Mythologisch interessante Münzen

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Larth
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Larth » Do 13.08.26 10:15

Danke für die Nennung von Bedrich Hrozny .
Ich werde mich gleich mit seiner Arbeit beschäftigen.
Wir lernen immer dazu.
Lg Hans

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Peter43
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » Do 13.08.26 14:42

Hallo Hans!

Ausgezeichnet. So war es auch gedacht: Die Artikel sollen Anregungen für weitergehende Beschäftigungen geben.

Liebe Grüße
Jochen
Omnes vulnerant, ultima necat.

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Peter43
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » Sa 15.08.26 10:59

Polos und Mauerkrone

Heute möchte ich über antike Kopfbedeckungen schreiben, bei denen es sich lohnt, etwas über die Hintergründe zu erfahren.

Sowohl beim Polos, als auch bei der Mauerkrone handelt es sich um Kopfbedeckungen griechischer und römischer Gottheiten. Der Polos ist die älteste und ursprünglich als eine Art Königskrone aus dem Osten gekommen.
(1) Polos_1_Female_head_polos_Louvre_Br1 crete.jpg
Das Bild zeigt einen weiblichen Kopf, der einen Polos trägt. Bronze, 2. Hälfte des 7. Jh. v. Chr,, aus Kreta, heute im Louvre (Wikimedia).

Etymologie:
Polos (griech. πολος) bedeutet im Griechischen soviel wie Drehung Wirbel oder Umwendung. Bezeichnet wird damit
1. der Kreis und der Umkreis,
2. das Kreisen des Himmelsgewölbes, der Himmel und die Weltkugel
3. der Endpunkt der Linie, um die sich der Himmel dreht, der Pol, die Erd- und Himmelachse (Gemoll).

Verwandt ist es mit περιπλομενος, das in der Odyssee von den kreisenden Jahren gesagt wird, und πολευειν, das z. B. in der Antigone des Sophokles für das Umdrehen der Erde durch Pflügen gebraucht wird.

Das Substantiv bedeutet also etwas Rundes, sich Drehendes. Damit wird der Punkt, um den sich etwas dreht, Polos benannt, der Pol in unserem Sinne, dann aber auch die Kreislinie oder wenn es sich um Körper handelt, der Zylinder! Im Prometheus des Aischylos trägt Atlas den himmlischen Polos. Der Himmel wird als Kugelkalotte gedacht, daher wird auch die halbkugelförmige Sonnenuhr im Ionischen Polos genannt.

Damit ist die Bedeutung des Polos klar: Er ist der Zylinderschmuck auf dem Kopf. Typisch für ihn ist seine breite zylindrische Form! Pausanias hat das Wort benutzt zur Beschreibung der Aphrodite von Sikyon, die dem Kanachos zugeschrieben wird, aber nicht mehr erhalten ist. Dort hat er den Polos als Himmelsachse gedeutet, weil es sich um Himmelsgöttinnen gehandelt habe. Das läßt sich aber nicht halten, da selbst bei hohen Formen für diese Benennung die Breite viel zu groß ist.
(2) Polos_2 Svoronos_078_Aphrodite_Polos_Paphos.jpg

Auf einem Hemiobol des Ptolemaios I. aus Paphos/Zypern, ca. 310-305 v.Chr., trägt Aphrodite Paphia einen blumengeschmückten Polos. (Paphos, Svoronos 78, Wildwinds)

Die nächste Drachme habe ich ausgesucht, weil man bei ihr trotz der Verschleierung gut sehen kann, daß der Polos unten offen ist. Er ist kein Behälter wie der Kalathos oder der Modius, sondern eher eine Art Krone. Die Münze ist aus Bruttium, Süditalien, 214/13-211 v. Chr., aus der Zeit des 1. Punischen Krieges nach der Schlacht von Cannae, und zeigt das Portrait der Hera Lakinia.
(3) Polos_3 bruttium_Scheu84.jpg
(Bruttii, Scheu 84, eigene Sammlung).

Der Polos ist kein charakterisierendes Attribut wie etwa der Blitz für Zeus oder das Kerykeion für Hermes. Er ist ein reines Schmuckelement, das vorhanden oder auch nicht vorhanden sein kann. Im Hellenismus wird er manchmal benutzt, um einer Figur ein altertümlich-ehrwürdiges Aussehen zu geben. Männliche Gottheiten tragen ihn selten. Er ist eigentlich ein weiblicher Schmuck (Müller).

Die Mauerkrone:
Die Mauerkrone stammt wie der Polos aus dem hinteren Kleinasien. Zuerst wurde sie von hethitischen Göttinnen in der großen Götterprozession von Jasili Kaja bei Boghaz-köi im 2. Jtsd. getragen. Die Mauerkrone hat sich, zwar zeitlich getrennt, aber sicherlich aus dem Polos entwickelt, wie man auf dem folgendem Bild sehen kann.
(5) Mauerkrone #1 Kybele Encyclopedie methodique - Antiquites.jpg
Kybele, Encyclopédie méthodique, Pl. 1, Fig.1

In den griechischen Kulturkreis kam die Mauerkrone erst spät, nach 500 v.Chr. Die ältesten Darstellungen finden sich im thrakischen Kypsela und bei einer Demeter aus Olbia aus dem 4 Jh. (AMNG I, Taf. X, 1). Sie ist das Symbol der Schutzgottheit einer Stadt. Von den Römern wurde die Mauerkrone als corona muralis noch später übernommen. Eine der schönsten Darstellungen finden wir auf dem Kopf der Stadttyche von Laodikea ad Mare in Syrien (heute Latakia): Wir erkennen Mauern, Stadttor, Türme und Leuchtturm. Es ist eine ganze Stadt!
(6) Mauerkrone_2 laodikeia_ant_pius_SNGcop361var.jpg
Laodikea SNG Copenhagen 361 var., eigene Sammlung

Natürlich war dieser Kopfschmuck nur für Abbildungen und Plastiken gedacht. Aber Mauerkronen finden sich nicht nur bei Tyche. Praktisch jede Gottheit konnte Schutzgottheit einer Stadt sein: Demeter in Olbia, Artemis in Apameia und Abydos, die Nymphe Sinope, die Amazonen in Smyrna und Kyrene oder Dionysos in Teos. Das nächste Bild zeigt eine pseudo-autonome Münze aus Nikopolis ad Istrum mit Nike, Eponym und Schutzgöttin ihrer Stadt.
(7) Mauerkrone32nikopolis_00_pseudoautonom_HrHJ(2013)8.0.48.02_#2.jpg
HrHJ (2023) 8.0.48.2, eigene Sammlung

Anmerkung:
Die Encyclopédie méthodique par ordre des matières ist eine systematisch gegliederte Enzyklopädie in 206 Bänden, die zwischen 1782 und 1832 von Charles-Joseph Panckoucke und Therese-Charlotte Agasse herausgegeben wurde. Es ist die wohl größte Enzyklopädie aus der Zeit der Aufklärung, 5x größer als die berühmte von Diderot und d'Alembert. Die spanische Inquisition versuchte die Übersetzung und Vermarktung dieser Enzyklopädie vergeblich zuverhindern (Wikipedia).

Quellen:
(1) Homer, Odyssee
(2) Aischyles, Prometheus
(3) Sophokles, Antigone
(4) Hesych, Lexikon
(5) Pausanias, Reisen durch Griechenland
(6) Plinius, Naturae Historia
(7) Macrobius, Saturnalia

Literatur:
(1) Der Kleine Pauly
(2) Panckoucke/Agasse, Encyclopédie méthodique par ordre des matières, 1832 (über archive.org)
(3) Kurt Richard Valentin Müller, Der Polos - die griechische Götterkrone, Berlin 1905
(4) Gemoll, Griechisch- Deutsches Schul- und Handwörterbuch
(5) Wikipedia
(6) Wikiwand

Liebe Grüße
Jochen
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » Sa 15.08.26 11:00

Modius und Kalathos

Beschreibung:
Der Kalathos, von griech. καλαθος =Korb, war im antiken Griechenland ein von Frauen benutzter trichterförmiger, geflochtener Weidenkorb, in dem ungesponnene Wolle aufbewahrt wurde. In der Grundform war er am Boden eng und verbreiterte sich dann lilienförmig nach oben (Plinius). Gebraucht wurde er später auch zum Einbringen von Ernteerträgen wie Obst, Weintrauben oder Getreide und für viele andere Zwecke, wie z. B. als Käse- oder Hühnerkorb (Homer), hatte dann oft eine bauchigere Form. Aus Silber war der Korb der Helena (Homer). Verkleinerungsformen waren kalathion und kalathiskos (griech. Wollkörbchen). Das letzte war auch die Bezeichnung für einen Tanz.

Daraus entwickelte sich der Kalathos zur Bezeichnung für den Kopfschmuck vor allem von weiblichen Gottheiten, insbesondere der Demeter, der Hekate und der Artemis, in der späteren Zeit auch zur typischen Kopfbedeckung der Tyche auf Provinzialausgaben. Er war das Symbol für das Spenden von Fruchtbarkeit und Wohlstand. Wie die Menschen diesen Behälter im täglichen Leben genannt haben, wissen wir nicht. Aber von der Kultstatue des Serapis, die ca. 300 v. Chr. im Serapeion in Alexandria aufgestellt wurde, hieß es, sie trage einen Kalathos auf dem Kopf

Das folgende Bild zeigt eine handspinnende Frau mit einem Kalathos neben ihr auf dem Boden.
(1) Kalathos_1 Woman_spinning_MAR_Palermo_NI2149.jpg
Attische rot-figuriger Lekythos, 480-470 v. Chr., zugeschrieben dem Triptolemos-Maler(?). Heute im Museo Archeologico Regionale Antonino Salinas in Palermo (Wikimedia).

Auch das Kernstück des Kapitells bei korinthischen Tempeln wurde Kalathos genannt. Die Karyatiden am Erechtheion tragen auf einem Kopfpolster ein korbähnliches Kapitell, das an einen Kalathos erinnert. Deshalb werden sie auch oft als Korbträgerinnen (Kanephoren) bezeichnet.
Karyatide am Erechtheion Korb-Kapitell.jpg
Ein typischer Kalathos mit Früchten ist auf dieser Münze aus Nikopolis ad Istrum abgebildet. Ein Kalathos kann aber auch Henkel haben.
(2) Kalathos_2 nikopolis_14_sept_severus_HrHJ(2013)8.14.52.11+.jpg
Septimius Severus, HrHJ(2013)8.14.52.11

Die nächste Münze des Commodus aus Markianopolis mit der Abbildung einer typischen Provinzialtyche zeigt deutlich die geflochtene Struktur des Korbes.
(3) Kalathos_3 markianopolis_10_commodus_HrJ(2014)J6.10.38.03_#1.jpg
Markianopolis, Commodus, HrJ(2014)6.10.38.03, Detail

Der Modius
Der Modius ist am einfachsten zu erklären. `'modius' (lat. = zum Maß gehörig) war das römische Standardmaß für Getreide und umfaßte zwischen 8-9 Litern (1/3 der Amphora). Es war ein hölzerner Behälter mit Dauben und Beschlägen, der nach oben zu etwas schmaler wurde, und hatte 3 Füßen.
(4) Modius_1 Bust_Serapis_Chiaramonti.jpg
Die Büste zeigt Serapis mit einem modius. Marmor, aus der römischen Zeit. Heute im Museo Chiaramonti, Vatikanische Museen (Wikimedia)

Wird der Modius auf Münzen dargestellt, ist er ein Symbol für die Getreideversorgung und den Wohlstand. Deshalb ist er z.B. ein typisches Attribut der Annona und der Ceres, aber im späteren Römischen Reich auch von anderen Göttern, die mit Fruchtbarkeit oder der Getreideernte in Verbindung standen, z. B. Demeter oder Serapis, oder des Genius Imperatori, der regelmäßig einen 'modius' auf dem Kopf trägt.

Sowohl 'modius' als auch 'kalathos' bezeichnen also Gefäße von einiger Größe, sei es für Früchte oder für Getreide, sind also von ihrer Funktion her nahe verwandt. Aber wir merken uns, daß der Kalathos unten schmal ist und dann nach oben zu konisch breiter wird!

Kulturgeschichte:
Die Entwicklung dieser Kopfbedeckungen hatte bereits in der Antike eine über 500jährige Geschichte, in der sich Form und Aussehen oft geändert haben. So ist es nicht möglich, vom Aussehen immer auf die Funktion und die Bezeichnung zu schließen, besonders wenn die Darstellung wie auf Münzen nur zweidimensional ist.

In der Kaiserzeit kann man praktisch keinen Unterschied mehr zwischen Polos und Kalathos sehen. Macrobius z. B. konnte mit dem alten Namen Polos nichts mehr anfangen und nannte ihn mehrmals einen Kalathos. Auf einem Wandgemälde trägt Persephone einen sich nach oben verbreiternden Polos, der aussieht wie der Korb zu ihren Füßen. In der hellenistischen Zeit wird der Polos gedeutet als Symbol des Chthonischen, deshalb gehöre er zu Serapis. Damit wird der Polos aber zum charakterisierenden Attribut, das er nie gewesen ist.

In der späteren Zeit überwog bei der Darstellung insbesondere auf Münzen eine Form, die schmaler war als der Kopf und oft einen Wulst am oberen Rand hatte. Ein typisches Beispiel dafür ist die Tyche Euposia auf dieser Münze aus Markianopolis für Caracalla:
(5) später_1 markianopolis_18_caracalla_HrJ(2013)6.18.38.09+.jpg

Markianopolis, Caracalla, HJ(2014)6.18.38.9

Heutzutage wird von Kunsthistorikern das Wort 'polos' eher reserviert für eine Kopfbedeckung bei sehr archaischen Kultbildern mit einer ausgesprochen schlanken und zylindrischen Form, wie sie kein menschlicher Hut oder gebrauchsfähiger Korb hat (Mitteilung von Patricia Lawrence, mit herzlichem Dank für diesen kunsthistorischen Hinweis!).

Ein extremes Beispiel zeigt der nächste Denar für Salonina mit Venus Augusta auf der Rückseite:
(6) später_2 salonina_92.jpg
Salonina, RIC 92

Will man diese Kopfbedeckung bestimmen, sollte man natürlich immer auf den Kontext achten. Zu Juno paßt kein Kalathos und zu Serapis kein Polos! Sonst gilt auch hier der Grundsatz, daß es zur Wissenschaft auch gehört, zu gestehen, daß man etwas nicht weiß!

Der große Winckelmann vermutete im Polos eine Art von Nimbus, andere eine Art Himmel. Visconti sah ihn ähnlich der phrygischen Mütze. Die Bezeichnungen Polos, Kalathos und Modius gingen noch durcheinander. Aber es gab schon die Trennung vom Kopfschmuck des Serapis, der als Symbol der Fruchtbarkeit gesehen wurde, und der den chthonischen Gottheiten eigen war.

Bis in die 80er Jahre des 19.Jh. wurde der Polos mit Berufung auf Hesych als Himmelsachse betrachtet. Erst nach der Entdeckung von Bogazköy kam der Durchbruch mit Furtwängler, der den Polos von den Hethitern herleitete.

Quellen:
(1) Homer, Odyssee
(2) Aischyles, Prometheus
(3) Sophokles, Antigone
(4) Hesych, Lexikon
(5) Kallimachos, Hymnen
(6) Pausanias, Reisen durch Griehenland
(7) Plinius, Naturae Historia
(8) Macrobius, Saturnalia

Literatur:
(1) Der Kleine Pauly
(2) Kurt Richard Valentin Müller, Der Polos - die griechische Götterkrone, Berlin 1905
(3) Gemoll, Griechisch- Deutsches Schul- und Handwörterbuch
(4) Wikipedia
(5) Wikimedia

Liebe Grüße
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » Sa 15.08.26 11:48

Akmoneia: neue Erkenntnisse

Das auf dieser Münze dargestellte Motiv aus Akmoneia in Phrygien stellt schon lange ein großes Rätsel dar. Hier möchte ich euch diese wunderschöne, extrem seltene Münze vorstellen, zu deren mythologischem Hintergrund ich einen Hinweis gefunden habe, der etwas Licht auf die komplexe Darstellung auf der Rückseite werfen kann.

Münze
Phrygien, Akmoneia, Caracalla, 198 - 217
AE 30, 11.09g, 29.91mm, 180°
Av.: AVT K M AVP - ANTΩNEINOC
       Büste, unbärtig, cürassiert, von hinten gesehen, Ägis auf der li. Schulter und Schwertriemen
über dem Rücken, belorbeert, n. r.
Rv.: A - KMONEΩN
        Der Heros Akmon, nackt, in Stiefeln und mit wehender Chlamys, re. Hand mit Peitsche nach
hinten ausgestreckt, galoppiert auf den Dindymoshügel zu, der durch Felsen angedeutet wird
und auf dem 2 Nymphen (Oreiaden), diademiert, n. l. stehen; die hintere hat die re. Hand zu
ihm ausgestreckt und scheint ihm etwas zu reichen, die vordere hält ihren re. Arm gebeugt vor
die Brust und scheint mit ihrer li. Hand einen Teil ihres Gewandes unten ergriffen zu haben.
Unter ihr Flußgott (Sindros?) nach li. gelagert, den re. Arm auf das re. Knie ausgestreckt, den
li. Arm mit langer dünner Pflanze auf den Felsen und ein umgestürztes Gefäß gestützt, aus
dem Wasser n. l. fließt; re. oben ein Adler n. r. fliegend
Ref.: RPC V.2, unassigned; ID 85831 (diese Münze); cf. RPC V.2, unassigned; ID 85831 (ANS,  
andere Darstellung, andere Legende!); cf. Imhoof RSN (1923), S. 311, 344 (Löbbecke, aber
Caracalla bärtig, andere Rev.-Legende und nur eine weibliche Figur); Rs. cf. Septimius
Severus, Imhoof RSN (1923), S.311, 342, Taf. XI, Nr. 13 (nur für die Darstellung)
Man sieht, daß es mit den Referenzen etwas durcheinander geht!
extrem selten (unique?), fast SS, grüne Patina
Pedigree:
ex Bankhaus Hauck & Aufhäuser
ex coll. Alois Wenninger
akmoneia Caracalla RPC V.2 85831 Hoeft.jpg
> RSN = Revue Suisse de Numismatique
> Alois Wenninger baute im Bankhaus Aufhäuser seit 1985 den Bereich "Antike Münzen" auf.
Von 2013 – 2023 war er bei Künker.
> eingestellt bei asiaminorcoins.com

Dieses Rs.-Motiv gibt es in abgewandelter Form mehrfach, was beweist, daß es ein für Akmoneia sehr bedeutendes Motiv war:
(1) für Marcus Aurelius
(2) für Septimius Severus: Imhoof RSN (1923), 342
(3) für Caracalla (1): Imhoof RSN (1923), 343 (AVT M AVP, anderes Portrait, Rs. andere Legende)
(4) für Caracalla (2): Imhoof RSN (1923), 344
      Vs. Brustbild des bärtigen Caracalla mit Lorbeer, Panzer, Mantel und Ägis rechtshin (identisch?)
      Rs. andere Legende und nur eine weibliche Figur
(5) für Caracalla (3): Imhoof RSN (1923), 345
      Vs. andere Legende, sonst wie Nr. 343
(6) für Elagabal: RPC VI temp. 300650
(7) für Severus Alexander RPC VI temp. 30088; falsch beschrieben als “Kaiser speert gefallenen Feind, vor ihm ein anderer Feind”
(8) für Trebonianus Gallus
(9) für Volusian: SNG von Aulock 3380, BMC 107/108, SNG Leypold 1403. Siehe CNG Auc. 81 (5/09), Lot 790 ($400+ fee)

Beschreibung bei CNG:
"Reiter, Peitsche haltend, auf galoppierendem Pferd n. r.; unter dem Pferd Flußgott Sindros n.l. gelagert; re. vor ihm 2 weibliche Figuren (Gottheiten oder Personificationen der Natur) n.l. stehend auf felsigem Untergrund. Die Hauptfigur des Reiters zusammen mit der Personification des Flußgotts und der Anwesenheit der weiblichen Figuren (seien es Personificationen der umgebenden Landschaft oder tatsächliche Individuen) können eine ansonsten unbekannte Gündungsmythologie für Akmoneia darstellen (CNG)

Akmon:
Akmon, Sohn des Manes, Bruder des Doias, Vater des Mygdon, der gegen die Amazonen kämpfte. Eponym der Stadt Akmoneia in Phrygien, ca. 10km südlich von Banaz.
Akmoneia.jpg
Lage von Akmoneia (Akmonia)

Mythologie
Nach Stephanos von Byzanz war Akmon (griech. Amboss, Hammer), der Anführer einer skythischen Colonie, die Saken genannt wurden. Sein Vater sei nach einigen Gomer gewesen, den einige Wissenschaftler heute aus etymologischen Gründen (Gomer, assyr. Gi-mir-ra-a-a, Kimmerer) für einen Kimmerer, also Skythen im Sinne Herodots, halten, der dem Logographen Pherekydes allerdings unbekannt war.

Das erste Land, das sie überfielen, war Armenien. Damit nicht genug, griffen sie Kappadokien an und ließen sich dort im pontischen Kleinasien nieder, das von Thermodon und Iris durchflossen wurde und dort die fruchtbare Ebene von Themiskyra bildete, und gründeten die Stadt Akmonia nach dem Namen ihres Führers. Diese Eroberungen aber reichten Akmon nicht und er brach in Phrygien ein, wo er auch eine Stadt erbaute und ihr seinen Namen gab (unser Akmoneia).

Nach einer anderen Mythologie soll er der Sohn des Manes, des ersten Königs in Phrygien, und der Bruder des Doias gewesen sein, von dem eine Ebene im pontischen Kleinasien bei Themiskyra, und einige Städte der Amazonen ihren Namen bekommen haben sollen. Sein Sohn soll Mygdon gewesen sein, der gegen die Amazonen gekämpft hat.

Nachdem Akmon auf der Höhe seines Ruhmes stand, er hatte sich Phönizien und Syrien einverleibt, erhitzte er sich auf einer Jagd so sehr, daß er starb. Nach seinem Tod wurde er unter dem Namen Hypsistos (der Höchste) unter die Götter versetzt.
In der phönizischen Mythologie soll er der Vater von Uranos und Titäa gewesen sein, der Mutter der Titanen, die Sanchuniathon Gäa nennt, oder von Himmel und Erde, weswegen man ihn für Eliun hält, den höchsten Gott der Phönizier, den die Griechen Hypsistos nannten.

Der Name Akmon begegnet uns in der griechischen Mythologie gleich mehrfach:
In seiner Untersuchung zum Heros eponymos von Akmoneia, Akmon, hat Louis Robert den in den Ethnika genannten ktistes mit einem der Korybanten identifiziert, der in den Dionysiaka des Nonnos einer der hervorragenden Kämpfer im indischen Heer des Dionysos war. Akmon, der nach Deutung Roberts in der Münzprägung seit Septimius Severus als gewappneter Reiterheros dargestellt wurde, sei auch ein Dämon der Berge gewesen. Dieser Charakterzug sei bei Nonnos erhalten geblieben, habe sich aber mit dem namensgleichen idäischen Daktylen vermischt, einem der Schmiededämonen der Magna Mater (Ruth Lindner),

Nonnos
Bei Nonnos wird der Daktyle Akmon mit dem „berg-durchschweifenden“ Korybanten Akmon, dem Sohn des Sokos und der Kombe, identifiziert (Dionysiaka 13, 143-152):

Unsteten Fußes kam, gewandt auf den Sohlen sich drehend,
Akmon, Okythoos Freund, im hellen Schimmer des Helmes;
Unerschütterlich kämpfte er wie sein Name: der Amboss,
Korybantischen Schild erhob er; es hatte Kronion
Oft in dessen Mulde als Kind im Gebirge geschlafen.


Hier verschmilzt Nonnos mehrere mythologische Gestalten namens Akmon, nämlich:
a) den idäischen Daktylen, den archaischen Schmied mit Bezug auf den Amboss (nach der Phoronis)
b) dann den Korybanten, wobei die Korybanten wieder mit den Kureten, den Beschützern des jungen Zeus (d. i. Kronion) identifiziert werden,
c) und schließlich einen anderen Akmon, den Vater des Uranos, der durch ein etymologisches Spiel gelehrter Alexandriner mit akámatos („unermüdlich“) zum „Unerschütterlichen“ und „Unermüdlichen“ wird.

Die Münze:
Schon die alten Numismatiker haben sich intensiv mit der Deutung der Rückseite beschäftigt.

1883 hat Imhoof-Blumer den Berg als den Dindymos im Norden von Akmoneia identifiziert, heute Murat Dagi (2309m hoch). Das war der heilige Berg der Phrygier und der Sitz der Kybele (Rhea, Magna Mater), für die dort nächtliche Feiern stattfanden

Den gelagerten Flußgott, der auf schlecht erhaltenen Münzen auch als Nymphe gedeutet worden war, hat Waddington ohne Zeichen des Zweifels Mäander genannt, aber Imhoof-Blumer hat ihn in seinem "Fluss- und Meergötter", das erst 1923 nach seinem Tode veröffentlicht wurde, nicht mehr erwähnt. Er kommt auch keinesfalls in Frage.

Der wichtigste Fluß in der Nähe von Akmoneia ist der Banaz Cayi, wobei Akmoneia an einem seiner Nebenflüsse liegt. Den Banaz Cayi hatte bereits Barclay Vincent Head mit dem Sandros identifiziert, ebenso William Mitchell Ramsay, der ihn aber fälschlicherweise als Senaros gelesen hatte. Der Banaz Cayi ist ein re. Nebenfluß des Großen Mäander und wird manchmal auch als sein re. Quellfluß betrachtet (Wikipedia). Er entspringt an den Südhängen des Murat Dagi, dem antiken Dindymos.

Der Reiter wurde von Imhoof-Blumer als "Galoppierender Kaiser" bezeichnet, was aber nicht sein kann, weil seine Ikonographie nicht zu einem Kaiser paßt. So ist auch die Peitsche kein kaiserliches Attribut. Der Hinweis auf einen Besuch des Kaisers in Akmoneia geht fehl, weil dies keine Adventus-Szene ist, für die es eine eigene Ikonographie gibt. Heute wird der Reiter allgemein als Akmon gesehen, als der Heros, der die Stadt Akmoneia gegründet hat.

Imhoof-Blumer hielt die beiden weiblichen Figuren zunächst für die Nemeseis von Smyrna, wozu ihn wohl die Zweizahl gebracht hatte, eine Bezeichnung, die er später aber fallen ließ und nur noch von "weiblichen Figuren" sprach. Beide stehen auf Felsen und so liegt es nahe, daß es sich um Bergnymphen (Oreiaden) handelt.

Und nun kommen wir zu meiner Münze:
Von allen Münzen, die die Darstellung dieser Szene zeigen, ist meine Münze die am besten erhaltene vo ihnen, die ich gefunden habe. Ich kenne keine andere, die diese Einzelheiten zeigt! Und das spielt eine große Rolle insbesondere bei der Darstellung der beiden Nymphen.
Detail.jpg
Detail der Münze

Man erkennt hier deutlich, daß die linke, hintere Nymphe ihre re. Hand dem Reiter entgegenstreckt. Das ist die typische Geste, die man benutzt, wenn man jemandem etwas reicht. Und es hat den Anschein, als reiche diese Nymphe dem Reiter ein Objekt (zwischen Hand und Pferdekopf). Pat Lawrence sprach von der "evidence of the coins". Die nehme ich jetzt in Anspruch. Die geometrische Struktur des Objekts spricht für einen artifiziellen Gegenstand. Man könnte annehmen, daß es ein Tempel ist und als Aufforderung, hier eine Stadt zu gründen, gedacht war. Das würde Heads Vorschlag, daß dieser Typus wahrscheinlich irgendeinen Gründungsmythos betrifft, mit einem wichtigen Detail unterstreichen.

Leider habe ich keine anderen Münzen dieses Typs mit diesem Detail gefunden. Die einzige andere Münze, die ich kenne, ist an dieser Stelle geglättet worden und deshalb nicht aussagefähig.

Anmerkungen:
(1) Sanchuniathon war ein phönizischer Historiker, dessen Schriften wir durch den griechischen Schriftsteller Philon von Byblos kennen. Seine "Phönizische Geschichte" ist uns aber überwiegend nur durch Eusebius von Caesarea bekannt, der jedoch wiederum nicht Philon direkt zitiert, sondern nur aus einem Buch des Neoplatonikers Porphyrios. Dies führte dazu, daß man die historische Existenz des Sanchuniathon überhaupt anzweifelte. Nachdem man jetzt aber die Texte, die man in Ugarit gefunden hat, zu lesen beginnt, gilt Sanchuniathon als verläßliche Quelle von Philon. Sanchuniathon soll noch vor dem trojanishen Krieg in Berytos, Tyros oder Sidon gelebt haben (Wikipedia)
(2) Die Phoronis, benannt nach Phoroneus, dem ersten Menschen des pelasgischen Menschengeschlecht, ist ein nur in Fragmenten überliefertes griechisches Epos eines unbekannten Verfassers aus dem 7. oder 6. Jahrhundert v. Chr.
(3) Saken=Persischer Name für die Skythen (Herodot)

Quellen:
(1) Herodot, Historien
(2) Phoronis fr. 2,3 PEG
(3) Strabon, Geographica
(4) Nonnos, Dionysiaka (Übersetzung von Thassilo von Scheffer)
(5) Vergil, Aeneis 8.425
(6) Ovid, fasti 4.288
(7) Scholion zu Homer, Ilias 3, 189
(8) Stephan von Byzanz, De Urbibus

Literatur:
(1) Wilhelm Heinrich Roscher, Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie
(2) Benjamin Hederich, Gründliches mythologisches Lexikon
(3) Ruth Lindner, Mythos und Identität: Studien zur Selbstdarstellung kleinasiatischer Städte in der römischen Kaiserzeit, Stuttgart: Steiner 1994
(4) Louis Robert, Nonnos et les monnaies d'Akmoneia de Phrygie, Journal des Savants 1975
(5) Der Kleine Pauly
(6) Gemoll, Deutsch-Griechisches Schul- und Handwörterbuch

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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » So 16.08.26 13:43

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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Altamura2 » So 16.08.26 15:36

Peter43 hat geschrieben:
Sa 15.08.26 10:59
... Auch die Karyathiden, die Mädchen, die das Gebälk des Erechtheions auf der Akropolis in Athen tragen, tragen Poloi auf ihren Köpfen (Wikipedia). ...
Ich seh' da keine Poloi und finde die auch in keiner Beschreibung dieser Karyatiden (auch nicht auf Wikipedia). Woher stammt das denn 8O ?

Gruß

Altamura

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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » So 16.08.26 17:56

Du hast recht. Die Karyatiden am Erechtheion tragen keinen klassischen Polos, sondern ein korbähnliches Kapitell, das auf eine Kopfpolster liegt. Deshalb werden die die Karyatiden auch oft als Korbträgerinnen (Kanephoren) bezeichnet.
Athen_Erechtheion_BW_2017-10-09_13-58-34.jpg
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » Mi 19.08.26 19:48

Die Rinder des Geryon

Nach dem überlieferten Kanon der 12 Werke des Herakles, der in der hellenistischen Zeit als Dodekathlos bekannt wurde, war der Raub der Rinder des Geryon seine 10. Aufgabe. Diese Liste hatte nach der Überlieferung Peisandros von Kamiros um 640 v. Chr. in seinem Epos Herakleia aufgestellt und visuell dargestellt wurde sie das erste Mal in den Metopen des Zeustempels von Olympia.

Es gibt auch Darstellungen auf Münzen, z. B. aus Alexandria (Antoninus Pius, Geissen 350), aus Perinthos (Geta, Schönert-Geiss 663; Gallienus, Schönert-Geiss 900) und aus Hadrianopolis von Caracalla und Gordian III., aber die schönste Darstellung findet sich auf dieser Münze des Postumus aus Trier, weil hier nicht nur die Rinder abgebildet sind, sondern Geryon selbst.

Münze (Berlin, Münzkabinett der Staatlichen Museen)
Gallisches Sonderreich, Postumus, 260-269 
AR - Denar, 3.18g, 20mm, 180°
         Trier, 268 n. Chr.
Av.: POSTVMVS PIVS FELIX AVG.
       Drapierte Panzerbüste des Postumus mit Lorbeerkranz in Brustansicht nach r.; vorn, und        dahinter der Kopf des Hercules mit Lorbeerkranz, ebenfalls nach r.
Rv.: HERCVLI GADITANO.
       Hercules in Frontansicht kämpft nach r. mit drei Kriegern, die den dreileibigen Geryoneus
darstellen. Seine r. Hand ist zum Schlag erhoben, um seinen ausgestreckten l. Arm hat er das
Löwenfell gewickelt.
Ref.: H. Dressel, Fortsetzung des Erwerbungberichts, ZfN 21, 1898, 245 Taf. 7,12 (dieses Stück);
RIC V/4 346
Postumus.jpg

Zu dieser Münze:
Hercules Gaditanus war ein bedeutender Gott in der phönizisch-punischen Mythologie. Er geht zurück auf den Melqart-Kult, der in Gades, dem heutigen Cadiz, einen bedeutenden Tempel hatte. Er war das bedeutendste Heiligtum der westlichen Welt, dem Hannibal, Scipio Africanus und Caesar ihre Ehrerbietung erwiesen. Sueton berichtet, daß Caesar als Quästor diesen Tempel besuchte und vor einer Statue Alexander des Großen seufzte, daß er bisher noch nichts Großes vollbracht habe. In der folgenden Nacht habe er dann den Traum gehabt, der ihm die Herrschaft über die Welt vorhersagte.
(1) Visit_by_emperor_Julius_Caesar_to_the_famous_temple_of_Hercules_Gaditano.jpg
Federico Godoy Castro (1869-1939), „Caesar beim Besuch des Tempels des Hercules Gaditanus“, 1894 (Wikimedia)

Forscher glauben, daß sie den Tempel, der sich heute unter Wasser befindet, mit LIDAR-Scannern im Ästuar von Sancti Petri gefunden haben. Die Bronzestatue des Herkules aus der Zeit des Hadrian im Museo Arquaeologico von Cadiz zeigt die Bedeutung und die Kraft des Herkuleskults in der iberischen Region. Daß Postumus diese Münze herausgab ist kein Zufall. Er bekräftigt damit seinen Anspruch, nicht nur Herrscher über das Gallische Reich zu sein, sondern auch der Beschützer Hispaniens.

Mythologie
Die eigentliche Mythologie, die Wegnahme der Rinder des Geryoneus, war immer ziemlich einheitlich. Am ausführlichsten wird sie von Apollodor geschildert. Stesichoros hat sie in seiner Geryoneis poetisch ausgeschmückt.

Diesmal schickte Erystheus Herakles in den äußersten Westen der Welt zu Geryon, einem Riesen, der auf Erytheia, einer Insel im Okeanos herrschte, und gab ihm den Auftrag, ihm seine berühmte Rinderherde zu stehlen und zu ihm nach Mykene zu bringen. Nachdem Herakles auf der Insel Erytheia gelandet war, übernachtete er zunächst auf dem Gebirge Aibas. Dort wurde er vom zweiköpfigen Hirtenhund Orthos, einem Bruder des Kerberos, entdeckt, der sofort auf ihn losging. Herakles erschlug ihn mit seiner Keule und dann auch Eurytion, den Rinderhirt des Geryon, einen Sohn des Ares, der seinem Hund zu Hilfe gekommen war. Menoites, der in derselben Gegend die Herden des Hades hütete, berichtete das Geschehen dem Geryon, warnte ihn aber vor einem Kampf mit Herakles, wie Stesichoros schreibt. Geryon schlug den Rat in den Wind und forderte Herakles, der seine Herde bereits fortgetrieben hatte, am Fluß Anthemoeis am kalurischen Gebirge zum Kampf. Dort wurde er von Herakles mit seinen Pfeilen erschossen oder mit der Keule erschlagen (Quint. Smyrn.), obwohl Hera ihm gegen Herakles half. Sie selbst wurde von einem der vergifteten Pfeile in die Brust getroffen und erhielt eine schwerheilende Wunde, die von Paian, dem Arzt der Götter, behandelt werden mußte. An der Stelle, an der Geryon starb, entsprang aus seinem Blut ein Baum, der zur Zeit des Aufgangs der Plejaden kirschenähnliche, kernlose Früchte trug und blutroten Saft absonderte. Philostratus hielt ihn für eine Art harzenden Nadelbaum, während in der modernen mythologischen Forschung der Kanarische Drachenbaum (Dracaena draco) als die wahrschein-lichste reale Entsprechung gilt.

Der Raub der Rinder war natürlich ein Unrecht, aber Herakles wurde von Zeus entsühnt.

Der Riese Geryon (oder auch Geryoneus)
Sein Name geht zurück auf altgriech. γηρυω (brüllen, schreien) und bedeutet so viel wie „der Brüller, der Schreier“, was gut zu einem kriegerischen Riesen paßt. Man denke nur an Ares, der im Kampf schrie wie zehntausend Krieger. Er war nämlich selbst kein Hirte, sondern ein mächtiger Krieger und galt als stärkster Mann der Welt. Seine riesige Herde von rotglänzenden Rindern, der Farbe der Phönizier, war nicht nur Ausdruck seines Reichtums, sondern auch seiner Macht. Nach Hesiod war er der Sohn des Chrysaor, der zusammen mit Pegasos aus dem Hals der Medusa ent-sprungen war, und der Okeanide Kallirhoe. Er war also der Enkel der Gorgo Medusa.

Es wird erzählt, daß er auf Erytheia („Rotland“) hauste, einem sagenhaften Land der Abendröte, das ursprünglich als Jenseits gedacht war und am Rande des Okeanos lag. Später lokalisierte man es in der Gegend von Gadeira (Gades) oder Tartessos, dort wo der Baetis (Guadalquivir) in den Atlantik mündete. Es muß ein sehr fruchtbares Land gewesen sein, das eine solch riesige Rinderherde ernähren konnte. Dafür spricht schon der Name des genannten Flusses, Anthemoeis, der „Blumige“. Er soll aber auch in Lusitanien, dem heutigen Portugal geherrscht haben und sogar König über die Balearen gewesen sein.

Beschrieben wird er als dreiköpfig (Hesiod), wird von Vasenmalern oft als dreileibig dargestellt, soll aber auch Flügel gehabt haben wie die Erinnyen (Stesichoros), so daß er sich wie ein Raubvogel auf seine Gegner stürzen konnte. Stesichoros schreibt sogar von 6 Armen und 10 Beinen. Geryon hat tiefgreifende Beziehungen zur Unterwelt und fungiert in vielerlei Hinsicht als ihr Grenzwächter. Bei Dante wird er sogar zu einem Bestandteil der Hölle!

Über seine Großmutter Medusa gehörte Geryon genealogisch zu den chthonischen Ungeheuern. Sein Hund Orthos war der Bruder des dreiköpfigen Kerberos, des Wächters der Unterwelt. Direkt neben seiner roten Herde weidete die Herde des Unterweltgottes Hades. Geryons Insel war sozusagen das „Vorgehege“ der Unterwelt.

Die Insel Erytheia lag im äußersten Westen jenseits des Okeanos. Nach griechischer Vorstellung war dies der geographische und spirituelle Übergang zur Unterwelt. Wer dorthin reiste, betrat symbolisch das Reich der Toten. Daß Herakles diese Grenze überschreiten mußte, galt mythologisch als Symbol für seinen Sieg über den Tod.

In seiner Aeneis beschreibt Vergil, wie Aeneas im Vorhof der Unterwelt den Schatten von Monstern begegnet, darunter ausdrücklich dem dreileibigen Schatten des Geryon. In Dantes Göttlicher Komödie ist Geryon kein König mehr, sondern das Symbol des Betrugs. Er bewacht den Übergang zum 8. Kreis der Hölle und transportiert Dante und Vergil auf seinem Rücken in die Tiefe

Der Hinweg des Herakles
Der Weg, den Herakles genommen hat, hängt natürlich davon ab, wo man Erytheia verortet hat. Und dieser Ort ist stark von dem geographischen Wissen der Griechen abhängig, das mit der Zeit erheblich zugenommen hat.

Anfänglich war es ein rein mythischer Ort. Vielleicht mußte er nur zur Westküste der Peloponnes, um in das Sonnenboot zu steigen, das ihn nach Erytheia brachte, z. B. bis Pylos, wo Neleus mit seinen 12 Söhnen herrschte.

Als das Wissen zunahm, führte sein Weg durch die Länder Nordafrikas. Auch mit Ägypten wurde er in Verbindung gebracht. So soll er den König Busiris in Memphis, der, um eine Dürre zu bekämpfen, alle Fremden auf dem Altar opferte, niedergeworfen und getötet haben. In Libyen sei er dem Riesen Antaios begegnet, dem Sohn der Gaia, den er hochheben mußte, um ihn zu erwürgen. Dies soll aber auch in dessen Stadt Tingris, dem späteren Tanger, in Mauretanien geschehen sein. Dann sei er nach Gadeira gekommen und habe dort die beiden Bronzesäulen des Herakles aufgestellt.

Trotzdem war er noch weit von Erytheia entfernt. Da spannte er seinen Bogen mit den Giftpfeilen gegen den Sonnengott. Helios erschrak unf lieh ihm seinen goldenen Becher, mit dem er jede Nacht über den Okeanos zurück in den Osten gelangte. Die Hesperide Erytheia, die Abendröte, half ihm dabei. Auch gegen den Meeresgott Okeanos mußte er den Bogen spannen, als der durch Sturmwellen die Überfahrt verhindern wollte.

Der Rückweg des Herakles
Nun ist es von der Westküste Europas bis nach Mykene, wo er die Herde König Eurystheus übergeben sollte, eine riesige Strecke, zumal noch mit dieser gewaltigen Rinderherde. So ist verständlich, daß sie mit vielen Abenteuer ausgeschmückt wurde.

Er nahm die Rinderherde mit in den goldenen Becher des Sonnengottes und kam nach Tartessos. Der natürlichste Weg wäre dann an der Mittelmeerküste entlang über Spanien und Gallien nach Italien gewesen. Aber es gibt viele Versionen von seinem Rückweg und er soll viele Städte und Völker berührt haben, weil viele Herrscherfamilien ihre Herkunft auf Herakles zurückführen wollten. So soll er bis ins Land der Skythen gekommen sein (Herodot). An der Küste Liguriens versuchten 2 Söhne des Poseidons ihm die Rinder zu stehlen, er tötete sie, und konnte mit Hilfe des Zeus und eines Steinregens die Ligurer vertreiben. Die „Pleine de la Crau“ bei Marseille zeugt heute noch davon. Er trieb die Herde durch Tyrrhenien, das Land der Etrusker, bis nach Rom, wo der feuerspeiende Riese Cacus, Sohn des Vulcanus, in einer Höhle auf dem Aventin hauste. Der stahl ihm mehrere Rinder, bis Herakles das Ungeheuer erwürgte oder erschlug. An der Südspitze Italiens soll sich ein Jungstier losgerissen haben und nach Sizilien hinübergeschwommen sein. Danach hieß die Stadt Rhegion von griech. ρήγνυναι = entrinnen, das Land aber Vitalia nach Oskisch vitelu = junges Rind, woraus dem Italia wurde (Ap. Myth.). In Sizilien habe er auch ein Heiligtum für Geryon gegründet (Diodor). Am Isthmos von Korinth entspann sich mit Alkyoneus ein mörderischer Kampf um die Rinderherde. Nach der dorischen Version war Alkyoneus der Räuber. Als er einen gewaltigen Felsblock auf Herakles schleuderte, läßt der ihn zurückprallen und tötete ihn. Schließlich kam Herakles in Mykene an und Erystheus opferte die Herde der Hera.

Beim heutigen Abano Terme bei Padua, gab es ein Orakel des Geryon, das wegen seiner Schwefelquellen als Eingang zur Unterwelt galt und deshalb mit Geryon in Verbindung gebracht wurde. Sueton berichtet, daß es von Tiberius besucht wurde.

Kunstgeschichte
Bildliche Darstellungen des Geryon-Mythos sind auf vielen archaischen Vasenbildern erhalten. Ich habe folgende ausgesucht:

(1) „Herakles fährt im Becher des Sonnengottes“. Tondo einer attischen rotfigurigen Kylix (Trinkschale), von Beazley dem berühmten Maler Douris zugeschrieben, ca. 480 v. Chr. Gefunden in Vulci. Rom, Vatikanische Museen, Museo Gregoriano Etrusco..
(2) Heracles_on_the_sea_in_the_bowl_of_Helios.jpg

(2) Attische schwarzfigurige Amphore, archaisch, ca. 550-500 v. Chr., der Gruppe E Töpfer zugeschrieben, heute im Louvre in Paris.
(3) Heracles fighting Geryon.jpg
Herakles kämpft gegen den dreileibigen Riesen Geryon. Eurytion, Geryons Hirte, liegt zu seinen Füßen. Das vorderste Schild des Riesen ist dekoriert mit einem Gorgoneion, dem monströsen Gesicht der Medusa, der Großmutter des Geryon.

Anmerkung:
Sir John Davidson Beazley (1885-1970) war ein britischer Klassischer Archäologe. Er war der bedeutendste Gelehrte auf dem Gebiet der Erforschung der griechischen Vasenmalerei. Auf ihn geht die bis heute gültige Methode der Zuschreibung an Vasenmaler zurück, bei der er feinste Details der Linienführung benutzte (Wikipedia).

Quellen:
(1) Apollodor, Bibliotheke
(2) Stesichoros, Geryoneis
(3) Aischylos, Herakleida (Frg,)
(4) Strabo, Geographica
(5) Sueton, Kaiserbiographien
(6) Vergil, Aeneis
(7) Dante, Göttliche Komödie

Literatur:
(1) Benjamin Hederich, Gründliches mythologishes Lexikon
(2) Wilhelm Heinrich Roscher, Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie
(3) Karl Kerenyi, Die Mythologie der Griechen
(4) Robert Ranke-Graves, Griechische Mythologie
(5) Der Kleine Pauly
(6) Pilar León, Hercules Gaditanus - Eine hadrianische Erfindung”, 2020

Online-Quellen:
(1) Wikipedia
(2) Wikimedia
(3) theoi.com

Liebe Grüße
Jochen
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » Mi 19.08.26 19:49

Exkurs: Der Kanarische Drachenbaum

Der Kanarische Drachenbaum, botanisch Dracaena draco, ist eine legendäre und symbolträchtige Pflanze. Sie ist sowohl eine mythische Pflanze, aber auch in der Realität veränkert. Diese alte Pflanzenart ist ein Relikt einer alten Flora. Sie kommt seit dem Plio-Pleistozän auf den Kanarischen Inseln und Madeira vor und ist somit mehrere Millionen Jahre alt. Das älteste Exemplar, der 1000jährige Drachenbaum, steht in Icod de los Vinos und wird auf 400 Jahre geschätzt.
Kanarischer_Drachenbaum_in_Icod_de_los_Vinos.jpg
Der Drachenbaum von Icod de los Vinos (Wikimedia)

Botanisch gesehen ist der Drachenbaum aber kein Baum, sondern gehört, was viel überraschen wird, zur Familie der Spargelgewächse! Er hat deshalb auch keine echte Rinde, sondern nur eine leicht verletzliche Haut. Er kann bis 20m hoch werden. Die ersten Blütenrispen erscheinen erst nach 8-11 Jahren und er blüht etwa alle 15 Jahre. Typisch für ihn ist seine mächtige Schirmkrone

Der Kanarische Drachenbaum ist ein nordafrikanisch-makaronesischer Endemit. Sein Verbreitungsgebiet umfaßt somit die Kanarischen Inseln, die Kapverdischen Inseln, Madeira und den westlichen Teil des Antiatlas in Marokko. Wild wachsende Pflanzen sind heute selten und mitunter nur an schwer zugänglichen Felsen und in Schluchten zu finden.

In der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN wird der Drachenbaum als „Vulnerable (VU)“, d. h. gefährdet geführt.

Was ihn vom Aussterben bedroht, ist seine Eigenschaft, bei Verletzungen ein blutrotes Harz abzusondern, das als „Drachenblut“ bezeichnt wurde. Die einheimischen Ureinwohner, die Guanchen, haben dies wie Kautschuk abgezapft. Nach der Eroberung durch die Spanier, war es diesen zu unbequem und sie fällten die Bäume vielfach, um an den Saft heranzukommen. Ein anderer Grund war, daß diese Bäume genau auf dem Boden standen, der für den Ackerbau am geeignetsten war.

Schon in der Antike rankten sich Mythen um den Drachenbaum, dessen rote Früchte eßbar sind. Im sagenumwobenen Garten der Hesperiden, am westlichen Ende der Welt wie die Kanarischen Inseln, sollten goldene Äpfel wachsen, bewacht vom mehrköpfigen Drachen Ladon. Und als Herakles Ladon erschoss, sollen aus seinen Blutstropfen, die auf die Erde fielen, dem „Drachenblut“, die ersten Drachenbäume gewachsen sein.

Phönizier, Karthager und Römer handelten mit den Ureinwohnern der Kanaren neben Orchilla, einem exklusive Purpurfarbstoff aus einer Flechte, mit dem roten Harz des Drachenbaums, das als Farbstoff und Heilmittel diente.

Die Guanchen benutzten das Harz, un ihr Haar rot zu färben, Schilde herzustellen, zur Heilung von Knochenbrüchen und bei anderen Verlatzungen, aber auch zur Mumifizierung ihrer Toten. Im Mittelalter war „Drachenblut“ so wertvoll wie Gold, da auch die spanischen Eroberer die Heilwirkung dieses Harzes erkannt hatten. In der Volksmedizin wurde der Saft des Drachenbaums zur Behandlung von Durchfall, Magenblutungen, Geschwüren und zur Wundheilung eingesetzt. Im 19. Jh. wurde es als Zusatz zu Zahncreme benutzt, da es Zähne und Zahnfleisch gesund erhalten sollte. Weiterhin wurde es für Lacke und Polituren, unter anderem im Geigenbau, und zur Haltbarmachung von Holz an Gebäuden verwendet. Darauf beruhte ursprünglich die typische dunkle Färbung der Holzbalkone und Türen.

Heute befinden sich Drachenbäume in allen größeren botanischen Gärten.

Nach der Eroberung durch die Spanier wurden die Guanchen durch Kriege und Verkauf als Sklaven fast ausgerottet. Durch den Zwang, die christliche Religion anzunehmen, die kastilische Sprache zu sprechen und sich nach den gesellschaftlichen Regeln der Invasoren zu richten, wurde die Kultur der Guanchen bis zum Ende des 16. Jhs. nahezu restlos vernichtet (Wikipedia).

Quellen:
(1) Rolf Goetz, Flora der Kanarischen Inseln. Rother Naturführer, München 2017
(2) Ingrid Schönfelder/Peter Schönfelder, Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. Über 1600 Pflanzenarten, Franckh-Kosmos, Stuttgart 2002
(3) Wikipedia

Liebe Grüße
Jochen
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » Mi 19.08.26 20:18

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Der Sothische Zyklus
Amor und Psyche

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Einige Anmerkungen zu Eros
Der griechische Sonnengott Helios
Aphrodite Stratonikis
Gordios - der Gründer von Gordion
Minos

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Die Greife
Tyche Euposia
Apollo Karinos, ein steinerner Apollo
Apollon Iatros - Apollon der Arzt
Apollon Klarios und das Orakel von Klarios

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Silen und Dionysos
Wer steht zwischen Asklepios und Hygieia?
Zeus Syrgastes
Pelops und der Fluch der Atriden
Einige Bemerkungen zur Aeternitas

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Aphrodite Aphrodisias
---------------------------------------------------------- bis hierher befinden sich die Artikel im Mythologiebuch -------------------------------------------
Thoth, Hermes Trismegistos
Exkurs: Die Orphiker
Der Caduceus (das Kerykeion)
Die Mythologie von Tenedos
Tyana
Maron - der Eponym von Maroneia
Die Heimkehr des Odyssseus
Exkurs: Die Insel der Phäaken - das Atlantis Homers?
Die sog. Tyche von Antiochia
Das schreckliche Schicksal der Tarpeia

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Janus - der Gott mit den 2 Gesichtern
Exkurs: 'Die Trauernde Penelope' - Ein Nachtrag zur 'Tyche'
Phrixos und Helle
Exkurs: Die Dardanellen
Der stehende Wassergott von Savatra
Zeus Olybrios
Philoktetes - die Geschichte eines Einsamen und Gequälten
Midas (und Mida)
Athena Itonia
Herakles und der Kerberos

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El/Kronos von Byblos
Pygmalion
Exkurs: ELIZA von Joseph Weizenbaum
Theseus, der Nationalheld der Athener
Rhodope und das Kaninchen - Eine Schönheit aus Markianopolis*
Die Ichthyokentauren
Otreus und Aineas

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Apollo Karneios
Pallor - Die Göttin der Blässe und der Furcht
Einige Bemerkungen zum Hahn
---------------------------------------------------------- bis hierher befinden sich die Artikel im Ergänzungsband -------------------------------------------
Phemios und die Ainianen
Jupiter Stator

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Die Vergil-Münzen des Carausius

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Talos - Der erste Roboter der Geschichte
Exkurs: Mensch und Maschine
Der phrygische Reitergott Sozon
Astakos - Gründermythe von Nikomedeia
Dione und das Orakel von Dodona
Themis
Exkurs: Deukalion und Pyrrha
Apollo Lairbenos
Sobek - der ägyptische Krokodilsgott
Die Lernäische Hydra
Exkurs: Die Hydra als Allegorie des Feindes
Eirene - Die griechische Friedensgöttin

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Pax - Die römische Friedensgöttin
Selene - die griechische Mondgöttin
Pelops und Hippodameia
Exkurs: Einige Bemerkungen zur Aussprache und Betonung griechischer Götternamen
Luna Lucifera – die römische Mondgöttin

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Lucifer (Phosphoros) – der Morgenstern
Elagabal - Der Sonnengott von Emesa
Demeter

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Exkurs: Die Prozession des Kalathos der Demeter
Ahura Mazda - Der Herr der Weisheit
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Herakles und der Erymanthische Eber
Exkurs: Das Schwein in der Antike
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Exkurs: Der Wettlauf zwischen Achill und der Schildkröte
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Der Pfau in der Antike
Histiaia und ihre Familie
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Diktys und Danae
Thanatos - Schlafes Bruder
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Der Trojanische Krieg im Spiegel der Münzen
Hades - der Herr der Unterwelt
Das Pantheion
Maionia, BMC 43, eine Münzrecherche
Lykurgos und die Nymphe Ambrosia
Eos und Ihre unglücklichen Liebschaften

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Priamos, König von Troja
Mutinus Titinus
Der Flußgott Acheloos

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Numa Pompilius
Quirinus, der Gott der Sabiner
Titus Tatius
Exkurs: Die Anfänge Roms
Felicitas
Pan und die Nymphe Pitys
Hera Argeios
Athena Ilias

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Menestheus und die Dioskuren
Die Quellnymphe Iuturna
Flora
Die ägptische Libye
Der Kampf um den Tripod
Die Dea Roma
Exkurs: Der Philoktet des Sophokles
Das Meeresungeheuer Ketos

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Einige Bemerkungen zur Tranquillitas
Exkurs: Die Stoa
Hercules Musagetes
Exkurs: Die Musen
Der Löwe und der Stier
Philomousos – Das Rätsel aus Serdika
Die baktrische Nana
Die Chimaira
---------------------------------------------------------- bis hierher befinden sich die Artikel im Mythologiebuch Band II --------------------------------
Athena erfindet die Doppelflöte

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Nike, die griechische Siegesbotin
Exkurs: Der Läufer von Marathon
Die römische Victoria
Apollo und der Rabe
Die römischen Heeresgötter

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Artemis Mounychia
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Exkurs: Arkadien

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Eileithyia, die Geburtsgöttin
Lucina und die Geburt des Hercules
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Sterope und Tegea
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Iris, die Götterbotin
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Lykurgos, der mythische Gesetzgeber Spartas
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Der Meeresgott Glaukos
Apollo Agyieus

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Modius und Kalathos
Akmoneia – neue Erkenntnisse
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Lucius Aelius » Mi 19.08.26 21:02

@Peter43
Du schriebst am 15.8.:
"Die nächste Münze des Commodus aus Markianopolis mit der Abbildung einer typischen Provinzialtyche zeigt deutlich die geflochtene Struktur des Korbes.
(3) Kalathos_3 markianopolis_10_commodus_HrJ(2014)J6.10.38.03_#1.jpg"

Ich denke, dass das eher eine Mauerkrone auf dem Kopf der Tyche ist.
Gruss
Lucius Aelius

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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » Mi 19.08.26 23:06

Hallo Lucius Aelius!

Bei Deinem Einwand hast du gute Verbündete. Auch Hristova/Jekov und Pfeiffer haben die Bezeichnung „Mauerkrone“ gewählt. Trotzdem will ich versuchen, Deinen Einwand zu entkräftigen.

(1) Schaut man sich unumstrittene Beispiele von Mauerkronen an, erkennt man vertikal gegliederte Türme und Mauern. Bei meiner sieht man aber auch beim besten Willen keine Türme oder Mauern, sondern man auffallende horizontale Stukturen, die ich von Mauerkronen nicht kenne. Sie sprechen für Flechtwerk und damit für einen Korb.
markianopolis_commodus_HrHJ82023)8.10.38.1 Wildwinds.jpg
Ein weiteres Beispiel für diese Münze stammt von Wildwinds. Hier findet sich eine geschlängelte Struktur. Auch sie wird nicht dem Schutz einer Stadt dienen können. Diese Details, wie sie hier und auf meiner Münze zu erkennen sind, finden sich auf den Abbildungen bei Hristova/Jekov und Pfeiffer nicht.

(2) Mit Mauerkrone wäre diese Tyche die Stadtgöttin, die Beschützerin der Stadt. Das Detail meiner Münze stammt von einer Tyche Euposia, der Tyche, die den kleine Pluto auf dem Arm hält. Tyche Euposia ist aber bisher in Markianopolis oder Nikopolis noch nie als Stadtgöttin hervorgetreten.

(3) Behrendt Pick, der Autor von AMNG, bezeichnet ihn bei No. 541 als Kalathos. Und ich habe mich seiner Autorität gebeugt, zumal ich selbst davon überzeugt bin.

Liebe Grüße
Jochen
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Lucius Aelius » Do 20.08.26 08:22

Hallo Jochen,

die horizontalen Linien sind in meinen Augen die Mörtelfugen der Mauersteinlagen.

Wenn es ein geflochtener Korb wäre, müsste der ja dann Füße gehabt haben und nicht, wie üblich, einen geflochtenen, durchgängig horizontal verlaufenden dicken Standring.
Gruss
Lucius Aelius

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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Altamura2 » Do 20.08.26 08:26

Peter43 hat geschrieben:
Mi 19.08.26 19:48
... Die große, repräsentative Bronzestatue des Herkules im Museo Arquaeologico von Cadiz zeigt die Bedeutung des Herkuleskults in der iberischen Region. ...
Welche meinst Du denn da? Etwas genauere Angaben wären da manchmal hilfreich :? .

Die einzige Herkulesbronze aus dem Museum in Cadiz, von der ich weiß, ist diese hier:
.
Herkules.jpg
=> https://www.museosdeandalucia.es/web/mu ... irect=true , https://www.historiayarqueologia.com/20 ... n-las.html .

Mit 22 cm Höhe ist die aber weder groß noch repräsentativ und allenfalls eine Statuette :D . Oder hast Du doch eine andere gemeint 8O ?

Gruß

Altamura

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