Julisch-Claudische Dynastie
Moderator: Homer J. Simpson
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Re: Julisch-Claudische Dynastie
Hallo Zusammen,
gestern konnte ich meinen ersten Augustus-Quinar erwerben:
Augustus (27 v. Chr.-14 n. Chr.)
Quinarius
Emerita Augusta (Merida), mit Publius Carisius (Legatus pro praetore), 25-23 v. Chr.
Kopf / Victoria mit Kranz vor Tropaeum
Gewicht: 1,65 Gramm
Viele Grüße
Lackland
PS: https://de.wikipedia.org/wiki/Emerita_Augusta
gestern konnte ich meinen ersten Augustus-Quinar erwerben:
Augustus (27 v. Chr.-14 n. Chr.)
Quinarius
Emerita Augusta (Merida), mit Publius Carisius (Legatus pro praetore), 25-23 v. Chr.
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Sir Winston Churchill, am 11.11.1947
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Chippi
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Re: Julisch-Claudische Dynastie
Kein hübsches Stück, aber auch schwer zu fotografieren. Die Stadt ist jetzt nicht so häufig, daher zeige ich die Münze.
Thrakien, Sestus/Sestos, AE15, Augustus (27 v.Chr.-14 n.Chr.)
AV: CEBACTOY - bloßer Kopf n.r.
RV: CHC - Cornucopia
RPC I 1741 (https://rpc.ashmus.ox.ac.uk/coins/1/1741); 14,5-15,4mm; 3,37g
In der Hand ist mehr zu erkennen als auf den Fotos. Es ist zweifelsfrei dieser Typ.
Gruß Chippi
Thrakien, Sestus/Sestos, AE15, Augustus (27 v.Chr.-14 n.Chr.)
AV: CEBACTOY - bloßer Kopf n.r.
RV: CHC - Cornucopia
RPC I 1741 (https://rpc.ashmus.ox.ac.uk/coins/1/1741); 14,5-15,4mm; 3,37g
In der Hand ist mehr zu erkennen als auf den Fotos. Es ist zweifelsfrei dieser Typ.
Gruß Chippi
Wurzel hat geschrieben:@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)
Münz-Goofy hat geschrieben: Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.
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kiko217
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Re: Julisch-Claudische Dynastie
Hallo,
vor einigen Tagen traf diese doch recht kleine Münze (17 mm) aus Pergamon bei mir ein. Sie wiegt 3,92 g und hat die Stempelstellung 12 h. Leider weist sie zahlreiche kleine Kratzer auf, da hat jemand aber mal so richtig gründlich geputzt.
Zu sehen sind die Enkel Gaius und Lucius, und das fand ich dann doch ganz schön, dass die beiden mal ein Gesicht bekommen. Die Münze stammt aus dem Nachlass von C.-F. Zschucke.
Kiko
vor einigen Tagen traf diese doch recht kleine Münze (17 mm) aus Pergamon bei mir ein. Sie wiegt 3,92 g und hat die Stempelstellung 12 h. Leider weist sie zahlreiche kleine Kratzer auf, da hat jemand aber mal so richtig gründlich geputzt.
Zu sehen sind die Enkel Gaius und Lucius, und das fand ich dann doch ganz schön, dass die beiden mal ein Gesicht bekommen. Die Münze stammt aus dem Nachlass von C.-F. Zschucke.
Kiko
- Lucius Aelius
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Re: Julisch-Claudische Dynastie
Dieser As des Nero ist keine Schönheit, aber er zeigt einige sehr interessante Besonderheiten, die es so nur in der kurzen Zeitspanne zwischen der kaiserlichen Münzreform 63/64 n.Chr. und dem Großbrand Roms im Juli 64 n.Chr. gab.
● Das Standardmetall für alle Asse war immer Kupfer, der hier ist aus Messing. Dementsprechend geringer fällt das Gewicht aus: dieser As hat nur 6,55 g, entsprechend dem, auch zu jener Zeit, unveränderten Wertverhältnis zwischen Kupfer und Messing.
● Die Kaiserbüsten (lebender Herrscher wohlgemerkt) auf Assen war meist belorbeert (manchmal auch bloß), hier ziert den Kopf aber eine Strahlenkrone.
● Der As besitzt ein Wertzeichen, nämlich I unten im Abschnitt der Rückseite (gedoppelte Asse, also Dupondien, trugen zu dieser Zeit alle eine II).
Doch damit nicht genug:
Das KHM Wien besitzt bspw. einen Nero-As (Inv.Nr. RÖ 5592 https://share.google/9EjK9YmvAUye9XefZ ) vom GENIO AVGVSTI-Typ mit I, doch die vorderseitige Kaiserbüste zeigt dort einen Lorbeerkranz statt der Srahlenkrone. Bei Dupondien ist das im Prinzip nicht ungewöhnlich (man denke nur an die Dupondien des Vespasian, wo Lorbeerkranz und Strahlenkrone abwechselnd auftauchen), bei den Assen hingegen fällt mir da außer Nero kein vergleichbares Beispiel eines Asses mit dem Bildnis eines lebenden Kaisers mit Strahlenkrone ein.
● Das Standardmetall für alle Asse war immer Kupfer, der hier ist aus Messing. Dementsprechend geringer fällt das Gewicht aus: dieser As hat nur 6,55 g, entsprechend dem, auch zu jener Zeit, unveränderten Wertverhältnis zwischen Kupfer und Messing.
● Die Kaiserbüsten (lebender Herrscher wohlgemerkt) auf Assen war meist belorbeert (manchmal auch bloß), hier ziert den Kopf aber eine Strahlenkrone.
● Der As besitzt ein Wertzeichen, nämlich I unten im Abschnitt der Rückseite (gedoppelte Asse, also Dupondien, trugen zu dieser Zeit alle eine II).
Doch damit nicht genug:
Das KHM Wien besitzt bspw. einen Nero-As (Inv.Nr. RÖ 5592 https://share.google/9EjK9YmvAUye9XefZ ) vom GENIO AVGVSTI-Typ mit I, doch die vorderseitige Kaiserbüste zeigt dort einen Lorbeerkranz statt der Srahlenkrone. Bei Dupondien ist das im Prinzip nicht ungewöhnlich (man denke nur an die Dupondien des Vespasian, wo Lorbeerkranz und Strahlenkrone abwechselnd auftauchen), bei den Assen hingegen fällt mir da außer Nero kein vergleichbares Beispiel eines Asses mit dem Bildnis eines lebenden Kaisers mit Strahlenkrone ein.
Gruss
Lucius Aelius
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Re: Julisch-Claudische Dynastie
Bist du sicher, dass es sich um einen Ass handelt? Material und rudimentär erkennbare Strahlenkrone sprechen für einen Dupondius, mag der auch ungewöhnlich stark untergewichtig sein. Das Wertzeichen "I" spricht allerdings für deine Klassifizierung. So etwas Widersprüchliches habe ich noch nie gesehen. Da es sich m. E. um ein Unikat handelt, kann man fast vermuten, dass das schon beim Prüfen der Prägungen aufgefallen ist und nur wenige Exemplare in Umlauf kamen.
Eins muss man dir lassen: Du hast Adleraugen.
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do ut des.
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Re: Julisch-Claudische Dynastie
Hallo,
vielen Dank für das Zeigen dieser Münze!
Allerdings ist das Stück nicht wirklich selten… Ist mir mit Strahlenkrone und in Messing schon mehrmals über den Weg gelaufen…
Schreiben die Anbieter teilweise AE - obwohl es Messing ist?
Hier mal zum Vergleich:
https://www.acsearch.info/search.html?t ... sd&order=0
Nicht alle verlinkten Stücke entsprechen Deiner Münze. Aber gerade das ist der Grund meiner Antwort.
Meine Frage ist oder klingt also naiv: Was ist hier was???
Viele Grüße
Lackland
vielen Dank für das Zeigen dieser Münze!
Allerdings ist das Stück nicht wirklich selten… Ist mir mit Strahlenkrone und in Messing schon mehrmals über den Weg gelaufen…
Schreiben die Anbieter teilweise AE - obwohl es Messing ist?
Hier mal zum Vergleich:
https://www.acsearch.info/search.html?t ... sd&order=0
Nicht alle verlinkten Stücke entsprechen Deiner Münze. Aber gerade das ist der Grund meiner Antwort.
Meine Frage ist oder klingt also naiv: Was ist hier was???
Viele Grüße
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Re: Julisch-Claudische Dynastie
Ich denke, das Standardwerk zu Neros Münzen ist immer noch Mc Dowall, ab S. 81 geht es um die Asse (davor behandelt er in einem Kapitel die Orichalcum-Asse, allerdings haben die kein SC) https://share.google/AZua9VM9jyjSSsL0H
@Lackland: bei deinem Link sind auch einige dieser Asse ohne SC dabei.
Der bunte Mix von Semis/As und Metallangabe zeigt, dass da noch viel Unklarheit herrscht.
Interessant ist auch, was radial im NVMIS FORVMS schrieb (runterscrollen) https://share.google/rm1pCSVNfJ16mhllm
Da erwähnte er einen Claudius-Sesterz mit nur 6% Zink. Das ist erstaunlich, da in der gängigen Literatur immer von konstanten Orichalcumwerten ausgegangen wird. Ich habe auch einen Claudius-Dupondius, der augenscheinlich (ich weiß nicht, ob das auf dem Foto rüberkommt) keine 20% Zink enthält wie es eigentlich sein sollte. Vermutlich wurde Zink teilweise durch Zinn und/oder Blei ersetzt oder der Kupferanteilliegt um die 90%
Die Prägestätte ist nicht Rom oder Lyon. Unter Claudius gab es neben Lyon aber auch noch 2 spanische und lt. Clay eine unbekannte norditalienische Prägestätte. Aber ohne professionelle Legierungsanalyse bringen solche Überlegungen wenig.
@Lackland: bei deinem Link sind auch einige dieser Asse ohne SC dabei.
Der bunte Mix von Semis/As und Metallangabe zeigt, dass da noch viel Unklarheit herrscht.
Interessant ist auch, was radial im NVMIS FORVMS schrieb (runterscrollen) https://share.google/rm1pCSVNfJ16mhllm
Da erwähnte er einen Claudius-Sesterz mit nur 6% Zink. Das ist erstaunlich, da in der gängigen Literatur immer von konstanten Orichalcumwerten ausgegangen wird. Ich habe auch einen Claudius-Dupondius, der augenscheinlich (ich weiß nicht, ob das auf dem Foto rüberkommt) keine 20% Zink enthält wie es eigentlich sein sollte. Vermutlich wurde Zink teilweise durch Zinn und/oder Blei ersetzt oder der Kupferanteilliegt um die 90%
Gruss
Lucius Aelius
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Re: Julisch-Claudische Dynastie
Genau das meinte ich mit meinem etwas unqualifizierten Einwurf. Auf der einen Seite bin ich froh, dass ich wohl nicht der Einzige bin, der bei der Materie trotz großem Interesse nicht ganz durchblickt - und auf der anderen Seite bin ich froh, dass wir hier darüber diskutieren können und so doch immer wieder Unklarheiten beseitigt werden.Lucius Aelius hat geschrieben: ↑Sa 15.08.26 17:44
(@Lackland: bei deinem Link sind auch einige dieser Asse ohne SC dabei.)
Der bunte Mix von Semis/As und Metallangabe zeigt, dass da noch viel Unklarheit herrscht.
Beste Grüße
Lackland
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Re: Julisch-Claudische Dynastie
Bei Bernhard Wolters, Nummi Signati, S. 162 ff. ist Einiges Interessantes zu dem Thema geschrieben. Bekanntlich setzte Neros Buntmetallprägung erst um 62 ein. Solange seine emittierten Edelmünzen das EX SC trugen, waren die Buntmetallmünzen ohne SC. "Mit dem Erscheinen des SC änderte sich auch die Metallzusammensetzung in den Buntmetallen, und alle Nominale, vom Sesterz, über den Dupondius, As, Semis bis hin zum Quadrans, die in seltener Vollständigkeit in einer Serie gemeinsam ausgeprägt wurden, waren aus Orichalcum" (S. 164). Weil das aber zu Verwirrung führte, setzte man kurz darauf die Wertzeichen hinzu (I beim As, II beim Dupondius). Da lt. Wolters im darauffolgenden Jahr As und Quadrans wieder in Kupfer emittiert wurden, entfielen die Wertzeichen, das SC blieb aber weiterhin.
Das nur in Kürze.
Als Grund für die Verwendung von Messing für alle Nominale vom Sesterz abwärts sah Mc Dowall den Versuch zur Harmonisierung der westlichen Reichsprägung mit den östlichen Lokalprägungen. Wolters vermutete, dass ein plötzlich eingetretener Geldbedarf (da kommt als Grund nur der Brand Roms in Frage) und der aktuelle Mangel an Kupfer als Münzmaterial die kurzzeitige Messingausgabe auch von Assen und Quadranten hervorrief - er relativierte diese Annahme aber, weil ja nicht nur Rom, sondern auch Lugdunum kurzzeitig in die komplette Messingnominalproduktion einstieg.
Das nur in Kürze.
Als Grund für die Verwendung von Messing für alle Nominale vom Sesterz abwärts sah Mc Dowall den Versuch zur Harmonisierung der westlichen Reichsprägung mit den östlichen Lokalprägungen. Wolters vermutete, dass ein plötzlich eingetretener Geldbedarf (da kommt als Grund nur der Brand Roms in Frage) und der aktuelle Mangel an Kupfer als Münzmaterial die kurzzeitige Messingausgabe auch von Assen und Quadranten hervorrief - er relativierte diese Annahme aber, weil ja nicht nur Rom, sondern auch Lugdunum kurzzeitig in die komplette Messingnominalproduktion einstieg.
Gruss
Lucius Aelius
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