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von chlor35 » So 23.08.26 11:39
Hallo Jürgen,
Ich habe auch gerade meine erste Hausarbeit abgegeben ... war auch ein numismatisches Thema, aber Alte Geschichte, hatte mit einem der römischen Adoptivkaiser zu tun.
Zu deiner Frage. Ich denke, dass es zwei mögliche Gründe gibt, warum ein Ulmer Kreuzer 1622 in Dinkelsbühl zwei Kreuzer der umlaufenden Kreuzer in der Stadt wert waren.
a) Die Ulmer Kreuzer waren nicht reines Kupfer, sondern Billon mit einem sehr geringen Silberrestanteil. Kann gut sein, denn nach Nau waren die geprägten Münzen von Ulm 1620 - 1623 (Nau 63 - Nau 84), bis auf die Pfennige und Heller eigentlich alle Billon. Beim einem Pfennig (Nau 74) heißt es sogar: "verschiedene Stempelvarianten, Billon bis Kupfer"
b) Die Ulmer Kreuzer waren aus reinem Kupfer, aber deutlich schwerer als die in Dinkelsbühl umlaufenden Kupferkreuzer. Wenn Du als Basis den Kupfer-Vierer nimmst (Nau 73), dann wiegt der zwischen 1 und 2 g (Durchschnitt 1,6g). Im Vergleich dazu wiegt z.B. der Augsburger Kupferkreuzer von 1622 unter 1g (Durchschnitt 0,9g). Ich denke auch Kupfermünzen hatten einen Materialwert. Wenn Du nach dem Einschmelzen aus dem Ulmer Kupferkreuzer zwei Dinkelsbühler Kreuzer herstellen konntest, war in Lokalwährung das auch der Wert der Ulmer Münze.
Viele Grüße von Student zu Student
Thomas