur wenige Menschen damit auskennen.
​Mit freundlichen Grüßen
Das ist natürlich immer der Vorteil der Spezialisten.

MR
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amenhetep44 (Mo 29.06.26 10:08) • Der Tommy (Mo 29.06.26 16:42)
Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
wenn nicht ganz vom Kriegführen abzulassen, uns wenigstens so vernünftig zu benehmen wie unsere Vorfahren im achtzehnten Jahrhundert. (A.H. 1949)

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Re: Imperial Collection

Beitrag von Der Tommy » Mo 29.06.26 16:42

Hallo amenhetep44
amenhetep44 hat geschrieben:
Mo 29.06.26 09:39
Guten Tag,
​ich habe nur ein einziges Los beobachtet, es handelt sich um die Medaille der Seidenindustrie von 1783. Es stand die seltenste Variante dieser Medaillen zum Verkauf. Nach neuesten Daten gibt es davon nicht mehr als 5 Exemplare, alle befinden sich in Privatsammlungen. Sie wurde nicht teuer verkauft, da sich nur wenige Menschen damit auskennen.
genau solchen Austausch mit kenntnisreichen Sammlern lob ich mir! Danke für deinen spannenden Beitrag. Diese seltene Stempelkombination war mir auch nicht bekannt, tatsächlich soll es davon nur 5 Stück geben, wobei 5 Personen ausgezeichnet wurden und dann das vorliegende Exemplar aus der Hohenzollern-Sammlung wohl ein Belegexemplar ist. Die Erhaltung ist sehr gut und die Provenienz außergewöhnlich. Warum hast du nicht das gute Stück ersteigert? Der Preis ist doch super, mein Stück konnte ich auch für vergleichsweise wenige Euro ersteigern.

Hier der Link zur "Hertzbergmedaille", die amenhetep44 angesprochen hat:

https://www.kuenker.de/de/preussen-frie ... 783/618289

Ich würde gerne ein paar von mir beobachte Stücke der "Imperial Collection" vorstellen und vielleicht ergibt sich dann von dem einen oder anderen Mitglied ein interessanter Beitrag. Beginnen möchte ich mit dem "Kammerherrentaler". Dieser dürfte vielen bekannt sein und mit 40.000 Euro haben wir nun wohl auch das teuerste dieser recht beliebten Münze. Startpreis war 7.500 Euro. Für gewöhnlich wechseln diese Stücke für einen mittleren dreistelligen Betrag den Besitzer, Kabinettstücke liegen etwa beim 10-fachen (3.000 - 5.000 Euro), daher fand ich den Startpreis nicht gerade unsportlich, sondern nachvollziehbar. Dass dann allerdings erneut der Preis um ein 10-faches zum üblichen Prachtexemplaren steigt, hat mich etwas überrascht. Die königliche Herkunft ist sicher der eine Grund, die sehr gute Erhaltung tut ihr übriges. Allerdings sehe ich zwei Einschränkungen: Zum einen ist die Provenienz doch nicht so eindeutig ("VERMUTLICH aus dem Nachlass König Friedrich Wilhelms III.), hinzu kommt, dass es sich bei der hübschen Anekdote, warum das Stück "Kammerherrentaler" heißt, lediglich um eine nicht belegte Geschichte handelt. Wäre die Geschichte tatsächlich wahr und käme das Stück tatsächlich aus F.W.III Sammlung/Nachlass, dann handelte es sich tatsächlich um einen der interessantesten fürstlichen Münzen Altdeutschlands. So glaube ich, dass die Investition von 40.000 Euro in dieses Stück vielleicht auf wackeligen Füßen steht und dieser Erlös nicht mehr zurück zu holen ist, sollte das Stück jemals wieder angeboten werden. Dazu ist meiner Meinung nach der Kammerherrentaler zu häufig anzutreffen und die Diskrepanz zwischen "Normalpreis" und dem am 23.6.2026 erzielten "High-End-Preis" zu groß.

Hier der Link zum angesprochenen "Kammerherrentaler":

https://www.kuenker.de/de/preussen-frie ... -a./617811
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Re: Imperial Collection

Beitrag von Der Tommy » So 05.07.26 10:52

Guten Tag an die Sammlergemeinde,

zum Auktionsevent des Jahres ("Imperial Collection") würde ich gern ein paar interessante Facts über die außergewöhnliche Auktionsdynamik ausführen, denn ich bin zwar Sammler aber auch ein Mensch, der sich für Preisentwicklungen und Zahlen interessiert.

1. Auffällig und wohl auch erwartbar waren die teils enormen Dynamiken in den Geboten. Das herausragende Stück der königlichen Versteigerung im Hinblick auf die Preisentwicklung war sicher die Goldmedaille von 1824 auf den Besuch des Kronprinzenpaares Friedrich Wilhelm IV. und Elisabeth Ludovika in der Stadt Breslau. Der Startpreis lag bei 3.000 Euro, letztlich wurde das sehr seltene Stück für 30.000 Euro versteigert. Das entspricht einer Steigerung von 900% gegenüber dem ursprünglichen Schätzpreis. Die Medaille war demnach um das 10-fache teurer als zunächst angenommen. Hier der Link zum Stück:

https://www.kuenker.de/de/preussen-frie ... 824/617843

2. Die höchste Zuzahlung zum Startpreis, nämlich 85.000 Euro, hatte der Käufer der Goldmedaille zu 120 Dukaten von 1871 zu zahlen. Von dem besonders schönen Stück wurden lediglich 25 Exemplare geprägt. Die kaiserliche Provenienz, fantastische Erhaltung und große Seltenheit waren sicher der Grund, warum die Medaille von 75.000 Euro auf 160.000 Euro stieg. Mit einer Steigerung von gerade einmal 113% vom Startpreis zum Verkaufspreis war diese Goldmedaille aber bspw. eher am unteren Ende der Dynamikskala - viele Münzen und Medaillen haben eine Erhöhung von über 200%, 300% oder deutlich mehr erreicht. Hier der Link:

https://www.kuenker.de/de/preussen-wilh ... 871/785601

Auch mein Stück bewegt sich mit einem Preissprung von 750% gegenüber dem Startpreis am oberen Bereich. Ich musste also das 8,5-fache des Schätzpreises bezahlen.

Diese Beispiele zeigen, wie gefragt zum einen die königlich-preußische Sammlung war aber auch wir beliebt numismatische Objekte bei Sammlern sind. Für mich war es daher ein besonderes Erlebnis, diese Auktion zu verfolgen und ein Stück zu ersteigern, denn die über 200 Jahre lückenlose dokumentierte herausragende Provenienz und die außergewöhnlichen Hintergrundgeschichte samt der Top-Erhaltung ist mir der hundertfache Aufschlag wert gewesen.

Ein schönes Wochenende wünsche ich

Tommy

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friedberg
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Re: Imperial Collection

Beitrag von friedberg » So 05.07.26 12:23

Hallo Tommy,
Der Tommy hat geschrieben:
So 05.07.26 10:52
zum Auktionsevent des Jahres ("Imperial Collection") ...
wenn ich auf den Kalender schaue haben wir noch ein halbes Jahr 2026 vor uns.
Jetzt schon, bezogen auf die Künker Auktion 442, vom Auktionsevent des Jahres
zu sprechen kann ich nicht nachvollziehen.
Der Tommy hat geschrieben:
So 05.07.26 10:52
... würde ich gern ein paar interessante Facts über die außergewöhnliche Auktionsdynamik ausführen ...
Die von Dir aufgeführten Steigerungen vom Startpreis zum Zuschlag werden von diversen Auktionshäusern
regelmäßig im Anschluss an eine Auktion veröffentlicht. Sie sind, meine Ansicht nach, lediglich als Werbung
des jeweiligen Auktionshauses für künftige Einlieferungen zu bewerten.

Startpreise / Schätzpreise sind eigentlich nur als Platzhalter einzuschätzen.
Der "Marktwert" ergibt sich erst in der laufenden Auktion mit der Höhe des Zuschlags.

Den hiesigen Lobgesang bezüglich der Sammlung "Imperial Collection" Künker 442
kann ich nicht nachvollziehen. Welchen persönlichen Einsatz / Aufwand haben denn die Sammler
zum Aufbau der Sammlung leisten müssen ? In diesem Fall gar keinen weil die Prägeherren selbst
schlicht und einfach Belegstücke erhalten haben.

Wenn man bezogen auf das Sammelgebiet Brandenburg - Preussen von einem Highlight der letzten Jahre
oder sogar Jahrzehnte sprechen will dann ist, meiner Ansicht nach, die Sammlung Axel Tesmer
ganz wesentlich höher einzuordnen als die sogenannte "Imperial Collection":
https://issuu.com/kuenkercoins/docs/kuenker348s
https://issuu.com/kuenkercoins/docs/kuenker353

Mit freundlichen Grüßen

Der Tommy
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Re: Imperial Collection

Beitrag von Der Tommy » Di 07.07.26 22:11

Hallo friedberg,
wenn ich auf den Kalender schaue haben wir noch ein halbes Jahr 2026 vor uns.
Jetzt schon, bezogen auf die Künker Auktion 442, vom Auktionsevent des Jahres
zu sprechen kann ich nicht nachvollziehen.
Selbst wenn man auf den Kalender nach vorn oder zurück blickt, die Auktion war und ist ein anerkanntes Highlight der letzten Jahre. Das wird einerseits von Künker selbst so gesehen (und dieses Haus hat schon einige Auktionsereignisse erlebt), als auch von der internationalen Presse und vielen Sammlern. Und ich teile diese Begeisterung bzw. diesen Eindruck. Da wird auch der Kalender nichts ähnliches in der kommenden Zeit hergeben. Im Übrigen: Auch die laufende Fußball-WM (egal wie man dazu steht und bei aller berechtigter Kritik), wird als (Sport) Event des Jahres betrachtet und von sehr vielen Fußballfans in aller Welt begeistert gefeiert. Da ist ein Blick auf den Kalender auch überflüssig, da nichts international vergleichbares, was diesen Sport betrifft, in diesem Jahr kommen wird. Und so wird wohl auch die Auktion "Imperial Collection" - was Renommee, internationale Resonanz, Umsatz und Highlights betrifft - der Höhepunkt des Jahres bleiben.
Die von Dir aufgeführten Steigerungen vom Startpreis zum Zuschlag werden von diversen Auktionshäusern
regelmäßig im Anschluss an eine Auktion veröffentlicht. Sie sind, meine Ansicht nach, lediglich als Werbung
des jeweiligen Auktionshauses für künftige Einlieferungen zu bewerten.
Ich habe die von mir angegebenen Zahlen (Zuschlagsdynamik etc.) selbst recherchiert, einfach aus Neugier und weil ich derartige Auswertungen mag. Für mich hat jede Münze/Medaille zwei Seiten: Neben dem Interesse als Jäger und Sammler schöner Stücke, ist für mich das Münzensammeln (neben anderen Interessensgebieten) auch immer mit dem Hintergedanken eines vernünftigen Investments verknüpft. Weniger Masse, mehr Klasse. Daher spiele ich auch immer ein wenig mit Zahlen herum und achte darauf, dass ein Kauf zumindest eine werterhaltende (im Idealfall wertsteigernde) Anschaffung ist. Ich muss zugeben, ich würde mich schon ein wenig ärgern, etwas zu erwerben, was nach einer gewissen Zeit deutlich weniger Wert ist, als das, was ich einst bezahlt habe. Und deshalb sind für mich solche Zahlenspielerein grundsätzlich interessant - ob und wo Künker solche Zahlen für die Eigenwerbung veröffentlicht, ist mir ehrlich gesagt bisher unbekannt gewesen.
Startpreise / Schätzpreise sind eigentlich nur als Platzhalter einzuschätzen.
Der "Marktwert" ergibt sich erst in der laufenden Auktion mit der Höhe des Zuschlags
Denklogisch würde ich jetzt spitzfindig entgegnen: Dann kann doch Künker alles mit 1 Euro als Startpreis festlegen und sich nicht um eine "Ersteinschätzung des Wertes" bemühen. Der Marktpreis/Wert wird sich dann schon durch die erzielten Zuschläge herausstellen.
Den hiesigen Lobgesang bezüglich der Sammlung "Imperial Collection" Künker 442 kann ich nicht nachvollziehen. Welchen persönlichen Einsatz / Aufwand haben denn die Sammler zum Aufbau der Sammlung leisten müssen ? In diesem Fall gar keinen weil die Prägeherren selbst
schlicht und einfach Belegstücke erhalten haben.
Die Lobeshymnen stimme ich ja nicht alleine an, ich stimme bestenfalls mit ein. Nicht weil ich die Sammelleidenschaft eines bestimmten Sammlers honoriere, sondern die wohl einmalige Gelegenheit wahrnehmen wollte, ein Stück aus der persönlichen / privaten Kollektionen eines historisch bedeutsamen Monarchen/Fürstenhauses/dynastischen Prägeherren zu erwerben. Dass Friedrich Wilhelms IV. seine Sammlung lediglich als Belegexemplar-Kollektion mehr oder weniger interessenlos zusammenstellen ließ, ist weder belegt noch plausibel. Er galt als belesen, kunstsinnig und ästhetisch denkend und handelnder Mensch, der diverse eigene Kunstproduktionen (vor allem Zeichnungen) hinterließ. Dass er viele Münzen und Medaillen selbst begutachtete und sogar Einfluss auf deren Umsetzung nahm, davon ist auszugehen. Mein Stück stammt übrigens zwar aus der Sammlung des Königs, aber er selbst war nicht Prägeherr - woran zu erkennen ist, dass er eben nicht nur Belege seiner eigenen dynastischen Stücke sammelte.

Schlussendlich: Nicht nur die einzigartige royale Herkunft ist unwiederbringlich, auch die lückenlose Provenienz meines Stückes (im Hinblick auf Entstehungsgeschichte und prominente Beteiligte) über die letzten mehr 200 Jahre ist bedeutsam und so kaum zu bekommen.
Wenn man bezogen auf das Sammelgebiet Brandenburg - Preussen von einem Highlight der letzten Jahre oder sogar Jahrzehnte sprechen will dann ist, meiner Ansicht nach, die Sammlung Axel Tesmer ganz wesentlich höher einzuordnen als die sogenannte "Imperial Collection":
https://issuu.com/kuenkercoins/docs/kuenker348s
https://issuu.com/kuenkercoins/docs/kuenker353
Ich persönlich sammle nicht ausschließlich Brandenburg/Preussen. Mein Stück hat damit auch nur bedingt etwas zutun. In jedem Fall habe ich höchsten Respekt vor der Lebensleistung von Herrn Tesmer. Die Herkunft eines Stückes aus dieser Sammlung ist tatsächlich auch eine herausragende Provenienz, allerdings in anderer Hinsicht und mit anderer Hintergründen. Tesmer hatte bspw. den Speciestaler Friedrich des Großen in der Sammlung, ein Stück, was mich ebenfalls fasziniert - um nur ein Highlight seiner Sammlung namentlich zu benennen. Der Mann hatte etwas Besonderes zusammengetragen - das ist in jedem Fall eine außergewöhnliche Leistung aber eben nicht vergleichbar mit der s.g. "Imperial Collection".

Hier noch ein sehr interessantes und seltenes Interview mit Bernhard Weisser, Direktor des Münzkabinett Berlin, zur Hohenzollern-Auktion:

https://www.ndr.de/kultur/hohenzollern- ... 18632.html

Viele Grüße

Tommy

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Re: Imperial Collection

Beitrag von pingu » Mi 08.07.26 09:59

Hallo,

das Geschriebene zeigt eindeutig, wie verschieden die Sichtweisen und Einordnungen von Auktionen sein können. Sie sind eben so verschieden, wie unsere Sammelgebiete. Für Sammler auf diesem Gebiet sicherlich weltweit ein absolutes High-Light, für Sammler anderer Gebiete eher eine Randnotitz, (ich glaube, das kann man uneingeschränkt so anerkennen), für moderne Anleger eine Auktion mit vielen "Objekten der Gier nach Profit".
Für mich selbst z.B. so wichtig, wie ein Sack Käschmünzen der in Japan oder China umfällt - wobei, dieser für mich unendlich wichtiger wäre als diese doch extrem spezielle Auktion.
Schade finde ich eher, das die Sammlung generell zerissen wird, um Profit abzuschöpfen - auch wenn es "nur" Doubletten waren. Als Zeitzeugnis wäre es meiner Meinung nach wichtiger gewesen die Sammlung als Ganzes zu erhalten. So verschwinden viele Stücke für Jahrzehnte oder sogar noch länger in privaten Sammlungen, ob sie jemals wieder auftauchen ist zumindest als Zweifelhaft anzusehen. In der Zusammenstellung mit dem gegebenen historischen Kontext werden die Stücke nie wieder auftauchen... . Das ist meiner Meinung nach sehr schade.

Grüße pingu
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Re: Imperial Collection

Beitrag von Zwerg » Mi 08.07.26 12:14

DIeser Teil der Sammlung ist publiziert. Die Jahrhunderte vorher lag er unbekannt in Tresoren.
Wäre es Deiner Meinung nach besser gewesen, die Münzen weiterhin irgendwo zu "vergraben" - oder sie besser noch in fast ungesicherten Vitrinen dem Einschmelzen preiszugeben?
Das Münzkabinett in Berlin besitzt "Dubletten", damit ist jeglicher Publikation Genüge getan.
Ein Sammlerkreislauf gefällt mir auf jeden Fall besser als die beiden von mir geschilderten Varianten.

Grüße
Klaus
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Re: Imperial Collection

Beitrag von pingu » Mi 08.07.26 13:33

Hallo,

"vergraben" oder noch schlimmer durch "dubiose Subjekte" einschmelzen lassen wäre wesentlich schlimmer - da stehe ich voll hinter dir. Ein geeigneter Rahmen um solche Stücke der Öffentlichkeit zur Besichtigung zur Verfügung zu stellen hätte ich allerdings bevorzugt. (Die Stücke sind ja Teil einer besonderen Sammlung gewesen.)
Andererseits kann man aber auch als Argument ins Feld führen "wenn alles aufgehoben wird, vermüllen wir irgendwann total" auch wenn es Kunst, Kunstgewerbe, Münzen oder was auch immer betrifft... - dann greifen sofort wieder deine Argumente das die Stücke in Privatsammlungen (oder dem Sammlerkreislauf) besser aufgehoben sind.

Münzkabinette erfüllen einen Guten Zweck zum Erhalt von Sammlungen und der wissenschaftlichen Nutzung, wenn diese aber dann wiederum ohne Ausstellung existieren und die Stücke weggeschlossen für Jahrzehnte verschwinden (im Tresor liegen) ist es ebenso schade darum, wie wenn die Stücke in Privatsammlungen verschwinden. Dokumentieren der Stücke ist das Eine, Erhalten und Zusammenhalten der Stücke ist etwas anderes. Sonst kommt irgendwann jemand auf den Gedanken, wir machen von allem einen 3-D-Scan, beschreiben das betreffende Stück und laden es ins Internet hoch. Dann können wir auf alle Originalstücke verzichten. Statt eines Kabinettes oder einer Sammlung mit vielen 100m² Grundfläche brauchen wir nur noch einen Server, da ist alles Wissen gespeichert. Das wäre in meinen Augen für die, die nach uns kommen ein Verlust, selbst wenn alle Stücke irgendwo in einzelnen (privaten) Sammlunge noch "herumlungern" würden.

Vielleicht bin ich da aber auch einfach zu Materiell eingestellt, zu altmodisch was dies anbelangt und eventuell ist materieller Besitz irgendwann in Zukunft unwichtig (zumindest für bestimmte Sachen - eine allgemein nutzbare Zahnbürste... :mrgreen: ). Dann können wir auf Sammlungen komplett verzichten und unterhalten diese nur noch virtuell, jeder hat Zugriff auf alle Daten - wobei das dann wahrscheinlich auch das Ende für private Sammlungen allgemein darstellen würde.
Ich denke einfach, manche Dinge sollten in Ihrer Gesamtheit erhalten werden... .

Grüße pingu

pS: glaub ich hab gerade die 1000 Beiträge voll gemacht :roll:
und auch "sorry" für das doch jetzt schon recht weite Abschweifen vom eigentlichen Thema.
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