--- "Der Schaukasten" ---

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

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tilos
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von tilos » Mi 16.02.11 23:56

Um mal Schweiz und Korinthenkacker zusammenzuführen: Tüpflischisser, Dippelschisser oder Dipfeleschisser [ externes Bild ]

Ansonsten eine meiner Lieblingsfrüchte:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rosine

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ga77
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von ga77 » So 20.02.11 16:48

So habe mir nun auch die Galerie im FAC erstellt. Viel Spass!

http://www.forumancientcoins.com/galler ... ?cat=26488

Valete
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von kc » So 20.02.11 18:35

Nette Galerie! Hoffentlich wird sie noch umfangreicher, denn dein Geschmack ist mir sehr symphatisch. :)
Suche Asse, Dupondii und Sesterzen der Flavier.

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nephrurus
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von nephrurus » So 20.02.11 19:40

auch auf die Gefahr hin, dass man mich jetzt endgültig für verrückt erklärt:
diese Münze habe ich beim Aufräumen gefunden :oops: - und zwar in einer Tasche, die ich mindestens seit 2 Jahren nicht mehr genutzt habe.

Rom, 236-238 , 3,23gr.
AV: MAXIMINVS PIVS AVG GERM
RV: VICTORIA GERM
RIC: 23
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Max.Thrax.RIC.23.jpg

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ga77
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von ga77 » So 20.02.11 19:42

@kc: Danke! Dessen kannst du dir sicher sein!

@nephrurus: Ein nettes Stück, so macht aufräumen Spass!

Valete
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von Homer J. Simpson » So 20.02.11 19:43

@nephrurus: Na, dann sei mal froh, daß Du sie nicht zum Roten Kreuz gegeben hast!

Homer
Wo is'n des Hirn? --- Do, wo's hiig'hört! --- Des glaab' i ned!

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nephrurus
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von nephrurus » So 20.02.11 19:51

Homer J. Simpson hat geschrieben:@nephrurus: Na, dann sei mal froh, daß Du sie nicht zum Roten Kreuz gegeben hast!

Homer
das ist nur eine Umhängetasche, die ist zu klein zum Bierholen :wink:

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Mithras
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von Mithras » Fr 25.02.11 03:30

Diese Bronze ist nicht sonderlich gut erhalten, aber eine Quadriga auf der Rückseite einer Bronzemünze fand ich schön und für mich sammelnswert. Noch dazu konnte ich sie zu einem erschwinglichen Preis erwerben.
Leider bin ich mit der Bestimmung etwas überfordert. Trotz stundenlangem Suchen im Netz kam ich zu keinem Ergebnis.

Angeboten wurde sie als Geta, aber ob das auch stimmt?

Wer erkennt den Herren und kann evtl. mehr zu der Münze sagen?
Ich bin mir noch nicht einmal so ganz sicher, ob das überhaupt ein Römerlein oder nicht evtl. doch ein Grieche ist!? :-(

LG
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Provinz unbestimmt 16.jpg
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von aquensis » Fr 25.02.11 09:01

Hallo,

Diese Münze - Philippus I / Otacilia Severa Mesembria ? - hat mir ganz gut gefallen.
Kann mir jemand ein Zitat nennen? Ich habe von Provinzmünzen überhaupt keine Ahnung.
Gew.: 11,899 gr; Dm.: 25 mm

Grüsse Franz
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von Pscipio » Fr 25.02.11 12:16

@Mithras: das ist ein Caracalla aus Stobi in Makedonien mit dem Raub der Persephone auf der Rückseite. Josivofski, der das Standardwerk zu den Münzen von Stobi geschrieben hat, kennt den Typ nicht mit Büste nach links* (die für Stobi generell selten ist), aber in der letzten Gemini Auktion hatte es ein Stück vom gleichen Aversstempel, jedoch mit der selteneren Flussgötter-Rückseite: http://www.acsearch.info/record.html?id=460582

Gruss, Pscipio

PS: mit Büste nach rechts siehe http://www.acsearch.info/record.html?id=454208
Nata vimpi curmi da.

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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von Mithras » Fr 25.02.11 13:31

Pscipio - ich danke dir! :-)

Also hatte ich mit Caracalla doch schon mal den richtigen Riecher und war auf heißer Spur! ;-)
Keine Ahnung, wie der Verkäufer auf Geta kam. Gibt es von Geta ähnliche Münzen? Also ich fand keine und suchte ewig! Kein Wunder!

Nun konnte ich dank dir gezielt weiter suchen... Stobi halte ich inzwischen wegen der Legende (die auf dem Foto schlecht zu erkennen ist aber darauf hinweist) für eher unwahrscheinlich... vermutlich stammt die Münze aus Samaria (hebr. ‏שומרון‎/ Shomron), der ehemaligen Hauptstadt des Königreiches Israel.
Im Netz gefunden habe ich genau dieses Stück jedoch auch mit diesen neuen Hinweisen/Vermutungen bisher noch nicht. :-(

Trotz allem nähere ich mich so langsam einem Ergebnis (freu - thx). Es wurmt mich nämlich, wenn man da ein Stück Geschichte vor sich liegen hat und nichts genaueres dazu herausbekommt... aber es wird ja! :-)

LG
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von Pscipio » Fr 25.02.11 13:42

Hallo Mithras,

es ist aber ganz bestimmt Stobi und gewiss nicht Samaria, das beweist die Aversstempelgleichheit mit dem Gemini-Stück, ausserdem ist die Rückseite typisch für Stobi. Hätte ich nur eine Vermutung äussern wollen, dann hätte ich sie auch als solche bezeichnet.

Die Reverslegende lautet MVNIC(IPI) STOB(ENSI) oder ähnlich - da gibts viele kleine Varianten. Das Stück dürfte übrigens noch unter Septimius Severus geprägt worden sein, wie Stempelverbindungen und das jugendliche Portrait zeigen.

Gruss, Pscipio
Nata vimpi curmi da.

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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von Mithras » Fr 25.02.11 14:02

sehr spannend! antike Geschichte hat mich früher nie sonderlich interessiert...
als ehemaliger hinter einer Mauer eingesperrter Ostsektorenbewohner dachte ich mir damals: an die wirklich geschichtsträchtigen Orte kommst du persönlich leider eh nie hin... also was solls...

...werde nun erstmal lesen, was Caracalla dort zu dieser Zeit so getrieben hat ...(antike) Münzen sammeln ist wirklich sehr interessant und bildet :-)
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von Pscipio » Fr 25.02.11 14:49

Ich bin mir nicht sicher, ob du das jetzt vlt. falsch verstanden hast: wenn Stobi Münzen für Caracalla prägte, dann bedeutet das nicht, dass Caracalla vor Ort gewesen sein muss. Indem sie das (oder die) Porträt(s) des/der Herrscher auf ihre Münzen setzte, verdeutlichte die Stadt nur, dass sie zum römischen Imperium gehörte. Es gab hunderte zumeist griechischer Städte (Stobi war allerdings ein römisches Municipium), die Münzen mit dem Bildnis des gerade herrschenden römischen Kaisers bzw. der Kaiserfamilie prägten, während die Rückseitengestaltung meistens den lokalen Autoritäten überlassen blieb. Es handelt sich dabei um sogenannte Provinzialprägungen (englisch "Greek Imperials"), welche besonders im Osten des Reiches zirkulierten - jedoch zumeist nur lokal oder regional. Leitwährung blieb das imperiale römische Geld mit Aurei, Denarii etc.

Die Ausprägung von Münzen gehörte zu den ureigensten Ausdrucksformen der Unabhängigkeit einer Polis, d.h. eines griechischen Stadtstaates. Selbstverständlich lässt sich die Unabhängigkeit einer Stadt unter römischer Herrschaft nicht mehr jener in archaischer oder klassischer Zeit vergleichen, da insbesondere die Aussenpolitik als Betätigungsfeld für die lokalen Eliten völlig wegfiel, trotzdem darf man nicht vergessen, dass die meisten Städte im griechischen Osten sich auch in der Kaiserzeit innenpolitisch zu grossen Teilen selbstständig verwalteten - wenn (natürlich) auch nur so lange, als dies nicht mit den Interessen der römischen Herrschaft kollidierte. Dass die Römer v.a. den griechischen Städten in vielen Fällen das Münzrecht beliessen, hatte nicht nur einen finanziellen Hintergrund, sondern eben auch einen hohen symbolischen Wert.

Wie oben erwähnt, handelte es sich bei Stobi um ein römisches Municipium. Allerdings prägten viele römische Municipia und Coloniae, die im griechischen Osten angelegt wurden, eigene Münzen. Sie standen damit durchweg in der griechischen Polis-Tradition. "Die Stadt" war in der Antike in sehr vielen Gebieten die wichtigste Grundlage von Herrschaft und Verwaltung und die Römer haben dies nicht nur zu schätzen gewusst, sondern, wie schon die hellenistischen Herrscher vor ihnen, durch die Gründung von neuen Städten auch konsequent gefördert. Der Titel eines Municipiums oder einer Kolonie allerdings ist typisch römisch und wurde oft auch einer bereits bestehenden Stadt verliehen. Es handelte sich dabei um ein Ehrenrecht, das für die Bürger der Stadt rechliche Vorteile mit sich brachte (in Sachen Bürgerrecht, Steuerrecht etc.). Häufig stand die Einrichtung eines Municipiums oder einer Kolonie auch mit Veteranenansiedlungen in Zusammenhang. Municipia und Coloniae benutzten auf ihren Münzen lateinische Legenden, griechische Poleis hingegen griechische.

Dies nur als kurze Zusammenfassung, es handelt sich dabei um komplexe, aber hochspannende Themengebiete. Ich hoffe natürlich, dass ich dich jetzt nicht mit Sachen gelangweilt habe, die dir schon vorher klar waren! :)

Viele Grüsse
Pscipio
Nata vimpi curmi da.

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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von Peter43 » Fr 25.02.11 15:21

Sehr schöne Darstellung, Lars!

@aquensis
Eine schöne Demeter mit Getreideähren und Fackel. Von diesem Typ hat Varbano 4 verschiedene Varianten, die sich durch die Legende auf der Vs. unterscheiden:
4230 I: AVT IOVL FILIPPOC M WT CEBHRA CEB
4231 D: AVT M IOVL FILIPPOC AVG M OTA CEBHR
4232 E: AVT M IOVL FILIPPOC AVG M WTAKIL CEBHRA CEB
4233 G: AVT M IOVL FILIPPOC M WT CEBHRA

Da bei Dir im Abschnitt CEBHRA / CEB steht, bleibt nur Legende I und E übrig, und da der zur Verfügung stehende Raum das WTAKIL fordert, müßte es E sein. Damit ist Deine Münze Varbanov 4232; Karayotov 193.

Mit freundlichem Gruß
Omnes vulnerant, ultima necat.

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