Ist ja bestimmt gut mit dem Olivenöl!?

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eurosammler
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Ist ja bestimmt gut mit dem Olivenöl!?

Beitrag von eurosammler » Di 08.10.02 13:49

Hi hab gerade den Beitrag mit der Olivenölreinigung gesehen.
Muss ja wirklich genial sein.

Hat jemand schon damit Erfahrungen gemacht und kann auch Tipps geben.

Kann ich da auch meine Reichsmünzen behandeln , und können auch Münzen mit verschiedenen Metallen in einem Behälter liegen?

mfg!

eurosammler
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Beitrag von eurosammler » Di 08.10.02 21:57

Hat denn niemand etwas dazu zu sagen? :cry:


P.S.: Geht auch Natives Olivenöl , und kann man während der ,,Behandlung'' :)
auch den luftdicht verschlossenen Behälter öffnen und dann auch wieder schließen , oder ist das ganze Experiment vorbei , wenn einmal Luft rankommt :?:

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Wuppi
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Beitrag von Wuppi » Di 08.10.02 23:48

Ich würde auch gerne nen bissel mit Olivenöl experimentieren - aber da fehlen mir irgendwie paar fundmünzen ... nen nettes Römerlot wäre nett, aber net so wirklich dranzukommen - bei ebay nur schrott (meine Devise: muß nix wertvolles sein, hauptsache man erkennt was nachm reinigen - und das soll bei dem ebay-Schrott nicht der falls sein :(

Ich glaub gelesen zu haben das das Olivenöl egal sein - aber ich würde so natürliches wie möglich nehmen ... Olivenöl konserviert sehr gut - man hat altes (antikes) Olivenöl gefunden was super in erhalt war ... also da würde ich net sparen ... aber meinungen interessieren mich auch ...

Bis dann
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Beitrag von mfr » Mi 09.10.02 01:22

Hallo,
also ich benutze immer das billige Oliöl von Aldi ;)
Aber nicht zur Konservierung, das klebt immer so ;) sondern nur zur Reinigung von Fundmünzen.
@Eurosammler: Was für Münzen das sind spielt erstmal keine Rolle, es kommt auf die Art der Verschmutzung an, Fundmünzen haben meist buchstäblich den Dreck der Jahrhunderte an sich haften, den bekommt man nur sehr schwer ab, daher in Oliöl einweichen und langsam auflösen lassen.

Mehrere Metallsorten würde ich aber nicht zusammenschmeissen, durch die Feuchtigkeit kann eine Batteriewirkung eintreten bei der das höherwertige Metall das minderwertige angreift.

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Beitrag von eurosammler » Mi 09.10.02 20:46

Also , hab jetzt 1,5 Tage verschiedene Reichsmünzen in einer verschlossenen Tupperschale in Olivenöl und hab ab und zu mal nachgeschaut aber eigentlich hat sich nichts verändert.

Wann muss ich das Öl wieder wechseln?

Muss ich beim Wechseln die Münzen immer wieder mit Wasser abspülen?

mfg!

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Andreas
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Beitrag von Andreas » Do 10.10.02 06:36

Versuche es mal mit Ballistolöl, ist wesentlich besser als Olivenöl. Ich halte gar nichts von der Olivenölmethode.
Gruß
Andreas

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Obelix
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Beitrag von Obelix » Do 10.10.02 20:29

@all

Damit reinigt ihr Fundmünzen?
Oder auch circulierte DM?
8O
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eurosammler
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Beitrag von eurosammler » Di 15.10.02 13:35

Also heute hab ich einen Ölwechsel :D vorgenommen und die Münzen mit Wasser abgewaschen.
Sie sind irgendwie ölig geblieben und nach dem Trocknen war ein Film drauf aber die Münzen sehen irgendwie klasse aus.

Nun beginnt eine neue Woche mit neuem Öl , mal sehen.

Aber ich glaub zur Reinigung ist das nicht gedacht oder?

Wer hat das schon mal richtig mehrere Tage oder Wochen ausprobiert?

mfg!

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Obelix
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Beitrag von Obelix » Di 15.10.02 17:35

@eurosammler

Also irgenwie bekommen wir hier keine Antworten, oder?
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Jason
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Beitrag von Jason » Di 15.10.02 18:08

Also, da keiner unserer Reinigungsexperten antwortet, setze ich mich mal wieder in die Nesseln. ;-)
Ich denke, die Geschichte mit dem Ölivenöl ist folgende:
das Öl (wahrscheinlich jede Art von Öl - Olivenöl ist halt gerade schick, deshalb Olivenöl! ;-) ), löst bestimmte Arten von Dreck. Soweit ich das gelesen habe, dient es auch zur Festigung der Patina von Münzen (was sich irgendwie ein bisschen widerspricht - aber das ist halt so - wie überall im Leben! ;-) ).

Ich habe meine ungereinigten römischen Münzen damit behandelt - und da hat es funktioniert! Es "weicht" die anhaftende Erde auf und man kann sie dann mechanisch entfernen - sprich, man kratzt den Dreck dann heraus.

Ich denke mal, dass das Öl NUR für diesen Zweck hilfreich ist. Jede andere Art von Dreck - Verfärbungen, Korrosion oder Sonstiges kann man wahrscheinlich NICHT mit Öl erfolgreich behandeln.
Allerdings denke ich, man kann auch nicht viel falsch machen, wenn man es probiert! ;-)

heripo
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Olivenöl

Beitrag von heripo » So 27.10.02 15:41

Hallo Münzfreunde ....
sorry - hatte total übersehen, daß ich ja zum Moderator für's Reinigen eingesetzt bin ... tut mir leid, wenn ich seither noch nicht drauf reagiert habe - also.:

A n t i k e Münzen Reinigen !

1) Generell gilt - je weniger Du mit einer alten Münze "anstellst" desto weniger machst Du falsch !
Je nach Metall / Legierung und ihrer jahrhundertelangen "Unterbringung" wird eine Münze eine Patina ausbilden ... diese Patina ist tabu - sie sollte auf gar keinen Fall irgendwelchen chemischen oder mechanischen Tortouren unterworfen werden. Bei Silbermünzen ist sie je nach Silbergehalt meist recht dunkel und nicht "ausgehärtet" ... auch das zaponieren ist für patinierte Münzen in der Regel tabu ( da auch gar nicht erforderlich )

2) Lerne zu unterscheiden:

a) der B e l a g "auf" einer Münze - der durch Mineralisierung der Oxyde zu einer harten Patina werden kann - ist oftmals ein Gemisch aus Metalloxyden ( also Salzen ) und Schmutzpartikeln ( also Mineralstoffen aus dem Erdreich) ... beides kann sich zu einer recht harten Masse verbunden haben und unterschiedlich "dick" auf der Münze liegen und sie
quasi unansehnlich machen - hier also tritt in der Regel das "Reinigungs-
Verlangen" auf

b) patinierte Münzen mit fest anhaftenden Verschmutzungen :
Die Patina wird mit der Lupe gut als geschlossener Überzug einer Münze erkannt - wie eine "Glasur" - und trotzdem liegt darauf oftmals Schnutz (Erde / Ton ) - der ebenfalls schon mineralische Eigenschaften und Verfestigungen angenommen hat ! Man wird erst versuchen die Münze mit lauwarmer schwacher Seifenlauge und weicher Bürste zu reinigen. Bitte auf keinen Fall h e i ß e s Wasser verwenden, denn - die relativ weichen Metalle dehnen sich bei der Erwärmung aus - die mineralische Patina hingegen ist starr ... ganz feine Risse in der Patina wären die Folge und dies genügt, den Oxydationsprozess unter der Patina wieder aufleben zu lassen ! Hier wäre dann a u c h Öl (selbst Ballistol ) schädlich !

Daher auch vorsicht: ... hab z.B. in Südländern schon Münzen auf Markttischen vorgefunden, die durch Sonnenbestrahlung so heiß waren, daß man sie nicht mehr anfassen konnte! ... Sowas darf man freilich mit Münzen n i c h t machen ... gleichmässig Temperatur und nur langsamen
Temperaturwechsel ( angenommen, man müsste im Winter Münzen im Koffer transportieren ) ...

3) Salz-Oxyde ... (z.B. der sog. Grünspan ) ... können mit verdünntem
Salmiakgeist ( Apotheke ) langsam aufgelöst und entfernt werden - gilt auch für Billon-Münzen ( Vorsicht ... Nase ...) Am besten kleine Gläschen mit Verschluß ,,, Tempo-Taschentuch rein ... etwas Salmiakgeist reinleeren und Mü auf das Tempo-TT legen ... Döschen verschliessen ... kann ruhig 1 Tag drinbleiben ) da es ja nicht im Salmiak schwimmen soll!
Dann Mü mit lauwarmem wasser Spülen und gut trocknen ( Föhn - aber nicht zu heiß ). Wenn das Oxyd noch lösbar war, dann ist es - mitsamt seiner gebundenen Schmutzpartiekl - nunmehr meist aufgelöst; wenn nicht kann der Vorgang wiederholt werden. Sieht man unter der Lupe daß
das grüne "Zeugs" bereits ein kleiner Mineralstein ist ... dann nicht weitermachen ! Den kann dann nur der Fachmann unter dem Binokolar so entfernen ( mech. Präparation) , daß die Münze keinen Schaden erleidet - denn meist ist das Mineral mit dem Muttermetall verbunden - es würde - bei nichtfachmäss. Behandlung - ein Loch hinterlassen, da "ausbrechen".

4) sog. Fundmünzen.: --- Hast du Fundmünzen - z.B. Römer, 3 - 4 JH erworben, mitsamt der dazugehörigen "Fundbelagsreste" ... kannst du
eigentlich problemlos zum ( auch billigsten ) Ölivenöl greifen und diese Münzen ruhig mal ein paar Wochen in einem Glas im Öl lassen. Es geht hier nämlich nur darum, die Schmutzkruste aufzuweichen. ( Ballistol wäre hier viel zu schade ). Wenn diese Oberflächenschicht aufgeweicht ist, kann
in Seifenlauge ( Geschirrspülmittel in ca. 40 grad warmem Wasser ) mit einer alten Zahnbürste der aufgeweichte Oberflächenschmutz weggebürstet werden. Ist noch immer viel Schmutz da - Vorgang ruhig (wenn sein muß, mehrfach ) wiederholen ( ggf. auch ein paar Wochen einlagern ). Immer erst mit feiner Saufenlauge spülen und gut trocknen.

Danach lassen sich die Münzen sortieren - in die - vorstehend schon beschriebenen mit rel. guter Patina ... dann wie vorstehend behandeln.

Bei europ. Fundmünzen ( auch z.B. aus der Donautiefebene im ehem. Syrmien / heute Serbien ) mußt Du leider sehr häufig damit rechnen, daß die "saure Lehmerde" ein Aushärten der Patina nie zugelassen hat ... die ( meist grünliche ) Salzkruste ( Kupravit/Malachit) ..ist auch giftig ! ... lässt sich mit der Zeit (noch o.g. Öli-Öl-Methode ) entfernen - und dann kommt das böse Erwachen! Drunter ist oft nur noch ein total durchlöchteres Kupferblättchen auf dem so gut wie nichts mehr von einer Prägung zu erkennen ist ! ( daher rate ich - wer sich nicht auskennt - ab vom wahllosen kauf solcher Fundmünzen aus europ. feuchter Erde ).

Oftmals ist es besser, wenn Portraits und Schriften noch erkennbar ( wenngleich nur noch aus Salzen bestehend ) ... die Münze in diesem Zustand zu "konservieren" ... wer noch rankommt an alten Schreiner/Knochenleim -stark verdünnt - Münze damit tränken. hat den Vorteil, glänzt nicht wie Lack .... ansonsten "verdünnter Zappon-Mattlack" .... wobei ich hier nun aber davon ausgehe, von Fundmünzen zu sprechen, die keinen " großen Wert" mehr darstellen, sondern vielleicht vom Jungsammler / Anfänger noch als Belegstücke gerettet werden sollen.

Die "Konservierung" wähle ich dann durchaus für die gereinigten Münzen, indem ich in einem Tempo-Taschentuch eine winzigs Spur von säurefreier Vaseline verrieben habe - und damit streife ich einwenig über die Münzen - also hauch-hauch-dünn ...

Last not least.:
Und irgendwann einmal wird sich der Antikensammler ein gutes Binokular
( auch Stereomikroskop genannt -) zulegen um dann auch die "mechanische" Reinigung der Münze zu lernen. Dazu braucht man Geduld, eine ruhige Hand - und - bastlerisches Geschick
um sich "Feinstwerkzeuge" selbst herzustellen (z.B. eine Stahnadel unter dem Mikroskop umzuschleifen in eine hauchdünne Klinge; oder aus einem
Stück Rasierklinge ein flexibles Schaberchen zu machen) .... auch verschiende Hartholzstäbchen - penibel zugespitzt und in der Flamme gehärtet, vermögen unter dem Binokular den Schmutz aus Ritzen und Buchstaben rauszufuzzeln !

So - das war jetzt ein "Schnellkurs" .... noch eins.: lasst möglichst von allen sonstigen "Chemikalien" die Finger ... auch Ultraschallreiniger kann ich für antike Münzen niemals empfehlen - denkt an die Haarrisse in der Patina - leicht kann ein Stückchen Patina ausbrechen, denn der Schall kann Patina von Schmutz nicht unterscheiden !

Wenn ihr weitere Fragen habt ... ich schau als jetzt mal regelmässig hier rein!

Gruß, heripo

Jason
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Beitrag von Jason » So 27.10.02 16:04

Huch, na endlich mal 'ne "anständige" Antwort auf die Ölreinigungs-Frage. ;-)
War ja höchste Zeit, dass sich mal jemand mit profunden Kenntnissen dieses Themas annahm.
Danke @heripo! :-)

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Andreas
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Beitrag von Andreas » Mo 28.10.02 06:45

Hier noch ein paar meiner Reinigungstipps für Fundmünzen, auch anwendbar bei anderen Stücken:

http://www.goron.de/%7Eheimdall/wwwboard/reinigung.html

(Hatte eigentlich gedacht die Seite sei bekannt, da schon einmal von Locnar hier im Forum gepostet).
Gruß
Andreas

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Beitrag von eurosammler » Do 31.10.02 15:06

Also das Öl hilft ja überhaupt nicht , es sind jetzt 3 Wochen vergangen und z.B. bei meinem 48er Pfennig , J ; ist immer noch zwischen den Buchstaben der Dreck , der geht auch nicht abzuwaschen.

Oder mein 25 Centstück , ich weiss nicht aus welchem Jahr oder Land ich seh nur die Wertangabe , da hat sich eigentlich nicht verändert.

Soll ich das Öl wechseln oder wie?

heripo
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Beitrag von heripo » Fr 01.11.02 11:49

hallo eurosammler,
dann hast du die "Wirkung" des Öliöls nicht richtig eingeschätzt ... mit Oliöl kannst du nur die (mechanische ) Verschmutzung aufweichen - d.h. wenn Du jetzt die Mü unter die Lupe legst und mit einem Zahnstocher z.B. die Verschmutzungen aus den Ecken und Winkeln putzen möchtest, müsste dies eigentlich gehen ... wenn's nicht geht, dann vermute ich daß es sich um eine Korrosion handelt ( müßtest Du aber unter der Lupe auch feststellen können); da hilft dann freilich Oliöl nicht weiter ! Gruß heripo

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