Mitglieder-Kartei der NSDAP online!
Moderator: Locnar
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Mitglieder-Kartei der NSDAP online!
Liebe Geschichtsfreunde,
die USA haben kürzlich fast die gesamte Mitglieder-Kartei der NSDAP freigegeben. Lediglich die Daten einiger Prominenter und hoher Nazis sind davon ausgenommen.
Die Süddeutsche Zeitung hat daraus ein für Jedermann nutzbares Pool geschaffen, das vor allem der Familienforschung dienen soll:
https://www.sueddeutsche.de/projekte/ar ... gKcM_D_BwE
Über Eingabe des Names oder/und das Geburtsortes oder/und des Geburtsdatums lassen sich die originalen Dokumente einsehen. In der Basisversion ist dies kostenlos. Will man die kompletten Informationen, benötigt man ein sz-Abo.
Viele Grüße
Lackland
PS: Bitte PN an mich, falls jemand ein derartiges Abo hat!
die USA haben kürzlich fast die gesamte Mitglieder-Kartei der NSDAP freigegeben. Lediglich die Daten einiger Prominenter und hoher Nazis sind davon ausgenommen.
Die Süddeutsche Zeitung hat daraus ein für Jedermann nutzbares Pool geschaffen, das vor allem der Familienforschung dienen soll:
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Sir Winston Churchill, am 11.11.1947
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Re: Mitglieder-Kartei der NSDAP online!
Ja, das ist eine unglaubliche Schweinerei in meinen Augen vom Spiegel und Zeit. Die Süddeutsche also auch? Wir sind echt verloren in Deutschland mit so einer Presse. Wie kann man ein so wichtiges Thema hinter einer Bezahlschranke verstecken? Zumal die journalistische Eigenleistung der Verlage dabei wirklich überschaubar ist. Die eigentlichen Inhalte sind ja frei verfügbar. Meine Verwandten habe ich ohne diese Geldschneiderei gefunden.
Edit: der BR beschreibt hier wie man direkt im NARA sucht. Von da aus war es für mich günstig, dass in NRW-Archiven viele Digitalisate existieren.
Edit: der BR beschreibt hier wie man direkt im NARA sucht. Von da aus war es für mich günstig, dass in NRW-Archiven viele Digitalisate existieren.
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Leonard Cohen, 1967.
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Re: Mitglieder-Kartei der NSDAP online!
Moin,
ihr könnt auch direkt im US National Archiv suchen:
https://catalog.archives.gov/id/12044361
Alternativ könnt ihr aber auch eine Anfrage beim Bundesarchiv in Berlin einreichen:
https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-r ... ei/#c53393
Da das US Archiv ziemlich unübersichtlich ist und eine Anfrage beim Bundesarchiv vermutlich ewig dauert, würde ich mir nen Monatsabo für den Euro geben - sofern man vorab Treffer hat und neugierig ist. Alternativ kann man die SZ Grundsuche nutzen und dann mit der Mitgliedsnummer im US Archiv suchen. Spart den Euro; kostet aber Zeit!
Gruß
cc
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https://catalog.archives.gov/id/12044361
Alternativ könnt ihr aber auch eine Anfrage beim Bundesarchiv in Berlin einreichen:
https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-r ... ei/#c53393
Da das US Archiv ziemlich unübersichtlich ist und eine Anfrage beim Bundesarchiv vermutlich ewig dauert, würde ich mir nen Monatsabo für den Euro geben - sofern man vorab Treffer hat und neugierig ist. Alternativ kann man die SZ Grundsuche nutzen und dann mit der Mitgliedsnummer im US Archiv suchen. Spart den Euro; kostet aber Zeit!
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Re: Mitglieder-Kartei der NSDAP online!
Spiegel und SZ hatten die Recherche immerhin ein oder zwei Wochen kostenlos zur Verfügung gestellt. Das würde ich nicht als "Schweinerei" bezeichnen. Man musste sich aber anmelden und wieder allerhand Cookies akzeptieren. Die Leistung der beiden Printmedien besteht darin, die amerikanischen Dateien IT-mäßig auswertbar zu machen.
In den amerikanischen originalen Dateien online zu suchen ist ja praktisch unmöglich.
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Gruß,
antoninus1
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Re: Mitglieder-Kartei der NSDAP online!
Also, man kann recht gut in den NARA Daten suchen, wenn man den Anweisungen des BR folgt und gewillt ist, ein bisschen zu scrollen.antoninus1 hat geschrieben: ↑So 02.08.26 08:33Spiegel und SZ hatten die Recherche immerhin ein oder zwei Wochen kostenlos zur Verfügung gestellt. Das würde ich nicht als "Schweinerei" bezeichnen. Man musste sich aber anmelden und wieder allerhand Cookies akzeptieren. Die Leistung der beiden Printmedien besteht darin, die amerikanischen Dateien IT-mäßig auswertbar zu machen.
In den amerikanischen originalen Dateien online zu suchen ist ja praktisch unmöglich.
Schweinerei bezieht sich darauf, dass die beiden großen liberalen Pressehäuser, die während der 60er-Jahre eine zentrale Rolle bei der Aufarbeitung des 3. Reiches spielten, jetzt daher kommen und bei so wichtigen Daten Gatekeeper spielen und versuchen etwas zu monetarisieren, dass eigentlich frei zugänglich ist.
Da muss erst eine Trump-geführte USA daher kommen und der Welt Zugang zu diesen wichtigen Datensätzen gewähren, während in Deutschland das Bundesarchiv und große Pressehäuser den Zugang begrenzen.
Die Namen und Daten der meisten Holocaust-Opfer findet man heutzutage in den entsprechenden Datenbanken, aber die Namen der Täter, Mitläufer und Opportunisten sind immer noch nicht ähnlich leicht zugänglich. Die Verlage haben mMn bei dieser so wichtigen Gelegenheit versagt, denn wie soll eine breite gesellschaftliche Diskussion hinter einer paywall stattfinden?
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Re: Mitglieder-Kartei der NSDAP online!
Die Pressehäuser sind kommerzielle Unternehmen, denen es derzeit wirtschaftlich schlecht geht. Für die Bearbeitung der US-Akten und ihre leichte Verfügbarkeit dürfen sie m.E. schon einen kleinen Obolus erheben. (Die SZ bietet ja eine Gratisversion zum Einstieg an.) - Öffentliche Archive erheben auch Gebühren, ich habe gerade an ein kommunales Archiv 36 € für Einsicht und Kopie einer 4 seitigen Urkunde aus 1617 bezahlt. - An eine breite gesellschaftliche Diskussion glaube ich nicht, ein Großteil der Bevölkerung interessiert sich für Geschichte allenfalls, wenn sie als Hollywood-Film dargeboten wird. Was sollte das Ziel einer solchen Debatte sein? Sollen sich die Nachfahren von Mitgliedern besonders schämen? "Lernen aus der Geschichte": die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen der Weimarer Zeit und später waren von denjenigen heute grundverschieden. Die Einsicht, daß nicht wenige Menschen durch Agitation im Gruppenverhalten zu Untaten gebracht werden können, ist wissenschftlich erwiesen, dazu braucht es keine Nazi-Kartei. Rechtliche Grundlagen zum Vorgehen gegen radikalisierende Hetze gibt es heute, sie werden nur unzureichend angewandt, weil gerne rechts gegen links ausgespielt wird. Ich fürchte eher, daß demnächst sich Leute aus einschlägigen Kreisen mit ihren NS-Vorfahren brüsten werden. Leider pessimistisch KarlAntonMartini
Münzsammler seit 60 Jahren. Mitglied im Numismatischen Verein zu Dresden und der Oriental Numismatic Society.
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Re: Mitglieder-Kartei der NSDAP online!
Gut, "Schweinerei" nehme ich zurück. Das war vielleicht ein in der Hitze des Augenblicks vorschnell geäußertes, zu starkes Wort. Instinktlosigkeit oder Armseligkeit trifft es mMn besser. Es ist doch eher so, dass die deutschen Verlagshäuser da eine Großchance durch kleinliches, betriebswirtschaftliches Denken verspielt haben.
Was hätten die ehemaligen "Sturmgeschütze der Demokratie" an gesellschaftlicher Relevanz zurückgewinnen können, wenn sie gemeinsam in einer koordinierten Aktion ein Userinterface der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt hätten. Man denke etwa an die großen koordinierten Leaks, an denen die Verlage beteiligt waren oder das Community Projekt der Verlustlisten des Ersten Weltkriegs oder eben die Holocaust-Datenbanken.
Dass öffentliche Archive teilweise Gebühren nehmen, ist sicherlich nicht ideal, aber da fließt das Geld immerhin nicht in private Taschen. Auch glaube ich nicht, dass es den genannten Verlagshäusern besonders schlecht geht, das ist doch wohl eher eine verzerrte Selbstwahrnehmung infolge von unrealistischen Gewinnerwartungen. Ob da die Bezahlschranke vor den Nazi-Akten die Zahl der Neuabonnenten signifikant gesteigert hat, sei dahin gestellt.
Ich denke nur, dass die Nazi-Akten in Deutschland eben keine Datensammlung wie jeder andere sind und dass es mindestens unmoralisch ist, zu versuchen, mit diesen Daten Geschäfte zu machen.
Was hätten die ehemaligen "Sturmgeschütze der Demokratie" an gesellschaftlicher Relevanz zurückgewinnen können, wenn sie gemeinsam in einer koordinierten Aktion ein Userinterface der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt hätten. Man denke etwa an die großen koordinierten Leaks, an denen die Verlage beteiligt waren oder das Community Projekt der Verlustlisten des Ersten Weltkriegs oder eben die Holocaust-Datenbanken.
Dass öffentliche Archive teilweise Gebühren nehmen, ist sicherlich nicht ideal, aber da fließt das Geld immerhin nicht in private Taschen. Auch glaube ich nicht, dass es den genannten Verlagshäusern besonders schlecht geht, das ist doch wohl eher eine verzerrte Selbstwahrnehmung infolge von unrealistischen Gewinnerwartungen. Ob da die Bezahlschranke vor den Nazi-Akten die Zahl der Neuabonnenten signifikant gesteigert hat, sei dahin gestellt.
Ich denke nur, dass die Nazi-Akten in Deutschland eben keine Datensammlung wie jeder andere sind und dass es mindestens unmoralisch ist, zu versuchen, mit diesen Daten Geschäfte zu machen.
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Re: Mitglieder-Kartei der NSDAP online!
Eigentlich wäre das Aufgabe des Bundesarchivs oder der Bundeszentrale für politische Aufklärung gewesen, aber dort hat man offenbar anderes zu tun. Grüße KarlAntonMartini
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Re: Mitglieder-Kartei der NSDAP online!
Ja,.genau. Deswegen vertane Chance. Die 4. Gewalt funktioniert leider nur noch sehr bedingt als Korrektiv.
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Re: Mitglieder-Kartei der NSDAP online!
Ich befasse mich seit fast 30 Jahren mit der Ahnenforschung. Man darf sich nicht dem Irrglauben hingeben, auf den Karteien ungeheuer wertvolle Informationen zu finden.
Neben
- Name und Vorname
- Geburtsdatum
- Geburtsort
- Beruf
- Wohnadresse oder Adreßänderungen
finden sich lediglich
- Mitgliedsnummer
- Eintrittsdatum in die NSDAP
- Gau und Ortsgruppe
- Hinweise auf Austritt, Ausschluß oder Tod
Bei den massenhaften Eintritten in die NSDAP nach 1933 (höchste Mitgliedsnr.: 10.174.581) findet sich dort rechnerisch jeder Siebte (unter Aussschluss der Kinder/Jugendlichen vielleicht jeder 6.) der rund 70 Mio. Einwohner (1939). Einen Nachweis der wirklichen Gesinnung der erfassten Person bekommt man dort nicht. Bestenfalls ein Indiz.
https://welt-der-vorfahren.de/2026/03/n ... leitfaden/
https://de.wikipedia.org/wiki/NSDAP-Mitgliederkartei
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Re: Mitglieder-Kartei der NSDAP online!
Naja, das sind schon relevante Informationen,.wenn man sie einordnen kann. Eintritt vor 1933, vielleicht sogar in den 20ern spricht schon für einen Überzeugungstäter. Die "Märzgefallenen" sind die typischen Opportunisten, nur die PGs ab 37 sind ohne Kontext nicht mehr so aussagekräftig.
Als ich im NARA dem einzigen mir bewußt persönlich bekannten höherrangigen Militär hinterher recherchierte, kamen noch ganz andere Digitalisate aus seinen Vernehmungen usw. Zu Tage. Ob das in den UIs der Pressehäuser auch der Fall wäre? Wohl eher nicht.
Als ich im NARA dem einzigen mir bewußt persönlich bekannten höherrangigen Militär hinterher recherchierte, kamen noch ganz andere Digitalisate aus seinen Vernehmungen usw. Zu Tage. Ob das in den UIs der Pressehäuser auch der Fall wäre? Wohl eher nicht.
Zuletzt geändert von Atalaya am So 02.08.26 18:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mitglieder-Kartei der NSDAP online!
Leider sind die frühen Eintritte nicht erhalten. Die frühesten Einträge, die ich selbst gesehen habe, sind aus den 30ern. Wer sich in seiner eigenen Familiengeschichte auskennt, der kennt "seine Pappenheimer" ohnehin. Spannend wird es meiner Meinung nach bei Leuten, bei denen die Aufarbeitung Ihrer NSDAP-Ämter/Funktionen nach 1945 irgendwie nicht funktioniert hat.
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Re: Mitglieder-Kartei der NSDAP online!
Ich persönlich finde die Akten durchaus interessant! Auch aus persönlichem Interesse. Bei uns (ich bin Jahrgang 68) wurde die NS-Zeit totgeschwiegen. So wusste ich lediglich, dass mein Großvater in der Partei war, aber von der Überzeugung her ein Nazigegner. So wurde sein Bruder kastriert, weil er Taubstumm war. Und ein weiterer naher Verwandter wurde 1942 wegen Reden gegen das Regime hingerichtet:
https://www.amazon.de/Michael-Kitzelman ... 121&sr=8-3
So erklärte mir mein Großvater lediglich, er habe in die Partei müssen, um nicht an die Ostfront geschickt zu werden. Wie erklärt allerdings dann, dass mein Großvater bereits am 01.05.1933 eingetreten ist, wie nun die sz-Daten ergaben? Lag es am Gesetz zum Berufsbeamtentum, das 1933 in Kraft trat?
https://www.amazon.de/Michael-Kitzelman ... 121&sr=8-3
So erklärte mir mein Großvater lediglich, er habe in die Partei müssen, um nicht an die Ostfront geschickt zu werden. Wie erklärt allerdings dann, dass mein Großvater bereits am 01.05.1933 eingetreten ist, wie nun die sz-Daten ergaben? Lag es am Gesetz zum Berufsbeamtentum, das 1933 in Kraft trat?
„Demokratie ist die schlechteste Regierungsform - mit Ausnahme von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind!“
Sir Winston Churchill, am 11.11.1947
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Re: Mitglieder-Kartei der NSDAP online!
Das war der letztmögliche Termin nach dem 30. Januar, um noch in die Partei einzutreten. Das sind die sog. Märzgefallenen. Danach gab es einen Aufnahmestop bis ca. 1937. Also einer, der aus Opportunismus eingetreten ist, weil er sich Vorteile davon versprach.
Zuletzt geändert von Atalaya am So 02.08.26 21:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Leonard Cohen, 1967.
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Re: Mitglieder-Kartei der NSDAP online!
Interessant ist es wirklich. Keiner der heute noch Lebenden wußte zB, dass mein einer Opa P[artei]G[enosse] war. Er ist allerdings erst 1937 eingetreten.
"Unser" echter Nazi, Adolf mit Vornamen
, trat schon 1932 der Partei bei. Bei seinem Entnazifizierungsverfahren bürgte dann sein Neffe aus der Flakhelfergeneration für ihn. Da hätte man noch nachfragen können, aber leider ist er auch schon länger tot. Hätten wir doch früher einfach in diese Akten schauen können. Das sind aber alles kleinbürgerliche, bzw. Arbeiterlebensläufe, also zwar persönlich spannend, aber historisch eher uninteressant.
Das ist anders bei Vertretern der Funktionseliten. Aber auch da muss man differenziert betrachten. Der Großvater des Regisseurs Werner Herzog, der Altphilologe Rudolf Herzog (1871-1953) war zB überzeugter Nationalsozialist, fand deren Antisemitismus aber abartig und promovierte in Giessen weiter seine jüdischen Schüler und Schülerinnen. Er setzte sich auch sehr für die jüdische Archäologin Margarete Bieber ein, die 1933 als erste Frau eine ordentliche Professur in Giessen bekommen hätte, wenn nicht die Nazis an die Macht gekommen wären.
"Unser" echter Nazi, Adolf mit Vornamen
Das ist anders bei Vertretern der Funktionseliten. Aber auch da muss man differenziert betrachten. Der Großvater des Regisseurs Werner Herzog, der Altphilologe Rudolf Herzog (1871-1953) war zB überzeugter Nationalsozialist, fand deren Antisemitismus aber abartig und promovierte in Giessen weiter seine jüdischen Schüler und Schülerinnen. Er setzte sich auch sehr für die jüdische Archäologin Margarete Bieber ein, die 1933 als erste Frau eine ordentliche Professur in Giessen bekommen hätte, wenn nicht die Nazis an die Macht gekommen wären.
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