Mythologisch interessante Münzen

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Peter43
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » Mo 29.12.25 22:51

Feronia

Münze:
Römische Republik, Augustus, 43 v. Chr. - 14 n. Chr.
AR – Denar, 3.97g
          geprägt von P. Petronius Turpilianus
          Rom, 19 v. Chr.
Av.: TVRPILIANVS IIIVIR FERON
         drapierte Büste der Feronia n. r., mit Perlenhalsband
und Stephane, die (nach Borghesi) mit gschlossenen
Granatapfelblüten geschmückt ist.
Rv.: CAESAR AVGVSTVS SIGN RECE
        Bärtiger parthischer Krieger n.r. kniend, hält in der
        vorgestreckten re. Hand römisches Feldzeichen, an
        dem ein Vexillum mit einem X hängt, und hält die
        li. Hand ausgestreckt unter dem li. Knie
Ref.: RIC I, 288 (S); BMCRE I, 14; RSC I, 484; SNG France 130;
Hunter I, 4; SRCV I, 1603
selten, fast VZ
Augustus_288.jpg
Zu dieser Münze:
(1) Diese Münze gehört zu einer ganzen Reihe von Münzen, die Augustus prägen ließ, um die Rückgabe der Feldzeichen zu feiern, die Crassus 59 v. Chr. in der vernichtenden Schlacht von Carrhae gegen die Parther verloren hatte. Auf diplomatischem Weg erhielt Augustus sie 20 v.Chr. durch einen Vertrag mit Phraates IV. zurück. Darauf war er sehr stolz, und dieser Tag, der 12. Mai, war bis ins 4. Jh. Staatsfeiertag.
(2) Die Darstellung der Feronia auf dieser Münze verweist auf die sabinische Herkunft der gens Petronia, spielt möglicherweise aber auch auf die Ähnlichkeit ihres Namens mit dem lateinischen Wort „feriundo“ für „prägen“ an. Die Legende auf der Vorderseite hätte dann auch die die zweite Bedeutung: „triumvir [monetalis] für Prägen [von Münzen]“. Solche Wortspiele waren bei den Römern beliebt.

Die verschiedenen Kultorte:
Die Göttin gehört zwar zum römischen Staatskult, jedoch ihre Herkunft und sogar ihre Funktion sind unklar. Ursprünglich scheint Feronia eine Gottheit der Sabiner gewesen zu sein, wurde aber von mehreren Volksstämmen als Gottheit verehrt. Ihr Heiligtum lag zwischen den Siedlungsräumen von Etruskern, Latinern, Sabinern und Faliskern. Verehrt wurde sie also in ganz Mittelitalien außer den oskischen Gebieten und dem eigentlichen Latium.

Bereits Varro hat ihre Herkunft von den Sabinern hergeleitet, dem heute wohl in der Mehrheit wieder zugestimmt wird. Die Antwort auf diese Frage hängt ganz entscheidend von dem Ort ihres Hauptheiligtums ab. Die Zentren waren Trebula Mutuesca im Sabinergebiet, von wo auch die Familie der Petronier stammte, und Capena in Etrurien, was aber auch dicht an der Grenze zum Gebiet der Sabiner liegt. Es gab auch Heiligtümer im sabinischen Amiternum, bei den Vestinern, Umbrern, im volskischen Terracina und im von Etruskern wenig berührten Picenum. Im stark etruskisierten Campanien sind keine Tempel bekannt (Pauly). Damit ist die Herkunft von den Etuskern aus dem Spiel, wie noch Wilhelm Schulze 1904 nach der Untersuchung römischer Eigennamen der Meinung war.

(1) Die berühmteste Kultstätte der Feronia war das bei Trebula Mutuesca im Sabinischen gelegene und von Sabinern wie Latinern hoch geehrte fanum Feroniae, bei dem an den Festtagen der besuchteste Markt von ganz Italien abgehalten wurde. Dort wurden ihr Blumen und Erstlingsfrüchte dargebracht. Neben ihr wurde vor allem Mars verehrt. Auch ist ihr der picus Feronius, wie dem Mars der picus Martius, geweiht, Spechte, die beide für die Vogelschau wichtig sind (Festus). Darauf, daß Feronia in Verbindung zu einer männlichen Gottheit stand, weist die Erwähnung einer flaminica hin, da diese stets den Dienst bei einer weiblichen Gottheit versah, wenn ihr Gemahl dies bei einer männlichen tat.

(2) Diesem Heiligtum der Göttin stand an Ansehen das nicht weit westlich davon bei Capena am Fuß des Soracte in Etrurien gelegene am nächsten. Als man noch den etruskischen Ursprung der Feronia annahm, hielt man es für das bedeutendste. Der Soracte (ital. Monte Soratte) ist ein alleinstehender Berg von 691 Meter Höhe im Tibertal, der bereits aus großer Entfernung sichtbar ist. Er liegt 52 km nördlich von Rom in der Region  Latium und gehört zu den Sabiner Bergen.
(1) Monte_Soratte_visto_da_Civita_Castellana.JPG
Der Soracte gesehen von Civita Castellana (Wikimedia)

Horaz besingt den im Winter schneebedeckten Berg im Carmen an seinen Freund Thaliarchus:
Vides ut alta stet nive candidum Soracte nec iam sustineant onus silvae laborantes geluque flumina constiterint acuto.
(Siehst Du, daß vom Schnee weiß der Soracte aufragt und die ächzenden Wälder die Last schon nicht mehr tragen können und die Flüsse vom scharfen Eis erstarrt sind?Carmina 1, 9)

Dort lag das berühmte Heiligtum des lucus Feroniae (Hain der Feronia), in dem die Göttin schon im 7.Jh., zur Zeit des mythologischen Königs Tullus Hostilius verehrt wurde. Besonders von Sabinern scheint dieses Heiligtum besucht worden zu sein. Jedes Jahr wurde dort ein großes Waldfest gefeiert, und ein Markt abgehalten, der durch seine Lage in der Nähe des schiffbaren Tibers begünstigt war. Im Lauf der Zeit erlangte das Heiligtum von Feronia großen Wohlstand und weitreichende Bedeutung. Im Jahr 211 v. Chr. wurde es von Hannibal auf seinem Rückzug von Rom geplündert und der reiche Tempelschatz geraubt. Zur Zeit Sullas wurde dort die Stadt Feronia gegründet, wo Augustus dann Veteranen ansiedelte und sie Colonia Iulia Felix Lucoferonia nannte. Heute befindet sich dort eine archäologische Ausgrabungsstätte.
(2) Lucus_Feroniae.jpg
Lucus Feroniae

Von den Einzelheiten des Kultes wissen wir nichts. Die Angabe Strabons, daß die Geweihten der Göttin mit bloßen Füßen unverletzt über glühende Kohlen gelaufen seien, ist offenbar eine Verwechslung mit dem benachbarten Kult des gewöhnlich als Apollo Soranus (etruskisch Suri)  bezeichneten Gottes vom Soracte.

(3) Beim volskischen Terracina in der Gegend der pontinischen Sümpfe waren ihr ein Hain, eine Quelle und ein Tempel geweiht. Die Quelle heißt noch jetzt Ferronia. In ihrem Tempel wurde die Freilassung von Sklaven vorgenommen. Diese ließen sich auf einer Steinbank mit der Inschrift “bene meriti servi sedeant, surgant liberi” (= Als verdiente Sklaven sollen sie sich setzen, als Freie sollen sie aufstehen) nieder. Dann wurde ihnen wohl das Haar abgeschnitten und der pilleus (die Freiheitsmütze) aufgesetzt, so daß sie als Freie aufstanden. Diese Art der Freilassung weist auf die Beziehung zu Freigelassenen auch in Rom hin, ohne sie zu erklären, könnte aber darauf deuten, daß der Feronia-Kult nach Rom aus Terracina kam (Pauly). Eine ähnliche Sitte mag auch in dem Heiligtum am Soracte bestanden haben, da hierher die römischen libertinae ihre Geschenke zu bringen pflegten.

Es wird erzählt. daß der Hain einst zufällig in Brand geraten sei. Als man aber die Bildsäulen der Götter daraus habe entfernen wollen, sei er plötzlich wieder grün ge-worden.

So wie Feronia in Trebula Mutuesca zusammen mit Mars verehrte wurde und am Soracte mit Apollo verknüpft war, so war sie in Tarracina mit Juppiter Anxurus verbunden. Servius bezeichnet sie dort sogar als Iuno virgo quae Feronia dicebatur (Jungfrau Juno, die Feronia genannt wurde).

(4) Aus Praeneste stammt die Sage von Erulus (oder Hirulus), dessen Mutter nach Vergil Feronia gewesen sein soll. Aber Praeneste stand unter starkem etruskischen Einfluß, und eine Verehrung der Feronia läßt sich nicht nachweisen. So kann die Erzählung von Erulus, dem seine Mutter ein dreifaches Leben gegeben hatte, und die eigentlich von Varro stammt, auf eine lokale Tradition zurückgehen.

(5) Sonst ist ihr Kult auch nachweisbar im sabellischen Gebiet, zu Aquileia, zu Aveja Vestina, zu Septempeda, sowie zu Tuficum und Pisaurum in Umbrien. In Etrurien lag an der Küste zwischen Luna und Pisa ein fanum Feroniae. Auch auf der Ostküste von Sardinien zwischen der Mündung des Caedris und Olbia fand sich eine Φηρωνία πόλις, wie Ptolemaios berichtet.

(6) In Rom, wohin sie mit den Sabinern gekommen zu sein scheint (Varro), wurde ihr Mitte November auf dem Marsfeld ein Fest gefeiert, Der Feiertag ihres Heiligtums war der 14. November. Er bestand schon im 3. Jh., denn 217 opferten die libertae /diee Freigelassenen) den Erlös einer Geldsammlung; freie Frauen gleichzeitig der Iuno Regina auf dem Aventin (Liv.). Freigelassene standen folglich zu ihr auch hier in näherer Beziehung.

In der Area Sacra di Largo Argentina (bei Romfans als Katzenforum bekannt), in der Tempel aus der Zeit der Republik ausgegraben worden sind, findet sich auch der Tempel der Feronia. Es ist der Tempel C, der dritte und vermutlich der älteste der dort gefundenen 4 Tempel. Er stammt aus dem 4.-3. Jh. v. Chr. Die Bezeichnung C stammt aus der Zeit, als man über die Tempel noch wenig wußte. Leider gibt es außer dem Fundament, den Stufen und einem kleinen Mauerfragment nicht viel zu sehen.
(3) Largo_di_Torre_Argentina_Temple_C_2.jpg
Tempel der Feronia in Rom

(7) Seltsam mutet an, daß Dionysios von Spartanern erzählt, die vor Lykurgos geflohen waren und in der Gegend von Tarracina gelandet seien. Sie hätten den Namen der Göttin von άπο τής πελαγία φορήσεως (lat. a vectione pelagia, = von den über das Meer Getragenen) abgeleitet und ihn Ihr beigelegt, eine typische ätiologische Volksetymologie. Griechisch sei derselbe auch durch Ανθοφόρος (Blütenträgerin), Φιλοστέφανος (Kranzliebhaberin) oder Φερσεφόνη (Persephone) übersetzt worden, so daß sie in ihr wohl eine Frühlings- und Erdgöttin gesehen haben.

Funktion:
Die Funktion der Feronia zu bestimmen ist nicht leicht, weil sie an so vielen verschiedenen Orten und von verschiedenen Volksstämmen verehrt wurde und dort von anderen lokalen Gottheiten überlagert worden ist. Man muß also versuchen, die Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten.

Ihren Namen hat sie wohl von fero (= bringen), vom Bringen der Erntegaben. Mannhardt führt Feronia auf far zurück, der ältesten Getreideart Italiens. Etymologisch ist dies zwar nicht haltbar, kommt aber wohl dem Wesen dieser Gottheit am nächsten. Wie die Ceres scheint sie eine Getreidegöttin gewesen zu sein und wie ihr werden auch der Feronia die Erstlingsfrüchte gebracht. Aus dem Tausch und dem Verkauf des neuen Getreides hat sich dann der Markt an ihrem Festtag entwickelt. Ihr Festtag in Rom Mitte November wäre dann die Feier zur Einleitung der Aussaat des Getreides gewesen. Die Feier am Soracte deutet Mannhardt als symbolische Darstellung des Rettens des Getreides durch die Hitze des Hochsommers hindurch bis zur neuen Aussaat..

Mit diesen Getreidefesten ließe sich auch ihre Beziehung zur Freilassung von Sklaven erklären. An Erntefesten genossen die Sklaven von altersher viele Frei-heiten und wurden geradezu als frei betrachtet, wie es z. B. an den Saturnalien üblich war. Servius hat sie direkt als eine Göttin der Freiheit bezeichnet.

Ausgrabungen bei Capena brachten Terrakottafiguren von Rindern und Nachbildungen von Körperteilen zutage. Das spricht dafür, daß sie hier auch als Hüterin der Gesundheit und Schutzgöttin nicht nur der Getreideernte, sondern auch der Viehzucht gesehen wurde.

In Aquileia, das im Gegensatz zu allen anderen Feronia-Heiligtümern nicht in Mittelitalien liegt, scheint sie als Quellgottheit verehrt worden zu sein, wobei man vermutet, daß dabei die .Verwechslung von lacus (See) mit lucus (Hain) zugrunde liegt. Aber auch in Rom scheint sie als Quellgöttin aufgefaßt worden zu sein, ähnlich der Iuturna, die von denjenigen Handwerkern verehrt wurde, die mit dem Wasserbau befaßt waren. Dazu würde natürlich ihre Verehrung in Hainen und den dort oft vorkommenden Quellen gut passen und würde auch die Bezeichnung als nympha Campaniae erklären, wie Servius sie genannt hat.

Kunstgeschichte:
In der Kunst ist Feronia nur auf Münzen der sabinischen Familie Petronia, die vielleicht aus Trebula Mutuesca stammte, nachweisbar

Anmerkung:
Nach praenestinischer Sage war Erulus (oder Herilus), der König von Praeneste, der Sohn der Feronia. Als Evander (griech. Euandros), der Sohn des Königs Echemos aus Tegea und der Timandra (oder des Mercur und der Nymphe Carmenta) wegen des Mordes an seinem Vater die Heimat verlassen mußte, führte er eine Kolonie von Arcadiern von Pallantium nach Latium. Es kam zum Krieg mit Erulus und Evander mußte den Erulus 3x töten, bis er ihn besiegt hatte, weil Feronia ihm drei Leben gegeben hatte. Dann baute er am Tiber eine Stadt, die er nach seiner Vaterstadt Palatium nannte. Dort wurde später Rom gegündet und im Mons Palatinus findet sich noch ein Anklang des alten Namens (Vergil, Aeneis)

Quellen:
(1) Dionysios von Halikarnassos, Geschichte Roms
(2) Livius, ab urbe condita
(3) Horaz, Carmina; Satiren
(4) Strabo, Geographika
(5) Plinius, Naturalis Historia
(6) Tacitus, Historien
(7) Vergil, Aeneis
(8) Varro, Antiquitates Rerum Divinarum
(9) Servius ad Vergil
(10) Festus, Zur Bedeutung der Wörter

Literatur:
(1) Benjamin Hederich, Gründliches mythologisches Lexikon
(2) Joseph Hilarius Eckhel, Doctrina Numorum Veterum
(3) Bartolomeo Borghesi, Oeuvres completes
(4) Ludwig Preller, Römische Mythologie
(5) Wilhelm Mannhardt, Wald- und Feldkulte
(6) Wilhelm Heinrich Roscher, Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie
(7) Wilhelm Schulze, Zur Geschichte römischer Eigennamen, 1904
(8) Der Kleine Pauly

Online-Quellen:
(1) Wikipedia, Lucus Feroniae
(2) RE. Feronia 2

Liebe Grüße
Jochen
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » Mo 05.01.26 21:18

Fides

Münze #1:
Elagabal, 218-222
AR - Antoninian, 5.07g, 22.46mm, 0°
       Rom, undatiert
Av.: IMP CAES ANTONINVS AVG
       Büste,  drapiert,  mit Strahlenkrone,  n. r.
Rv.:  FIDE-S EXERCITVS
       Fides, reich drapiert, thront n. l., hält mit der Linken ein Feldzeichen,
das hinter ihr steht, und in der vorgestreckten Rechten einen Vogel
(Adler?); vor ihr ein weiteres Feldzeichen.
Ref.: RIC IV/2, 67; BMC 128; C. 28
elagabal_67.jpg
Jede Sicherheit und Stetigkeit im privaten und öffentlichen Leben beruht auf Zuverlässigkeit und Vertrauen. Dafür stand die römische fides(Vertrauen, Treue, Glauben), auf die die Römer besonders stolz waren. Als Personifikation der Treue und des Eides, die ihnen besonders heilig war, gehörte sie zu den frühesten Personifikationen abstrakter Begriffe der Römer. Da ihre Eigenschaften die Vorbedingungen jeder menschlichen Gesellschaft sind, wurde sie zu den ältesten Göttern gezählt. Sie wurde cana genannt (Vergil), von canus, a) weiß, grau; b) alt, ehrwürdig, und galt sogar für älter als  Juppiter  (Silius Italicus)

So ist es verständlich, daß sie eine der frühesten Gottheiten war, denen in Rom ein Tempel errichtet wurde. Aber daß es bereits Aeneas war, oder nach Agathokles Rhoma, eine mythische Enkelin des Aeneas, die ihr einen Tempel auf dem Palatin erbaut haben, ist wohl mehr als zweifelhaft. Numa Pompilius, der fromme zweite König von Rom, selbst ein Sabiner, der viele religiöse Bräuche in Rom einführte, soll zu ihren Ehren jährliche Festspiele begründet haben. Varro hält sie deshalb für eine Gottheit sabinischen Ursprungs.

Der Kult der Fides:
Es gibt verschiedene Schilderungen davon, wie der Kult ausgesehen hat. Übereinstimmend fand sich folgendes:

Alljährlich fuhren die drei flamines maiores in einem besonders überdachten, gewölbten Wagen, der von zwei weißen Pferden gezogen wurde, zum Tempel der Fides. Dort sollten sie mit bedecktem Haupt die Gottesdienste leiten. Beim Opfer war ihre rechte Hand in ein weißes Tuch gehüllt (Livius), wie auch die rechte Hand der Fides selbst in eine weiße Binde gewickelt war (albo  velata  panno,  Horaz). Fides galt nach allgemeiner Anschauung als ganz besonders heilig und unverletzlich. Sie wurde virgo (Jungfrau), casta (keusch) und sancta  (heilig)  genannt. Bei ihrem Gottesdienst durfte kein Opfertier geschlachtet oder überhaupt Blut vergossen  werden.

Für die in weiße Binden gewickelte Hände gibt es verschiedene  Erklärungen:
Livius schreibt, daß Treue und Glauben festzuhalten sind und Treue rein und unbefleckt bleiben muß. Die weißen Hände sind ein Sinnbild für die absolute Hingabe zu Fides und Vertrauen.
Albrecht Dieterich (1866-1908) ist der Meinung, daß sie das Heilige vor Befleckung schützen sollen. Dann fragt sich aber, warum das nur bei Fides sein soll. Oder geht es dabei nur  um  die  Schwurhand?

Ihre Priester trugen weiße Kleidung und zeigten damit die Reinheit dieser Tugend oder die Verbindung der Fides zu den höchsten Göttern des Himmels, Juppiter und Dius Fidius. Wissowa war sogar der Meinung, Fides sei aus dem Kult des Dius Fidius (= Iuppiter) hervorgegangen.

Der Tempel der Fides:
Man muß also annehmen, daß ihr Kult älter ist als ihr Tempel, denn historisch war es erst der Konsul Aulus Atilius Caiatinus, der ihr 254 v. Chr. den Tempel baute und einweihte, der auf dem Kapitol nahe dem Juppitertempel stand und dessen Stiftungstag der 1. Oktober war (Cicero). Er ist mehrmals eingestürzt und 115 v. Chr. hat ihn M. Aemilius Scaurus restauriert und erneut eingeweiht.

Hier fanden häufig Senatssitzungen statt und hier unterzeichnete und verwahrte der römische Senat Verträge mit anderen Staaten und vertraute sie damit dem Schutz der Fides an. An seinen Wänden waren völkerrechtliche Verträge und Militärdiplome untergebracht. Sie wurde auch unter dem Namen Fides Publica Populi Romaniverehrt, was etwa „allgemeine Vertrauenswürdigkeit des römischen Volkes“ heißt. Sie spielte eine große Rolle im internationalen Verkehr und ihr vertrauten sich die Unterworfenen an, so daß auch auswärtige Völker die römische Fides besonders verehrten.

Nach Varro leitete sich der Name der Fetialen von Fides ab. Die Fetialen waren ein Priesterkollegium im antiken Rom, das vor allem in früher Zeit für die völkerrechtlichen Beziehungen Roms nach Außen (ius fetiale) und ihre zeremonialen Begleitungen zuständig war. Es war zu Beginn auch für völkerrechtliche Richterfragen zuständig und bestand aus 20 Priestern, einer Priesterschaft, die der Überlieferung nach von Numa Pompilius, Tullius Hostilius, oder Ancus Marcus eingesetzt worden war. Ihre ursprüngliche Aufgabe war wohl, ungerechte Kriege gegen Bundesgenossen zu verhindern. Später gingen ihre Aufgaben an den Senat über. Dies waren die geschichtlichen Anfänge unseres Völkerrechts, daß also einen religiösen Ursprung hatte und heute wieder mit den Füßen getreten wird und zum Recht des Stärkeren zu verkommen droht.

Der berühmte Grundsatz “pacta sunt servanda (Verträge müssen eingehalten werden)” stammt allerdings nicht aus dem römischen Recht, sondern entwickelte sich erst im Mittelalter. Und dieser Satz wird eingeschränkt durch die Bedingung "rebus sic stantibus (wenn die Umstände gleich geblieben sind)".

Abbildungen:
Abgebildet wurde Fides überwiegend auf Münzen. Ihr erstes Bild findet sich auf einem Denar des A. Licinius Nerva, der zwischen 48 v.  Chr. und 44 v.  Chr. Münzmeister war.

Münze #2 (Wildwinds):
Römische Republik, A. Licinius Nerva, gens Licinia
AR - Denar, 3.79g
        Rom, 47 v.Chr.
Av.: Kopf der Fides, mit Halskette und Ohrring, belorbeert, n. r.
       davor FIDES, dahinter NERVA
Rv.: Reiter n. r. galoppierend, nackten Gefangenen mit Schild und Schwert am Haar
hinter sich herziehend
       darunter  [A.]LICINIVS
Ref.: Crawford 454/1; Licinia 24a; Sear CRI, 30
licinia24a.jpg
In der Kaiserzeit trtt Fides öfter auf. Spezialisiert wurde sie als Fides Legionum, Fides militum, Fides exercitum u.  ä. Abgebildet wurde sie oft zwischen zwei Standarten stehend und jede mit einer Hand anfassend. Dies ist nicht nur ein Bild für die Treue der Soldaten zu ihrem Kaiser, sondern auch ein Zeichen für die Eintracht der Soldaten untereinander.

Münze #3:
Macrinus, 217-218
AR - Antoninian, 4.93g, 21mm, 0°
       Rom
Av.: IMP C M OPEL SEV MACRINVS AVG
      drapierte Büste, bärtig, mit Strahlenkrone, n, r.
Rv.: FIDES MILITVM
      Fides, drapiert, belorbeert, n. r. stehend, an jeder Seite 2 Feldzeichen, hält mit jeder
Hand das innere von ihnen
Ref.: RIC IV/2, 69(f); C. 27; BMC 13
selten
macrinus_69_2.jpg
Sonst wird sie auch durch zwei ineinandergeschlungene Hände dargestellt, die Liebe und Vertrauen andeuten sollen, manchmal mit Getreideähren dazwischen oder einem aufgerichtetem Caduceus, das den Nutzen anzeigen soll, der durch  Treue und Glauben entsteht.

In der späteren Zeit nehmen die Bilder der Fides in demselben Maße an Häufigkeit zu, wie die Tugend selbst seltener wurde (Wissowa). Ihr griechisches Äquivalent ist Pistis (Πίστις).

Anmerkung:
Tiberius Catius Asconius Silius Italicus (um 25 n. Chr. - um 100 n. Chr.) war ein römischer Politiker und Dichter. Er verfaßte die "Punica", ein Epos in 17 Büchern. Sein Werk ist eines der bedeutendsten Werke der nachklassischen Lateinischen Literatur. Ihm wurde lange vorgeworfen, ein Epigone Vergils und Ovids zu sein. Erst jetzt wird sein Werk in der Forschung gewürdigt (Wikipedia).

Quellen:
(1) Livius, ab urbe condita
(2) Cicero, de natura deorum
(3) Dionysius von Halicarnassus
(4) Vergil, Aeneis
(5) Servius ad Aen.
(6) Horaz, Oden
(7) Plutarch, Numa Pompilius
(8) Varro, Antiquitates rerum humanarum et divinarum

Literatur:
(1) Benjamin Hederich, Gründliches mythologisches Lexikon
(2) Wilhelm Heinrich Roscher, Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie
(3) Der Kleine Pauly
(4) Albrecht Dieterich, Studien zur Religionsgeschichte des späteren Altertums
(5) RE: Dius Fidius

Liebe Grüße
Jochen
Zuletzt geändert von Peter43 am Mo 12.01.26 22:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » Mo 12.01.26 21:41

Exkurs: Dius Fidius

Der römische Gott Dius Fidius war mir bisher unbekannt. Kennengelernt habe ich ihn erst durch meine Arbeit am Artikel über Fides.

Wesen des Dius Fidius:
In der antiken römischen Religion war Dius Fidius (oder Semo Sancus) ein Gott der Eide, der Einhaltung von Verträgen und der göttlichen Garantie gegen ihren Bruch. Damit steht er in enger Verbindung zu Juppiter. Sein  Name ist wohl mit Fides verwandt.

Wissowa stellte die Hypothese auf, daß Dius Fidius das Genie des Juppiter sei. In der Religion der italischen Völker gab es eine unbeschränkte Zahl von niederen Gottheiten, die als Vermittler zwischen den Göttern und den Menschen tätig waren. Der bedeutendste von ihnen sei der Genius Iovis gewesen. Und da Iuppiter als oberster Himmelsgott auch ein Gott des Rechts und der Treue war, so war es auch sein Genius, und dieser wurde in Rom Dius Fidius genannt. Die Griechen nannten diese römische Gottheit entsprechend Ζευς Πίστιος.

Fowler aber wies daraufhin daß in den Iguvinischen Tafeln nicht von einem Genius Iovis (Genius des Juppiter) die Rede ist, sondern von einem Genius Iovius (juppiterähnlichem Genius). Die Vorstellung, daß eine Gottheit einen eigenen Genius habe, sei auch erst in der Kaiserzeit belegt, wo sie für die Kaiser üblich war.

Der Gott war zeitweise sicherlich nicht nur ein Aspekt des Juppiters, sondern eine eigenständige Entität, die in Rom eine Zeit lang als Semo Sancus Dius Fidius bekannt war. Wissowa argumentiert, daß Juppiter und Dius Fidius sich die Verantwortung für die Wahrung der Treue teilten. Die wichtigsten Eide wurden bei Juppiter, dem Gott der Fides Publica Populi Romani als Iuppiter Lapis, geschworen. Dius Fidius schützte die Treue in privaten Angelegenheiten, was aus der Schwurformel me Dius Fidius hervorging.

Dies kann später wirklich so gewesen sein. Aber in der Frühzeit war Dius Fidius nicht auf private Treue beschränkt. Angelegenheiten von öffentlichem Interesse, wie der erste internationale Vertrag Roms unter Tarquinius Superbus mit Gabii, wurden in seinem Heiligtum aufbewahrt und seiner Jurisdiktion unterstellt (Dionysios).

Das Heiligtum des Sancus war ohne Dach, da es als unpassend und wirkungslos galt, Eide nicht unter freiem Himmel zu schwören. Dies war auch eine Erinnerung an das nahe Verhältnis zum Himmelsgott. Auch der Kapitolinische Tempel besaß eine Dachöffnung. Wer zu Hause schwören wollte, mußte dazu in das Compluvium seines Hauses treten (Varro). Der Romanist O. Sacchi stützt auf diese Rituale seine Ansicht, daß der Eid von Dius Fidius älter war als der für Juppiter Lapis oder Juppiter Feretrius und seinen Ursprung in prähistorischen Ritualen hatte, als sich der Tempel im Freien befand und durch natürliche Wahrzeichen wie die höchsten Bäume in der Nähe definiert wurde.

Etymologie und Herkunft:
Seine Herkunft ist nicht gesichert. Der Kult des Dius Fidius soll von den Sabinern nach Rom eingeführt worden sein und sein Hauptheiligtum auf dem Quirinal, gegenüber dem Tempel des Quirinus, soll Titius Tatius, der König der Sabiner, der zusammen mit Romulus Rom regiert hat, gestiftet haben. Dort habe auch ein Standbild der Gaia Caecilia oder der Tanaquil gestanden, mit einer Spindel und Sandalen. Dieser Tempel hat auch noch in der Kaiserzeit bestanden. Der Festtag war der 5. Juni (Ovid). An diesem Tag habe Sp. Postumius Regillensis 466 v. Chr. dieses Heiligtum geweiht (Dionysios). Ein zweites Heiligtum gab es noch auf der Tiberinsel. Die alten Grammatiker, aber auch noch Ovid und Cato hielten ihn für den sabinischen Gott Sancus oder den Heros Semus Sancus, dem er durch die Verschmelzung der Namen als Semo Sancus Dius Fidius verbunden wurde.

Die Autonomie von Semo Sancus von Juppiter und die Tatsache, daß Dius Fidius ein alternatives Theonym (Göttername) ist, das Semo Sancus (und nicht Juppiter) bezeichnet, wird auch durch den Namen des entsprechenden umbrischen Gottes Fisus Sancius gezeigt, der die beiden Bestandteile von Sancus und Dius Fidius verbindet: Im Umbrischen und Sabinischen ist Fisus das genaue Korrespondent von Fidius, wie z. B. sabinisch  Clausus  von  lateinisch  Claudius.

Theodor Mommsen, William Warde Fowler und Georges Dumézil lehnten diese sabinische Tradition ab, teilweise aus linguistischen Gründen, da der Theonym lateinisch ist und es in der Nähe von Rom keine Erwähnung oder Belege für einen sabinischen Semo gibt, während die Semones im Carmen Arvale lateinisch belegt sind. Ihrer Ansicht nach war Sancus eine Gottheit, die von allen alten italischen Völkern, ob osko-umbrisch oder lateinisch-faliskisch, verehrt wurde.

Der Kult dieses Gottes war auch nicht auf Rom beschränkt. Auf den Iguvinischen Tafeln findet sich ein Fise Sansie (= Fidius Sancus), und in Velitrae ist ein Tempel und ein sacellum bei Marino bezeugt.

Varro gibt an, daß sein Lehrer Aelius Stilo diesen Gott Diovis filium nannte, Er identifizierte ihn im Sabinischen als Sancus und im Griechischen als Herkules, den Sohn des Juppiter. Aber im Sabinischen waren die Buchstaben d und l austauschbar, so daß es auch Diovis fidium geheißen haben kann. Anderseits hat Hercules archaische Eigenschaften bewahrt, so daß es Analogien mit Juppiter gibt.

Das Fidei Simulacrum
Eine wichtige Rolle bei der Diskussion über Dius Fidius hat immer das sog. Fidei Simulacrum gespielt. Deshalb will ich es hier anführen. 1984 hat Karl August Wirth die Berichte darüber einer grundlegenden Untersuchung unterzogen.

Es handelt sich dabei um ein Grabrelief aus dem 1.Jh. v. Chr., das sich heute in der Galleria Lapidarium der Vatikanischen Museen befindet. Bekannt wurde es seit dem 15. Jh. und häufig beschrieben.
08-0831-1.jpg
Das Relief zeigt in einer flachen geschlossenen Nische drei Halbfiguren, die eines bartlosen Mannes li. und einer Matrone re.; beiden wenden sich einander zu und reichen sich die rechten Hände; oberhalb dieser „dextrarium iunctio“ ist ein Knabe wiedergegeben. Diese Darstellung ist typisch für das Grabrelief für Freigelassene in der ausgehenden republikanischen und augusteischen Zeit. Die eigentliche Grabinschrift ist nicht mehr vorhanden. Durch Beischriften wird der Mann als Honos, die Frau als Veritas, der Knabe als Amor und die ganze Gruppe als Fidei Simulacrum bezeichnet.

Jahrhundertelang wurden diese Inschriften für antik gehalten. Aber das hat sich jetzt als Irrtum herausgestellt. Und seitdem stellt sich erneut die Frage nach der Datierung dieser Inschriften.

Statt dem tatsächlichen F. Sim. steht auf der Abbildung 1521 bei Maz(z)ochius „FIDII SIMV-LACRVM“. Dieses Versehen hatte zur Folge, daß man, der „Literaturkenntnis“ vertrauend, diese Abbildung für die Darstellung des römischen Schwurgottes Dius Fidius Semo Sancus hielt und das Bildwerk als ein Zeugnis antiken Götterkultes würdigte. So kam es, daß dies als Wiedergabe des Schwurgottes eingeschätzte Bildwerk meist nur noch als Argument diente, mittels dessen Mythographen ihre eigenen Ansichten in der Diskussion bekräftigten. Wirth spricht von „Papier-Archäologie“!

Anmerkungen:
(1)  Die Iguvinischen Tafeln sind sieben Bronzetafeln, die in Iguvium (heute Gubbio) in Italien 1444 entdeckt worden sind. Sie sind in Umbrisch geschrieben und die ältesten stammen aus dem 3. Jh. v. Chr. Ihr Inhalt besteht aus religiosen Inschriften, die uns Kenntnisse über die religiösen Praktiken des vorrömischen Mittelitaliens  vermittteln.
(2)  Die Semonen waren in der römischen Mythologie Halbgötter, die nicht zu den Menschen, aber auch nicht zu den himmlischen Göttern zählten. Die bekanntesten waren Priapos, Pan und Vertumnus. Ihre Bedeutung war bereits den Alten nicht ganz klar (Preller).
(3)  Tanaquil, aus Tarquinia in Etrurien, war die Frau des Tarquinius Priscus. Hochgebildet und in der Deutung von Vorzeichen bewandert, verschaffte sie ihm den Thron in Rom und nach dessen Ermordung ihrem Schwiegersohn Tullius Priscus. Sie gilt als Vorbild weiblicher  Tugend  (Pauly).
(4)  Gaia Caecilia war eine römische Göttin des Feuers, des Herdes und der Frauen. Da es auch der lateinische Name der etruskischen Tanaquil war, wurden beide miteinander  verknüpft.
(5)  Das Compluvium (von lat. cum = mit und pluvia = Regen) war eine rechteckige Öffnung in der Mitte des Atriums eines römischen Hauses. Es diente zur Belichtung und zum Einlassen des Regenwassers, das in eine Vertiefung, das Impluvium, floß, und von dort aus in eine Zisterne, wo es gesammelt wurde.

Quellen:
(1) Sextus PompeiusFestus, De verborum significatu
(s) Ovid, Fasti
(3) Dionysios von Halikarnassos, Römische Frühgeschichte
(4) Livius, Ab urbe condita
(5) Varro, De gente populi Romani
(6) Lactanz, Institutiones Divinae
(7) Cicero, De natura deorum; Briefe an einen Freund
(8) Macrobius, Saturnalia

Literatur:
(1) Benjamin Hederich, Gründliches mythologisches Lexikon
(2) Wilhelm Heinrich Roscher, Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie
(3) Ludwig Preller, Römische Mythologie
(4) William Smith, Dictionary of Greek and Roman Biography and Mythology
(5) William Warde Fowler, The Roman Festival, 1899
(6) Karl-August Wirth, Fidei Simulacrum, in RDK III, 1984

Online-Quellen:
(1) Wikipedia
(2) Wikisource
(3) RE: Dius Fidius

Liebe Grüße
Jochen
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » Do 15.01.26 15:31

Pistis

In meiner eigenen Sammlung habe ich leider keine Münze für Pistis. Deshalb muß ich auf die folgende von Wildwinds  zurückgreifen.

Münze (Wildwinds):
Bruttium, Lokroi Epizephyrioi, ca. 282-280 v. Chr., Zeit des Königs Pyrrhos
AR – Stater, 7.14g
Av.: Belorbeerter Kopf des Zeus n. l.
        darunter Monogramm  E
Rv.: im li. und re. Feld PΩMA – ΠIΣTIΣ
        darunter ΛOKPΩN
       Roma auf einem Kürass(?) n. r. sitzend, hält in der li. Hand Parazonium lehnt
mit der Rechten auf einem Schild an ihrer Seite und wir von Pistis gekrönt,
die vor ihr steht.
Ref.:SNG ANS 531; SNG Lloyd 645; Rutter HN 2347; Jameson 449; de Nanteuil 232
(diese Münze)
Pedigree:
ex Dr. Busso Peus, Auction 409, Lot 22, April 2013
SNGANS_531.jpg
Zu dieser Münze:
Bei der Darstellung auf diesem Stater handelt es sich wohl um die älteste Darstellung der Roma auf einer Münze.

Mythologie:
In der griechischen Mythologie war Pistis die Personifikation von Treue, Vertrauen und Zuverlässigkeit. Sie wird bereits bei Hesiod erwähnt und bei Theognis wurde sie μεγάλη Θεός (Große Göttin) genannt. In den Orphischen Hymnen wurde sie neben Δίκη (Göttin der Gerechtigkeit) angerufen. In Athen gab es ein Heiligtum für sie, so daß sie kultisch verehrt worden sein muß. Ihr römisches Äquivalent war die Fides. Aber der Pistis fehlte immer die staatstragende Bedeutung der römischen Fides.

Bei den gefundenen Statuen läßt sich nie genau entscheiden, ob es sich um Pistis oder doch eher um die römische Fides handelt. Die Abbildung auf dieser Münze der epizephyrischen Lokrer, wo Pistis die Roma bekränzt, ist ein typisches Beispiel: Sicherlich handelt es sich hier um eine Darstellung der römischen Fides. Das geht schon aus dem historischen Hintergrund hervor, vor dem diese Münze geprägt worden ist. Nach ihrem Sieg über Pyrrhos integrierten die Römer auch Bruttium und Lokris in ihr Herrschaftsgebiet. Die Lokrer hatten allen Grund, auf die Treue der Römer zu vertrauen. Zugute kam ihnen, daß Pistis auch Fachausdruck für die von den Behörden garantierte Sicherheit von Personen war, die Asyl erhalten hatten.

Pistis in der Rhetorik:
Natürlich beschäftigten sich die griechischen Philosophen mit dem Begriff der Pistis. Durch ihre Diskussionen entwickelte sich eine enge Verbindung zwischen Pistis, Glaube und Überzeugung. Verstärkt wurde dieses Verständnis von Pistis dadurch, daß sie als rhetorische Technik aufgefaßt wurde und so etwas wie "Beweis" bedeuten konnte. Damit war sie das Element, das durch Enthymeme zu enem wahren Urteil führte und somit eine Aussage "bewies". Am nachhaltigsten hatte sich Aristoteles mit diesem Begriff auseinandergesetzt. In seiner “Rhetorik”, die auch heute noch als grundlegend gilt, ist sie das wichtigste Überzeugungsmittel. Hier bedeutet Pistis die Methode, durch die beim Zuhörer Glaubwürdigkeit erreicht wird (z. B. durch das Argument oder die Person des Redners). Pistis wurde als überzeugende Rede verstanden, die sich auf „Affekt und Wirkung statt auf die Darstellung der Wahrheit“ konzentrierte

Platons Liniengleichnis:
Plato allerdings hatte ihr einen anderen ontologischen Platz zugewiesen. Bei ihm stand der νοῦς, die Vernunft, an der Spitze der seienden Dinge. In der Politeia beschreibt Plato die verschiedenen Arten der Erkenntnis und ordnet sie in einer Hierarchie von der unsichersten Vermutung bis zur sichersten Vernunfterkenntnis. Dazu verwendet er eine Linie, an der er die unterschiedlichen Stufen aufträgt. Je höher man kommt, desto mehr nimmt die Gewßheit zu, bis sich ganz oben die höchsten Ideen finden.
Liniengleichnis_1.jpg
Liniengleichnis (Quelle: Digiseminar)

Und in diesem System hat die Pistis ihre alte Bedeutung verloren. Platon ordnet sie dem Bereich der bloßen Meinung (griech. doxa) zu, wo sie die auf der sinnlichen Wahrnehmung beruhenden Erkenntnisform bezeichnet. Da nach Plato die sinnliche Erfahrung (Empirie) kein sicheres Wissen liefert, steht Pistis im Gegensatz zu der durch die Vernunft ermöglichten Wahrheitserkenntnis. Das erinnert stark an unser “Glauben ist nicht wissen”.

Pistis im Christentum:
Die größte Rolle aber spielt Pistis dann im Christentum. Im Neuen Testament wird Pistis üblicherweise mit „Glaube“ übersetzt. Unter diesem christlichen Begriff wird eine positive Überzeugung verstanden, die voraussetzt, daß der Zuhörer mit dem Inhalt vertraut ist und ihm uneingeschränkt zustimmen kann. Aus Glaube wird „der Glaube“, der einzige, der Gültigkeit besitzt, und in dem man stark sein muß. Man erkennt, daß sich diese Vorstellung aus dem aristotelischen Begriff entwickelt hat.

Pistis ist eines der häufigsten Wörter des NT, denn der Glaube ist ja die Grundlage der christlichen Religion, die deshalb auch mit Christlicher Glaube bezeichnet wird. Die wohl berühmtesten Worte von Paulus sind „Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen (1. Korinther 13, 13). Man könnte sie als Kurzfassung des christlichen Glaubens bezeichnen.

Diese Formel findet sich noch einmal in einem Brief des Neuplatonikers Porphyrios (um 233-305/308) in einem Brief an seine Frau Marcella. Dort schreibt er von „Glaube, Wahrheit, Liebe, Hoffnung“, was die Worte des Paulus nachahmt. Er war ein scharfer Gegner des Christentums, der damit gegen die paulinische Auffassung polemisieren wollte. Er versuchte die Lehren Platons mit denen des Aristoteles zu verbinden und hatte starken Einfluß auf die Kirchenväter und besonders den lateinischen Westen (Wikipedia).
.
Aber auch im NT hat Pistis unterschiedliche Bedeutungen. Einerseits ist sie die absolute Hingabe und der absolute Gehorsam gegenüber Christus. Im Galaterbrief aber meint Pistis die Glaubwürdigkeit und Treue zu einer anderen Person. Da ist sie die Tugend der Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit, mit der man sich auf einen anderen verlassen kann (Barclay).

Quellen:
(1) Hesiod, Theogenie
(2) Theognis, Fragmente
(3) Orphische Hymnen
(4) Platon, Politeia
(5)  Aristoteles,  Rhetorik
(6) Neues Testament (NT)
(7) Porphyrios, An Marcella

Literatur:
(1) Wilhelm Heinrich Roscher, Ausführliches Lexikon  der griechischen und römischen Mythologie
(2) Der Kleine Pauly
(3) John M. G. Barclay, Paulus und die Gabe, 2017

Online-Quellen:
(1) Wikipedia

Liebe Grüße
Jochen
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » Di 20.01.26 22:08

Inhaltsverzeichnis

Beiträge in kursiv beziehen sich auf römische Mythologien!

http://www.numismatikforum.de/viewtopic.php?f=6&t=11926
Apollo Smintheus
Amphilochos
Apollo Sauroktonos - der Eidechsenkiller
Apollo Lykeios
Apollo Lykeios - oder nicht?
Marsyas
Die zwei Nemeseis von Smyrna
Der Raub der Persephone
Der Schlangenkult des Alexander von Abounoteichos
Agathodaimon
Haimos

http://www.numismatikforum.de/viewtopic ... 6&start=15
Astarte, oder Ba'alat Gebul, die Herrin von Byblos
Baetyl, der heilige Stein
Ein seltener Denar Elagabals
Erichthonius, König von Athen
Triptolemos
Dionysos
Kantharos und Thyrsos
Dionysos und der Panther

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=30
Aphrodite Pudica
Priapos
Die Stymphalischen Vögel - eine antike Vogelgrippe?
Einige Bemerkungen zu Liber.
Asklepios und Telesphoros
Die Unterweltgötter
Die Ägis
Das Gorgoneion

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=45
Harpokrates
Der Reichtum Thrakiens
Hercules Deusoniensis und Hercules Magusanus
Der 'Nabel der Welt'
Die Schlacht der Giganten

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=60
Ma-Enyo - die archaische Kriegsgöttin
Vulcanus (griech. Hephaistos)
Ares, der blutrünstige Schlächter
Hermes - der Grenzgänger
Dea Caelestis - die alte Stadtgöttin von Karthago
Kybele - die große Erdmutter
Men - der anatolische Mondgott
Eine seltsame Darstellung des Asklepios
Der Schwerttanz der Kureten
Dionysos als Säugling
Der Argaios - der heilige Berg Kappadokiens

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=75
Die Dioskuren - das göttliche Bruderpaar
Melikertes und die Isthmischen Spiele
Die Catanischen Brüder I
Omphale - Besitzerin und Geliebte des Herakles
Der Herakles Farnese
Das Erbe der griechischen Mythologie in der modernen Literatur
Der Wahnsinn des Aias
Kronos - der Vater der Götter
Asteria - die Sternengöttin
Perseus und Andromeda

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=90
Der ephesische Eber
Der kalydonische Eber
Einige Bemerkungen zu den Flußgöttern
Der Garizim - der heilige Berg von Samaria
Die geheimnisvollen Kabiren
Herakliskos Drakonopnigon - Der junge Herakles erwürgt die Schlangen
Hercules (Herakles) und die Äpfel der Hesperiden
Atargatis oder Dea Syria, die Große Syrische Göttin

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=105
Orpheus zähmt die wilden Tiere
Telephos - der Sohn des Herakles
Dionysos und Nikaia - Die Gründersage von Nicaea
Dido - Die Gründerin von Karthago
Battos - der untreue Hirt
Kadmos - Gründer von Theben
Darzalas - Der Große Gott von Odessos
Melqart-Herakles

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=120
Hercules Romanus
Tereus und Prokne

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=135
Tyros und die 'ambrosischen Felsen'
Artemis Tauropolos und Iphigenie
Aias, der Lokrer
Leda und der Schwan
Europa und der Stier
Tomos - der Ktistes
Hippolytos und Phaidra
Rhea Silvia

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=150
Eine interessante Darstellung des Zeus-Ammon
Bellerophon
Pegasos
Alpheios und die Nymphe Arethusa
Die Sage von Arne
Die Laren

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=165
Artemis und Kallisto
Artemis Ephesos (am 1.4.22 von andi89 gelöscht worden)
Die weiße Sau von Lavinium
Die Catanischen Brüder II

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=180
Hermanubis
Der Raub der Sabinerinnen
Die Heimkehr des Odysseus
Herakles mit Kantharos
Einige Anmerkungen zu Pan
Miletos - der Gründer von Milet
Herakles und der Nemeische Löwe
Venus Verticordia
Zeus Kasios

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=195
Zeus Kataibates
Venus Cloacina
Achill gegen den Flußgott Xanthos
Herakles und der Riese Antaios
Anna Perenna
Juppiter Optimus Maximus
Der schöne Ganymedes
Protesilaos
Die drei Grazien

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=210
Diomedes
Juno Sospita
Skylla
Apollo mit Doppelaxt
Nachtrag zur Gigantomachia
Die Amazonen
Cheiron, der weise Kentaur
Die Kentauren
Apollo Patroos
Hekate Triformis

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=225
Poseidon und die Nymphe Beroe
Ino-Leukothea
Einige Anmerkungen zu Mithras
Hektor - der Held von Troja
Juno Caprotina
Der Thrakische Reitergott Heros
Triptolemos II
Der unglückliche König Kyzikos

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=240
Hylas - der Liebling des Herakles
Aphrodite Urania
Sandan von Tarsos
Diana Nemorensis
Acca Larentia
Apollo Smintheus und der Hirte Ordes
Hera Lakinia
Euthenia/Abundantia
Die ägyptische Sphinx
Der Nil

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=255
Agathodaimon und Uräus-Schlange
Die Kronen Ägyptens
Zeus Olbios und das Priesterkönigtum Olba
Einige Anmerkungen zu Nemesis
Der Stern von Bethlehem: Mythologie oder nicht?
Tellus
Die Sage von Tereus und Prokne
Mars und Rhea Silva
Faustulus und die Zwillinge
Romulus und der erste Triumph

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=270
Byzas - der Gründer von Byzanz
Die Sibylle Herophile
Der Stimmstein der Athena
Der Garten der Hesperiden
Der Dionysoskult in Nysa-Scythopolis
Eshmun - der phönikische Heilgott
Die vorislamische Göttin Allat
Die Flucht des Aeneas aus Troja

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=285
Pyramus und Thisbe
Der Genius
Der Genius Cucullatus und Christophorus
Hestia
Vesta
Ariadne
Artemis mit Kind
Die 12.Arbeit des Herakles: Die Gefangennahme des Kerberos

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=300
Die Samische Hera
Shamash - Der babylonische Sonnengott
Eine Gründungssage von Lanuvium

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=315
Doros - Sohn des Poseidon
Ares und Aphrodite
Der gefesselte Ares

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=330
Volcanus
Hephaistos
Der trunkene Hephaistos
Leto - Mutter der Zwillinge Apollo und Artemis
Der Alpdämon Ephialtes

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=345
Androklos
Ptah - Der Schöpfergott aus Memphis
Veiovis und Amaltheia
Die Sibylle Mantho
Die geheimnisvollen Pygmäen
Poseidon und Troja

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=360
Hadad - Jupiter Heliopolitanus
Io/Hathor (und Marnas)
Saturn - der römische Gott des Ackerbaus
Herakles und der Kretische Stier
Artemis Perasia, die alte Kubaba
Apollo Philesios und der bewegliche Hirsch des Kanachos
Fortuna muliebris
Die griechische Sphinx

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=375
Derketo und Triton(?)
Juno Martialis
Einige Bemerkungen zum Phoenix
Der Sothische Zyklus
Amor und Psyche

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=390
Einige Anmerkungen zu Eros
Der griechische Sonnengott Helios
Aphrodite Stratonikis
Gordios - der Gründer von Gordion
Minos

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=405
Die Greife
Tyche Euposia
Apollo Karinos, ein steinerner Apollo
Apollon Iatros - Apollon der Arzt
Apollon Klarios und das Orakel von Klarios

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=420
Silen und Dionysos
Wer steht zwischen Asklepios und Hygieia?
Zeus Syrgastes
Pelops und der Fluch der Atriden
Einige Bemerkungen zur Aeternitas

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=435
Aphrodite Aphrodisias
---------------------------------------------------------- bis hierher befinden sich die Artikel im Mythologiebuch -------------------------------------------
Thoth, Hermes Trismegistos
Exkurs: Die Orphiker
Der Caduceus (das Kerykeion)
Die Mythologie von Tenedos
Tyana
Maron - der Eponym von Maroneia
Die Heimkehr des Odyssseus
Exkurs: Die Insel der Phäaken - das Atlantis Homers?
Die sog. Tyche von Antiochia
Das schreckliche Schicksal der Tarpeia

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=450
Janus - der Gott mit den 2 Gesichtern
Exkurs: 'Die Trauernde Penelope' - Ein Nachtrag zur 'Tyche'
Phrixos und Helle
Exkurs: Die Dardanellen
Der stehende Wassergott von Savatra
Zeus Olybrios
Philoktetes - die Geschichte eines Einsamen und Gequälten
Midas (und Mida)
Athena Itonia
Herakles und der Kerberos

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=465
El/Kronos von Byblos
Pygmalion
Exkurs: ELIZA von Joseph Weizenbaum
Theseus, der Nationalheld der Athener
Rhodope und das Kaninchen - Eine Schönheit aus Markianopolis*
Die Ichthyokentauren
Otreus und Aineas

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=480
Apollo Karneios
Pallor - Die Göttin der Blässe und der Furcht
Einige Bemerkungen zum Hahn
---------------------------------------------------------- bis hierher befinden sich die Artikel im Ergänzungsband -------------------------------------------
Phemios und die Ainianen
Jupiter Stator

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=495
Die Vergil-Münzen des Carausius

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=510
Talos - Der erste Roboter der Geschichte
Exkurs: Mensch und Maschine
Der phrygische Reitergott Sozon
Astakos - Gründermythe von Nikomedeia
Dione und das Orakel von Dodona
Themis
Exkurs: Deukalion und Pyrrha
Apollo Lairbenos
Sobek - der ägyptische Krokodilsgott
Die Lernäische Hydra
Exkurs: Die Hydra als Allegorie des Feindes
Eirene - Die griechische Friedensgöttin

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=525
Pax - Die römische Friedensgöttin
Selene - die griechische Mondgöttin
Pelops und Hippodameia
Exkurs: Einige Bemerkungen zur Aussprache und Betonung griechischer Götternamen
Luna Lucifera – die römische Mondgöttin

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=540
Lucifer (Phosphoros) – der Morgenstern
Elagabal - Der Sonnengott von Emesa
Demeter

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=555
Exkurs: Die Prozession des Kalathos der Demeter
Ahura Mazda - Der Herr der Weisheit
Exkurs: Nietzsche, Also sprach Zarathustra
Herakles und der Erymanthische Eber
Exkurs: Das Schwein in der Antike
Die Familie des Maiandros

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=570
Artemis Anaitis
Apollo und die Hyperboreer
Exkurs: Hyperborea und die Nazis
Der Heilige Gemeinderat
Gerusia – Der Ältestenrat
Eros und die Keule des Herakles
Die Schildkröte
Exkurs: Der Wettlauf zwischen Achill und der Schildkröte
Homonoia

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=585
Die römische Concordia

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=600
Der Pfau in der Antike
Histiaia und ihre Familie
Bonus Eventus
Ops und Consus

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=615
Diktys und Danae
Thanatos - Schlafes Bruder
Apollo und Daphne

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=630
Der Trojanische Krieg im Spiegel der Münzen
Hades - der Herr der Unterwelt
Das Pantheion
Maionia, BMC 43, eine Münzrecherche
Lykurgos und die Nymphe Ambrosia
Eos und Ihre unglücklichen Liebschaften

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=645
Priamos, König von Troja
Mutinus Titinus
Der Flußgott Acheloos

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=660
Numa Pompilius
Quirinus, der Gott der Sabiner
Titus Tatius
Exkurs: Die Anfänge Roms
Felicitas
Pan und die Nymphe Pitys
Hera Argeios
Athena Ilias

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=675
Menestheus und die Dioskuren
Die Quellnymphe Iuturna
Flora
Die ägptische Libye
Der Kampf um den Tripod
Die Dea Roma
Exkurs: Der Philoktet des Sophokles
Das Meeresungeheuer Ketos

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=690
Einige Bemerkungen zur Tranquillitas
Exkurs: Die Stoa
Hercules Musagetes
Exkurs: Die Musen
Der Löwe und der Stier
Philomousos – Das Rätsel aus Serdika
Die baktrische Nana
Die Chimaira
---------------------------------------------------------- bis hierher befinden sich die Artikel im Mythologiebuch Band II --------------------------------
Athena erfindet die Doppelflöte

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=705
Nike, die griechische Siegesbotin
Exkurs: Der Läufer von Marathon
Die römische Victoria
Apollo und der Rabe
Die römischen Heeresgötter

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=720
Jupiter Anxurus
Artemis Mounychia
Der Meergott Pontos
Exkurs: Der Pontos Euxeinos
Die Sandale des Jason
Phasis
Die Nymphe Sinope
Phalanthos oder Taras
Bes, der unbekannte Gott

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=735
Okeanos
Marnas, der Hauptgott von Gaza
Die Gottheit von Gabala, ein ungelöstes Rätsel
Phanebal, die Kriegsgöttin

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=750
Exkurs: Römische Personifikationen
Nobilitas
Honos, die Ehre
Pudicitia, die Schamhaftigkeit
Clementia, die Milde
Indulgentia, die Güte
Spes, die Göttin der Hoffnung
Exkurs: Elpis, die Hoffnung

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=765
Providentia
Die griechische Pronoia
Exkurs: Pronoia
Quies
Exkurs: Hesychia
Moneta
Fors, der unberechenbare Zufall

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=780
Die römische Fortuna
Die Securitas
Annona

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=795
Abundantia
Copia
Laetitia
Hilaritas
Claritas
Sapientia
Constantia
Die Kratesis in Alexandria

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=810
Die römische Pietas
Eusebeia und Asebeia
Liberalitas
Eurypylos, Sohn des Telephos
Skyphios, das erste Pferd
Der kretische Heros Kydon
Exkurs: Der kydonische Apfel
Diktynna-Britomartis
Exkurs: Katapontismos
Der tanzende Mars
Arkas, der Eponym von Arkadien
Exkurs: Arkadien

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=825
Eileithyia, die Geburtsgöttin
Lucina und die Geburt des Hercules
Exkurs: Galinthias
Sterope und Tegea
Die Mens
Exkurs: Die antiken Tempel auf dem Capitol
Hyakinthos und das Fest der Hyakinthien
Exkurs: Die Hyazinthe
Iris, die Götterbotin
Exkurs: Der Regenbogen
Exkurs: Die Schwertlilie

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=840
Feronia
Fides
Exkurs: Dius Fidius
Pistis

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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Altamura2 » Mi 21.01.26 10:28

Peter43 hat geschrieben:
Do 15.01.26 15:31
Pistis
Das ist jetzt mal ein interessantes Thema :D , von Pistis hatte ich noch nie gehört. Leider hast Du die Münze dabei etwas vernachlässigt :? .
Peter43 hat geschrieben:
Do 15.01.26 15:31
... Roma auf einem Waffenhaufen n. r. sitzend ...
Einen Waffenhaufen seh' ich da keinen, den finde ich auch in keiner Beschreibung :| .
Peter43 hat geschrieben:
Do 15.01.26 15:31
... de Nanteuil 323 ...
... ex Dr. Busso Peus, Auction 49, Lot 22, Mai 2009 ...
Es ist de Nanteuil 232, auch wenn Peus das anders sieht: https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bd6t5 ... k/f99.item , https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bd6t5 ... 4/f43.item
die Peus-Auktion ist die Nummer 409 vom 25.04.2013 (aber die Losnummer stimmt :D ): https://www.acsearch.info/search.html?id=1558101
Peter43 hat geschrieben:
Do 15.01.26 15:31
... Bruttium, Lokroi Epizephyrioi, ca. 275-270 v. Chr., Zeit des Königs Pyrrhos ...
Die Datierung sieht man heute wohl auch eher bei 282-280 v. Chr., siehe beispielsweise Daniele Castrizio und Andrea Filocamo, "Agatocle e l’archivio locrese di Zeus Olimpio – Un approccio numismatico", Revue Belge de Numismatique CLX, 2014, S. 217-278, ab Seite 225: https://www.academia.edu/35797049/Agato ... umismatico

Gruß

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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » Mi 21.01.26 13:22

Die Beschreibung habe ich von Wildwinds übernommen, die von Peus stammen soll. Vielleicht sind es ja 2 verschiedene Auktionen?´Unter Roma erkennt man einen Cuirass. Damit sind z.B. alle Beschreibungen, die von einem Thron sprechen hinfällig.

Jochen
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Altamura2 » Mi 21.01.26 15:03

Peter43 hat geschrieben:
Mi 21.01.26 13:22
... Die Beschreibung habe ich von Wildwinds übernommen, die von Peus stammen soll. ...
Tja, das kann passieren, wenn man von jemandem abschreibt, der das auch nur abgeschrieben hat 8) .
Peter43 hat geschrieben:
Mi 21.01.26 13:22
... Unter Roma erkennt man einen Cuirass. ...
Ich glaube, Du meinst die senkrechten Strukturen dicht über dem Boden unterhalb der Knie und Waden der Roma, richtig?
Das sollen in meinen Augen aber wohl eher die Falten des Untergewands sein. Unter dem Oberschenkel der Roma sieht man dann diese geschwungene Seitenwand des Throns (keine Ahnung, ob es dafür einen Fachbegriff gibt :| ).

Eine analoge Darstellungsweise gibt es aber z.B. auf Tetradrachmen aus Pergamon: https://www.acsearch.info/search.html?id=15610246 , https://ikmk.smb.museum/object?lang=de& ... 57&view=rs , https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b ... k=665239;2
Da sitzt die Dame dann doch sehr eindeutig auf einem Thron :D . Ein Kürass ganz vorne neben den Waden wäre auch eine ziemlich unbequeme Sitzgelegenheit :? .
Peter43 hat geschrieben:
Mi 21.01.26 13:22
... Damit sind z.B. alle Beschreibungen, die von einem Thron sprechen hinfällig. ...
Ich glaube eher, dass Deine Theorie hier hinfällig ist :D .

Interessant an diesem Münztyp ist aber noch etwas anderes, das ich jetzt erst beim Herumsuchen gefunden habe. Es handelt sich hier um eine der ersten, wenn nicht die erste sicher identifizierbare Darstellung der Roma auf Münzen, siehe beispielsweise hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Roma_(per ... conography . Da waren also nicht die Römer selbst auf eigenen Münzen die Ersten 8O .

Gruß

Altamura

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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » Mi 21.01.26 17:18

Herzlichen Dank für die ausführlichen Recherchen. Da habe ich ja erstmal viel zum Nachlesen.

Jochen
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