Bronzepest ?

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Bronzepest ?

Beitrag von Braunschweiger » Mi 01.07.26 17:36

Ich habe mir untere Münze erworben und war beim Kauf nicht von Bronzepest ausgegangen (s. 1. Bild).
Ich konnte den grünen Belag allerdings mit einem Küchentuch relativ einfach entfernen (s. 2. Bild). Kleinste Überreste sind noch im Ohr und auf der Rückseite in einem kleinen Riss zu erahnen.
Denkt ihr, das ist Bronzepest oder könnte es noch etwas anderes sein?
Danke für eure Expertise!
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Re: Bronzepest ?

Beitrag von Lucius Aelius » Mi 01.07.26 20:04

Keine Bronzepest. Wenn es die wäre, hättest du nach Beseitigung der grünen Flecken nicht mehr eine so glatte Oberfläche, sondern beginnende Krater im Schrötling.
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Re: Bronzepest ?

Beitrag von Braunschweiger » Mi 01.07.26 20:17

Lucius Aelius hat geschrieben:
Mi 01.07.26 20:04
Keine Bronzepest. Wenn es die wäre, hättest du nach Beseitigung der grünen Flecken nicht mehr eine so glatte Oberfläche, sondern beginnende Krater im Schrötling.
Das würde mich sehr freuen! Ich hatte auch gehofft, dass die Patina vor Bronzepest schützen kann.
Die Frage bleibt für mich, wie entstand diese lockere Kupferverbindung auf der Münze? Von einer anderen Münze?
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Re: Bronzepest ?

Beitrag von Lucius Aelius » Mi 01.07.26 20:43

Von einer anderen Münze nicht. Es wird an der Münzoberfläche oxidiertes Kupfer sein.
Gruss
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Re: Bronzepest ?

Beitrag von Braunschweiger » Mi 01.07.26 20:50

Lucius Aelius hat geschrieben:
Mi 01.07.26 20:43
Von einer anderen Münze nicht. Es wird an der Münzoberfläche oxidiertes Kupfer sein.
Wo kommt das Kupfer her, aus dem Boden? Nachdem sich eine glatte, schöne Patina gebildet hat? Klingt für mich etwas seltsam, aber vermutlich verstehe ich das auch nicht richtig.
Herzliche Grüße
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Re: Bronzepest ?

Beitrag von Lucius Aelius » Mi 01.07.26 21:37

Braunschweiger hat geschrieben:
Mi 01.07.26 20:50

Wo kommt das Kupfer her, aus dem Boden? Nachdem sich eine glatte, schöne Patina gebildet hat?
Das Kupfer ist doch in der Münze 😉 Unter feuchten, sauerstoffreichen Böden (nahe der Oberfläche) kann Kupfer zunächst Cu₂O bilden und sich später in CuO wandeln. In Verbindung mit Kohlendioxid und Feuchtigkeit kann grüne Patina entstehen. In sauren Böden oxidiert Kupfer wesentlich schneller.
Die grünen Stellen auf deiner Münze können durchaus auch erst nach der Bergung aus der Erde entstanden sein.
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Re: Bronzepest ?

Beitrag von Laurentius » Mi 01.07.26 21:56

Die grünen Stellen auf deiner Münze können durchaus auch erst nach der Bergung aus der Erde entstanden sein.
Genau das, vielleicht sogar nach der Bergung aus dem Wasser. Die bräunlichen Partien erinnern mich sehr an die Flusspatina, wie man sie aus der Mosel kennt.
Einen hübschen Severus II. hast Du da übrigens erwischt. Aus Trier ja eher selten anzutreffen. 8)

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Re: Bronzepest ?

Beitrag von pingu » Mi 01.07.26 21:58

Hallo,

das Material stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit von der Münze selbst. Wenn es sehr locker auflag, kann es möglich sein, das von irgend einer anderen Münze etwas "abgekrümelt" ist und auf die oben gezeigte Münze gefallen ist. Dort einige Zeit lag und dadurch leicht festgebacken ist (kann auch in einem Sammlungskästchen passiert sein). Die gezeigte Münze oben scheint ja schon gereinigt gewesen zu sein, daher ist auszuschließen, dass es sich um eine Neubildung auf der Münze handelt, da darunter keine zerfressenen Stellen und Krater zum Vorschein gekommen sind.

Je nach den Umständen der Lagerung der Münzen im Boden treten sehr unterschiedliche Sekundärbildungen von Kupfermineralen auf den Fundmünzen auf. Einige sind leicht (in Wasser) löslich (z.B. Chalkanthit = Kupfersulfat), viele jedoch bilden auch feste, unlösbare Krusten oder sogar Kristalle (am Häufigsten Chrysokoll, Malachit, Azurit oder in Kristallen oft Cuprit). Insgesamt sind ca. 420-440 verschiedene Verbindungen/Minerale und entsprechend viele (Mineral-) Gemische daraus möglich/bekannt (womit ich nicht sagen will, das alle bei Fundmünzen bekannt sind - ich kenne keine Studien dazu).

Pulverförmig auf der Münze selbst als Bildung im Sammlungsschrank oder auf der Fundmünze ist jedoch tatsächlich oftmals ein Mineralgemisch was als Bronzepest bezeichnet wird. Das Hauptmineral ist dann Nantokit (Kupferchlorid) das oftmals nahezu pulverförmig auftritt.

Ein weiters Zerfallen ist nur sehr schwierig aufzuhalten. Im Zweifelsfall sollten solche Münzen gut abgekocht werden, mit Benzotriazol behandelt dann extrem gut getrocknet, und Oberflächenversiegelt werden. Jeglicher Kontakt mit Umgebungsluft lässt den Prozess wieder in Gang kommen.

Was das da oben genau ist/war, kann man so leider nicht feststellen. Beobachte es einfach über die Zeit, die die Münze mit dir teilt. Sollte das "Zeugs" zurückkommen solltest du auf jeden Fall mit Konservierungsmaßnahmen zur Stelle sein... .

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Re: Bronzepest ?

Beitrag von Braunschweiger » Do 02.07.26 03:07

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