Gallisches Sonderreich - Münzen und anderes

Kaiser, Dynastien und Münzstätten

Moderator: Homer J. Simpson

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annius verus
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Beitrag von annius verus » Fr 02.02.07 13:34

Ich stelle Euch hier meinen neuen Laelianus vor. Ich bin mir jedoch noch nicht ganz sicher ob er einen Platz in meiner Sammlung findet, oder ob ich ihn weitergeben soll. Das besondere an der Münze ist eben, dass sie aus ziemlich gutem Silber besteht. Vorallem die Rückseite haut mich um...
Und dann ist es eben noch Laelian. :?

Laelianus 268 n. Chr.
Silberantoninian 2.8 g / 20 mm
Av: Büste des Kaisers mit Strahlenkrone nach rechts IMP C LAELIANVS P F AVG
Rv: Victoria schreitet nach rechts, hält Palmzweig und Kranz VICTORIA AVG
Cunetio 2501 / RIC 9

Der RIC gibt noch einen zweiten Antoninian von Laelianus mit PAX AVG als Rückseitenlegende an (R3). Hat von Euch schon mal jemand ein Bild von dieser Münze gesehen oder wurde dieser Typ bereits einmal in einer Auktion angeboten?

Vielen Dank für die Antworten!

Gruss Yves
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Laelianus_blau.jpg

Chippi
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Beitrag von Chippi » Fr 02.02.07 13:38

Also ich wüsste, wo bei mir das Stück ligen würde! In der Sammlung, zudem ist die Erhaltung auch sehr gut, an manchen Stellen nur etwas flau, was mich wiederum überhaupt nicht stört!

Gruß Chippi
Wurzel hat geschrieben:@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)
Münz-Goofy hat geschrieben: Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.

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Faramir
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Beitrag von Faramir » Fr 02.02.07 14:50

Glückwunsch zu dem Laelian!

Soweit ich weiß, dürfte die Existenz einer Pax Rückseite sehr fraglich sein. Mir sind nur Rückseiten des Typs VICTORIA AVG (Victoria nach links gehend oder nach rechts eilend) bekannt, bzw FIDES MILITVM als moderne Fälschung.

Gruß
Sebastian

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beachcomber
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Beitrag von beachcomber » Fr 02.02.07 15:06

hallo yves,
den kannst du mir direkt anbieten, wenn du ihn nicht mehr haben möchtest ! :)
grsse
frank

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numisnumis
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Beitrag von numisnumis » Fr 02.02.07 20:23

Auch die Münzen des Postumus beeindrucken durch die erstklassige Stempelschneiderkunst. Da müssen wahre Künstler mit geschultem Auge am Werk gewesen sein. Allgemein kann man feststellen, dass sämtliche Emissionen des Gallischen Sonderreichs von brillanter Qualität sind.

Hier mein Favorit aus der eigenen Sammlung:

Antoninian des Postumus
Av: IMP C POSTVMVS P F AVG
Rv: PACATOR ORBIS (Solbüste)
Mzst. Köln, 268 n. Chr.
Cunetio 2465
20mm, 3,7 g

Gruss
numisnumis
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Homer J. Simpson
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Beitrag von Homer J. Simpson » Sa 03.02.07 17:45

Einige der gallischen Stempelschneider waren wirklich große Künstler! Meinen Lieblings-Tetricus II. kennen diejenigen von Euch evtl. schon, die das US-Forum lesen, da hatte ich ihn schon mal vorgestellt. Ich stelle mir gerne vor, daß da eines Tages ein für die Aurei zuständiger Stempelschneider mangels Goldnachschub nichts zu tun hatte und bei der Kleingeldproduktion ausgeholfen hat. Das Porträt ist das beste, das ich je von Tetricus II. gesehen habe.

Viele Grüße,

Homer
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Beitrag von Faramir » Mo 26.02.07 08:19

Ich konnte vor kurzem folgenden Postumus Doppelsesterz erwerben:

Postumus Doppelsesterz, 4. Emission, 262 in Köln

Avers: IMP C M CASS LAT POSTVMVS P F AVG, Büste mit Helm und Strahlenkrone, Panzer und Paludament nach rechts.

Revers: LAETITIA AVG, Rheinschiff mit Steuermann und Ruderern nach rechts.

18,49g, 33mm

Bastien -

Stempelgleiches Avers mit Bastien 125, 126, 127 (PM TRP COS III PP, FIDES MILITVM, VICTORIA AVG),Kombination mit LAETITIA AVG Revers nicht verzeichnet.
Es scheint sich also um einen neuen Typ zu handeln. Falls jemand noch Informationen über diese Sonderemission an Sesterzen hat (Bilder etc), wäre ich dafür sehr dankbar.

Gruß
Sebastian
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Postumus Doppelsesterz LAETITIAAVG Helmbüste.jpg

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Beitrag von Peter43 » Mo 26.02.07 10:34

Ein Kommentar von jemandem, dessen Sammelschwerpunkt nicht auf dieser Zeit liegt:

Die Victoria auf der Laelianus-Rückseite ist wirklich wunderschön! Gratulation! Und die beiden letzten Portraits, Sol und Tetricus, beeindruckend!

Mit freundlichem Gruß
Omnes vulnerant, ultima necat.

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Weinnase
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Beitrag von Weinnase » So 11.03.07 23:59

Liebe Freunde des Gallischen Sonderreiches,

mich verblüffen immer wieder die qualitativen Unterschiede zwischen Avers und Revers. Das es auch hervorragende Rückseiten geben kann, zeigen die Beispiele oben. Aber meist sind doch Rückseiten (auch was die Erhaltung anbetrifft?) gegenüber der Vorderseite eher erbärmlich. Ist etwas über die Aufgabenverteilung innerhalb einer Münzprägestätte bekannt? War der "Meister" evtl. nur für Darstellung des Kaisers zuständig und der "Stift" für die Rückseite? Interessant wäre natürlich auch, wie viele der wirklich hervorragenden Stempelschneider für das "Gallische Sonderreich" arbeiteten.
War es u. U. nur ein einziger wirklicher Künstler (von Postumus bis zu Tetricus I & II) der sowohl Stempel für Goldmünzen wie auch Antoniniane schuf? Gibt es Untersuchungen bzw. Literatur darüber, wieviele Münzstempel ein Stempelschneider z. B. pro Jahr herstellte??

So, genug gefragt für heute.

A guat´s Nächtle wünscht
Weinnase

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Pscipio
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Beitrag von Pscipio » Mo 12.03.07 00:23

Interessante Fragen - ich versuche mich mal an einigen Antworten:

Ich finde die Rückseiten beim Gallischen Sonderreich nicht erbärmlich. Klar, sie stammen oft von abgenutzten Stempeln, aber das kann man nicht dem Stempelschneider vorwerfen. Rückseitenstempel blieben zu der Zeit länger im Gebrauch als Vorderseitenstempel; das Kaiserporträt und sein Name sollte natürlich klar erkennbar sein, während die Rückseite nicht so entscheidend war. Der Unterschied zwischen einer Postumus-Victoria und einer Victoria aus dem 1. Jahrhundert liegt weniger in den mangelnden Fähigkeiten der Stempelschneider als in einer zunehmenden Stilisierung der Götterbilder begründet. Man möchte ja auch nicht behaupten, dass es im 4. Jahrhundert keine talentierten Stempelschneider mehr gab, nur weil die Kunst stilisitische Wandlungen durchmacht. Ein Picasso lässt sich auch nur schwer mit einem Rembrandt vergleichen! Der eine wird den Picasso lieben, der andere den Rembrandt vergöttern. Genau so ist es mit dem Münzen: ich kann mit einem Constantin normalerweise kaum etwas anfangen, während andere seinen Prägungen vollkommen verfallen sind.

Die Gallische Münzstätte(n) beschäftigte(n) zweifellos eine grosse Anzahl von Stempelschneider, denn einer alleine hätte niemals so viele Stempel herstellen können. Ganz gewiss wurden die Aureus-Stempel durch die talentiertesten Künstler hergestellt; nur so lässt sich der Qualitätsunterschied zwischen Aurei und Antoninianen erklären.

Die Münzstätte Köln produzierte bereits unter Gallienus&Valerianus die stilistisch meiner Meinung nach schönsten Münzen ihrer Zeit, und Postumus hat diese Künstler natürlich weiterhin beschäftigt. Dadurch erklärt sich auch des grosse künstlerische Unterschied zwischen den Münzen des Postumus und der Gallienus. Erst spät in der Regierungszeit erscheinen für den regulären Kaiser wieder hervorragende Aurei während sie bei Postumus während seiner ganzen Herrschaft wundervoll sind. Einige dieser Münzen gehören meiner Meinung nach zum Besten, was römische Stempelschneider jemals hervorgebracht haben.

@Sebastian: vielleicht möchtest du deinen Saloninus aus dem US-Forum auch hier vorstellen? Ich bin mir sicher, er würde viele interessieren!

Gruss, Pscipio
Nata vimpi curmi da.

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Beitrag von Faramir » Di 13.03.07 09:53

Bei der Betrachtung der Reverse (ich beschränke mich auf Postumus) muß man meiner Meinung nach zwischen den Goldemissionen, Antoninianen und Bronzeprägungen unterscheiden. Die Aureusemissionen mit den Herkulestaten sind Beispiele höchster Stempelschneidekunst, sowohl was Detailgrad als auch Art der Darstellungen angeht.

Bei den Antoninianen gibt es recht große Unterschiede. Der Standard "MONETA AVG" steht hinter den "RESTITVTOR" Emissionen deutlich zurrück. Ich denke, das für die Sonderemissionen talentiertere Stempelschneider verantwortlich waren, eventuell sogar die Meister aus der Aureusabteilung. Es ist ja auch interessant, das es von den seltenen Antoninianen anteilsmäßig meistens deutlich weniger Stücke von abgenutzten Stempeln gibt, als von den Häufigen.

Bei den Bronzeprägungen ist das Augenmerk merklich auf das Portrait gerichtet. Die Rückseiten sind einfacher gehalten, vor allem wenn man den auf den deutlich größeren Schrötlingen zur Verfügung stehenden Platz bedenkt (in diesem Fall trifft das auch auf die RESTITVTOR Emissionen zu). Es wäre einfach herrlich, wenn sich ein Aureusschneider "herabgelassen" hätte, um ein paar Sesterze zu gestalten.

Alles in allem kann ich Lars nur zustimmen, trotz unterschiedlicher Rückseitenqualitäten, als erbärmlich würde ich die Reverse nicht bezeichnen.

Gruß
Sebastian

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Saloninus Antoninian CONSACRATIO

Beitrag von Faramir » Di 13.03.07 10:33

@Lars: Gerne stelle ich den Saloninus hier vor:

Es handelt sich um einen Interessanten Antoninian von Saloninus mit CONSECRATIO Rückseite, den ich kürzlich erhalten habe:

Saloninus Antoninian, 2,32g 23mm.

Avers: SALONI VALERIANVS CAES, drapierte Büste mit Strahlenkrone nach rechts.

Revers: CONSACRATIO, Saloninus auf einem nach rechts fliegendem Adler sitzend, in der erhobenen rechten Hand Globus haltend, in der Linken Szepter.

In der Literatur habe ich kein Vergleichsstück gefunden, CONSECRATIO Rückseiten sind nicht für Saloninus verzeichnet. Die Schreibweise CONSACRATIO ist charakteristisch für die Münzstätte Köln, und wurde so für Valerian II verwendet.

Die Vorderseitenumschrift SALONI ist neu, normal wäre SALON VALERIANUS CAES.

Ich stimme Lars Beitrag im US Forum zu, das es sich warscheinlich nicht um eine offizielle Emission, sondern um eine lokale Imitation handelt. Anzeichen dafür sind die etwas merkwürdigen Buchstaben auf dem Revers (besonders das A unterscheidet sich deutlich von einem Vorderseiten A), und die Vorderseitenumschrift mit zusätzlichem I. Das Portrait hingegen ist von feinem Stil, und kaum von offiziellen Stücken zu unterscheiden.

Die Vorstellung, das Postumus für seinen besiegten Gegner Consecratio Emissionen ausgibt, ist recht amüsant, ebenso, das Saloninus unter den Stempelschneidern Sympathisanten hatte, die unter Einsatz ihres Lebens Nachts am Herdfeuer heimlich Münzen zu seinem Gedenken prägten.

Gruß
Sebastian
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Saloninus CONSECRATIO2.jpg

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Beitrag von beachcomber » Di 13.03.07 19:52

hallo,
endlich wieder in portugal angekommen, habe ich nun auch ein paar stücke von der numismata vorzustellen.
darunter dieser winzige 'doppelsesterz'. wobei sich dann nun wirklich die frage stellt, ob es sich dabei nicht doch um einen dupondius handelt.
aber nichts destotrotzdem, hat mir das nette porträt und die schöne braune patina gefallen.
grüsse
frank
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Beitrag von Weinnase » Do 15.03.07 23:45

Hallo,

ich muß mich entschuldigen. Die Rückseiten als "erbärmlich" zu bezeichnen, war wohl etwas zu heftig! Beim Anblick meiner Tetricus-Münzen (hier ist der Unterschied zwischen Vorder- und Rückseite m. E. auch am gravierendsten), kam es eben über mich. Ich habe die Rückseiten von zwei Postumus-Münzen meiner Sammlung unten angehängt, um meine obige Aussage selbst zu widerlegen.
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POSTUMUS IOVI STATORI  Av.jpg
POSTUMUS NEPTVNO REDVCI Rv.jpg

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Beitrag von Pscipio » Fr 16.03.07 00:38

Zwei schöne Stücke! Zeigst du uns auch die Vorderseiten?

@Frank: auf deiner Mini-Bronze sieht Postumus fast wie auf den Aureolus-Antoninianen aus!
Nata vimpi curmi da.

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