Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare
Moderator: Homer J. Simpson
- Homer J. Simpson
- Moderator
- Beiträge: 12412
- Registriert: Mo 17.10.05 18:44
- Wohnort: Franken
- Hat sich bedankt: 421 Mal
- Danksagung erhalten: 2047 Mal
Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare
Hier meine Gedanken zu der Münze.
1. Die Münze ist recht breit und flach mit 23,34 Gramm bei fast 35 mm.
2. Stempelachse ist 6 Uhr, lt. RIC passend.
3. Die Schrötlingsform ist ähnlich wie bei der Münze im BM, aber nicht gleich.
4. Ich habe Friedberg Bilder vom Rand gemacht und geschickt, so gut es ging; ich habe keine Besonderheiten gesehen, aber das muß nichts heißen, zumal ich die Münze natürlich mit den Augen des Sammlers und Käufers ansehe, der WILL, daß das Stück echt ist.
5. Ich stimme Friedberg zu, daß eine antike Fälschung überhaupt keinen Sinn ergibt. Wer sollte mit großem Aufwand einen vollwertigen Sesterzen aus echtem Sesterzenmaterial fälschen wollen?
6. Die Münzen der Gruppe der postumen Bronzen RIC² 369-384 sind alle sehr selten. Sie tragen gewöhnliche Rs.-Motive, lediglich der Sesterz 369 (noch mal Sonderemission?) hat die Vs.-Legende mit PATER PAT und ein Motiv des Triumphes über Judäa (IUDAEA CAPTA). Da oft mit zwei Rückseitenstempeln gleichzeitig auf einem Vorderseitenstempel geprägt wurde (Kraay-Clay-Methode), würde es passen, wenn alternierend ein weiteres Triumphmotiv geprägt wurde.
7. Das Rs.-Motiv taucht auf mehreren Sesterztypen auf, die sind alle selten und zu Vespasians Lebzeiten geprägt: RIC² 250 von 71, 388 von 72-73, 577 von 73). Diese Typen sind im RIC alle abgebildet, keiner der Rs.-Stempel ist identisch zu meinem Exemplar. Das wäre natürlich nahezu der Beweis einer Fälschung, wenn ein Rs.-Stempel von 71-73 im Jahre 80 wieder „auftaucht“.
Homer
1. Die Münze ist recht breit und flach mit 23,34 Gramm bei fast 35 mm.
2. Stempelachse ist 6 Uhr, lt. RIC passend.
3. Die Schrötlingsform ist ähnlich wie bei der Münze im BM, aber nicht gleich.
4. Ich habe Friedberg Bilder vom Rand gemacht und geschickt, so gut es ging; ich habe keine Besonderheiten gesehen, aber das muß nichts heißen, zumal ich die Münze natürlich mit den Augen des Sammlers und Käufers ansehe, der WILL, daß das Stück echt ist.
5. Ich stimme Friedberg zu, daß eine antike Fälschung überhaupt keinen Sinn ergibt. Wer sollte mit großem Aufwand einen vollwertigen Sesterzen aus echtem Sesterzenmaterial fälschen wollen?
6. Die Münzen der Gruppe der postumen Bronzen RIC² 369-384 sind alle sehr selten. Sie tragen gewöhnliche Rs.-Motive, lediglich der Sesterz 369 (noch mal Sonderemission?) hat die Vs.-Legende mit PATER PAT und ein Motiv des Triumphes über Judäa (IUDAEA CAPTA). Da oft mit zwei Rückseitenstempeln gleichzeitig auf einem Vorderseitenstempel geprägt wurde (Kraay-Clay-Methode), würde es passen, wenn alternierend ein weiteres Triumphmotiv geprägt wurde.
7. Das Rs.-Motiv taucht auf mehreren Sesterztypen auf, die sind alle selten und zu Vespasians Lebzeiten geprägt: RIC² 250 von 71, 388 von 72-73, 577 von 73). Diese Typen sind im RIC alle abgebildet, keiner der Rs.-Stempel ist identisch zu meinem Exemplar. Das wäre natürlich nahezu der Beweis einer Fälschung, wenn ein Rs.-Stempel von 71-73 im Jahre 80 wieder „auftaucht“.
Homer
Wo is'n des Hirn? --- Do, wo's hiig'hört! --- Des glaab' i ned!
-
antisto
- Beiträge: 2819
- Registriert: So 30.03.08 13:56
- Wohnort: Ruhrgebiet Südost
- Hat sich bedankt: 90 Mal
- Danksagung erhalten: 525 Mal
Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare
Das überzeugt mich nicht. Der Fälscher hätte sein Produkt wohl kaum vererbt. Er hätte es verkauft oder zumindest zu verkaufen versucht, und damit wäre diese Stempelkombination - so oder so - bekannt geworden. Die Wahrscheinlichkeit, dass er kurz nach Anfertigung der Fälschung stirbt, so dass keine Zeit bleibt, seine Schöpfung an den Mann oder an die Frau zu bringen, halte ich nun doch für äußerst unwahrscheinlich.
Aber so, wie Amentia vermutet, ist es natürlich für alle Beteiligten die schönere Lösung; gerade auch für Homer.
antisto
-
Altamura2
- Beiträge: 6757
- Registriert: So 10.06.12 20:08
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 2216 Mal
Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare
Ich hab' auch nicht behauptet, dass der Fälscher das vererbt hat. Ganz so ernst hab' ich mein Beispiel aber gar nicht gemeint, ich wollte nur darauf hinweisen, dass es außer der von Dir genannten Möglichkeit auch noch andere gibt
Bevor wir auch nur halbwegs greifbare Fakten haben, sollten wir nicht gleich mit wilden Spekulationen anfangen und dem Händler unsauberes Verhalten unterstellen
Das ist nun wirklich so
Gruß
Altamura
- Zwerg
- Beiträge: 7499
- Registriert: Fr 28.11.03 23:49
- Wohnort: Limburg
- Hat sich bedankt: 528 Mal
- Danksagung erhalten: 1968 Mal
Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare
Münzen werden gefälscht, um einen Profit zu erzielen.
Zeitgenössisch fast ausschließlich durch Gewichts- oder Metallmanipulation, neuzeitlich (auch einige Jahrhunderte zurück) als Betrug am Sammler und damit einhergehend einen Veräußerungsgewinn.
Jenseits aller akademischen Diskussionen sehe ich das bei dieser Münze nicht - aber nicht nur deshalb halte ich Sie für zeitgenössisch.
Inwieweit sie in das Prägesystem passt ist ein anderes Problem.
Grüße
Klaus
Zeitgenössisch fast ausschließlich durch Gewichts- oder Metallmanipulation, neuzeitlich (auch einige Jahrhunderte zurück) als Betrug am Sammler und damit einhergehend einen Veräußerungsgewinn.
Jenseits aller akademischen Diskussionen sehe ich das bei dieser Münze nicht - aber nicht nur deshalb halte ich Sie für zeitgenössisch.
Inwieweit sie in das Prägesystem passt ist ein anderes Problem.
Grüße
Klaus
ΒIOΣ ΑΝЄΟΡΤAΣΤΟΣ ΜΑΚΡΗ ΟΔΟΣ ΑΠΑNΔΟKEYTOΣ
Ein Leben ohne Feste ist ein langer Weg ohne Gasthäuser (Demokrit)
Ein Leben ohne Feste ist ein langer Weg ohne Gasthäuser (Demokrit)
-
antisto
- Beiträge: 2819
- Registriert: So 30.03.08 13:56
- Wohnort: Ruhrgebiet Südost
- Hat sich bedankt: 90 Mal
- Danksagung erhalten: 525 Mal
Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare
Altamura2 hat geschrieben: ↑Sa 25.07.26 16:05Ich hab' auch nicht behauptet, dass der Fälscher das vererbt hat. Ganz so ernst hab' ich mein Beispiel aber gar nicht gemeint, ich wollte nur darauf hinweisen, dass es außer der von Dir genannten Möglichkeit auch noch andere gibt.
Bevor wir auch nur halbwegs greifbare Fakten haben, sollten wir nicht gleich mit wilden Spekulationen anfangen und dem Händler unsauberes Verhalten unterstellen. Oder weißt Du da mehr als wir?
Unterstellen wollte ich gar nichts; tut mir leid, wenn es so rübergekommen ist. Ich wollte nur mit einem Augenzwinkern aus einer völlig anderen Blickrichtung die Unwahrscheinlichkeit der Fälschung einer solchen Münze verdeutlichen.
Sherlock Holmes lässt grüßen!
antisto
- Xanthos
- Beiträge: 1661
- Registriert: Do 12.02.04 21:30
- Hat sich bedankt: 347 Mal
- Danksagung erhalten: 467 Mal
Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare
Ich sehe das wie Amentia. Schrötlingsform, Zentrierung und Abnutzung sind zwar vorne ähnlich, aber in keinem der drei Punkte 100% identisch (Homer's Stück halte ich z.B. für deutlich stärker abgenutzt). Nimmt man noch die unterschiedliche Rückseite dazu, halte ich einen Abguss vom BM-Stück für sehr unwahrscheinlich.
- friedberg
- Beiträge: 1071
- Registriert: Sa 12.06.04 23:03
- Wohnort: Friedberg
- Hat sich bedankt: 281 Mal
- Danksagung erhalten: 982 Mal
Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare
Update:
Es gibt eine weitere Stempelkopplung mit dem fraglichen "PATER PAT" Avers:
https://www.biddr.com/biganumismatics/a ... &l=2702738
Curtis Clay hat das Stück damals wohl gefunden und erworben.
Wie eingangs geschildet, die Diskussion ist "intern" offen und im Fluss.
Mit freundlichen Grüßen
Es gibt eine weitere Stempelkopplung mit dem fraglichen "PATER PAT" Avers:
https://www.biddr.com/biganumismatics/a ... &l=2702738
Curtis Clay hat das Stück damals wohl gefunden und erworben.
Wie eingangs geschildet, die Diskussion ist "intern" offen und im Fluss.
Mit freundlichen Grüßen
- Homer J. Simpson
- Moderator
- Beiträge: 12412
- Registriert: Mo 17.10.05 18:44
- Wohnort: Franken
- Hat sich bedankt: 421 Mal
- Danksagung erhalten: 2047 Mal
Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare
1. Seht ihr, DAS ist ein Experte! Der erkennt das Besondere noch in der Erhaltung, und dementsprechend ist dann auch der Preis.
2. Der Sesterz ist auf der Vorderseite an denselben Stellen platt...?!?
2. Der Sesterz ist auf der Vorderseite an denselben Stellen platt...?!?
Wo is'n des Hirn? --- Do, wo's hiig'hört! --- Des glaab' i ned!
-
- Vergleichbare Themen
- Antworten
- Zugriffe
- Letzter Beitrag
-
- 2 Antworten
- 1877 Zugriffe
-
Letzter Beitrag von romanusmoguntiacum
-
- 5 Antworten
- 5836 Zugriffe
-
Letzter Beitrag von Miroshko
-
- 1 Antworten
- 3173 Zugriffe
-
Letzter Beitrag von KarlAntonMartini
-
- 0 Antworten
- 3539 Zugriffe
-
Letzter Beitrag von Tinapatina
-
- 6 Antworten
- 3611 Zugriffe
-
Letzter Beitrag von Michael Gnatzy
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot]