--- "Der Schaukasten" ---

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

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Homer J. Simpson
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Beitrag von Homer J. Simpson » Di 10.07.07 23:03

Ach übrigens, die Vs.-Legende heißt IMP GALLIENUS A; ganz ohne Augustus haben sie's dann doch nicht gemacht.

Homer
Wo is'n des Hirn? --- Do, wo's hiig'hört! --- Des glaab' i ned!

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Peter43
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Beitrag von Peter43 » Di 10.07.07 23:12

Im amerikanischen Form gibt es die Möglichkeit, seine Münzsammlung einzustellen. Zudem haben die anderen Forumsmitglieder die Möglichkeit, diese Münzen zu bewerten. Einer der am höchsten bewerteten Denare ist dieser:

Caracalla, 198 - 217 n.Chr.
AR - Denar, 3.13g, 19mm
Rom, 217 n.Chr.
Av.: ANTONINVS PIVS AVG GERM
Belorbeerter Kopf n.r.
Rv.: PM TRP XX COS IIII PP
Diana-Luna mit Mondsichel auf dem Kopf und wehender Kleidung, fährt auf Stierbiga n.l.
Ref.: RIC IV, 284; C.396
nicht häufig, gutes VZ
veröffentlicht bei www.wildwinds.com

Zu dieser Münze habe ich eine Frage, bei der ich hoffe, daß jemand mir dazu etwas sagen kann: Was hat Diana oder Luna mit Stieren zu tun? Bei Wildschweinen sind es die Hauer, die als Mondsymbole gelten. Gibt es Hinweise darauf, daß es dies auch bei Stierhörnern gibt?

Mit freundlichem Gruß
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Beitrag von chinamul » Do 12.07.07 15:52

Semisses des Nero sind bei weitem weniger häufig als die gängigen Asses, besonders wenn sie noch einigermaßen erhalten sind. Dieses recht akzeptable Stück habe ich 2001 erworben.

NERO 54 – 68
AE Semis Lugdunum 66 – 68
Av. IMP NERO CAESAR AVG • - Kopf rechts barhaupt (an der Spitze des Halsabschnittes Kugel = Lugdunum)
Rv. PONTIF M - AX TR P P P S C (im Abschnitt) - Roma nach links sitzend; in der Rechten Kranz, in der Linken Parazonium
RIC 554 (19 - 20 mm / 5,37 g)


Gruß

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beachcomber
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Beitrag von beachcomber » Do 12.07.07 16:36

sehr akzeptabel! :)
das auch kleine bronzen überzeugen können, zeigt auch folgender semis des traian:
av: IMP CAES NERVA TRAIAN AVG beloorberter kopf nach rechts,
rv: SC unter spieltisch auf dem vase und kranz liegen
grüsse
frank
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quisquam
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Beitrag von quisquam » Do 12.07.07 17:05

Ich finde interessant, dass Vorlage für die Traian-Rückseite ein Nero-Semis war! Wurden etwa Neros Ludi Quinquennalis ("Neronia") auch noch zu Traians Zeiten abgehalten???

Grüße, Stefan
Eigentlich sammle ich nicht Münzen, sondern das Wissen darüber.

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chinamul
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Beitrag von chinamul » Do 12.07.07 18:07

quisquam hat geschrieben:Wurden etwa Neros Ludi Quinquennalis ("Neronia") auch noch zu Traians Zeiten abgehalten???
Mit Sicherheit nicht! Es fehlt ja auf der Münze auch jeglicher Hinweis darauf. Die Wiederaufnahme von Spielen, die durch einen von der damnatio memoriae betroffenen Kaiser wie Nero begründet worden waren, ist absolut ausgeschlossen, zumal unter einem Mann wie Trajan.
Im übrigen s. hier:

http://www.numismatikforum.de/ftopic6900-345.html

Gruß

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Beitrag von curtislclay » Do 12.07.07 20:54

Strack, Traian, Anm. 984: "Der S p i e l t i s c h m i t V a s e u n d K r a n z ist von den Semis des Nero aus Anlass des CERTAMEN QVINQVENNALE bekannt, zielt also vielleicht auf entsprechende Spiele unter Traian."

Nero war es, der als Erster Spiele nach dem griechischen Muster in Rom eingeführt hat, worin solche Spieltische üblich waren.

Der Quadrans von Traian scheint zu beweisen, dass auch unter ihm Spiele dieser Art, vielleicht von einem späteren Kaiser neu gegründet, in Rom noch abgehalten wurden.

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beachcomber
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Beitrag von beachcomber » Do 12.07.07 21:45

hallo chinamul,
auch mir scheinen die darstellungen zu ähnlich zu sein, als dass da kein zuzammenhang bestehen könnte.
auch wenn nero der damnatio memoriae anheimgefallen ist, heisst das ja noch nicht, dass von ihm eingeführte spiele nicht doch beim volk ganz gut ankamen, wie ja wohl der kaiser selbst beim volk beliebter war als in senatskreisen.
grüsse
frank

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Xanthos
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Beitrag von Xanthos » Mi 18.07.07 13:12

Um diesen Thread wieder etwas zu beleben und um zu zeigen, dass man auch mit wenig Geld schöne Münzen kaufen kann, möchte ich Euch diesen Antoninus Pius Sesterz vorstellen:

Antoninus Pius Sestertius, 159-160 AD, Rom.
Obv: ANTONINVS AVG PIVS P P TR P XXIII, laureate head right.
Rev: PIETATI AVG COS IIII / S - C, Pietas standing left, holding globe and child; at her sides, right and left, two children.
29-31 mm, 23,87 g
RIC III Antoninus Pius 1031

Gekauf auf ebay.fr für 24 Euro inkl. Porto. Zum Kauf bewegt haben mich das schöne Porträt und die hübsche Patina.
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RIC3-01-1031.jpg
Zuletzt geändert von Xanthos am Mi 18.07.07 14:31, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von beachcomber » Mi 18.07.07 13:26

hallo xanthos,
wirklich nett dein pius, und für 24 euro wahrlich ein schnäppchen!
zeigt aber deutlich, dass die preise für mindere erhaltungen fallen, im gegensatz zu top-stücken, die nur eine tendenz kennen: nach oben!
denn gerade bei ebay.fr erzielen bessere bronzen oft preise, die sich durch nichts von 'normalen' auktionen unterscheiden.
grüsse
frank

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Beitrag von chinamul » Mi 18.07.07 13:44

quisquam hat geschrieben:Wurden etwa Neros Ludi Quinquennalis ("Neronia") auch noch zu Traians Zeiten abgehalten???
Ich habe nicht behauptet, daß es unter Trajan keine derartigen Spiele gegeben hat, nur waren es eben keine Neronia mehr, die mit Neros Ableben endeten. Und ich halte es nach wie vor für ausgeschlossen, daß Trajan sich mit seinen Spielen in irgendeiner Weise auf Nero bezogen hat. Es scheint ja auch nicht einmal bekannt zu sein, in welchen Disziplinen die Wettkämpfe unter Trajan ausgetragen wurden, d. h. wie groß eine Ähnlichkeit mit den Neronia war.

Gruß

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Beitrag von curtislclay » Mi 18.07.07 16:10

"Es scheint ja auch nicht einmal bekannt zu sein, in welchen Disziplinen die Wettkämpfe unter Trajan ausgetragen wurden, d. h. wie groß eine Ähnlichkeit mit den Neronia war. "

Ganz richtig! Die Münzen mit Spieltisch sind das EINZIGE erhaltene Zeugnis für die Austragung solcher Spiele unter Trajan!

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Brutus und die fasces

Beitrag von drakenumi1 » Mi 18.07.07 22:10

Wer "A" sagt, sollte auch"B" sagen können. Am 05.07.07 habe ich Euch im separaten thread meinen Caesar vorgestellt, nun soll der Brutus folgen. Nicht ohne eine Absicht natürlich, denn die auf der Rückseite dargestellte Gruppe der Liktoren um den Konsul L. Junius Brutus hat mich wegen ihrer preußisch - martialischen Geschlossenheit mit den geschulterten Gewehren (pardon!) schon lange beschäftigt. Seit ich dazu noch den Norbanus besitze, auf dessen Rv. ein fascis (das Rutenbündel mit herausschauender Beilklinge) so schön en datail dargestellt ist, suche ich eine einleuchtende Meinung, welchem Zweck wohl der so exakt dargestellte Mechanismus neben der Beilklinge mit den links und rechts neben der Klinge zu sehenden "Haken" gedient haben mag. Die Suche bei "wildwinds" bestätigt, daß diese Form reproduzierbar bei allen Exemplaren etwa die gleiche ist. Und die Frage stellt sich noch: Gibt es auch Darstellungen von fasces auf Münzen ohne Beile, also etwas friedvoller?
Sicher reichen Eure profunden Kenntnisse der röm. Antike auch für eine knappe Beantwortung dieser Frage, für die ich schon jetzt Dank sage.

Grüße zum Abend von

drakenumi1


img 23507 = Norbanus
img 23500 u. 23501 = Brutus
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img23501.jpg
img23500.jpg
img23507.jpg
Man kann, was man will, und wenn man sagt, man kann nicht, dann will man auch nicht.
(Baltzer von Platen/a. Rügen)

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Beitrag von Peter43 » Do 19.07.07 01:32

Fasces ohne Beil sind eigentlich nicht möglich, da sie das Zeichen der Macht über Leben und Tod waren.

Eine interessante Nebenbemerkung: Eigentlich sind die Fasces ein Symbol der Republik. Deshalb waren sie auch auf amerikanischen Münzen zu finden. Durch den Faschismus in Italien kamen sie unverdienterweise in Verruf, weshalb die Amerikaner sie von ihren Münzen verbannten. Ich glaube, es handelt sich dabei um den Mercury dime, der in den 5oern verschwand.

Zu dieser Münze, die auch historisch sehr interessant ist, handelt es sich doch dabei um den berühmten Caesarmörder, gab es einen Beitrag im Thread 'Historisch interessante Münzen' vom 16.2.05
http://www.numismatikforum.de/ftopic6900-150.html#73889

Außerdem will ich in diesem Zusammenhang noch hinweisen auf den berühmten Kosonstater, der dieses Thema wieder aufnimmt. Über ihn gibt es in diesem Thread ebenfalls sehr ausführliche Informationen!

Mit freundlichem Gruß
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Beitrag von chinamul » Do 19.07.07 09:56

Wenn ich es richtig sehe, erscheinen die Fasces mit dem Beil in moderner Zeit erstmalig wieder auf Münzen der Französischen Revolution von 1789 (zusammen mit dem pil(l)eus, der phrygischen bzw. Jacobinermütze als Freiheitssymbol) und sind fortan immer ein Zeichen für einen politischen Umsturz, bei dem sich das Volk der Herrschaft bemächtigte (Republik). Das trifft auch auf einige südamerikanische Staaten zu, die das Liktorenbündel mit der Freiheitsmütze ebenfalls auf ihren Münzen abbilden.

Gruß

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