Gibt es Kippermünzen von Dinkelsbühl?

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QVINTVS
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Gibt es Kippermünzen von Dinkelsbühl?

Beitrag von QVINTVS » Fr 21.08.26 21:48

Grüßt euch,

es ist gerade wieder vorlesungsfreie Zeit und ich schreibe an meiner dritten Hausarbeit (insgesamt sind es vier :? ) und es geht um ein numismatisches Thema. Die Kipper- und Wipperzeit und die Teuerung im "Zeyt Register" von Hans Heberle. Er lebte im Ulmer Territorium und kaufte sich in Dinkelbühl 1622 ein Buch. Seine Ulmer Kupferkreuzer galten in Dinkelsbühl das Doppelte. Ein Ulmer Kupferkreuzer galt dort zwei Kreuzer. Darauf kann ich mir keinen Reim machen und Heberle gibt keinen Grund dafür an; er freute sich darüber, dass er das Büchlein so günstig bekam.

Hat jemand eine Idee? Gibt es dazu eine schriftliche Nachricht?
Viele Grüße

QVINTVS

Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen,
und wer sie aufzuheben versteht,
hat ein Vermögen.

Jean Anouilh (franz. Dramatiker, 1910 - 87)

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Lackland
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Re: Gibt es Kippermünzen von Dinkelsbühl?

Beitrag von Lackland » Fr 21.08.26 22:15

Servus,

grundsätzlich kann man sagen, dass das Ulmer Geld in der Geschichte stets einen guten Ruf hatte. Vermutlich sogar in der Kipper- und Wipperzeit.
Dieser Spruch ist überliefert:
„Venediger Macht,
Augsburger Pracht,
Nürnberger Witz,
Straßburger Geschütz,
Ulmer Geld
regiert die Welt.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Ulmer_M%C3%BCnz

https://www.ulm.de/tourismus/stadtgesch ... ulmer-geld

Ob es in Dinkelsbühl um 1622 von Seiten der Behörden besondere Wechselkurse für Ulmer bzw. Fremdes Geld gab, ist mir nicht bekannt.

Viele Grüße

Lackland
„Demokratie ist die schlechteste Regierungsform - mit Ausnahme von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind!“
Sir Winston Churchill, am 11.11.1947

chlor35
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Re: Gibt es Kippermünzen von Dinkelsbühl?

Beitrag von chlor35 » So 23.08.26 11:39

Hallo Jürgen,

Ich habe auch gerade meine erste Hausarbeit abgegeben ... war auch ein numismatisches Thema, aber Alte Geschichte, hatte mit einem der römischen Adoptivkaiser zu tun.

Zu deiner Frage. Ich denke, dass es zwei mögliche Gründe gibt, warum ein Ulmer Kreuzer 1622 in Dinkelsbühl zwei Kreuzer der umlaufenden Kreuzer in der Stadt wert waren.
a) Die Ulmer Kreuzer waren nicht reines Kupfer, sondern Billon mit einem sehr geringen Silberrestanteil. Kann gut sein, denn nach Nau waren die geprägten Münzen von Ulm 1620 - 1623 (Nau 63 - Nau 84), bis auf die Pfennige und Heller eigentlich alle Billon. Beim einem Pfennig (Nau 74) heißt es sogar: "verschiedene Stempelvarianten, Billon bis Kupfer"
b) Die Ulmer Kreuzer waren aus reinem Kupfer, aber deutlich schwerer als die in Dinkelsbühl umlaufenden Kupferkreuzer. Wenn Du als Basis den Kupfer-Vierer nimmst (Nau 73), dann wiegt der zwischen 1 und 2 g (Durchschnitt 1,6g). Im Vergleich dazu wiegt z.B. der Augsburger Kupferkreuzer von 1622 unter 1g (Durchschnitt 0,9g). Ich denke auch Kupfermünzen hatten einen Materialwert. Wenn Du nach dem Einschmelzen aus dem Ulmer Kupferkreuzer zwei Dinkelsbühler Kreuzer herstellen konntest, war in Lokalwährung das auch der Wert der Ulmer Münze.

Viele Grüße von Student zu Student
Thomas

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