antike Stätten

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

Altamura2
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Re: antike Stätten

Beitrag von Altamura2 » Do 06.11.25 16:05

Kleiner Bericht aus dem Languedoc - Teil 7: Narbonne - Museum Narbo Via (Folge 5/6)

Eine sehr wichtige Rolle hat für Narbo Martius der Handel über den Seeweg gespielt, obwohl die Stadt ja nicht direkt am Meer lag und auch die Aude nicht ins offene Meer mündete, sondern in eine ins Landesinnere ragende Bucht. Lange hat man nicht gewusst, wo denn der Schiffshandel abgewickelt wurde, da man keinerlei Reste eines Hafens gefunden hatte.
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07-21_Schiffsrelief.jpg
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Daher hat man 2005 ein größeres Projekt begonnen, um durch verschiedene Ausgrabungen herauszufinden, wo und wie der Warenumschlag des Seeverkehrs stattgefunden hat. Im Detail kann ich das hier gar nicht alles schildern, aber kurz lässt sich das so beschreiben:
  • Für die großen Seeschiffe waren die Aude und auch Teile der Bucht nicht tief genug, so dass umgeladen werden musste.
  • Dazu gab es am Rande der Bucht vermutlich mehrere Häfen oder Anlegestellen, an denen man das tun konnte.
  • Umgeladen wurde auf flachere Flussschiffe, die dann zumindest den Rest der Strecke auf der Aude getreidelt wurden (also vom Ufer aus gezogen).
  • Die Aude wurde durch künstlich angelegte Kais quasi in die Bucht hinein verlängert. Dort konnte man auch auf Karren umladen und Waren auf dem Landweg in die Stadt fahren.
  • Das gab es aber nicht alles gleichzeitig, da die zunehmende Verlandung der Bucht (zum heutigen Étang de Bages-Sigean) zu Ortswechseln und Baumaßnahmen zwang.
  • Von einem Flusshafen in der Stadt selbst hat man bislang nur magere Anhaltspunkte gefunden.
Die Ergebnisse dieses Projekts sind übrigens sehr schön beschrieben in Corinne Sanchez et al., "Les ports antiques de Narbonne", Sigean 2014, das man hier in vollem Umfang zum Herunterladen findet :D : https://www.ancientportsantiques.com/wp ... ez2014.pdf

Dieses Projekt hat sich nun auch in der Präsentation in Narbo Via niedergeschlagen. Mit Modellen, Karten und Multimediapräsentationen wird ein sehr anschauliches Bild vom antiken Seehandel rund um Narbonne gegeben.
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07-22_Modelle 1.jpg
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(Den Hintergrund hier kennt mancher vielleicht, er stammt aus einem Mosaik in Ostia vom Platz der Korporationen, wo auch die Navi Narbonenses vertreten waren :D .)
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07-23_Modelle 2.jpg
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Dieser Anker wurde in Port-la-Nautique gefunden und zeigt, wie groß die damaligen Handelsschiffe gewesen waren. Mit solch einem Teil kam man eben nicht die Aude hoch bis in die Stadt :| .
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07-24_Anker.jpg
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Besonders interessant ist dieser Steinhaufen. Er wurde in der Spätantike zum Ausbessern eines der in den Golf ragenden Kais verwendet und besteht offensichtlich aus Bruch von antiker Marmorarchitektur. Auch hierfür hat man also die alten Gebäude abgetragen und das Material wiederverwendet. Man findet sogar die Vermutung, dass man im damals dann christianisierten Narbonne die Spuren der alten heidnischen Religion mit Absicht tilgen wollte :? .
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07-25_Bauschutt.jpg
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Re: antike Stätten

Beitrag von Altamura2 » Do 06.11.25 16:09

Kleiner Bericht aus dem Languedoc - Teil 7: Narbonne - Museum Narbo Via (Folge 6/6)

Schließlich wären da noch die Funde aus dem Clos de la Lombarde. Neben einem schönen Mosaik ...
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07-26_Mosaik simpel.jpg
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... sind das vor allem Wandmalereien, wie es sie in Gallien wohl kein zweites Mal gibt 8O .
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07-28_Gesamtbild.jpg
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Das Bild stammt vom Ende des zweiten oder Beginn des dritten Jahrhunderts n. Chr. und zeigt in einer Art Theaterkulisse einen Genius mit Füllhorn neben einer Victoria Virtus.

Aus einem anderen Raum stammt diese Darstellung.
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07-29_Taube.jpg
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Wir haben uns zum Schluss noch die kleine Sonderausstellung über die Häfen Narbonnes angeschaut und dann aber auch langsam schlapp gemacht und zum Rückzug geblasen :| .
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07-30_Rückzug.jpg
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Wir sind dort fast sieben Stunden dringewesen und haben uns mit Eindrücken vollgepumpt. Das Museum ist dermaßen gut gemacht, wer mal zufällig in der Gegend sein sollte, darf sich das auf keinen Fall entgehen lassen.

Ohne eine Mittagspause im sehr guten Museumsrestaurant hätten wird das aber nicht durchgehalten :D . Da gab es richtig gutes Essen zu fairen Preisen (für ein Museumsbistro vielleicht nicht ganz so billig), was man auch daran gemerkt hat, dass wir die meisten Esser drinnen in den Ausstellungsräumen gar nicht angetroffen hatten 8) .

(Eine einzige Enttäuschung war aber der Museumskatalog "Narbo Via - Le Guide", was ich aber erst zu Hause festgestellt habe :( . Nerviger Sprachschwulst, ständige Wiederholungen und wenig bis keine Details zu den Objekten - einen Journalisten, der nebenher auch gruselige Kriminalromane schreibt ("Les murmures de l'Apocalypse", "Le fantôme des vignes"), sollte man sowas für ein derart bedeutendes Museum eben nicht machen lassen :| .)
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07-31_Museum nachmittags.jpg
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Irgendwann am Tag war auch das Wetter wieder besser geworden, so dass wir angenehm müde, im Kopf immer noch das Museum vor Augen, im Schein der Spätnachmittagssonne wieder in unsere Unterkunft gefahren sind :D .
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Re: antike Stätten

Beitrag von Altamura2 » Sa 08.11.25 09:46

Kleiner Bericht aus dem Languedoc - Teil 8: Amphoralis - Stadt (einzige Folge)

Die westlichste antike Stätte auf unserer Reise, das Museum Amphoralis, liegt etwa zehn Kilometer nordwestlich von Narbonne in Sallèles-d’Aude. Nachdem man Narbo Via gesehen hat, wirkt es zugegebenermaßen etwas mager :? , beleuchtet aber einen ganz anderen Aspekt der Wirtschaftsgeschichte der Antike.
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08-01_Museum.jpg
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Bereits in den 30-er Jahren ist Einwohnern dort aufgefallen, dass an manchen Stellen in den Weinbergen recht viele Keramikscherben liegen. Als 1968 auf einem Feld die alten Reben ausgerissen wurden, kamen plötzlich ganz viele Bruchstücke ans Licht, so dass man 1976 archäologische Untersuchungen begann. Es stellte sich heraus, dass an dieser Stelle eine Art Manufaktur bestand, in der in schon fast industrieller Manier Amphoren, Alltagsgeschirr, Ziegel und ähnliche Töpferwaren produziert wurden.

Neben unzähligen Scherben fand man schließlich auch Überreste von großen Brennöfen, aber auch Anlagen zur Lehmaufbereitung, Reste von weiteren Wirtschaftsgebäuden und ein kleines Wohnviertel, in dem die Arbeiter mit ihren Familien gelebt haben. Von den Wirtschafts- und Wohngebäuden kann man nichts mehr sehen, da diese vorwiegend aus Holz und Lehm gebaut waren :? .
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08-02_Brennofen 1.jpg
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Von den Brennöfen sind aber letztlich auch nur die unterirdisch gelegenen Heizkammern (oder wie immer das heißen möge) zu sehen, von den eigentlichen überirdischen Brennkammern ist nichts mehr erhalten. An einem Modell wird gezeigt, wie solch ein Brennofen mal ausgesehen hat.
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08-03_Modell.jpg
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Die ersten Öfen wurden etwa 10 v. Chr. errichtet, zu Beginn des vierten Jahrhunderts n. Chr. wurde die Anlage verlassen. Über 300 Jahre lang wurde also an diesem Ort getöpfert, wobei die Anlage immer wieder erweitert und umgestaltet wurde.
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08-04_Brennofen 2.jpg
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Das Hauptprodukt waren Amphoren der Sorte Gauloise 4, die über die meiste Zeit des Bestehens der Anlage hergestellt wurden (andernorts aber auch) und die man in fast der gesamten römischen Welt gefunden hat. Ein solches Gefäß war etwa 60 Zentimeter hoch, fasste 30 bis 35 Liter und wog ungefähr 10 Kilogramm. (Bei einer Flasche mit 0,75 Litern Wein haben wir heute oft ein Leergewicht von 700 Gramm, direkt vergleichen kann man das aber vielleicht nicht :? . Einschenken oder umfüllen wird damals aber etwas anstrengender gewesen sein :D .)
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08-05_Gauloise 4.jpg
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Es ist zugegebenermaßen etwas schwer, sich im Gewirr der im Gelände verteilten Reste ein Bild zu machen. Insgesamt hat man 17 solcher Brennöfen gefunden, die aber nie gleichzeitig in Betrieb waren (meist waren es drei bis sechs).
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08-06_Brennofen 3.jpg
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Hier (und in vielen inzwischen entdeckten ähnlichen Töpfereien) wurde also über Jahrhunderte hinweg in harter Kärrnerarbeit dazu beigetragen, eine der Grundlagen für den florierenden Weinbau und -handel in der Gallia Narbonensis zu schaffen.

In der Zeit des Bestehens dieser Anlage hat Rom über 50 Kaiser kommen und gehen sehen (je nachdem wie man zählt, kommt man auch auf mehr), während die Menschen in Sallèles-d’Aude in sturer Beharrlichkeit Gauloise 4 produziert haben, damit man im Reich auch überall vernünftigen Stoff in den Becher bekam. Irgendwie ist das beruhigend, dass ungeachtet von politischen Strömungen und Wirren gewisse Basisfunktionen im Leben einfach weiterlaufen :D .
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Re: antike Stätten

Beitrag von Altamura2 » Sa 08.11.25 09:51

Kleiner Bericht aus dem Languedoc - letzter Teil (8): Abschluss (einzige Folge)

Das war nun unsere Ausbeute an antiken Stätten aus den zwei Wochen im Languedoc. Ist vielleicht ein bisschen lang geworden 8) , es gab aber auch viel anzuschauen :D .

Wir haben jedoch nicht nur Antikes gesehen, auf das ich mich hier beschränkt habe, auch aus den Zeiten danach hat das Languedoc viel zu bieten, viel mehr, als wir zu Anfang dachten.
Ebenfalls überrascht waren wir darüber, dass wir uns die ganzen zwei Wochen fast nur in einem Umkreis von 35 Kilometern Luftlinie um unser Domizil bewegt haben und selbst dort nicht alles Sehenswerte besuchen konnten. Weiter entfernt liegende Ziele, die wir ursprünglich auf der Pfanne hatten (Carcassonne, Perpignan, Montpellier, usw.), sind jetzt erstmal verschoben, man braucht ja einen Grund, diese Gegend mal wieder zu bereisen :D .

Zwei "nichtantike" Programmpunkte, die uns besonders beindruckt und besonderen Spaß gemacht haben, will ich aber noch kurz anreißen. Wer mal in die Gegend kommt, sollte sich das in keinem Fall entgehen lassen.
  • In Agde steht am Ufer des Orb auf der anderen Seite der Stadt das Château Laurens:
    https://www.capdagde.com/otca-experienc ... s-in-agde/
    https://www.youtube.com/watch?v=RamX6Lnzyzg (auf YouTube findet man noch viel mehr darüber)
    Kurzfassung: Ein 24jähriger Medizinstudent erbt vom Erbonkel ein Riesenvermögen und baut sich um 1900 sein Traumhaus aus Jugendstil und Orientalismus, das er später aus Geldmangel verkaufen muss. Nach Jahren der Vernachlässigung wird es kurz vor dem endgültigen Verfall von der Stadt erworben, restauriert und 2023 als Museum eröffnet.
  • In der Markthalle in Narbonne kann man "Chez Bebelle" sehr gut und sehr interessant essen:
    https://www.chez-bebelle.fr/narbonne/
    https://www.youtube.com/watch?v=fZgIsikquXw (auch hier noch mehr auf YouTube)
    Kurzfassung: Ein ehemaliger Rugby-Profi eröffnet eine Art Restaurant für Fleischgerichte, in dem man neben den üblichen Steaks auch bei uns eher Selteneres wie Pferdesteak, gebratene Blutwurst und Innereienspieß bekommt. Durch eine gestraffte Speisekarte und ebensolche Organisation (die Zutaten werden dem Chef nach Anforderung per Megafon von umliegenden Marktständen zugeworfen 8O ) läuft da alles recht zügig und macht Spaß beim Zusehen (und schmecken tut's sowieso :D ).
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Kachelbild_final_klein.jpg
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Ihr merkt, uns hat es dort unten ausnahmslos gut gefallen, klar, dass wir da wieder mal hin wollen :D .

Gruß

Altamura
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stmst
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Re: antike Stätten

Beitrag von stmst » Mi 10.12.25 20:04

Altamura2 hat geschrieben:
Mo 27.10.25 12:18
Kleiner Bericht aus dem Languedoc - Teil 3: Agde (Folge 3/3)

Unter den besseren Stücken befindet sich auch diese etruskische Schnabelkanne.
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03-11_Schnabelkanne.jpg
.
Danke für den Bericht und die Fotos. Hast du vielleicht ein Foto, das die untere Befestigung des Henkels an einem etruskischen Becher zeigt?

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Re: antike Stätten

Beitrag von Altamura2 » Do 11.12.25 08:36

stmst hat geschrieben:
Mi 10.12.25 20:04
... Hast du vielleicht ein Foto, das die untere Befestigung des Henkels an einem etruskischen Becher zeigt? ...
Tut mir leid, viel mehr an Etruskischem gab es dort nicht zu sehen :? . Und wie gesagt, aufgrund der Spiegelungen war es schwierig, überhaupt vernünftige Bilder aufzunehmen.

Gruß

Altamura

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Re: antike Stätten

Beitrag von Lucius Aelius » Do 11.12.25 14:29

Danke für die schönen & sehr informativen Reiseberichte Altamura2!
Gruss
Lucius Aelius

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Re: antike Stätten

Beitrag von klausklage » So 08.02.26 00:15

Heute war ich auf der Münzbörse in London. Nicht so groß wie eine Numismata, aber doch ganz gut besetzt mit einem anständigen Angebot an Antiken. Ich würde vielleicht nicht extra dafür nach London fliegen, aber wenn man eh gerade in England zu tun hat ... :wink: Die Börse findet vierteljährlich statt.
Die Münzbilder sind aus dem Ashmolean Museum in Oxford. Den Vespasian mit der Justitia-Rückseite suche ich übrigens auch noch, falls jemand zufällig einen davon zu verkaufen hat. :lol:
Olaf
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Re: antike Stätten

Beitrag von Numis-Student » So 08.02.26 00:33

klausklage hat geschrieben:
So 08.02.26 00:15

Die Münzbilder sind aus dem Ashmolean Museum in Oxford. Den Vespasian mit der Justitia-Rückseite suche ich übrigens auch noch, falls jemand zufällig einen davon zu verkaufen hat. :lol:
Olaf
viewtopic.php?f=31&t=73698&p=648902&hil ... en#p648902

Es wäre toll, wenn Du das Museum auch dort noch vorstellen könntest :-)
MR
Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
wenn nicht ganz vom Kriegführen abzulassen, uns wenigstens so vernünftig zu benehmen wie unsere Vorfahren im achtzehnten Jahrhundert. (A.H. 1949)

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Re: antike Stätten

Beitrag von friedberg » So 08.02.26 01:10

Hallo Olaf,
klausklage hat geschrieben:
So 08.02.26 00:15
Den Vespasian mit der Justitia-Rückseite suche ich übrigens auch noch, falls jemand zufällig einen davon zu verkaufen hat. :lol:
der Typ: RIC II 1² Vespasian 1532 / R3 äußerst selten, ist ein Einzelstück.
Gefunden wurde das Exemplar um 1850 in Finstock / England.
https://numismatics.org/ocre/id/ric.2_1(2).ves.1532
https://ora.ox.ac.uk/objects/uuid:39b56 ... 5272c4474c

Ich bezweifel dass das Ashmolean Dir das Stück verkaufen wird :roll:
Wenn überhaupt dann höchstens mir 8)

Mit freundlichen Grüßen

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Re: antike Stätten

Beitrag von richard55-47 » So 08.02.26 08:49

.......
Ich bezweifel dass das Ashmolean Dir das Stück verkaufen wird :roll:
Wenn überhaupt dann höchstens mir.

....

Ich wollte es nicht glauben und habe nachgefragt. Das stimmt! :)
do ut des.

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Laurentius
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Re: antike Stätten

Beitrag von Laurentius » Sa 13.06.26 19:53

Eine Zeitreise nach Trier... :)

https://youtu.be/g8rzxJy-HNY?is=iGwF4rdbpgIjQrN3

VG Laurentius
"CARPE DIEM"

Konstantinische Dynastie, Münzstätte Trier:

https://www.forumancientcoins.com/galle ... album=7436

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Re: antike Stätten

Beitrag von klausklage » Mo 20.07.26 11:34

Upps, jetzt habe ich die drei Beiträge in der falschen Reihenfolge gepostet: Bitte von unten nach oben lesen, oder vielleicht kann ein Moderator sie 3-2-1 umdrehen.

20260714_150257.jpg

Das Theater des Pompeius
Ich glaube, jeder hier im Forum, der nach Rom kommt, schaut sich die Stelle an, an der Julius Caesar ermordet wurde. Das war in der Kurie des Pompeius, am heutigen Largo Argentina. Dahinter begann das Theater des Pompeius, das erste feste Theatergebäude der Stadt. Eigentlich war es in Rom verboten, Theater aus dauerhaftem Material zu bauen, die Obrigkeit fürchtete einen Sittenverfall. Pompeius umging das Verbot, indem er offiziell bloß einen Venus-Tempel baute, dessen Stufenaufgang nur "ganz zufällig" aussah wie die Zuschauertribüne eines Theaters. :lol: Erinnert das an die Bauvorhaben eines gewissen Präsidenten, der sich einen Ballsaal und einen Triumphbogen errichten lassen will? Viel erhalten ist von dem Komplex heute nicht mehr, aber es macht Spaß, durch dieses versteckte Viertel bis hin zum Campo de' Fiori zu laufen und zu versuchen, die alte Rundform des Theaters in der modernen Bebauung wiederzuentdecken oder die Stelle zu suchen, wo der Venus-Tempel stand. Ganz selten sieht man ein paar Ruinenfragmente in die moderne Architektur integriert. Und zum Abendessen geht man zu Pancrazio, einem traditionellen römischen Restaurant, dessen Kellergewölbe Reste des antiken Theaters ausfüllt. Lecker!
7/10

20260717_115200.jpg

Centrale Montemartini
Eigentlich war es nur als Gag gedacht, als man im Maschinensaal eines alten Elektrizitätskraftwerks eine Ausstellung römischer Skulpturen organisierte. Aber die Ausstellung kam so gut an, dass dies inzwischen ein festes Museum ist. Zwischen Turbinen und Pumpen stehen jetzt Sarkophage, Statuen und Mosaike. Übrigens ziemlich schöne Stücke. Und der Kontrast wirkt, das sieht wirklich alles sehr beeindruckend aus!
9/10

00_41_18.jpg

Res Militares
Ein Zufallsfund, aber was für einer! Ich bin hier einfach dran vorbeigekommen und dann gleich reingegangen:
https://resmilitares.com/
In einer einstündigen Tour erklärt der Inhaber die römischen Rüstungen und Waffen, man kann dann auch alles ausprobieren, mit ihm eine Schildkrötenformation bilden, ein Pilum schleudern und einen kleinen Schaukampf ausfechten. Das ist einfach supernett gemacht und war mein persönliches Highlight dieses Rom-Besuchs!
10/10

Sonst noch was?
Einiges war geschlossen, zB die Ausgrabungsstätte unter der Piazza Navona. Auch das Museo della Civiltà Romana ist seit gefühlt 20 Jahren geschlossen, im Internet steht seither "Wir öffnen in wenigen Wochen wieder". :lol: Schade, ich will da gerne mal wieder rein. Dafür ist im Palazzo Massimo alle Terme endlich wieder die Münzsammlung offen gewesen, seit Jahren. Münzen im Museum sind ja eigentlich langweilig, aber so eine ganze Vitrine mit 50 perfekten Aurei ist schon kein schlechter Anblick! Neu sind die kaiserlichen Insignien (Szepter und Speere), die man am Palatin gefunden hat und die vielleicht Kaiser Maxentius gehörten.

Das soll es gewesen sein mit meinem Rom-Bericht. Vielleicht habe ich ja den einen oder anderen von euch neugierig gemacht und ihr probiert etwas davon aus.

Olaf
Zuletzt geändert von klausklage am Mo 20.07.26 11:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: antike Stätten

Beitrag von klausklage » Mo 20.07.26 11:36

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Kolossalstatue des Konstantin
Die Fragmente der Konstantinstatue aus der Basilika auf dem Forum kann man heute in den Kapitolinischen Museen besichtigen. Jetzt hat man sie rekonstruiert und draußen an der Museumsseite frei zugänglich aufgestellt. Mit 13 Metern Höhe wirklich ein Koloss! Ich war leider spät abends da und konnte dann nur noch durch das inzwischen geschlossene Gitter in den Hof schauen.
5/10

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Die Hafenanlagen von Claudius und Trajan
Quasi direkt neben dem Flughafen liegt der archäologische Park des alten römischen Hafens. Ihr kennt ihn alle von Sesterzen des Nero und Trajan, dieses große sechseckige Becken. Wenn der nur nicht so teuer wäre! :mrgreen: Die Anreise funktioniert am besten mit dem Zug zum Flughafen und ab da die letzten Kilometer mit dem Taxi. Der Park liegt mitten im Nirgendwo und man hat ihn quasi für sich alleine. Es gibt hier die alten Lagerhallen und das Dock, alles ruhig und sehr naturbelassen. Das riesige Hafenbecken auf den Sesterzen gehört dann nicht mehr zum Park, sondern ist Privatbesitz. Man kann aber durch die Blätter der Bäume und den Zaun hinübersehen, ein großer friedlicher See. Anschließend fährt man mit dem Taxi weiter nach Ostia.
5/10

20260718_195926.jpg

Passetto di Borgo
Der Fluchtweg verbindet die Papstgemächer im Vatikan mit der Engelsburg. Tatsächlich konnte sich Clemens VII. bei der großen Plünderung Roms 1527 nur knapp auf diesem Wege in Sicherheit bringen. Seit meinen ersten Rom-Besuchen als Jugendlicher wollte ich schon immer mal da hoch, und jetzt kann man tatsächlich im Rahmen einer geführten Tour den Weg entlanggehen, sowohl den überdachten Gang als auch ganz oben. Viel zu sehen gibt es nicht, aber es ist ein spannender historischer Ort. Von der 800m langen Strecke kann man die ersten 600m bis zur Staatsgrenze des Vatikans gehen, weiter nicht, sonst steht man bei Leo im Wohnzimmer.
5/10

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Parco degli Acquedotti
Ein frei zugänglicher Park, nicht weit von der Via Appia entfernt. Hier gibt es ein paar malerische Motive mit den erhaltenen Bögen verschiedener Aquädukte. Leute kommen hierher zum Joggen, Grillen, oder führen ihre Hunde Gassi. Nur wenn man falsch abbiegt, steht man auf einmal in einer Gruppe Drogensüchtiger, die versuchen, einem das Handy zu klauen. :?
Trotzdem 6/10
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Re: antike Stätten

Beitrag von klausklage » Mo 20.07.26 11:39

Mich hat es mal wieder nach Rom verschlagen. Und da ich nun wirklich schon oft da war, hatte ich mir vorgenommen, die großen Museen und Kirchen dieses Mal weitgehend zu ignorieren und mich auf diejenigen Dinge zu konzentrieren, die ich noch nie gesehen habe.

Vorweg: Würde ich empfehlen, Rom im Juli während einer europaweiten Hitzewelle zu besuchen? Nein! Aber es passte halt gerade bei mir. :)

Hier kommen meine Eindrücke mit meinem ganz persönlichen Ranking:

20260716_203704.jpg

Thermopolium di Tosca
Direkt neben der Oper liegt dieses kleine Lokal. Laut Selbstbeschreibung bieten sie eine Focaccia an, die sich am alten römischen Opferbrot "Libum" orientiert. Das gilt aber wohl nur für einen kleinen Teil der Speisekarte, das meiste ist modern italienisch. Ich wollte aber was Antikes. Da gab es drei Typen: mit Garum, mit Käse oder mit Schinken. Der Koch wollte mir leider keine Focaccia mit etwas von allen dreien zum Probieren machen, und drei Focaccie schaffe ich auch nicht, also habe ich Schinken genommen. Ging so. Für echtes römisches Essen gehe ich weiter zu Paolo in der Hosteria Antica Roma an der Via Appia.
2/10

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Castro Pretorio
Das alte Prätorianerlager, in Laufweite vom Hauptbahnhof gelegen, wird auch heute noch vom Militär genutzt. Man kann die mächtigen Mauern, die teilweise in die Stadtbefestigung integriert waren, außen umrunden, aber das Gelände selbst ist Sperrzone.
3/10

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Vicus Caprarius
Unter dem Trevibrunnen hat man Reste der alten Wasserversorgung der Stadt entdeckt. Viel zu sehen gibt es eigentlich nicht: Ein paar Mauerreste und Wasser. Dazu ein paar unspektakuläre Fundstücke wie ein Münzlot, das sehr an die "garantiert undurchsuchten" Fundmünzenlots auf eBay erinnert. Kostet aber auch nicht viel Eintritt und ist schnell gesehen.
3/10

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Die neue Metrostation Colosseo
Die Bauarbeiten hatten sich lange hingezogen, weil immer wieder neue archäologische Funde gemacht wurden. Jetzt ist der neue Teil der Metro eröffnet. Alles ist so sauber und riecht noch ganz neu, ein ziemlicher Kontrast zu Frankfurt. :lol: Einige Funde sind in der Station selber ausgestellt, man braucht nur ein gültiges Ticket, um hierhin zu gelangen.
4/10

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Frascati und Tusculum
Nur 30 Minuten mit dem Zug entfernt liegt Frascati in den Albaner Bergen. Den Ort hatte ich mir eigentlich schöner vorgestellt, hier gibt es nicht viel zu sehen. Das römische Museum machte von außen einen guten Eindruck, war aber just an diesem Tag für einen Filmdreh geschlossen. Von Frascati kommt man mit dem Taxi dann auf die Hügelspitze ins antike Tusculum, wo schon Cicero und andere reiche Römer ihre Wochenendhäuser hatten. Leider war auch hier der archäologische Park geschlossen, er öffnet nur am Wochenende. Ist auch glaube ich eh nicht sehr groß, und ein bisschen sieht man auch von außen. Dafür ist man praktisch alleine und genießt einen schönen Ausblick über die Hügellandschaft, die bei einem mächtigen Vulkanausbruch vor rund 700.000 Jahren entstanden ist.
4/10

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Monte Testaccio
Dies ist quasi die alte Müllhalde der Römer. Sie haben hier im Laufe der Jahrhunderte Millionen an Amphoren entsorgt. Der daraus entstandene Hügel ist dann mit Gras und Erde bedeckt worden. Man kann ihn wohl besichtigen, aber leider nur mit einer im Voraus gebuchten Führung. Das hatte ich nicht gesehen und so konnte ich den Hügel leider nur von außen umrunden. Ich muss wohl nochmal wiederkommen. Aber weil er spannend aussah, gebe ich ihm
5/10
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