Einfuhrzoll

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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nephrurus
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Beitrag von nephrurus » Sa 30.09.06 18:38

...ich habe das nicht per Post geregelt - sondern bin lifehaftig in der Zollbehörde erschienen -da bekommt man die Sachen sofort ausgehändigt (zumindest ist das bei unserem Zollamt so)

Gruß
Torsten

Gast

Beitrag von Gast » Mo 02.10.06 09:30

Torsten, hast Du einen Link zu den betreffenden Bestimmungen?
Mich hat es gerade wieder erwischt.

Andreas

antoninus1
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Beitrag von antoninus1 » Mo 02.10.06 10:07

Hallo,

vielleicht passt´s in den Zusammenhang:
habt ihr zur Zeit auch längere Postlaufzeiten von Briefen aus und in die USA beobachtet?
Kontrolliert der deutsche Zoll momentan genauer und lagert die Sendungen zwischen?
Ich warte auf einen Brief seit fast 6 Wochen und einen anderen seit dreieinhalb :(
Gruß,
antoninus1

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nephrurus
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Beitrag von nephrurus » Mo 02.10.06 11:37

areich hat geschrieben:Torsten, hast Du einen Link zu den betreffenden Bestimmungen?
Mich hat es gerade wieder erwischt.

Andreas
...zum Thema Porto :
http://www.zoll-d.de/c0_reise_und_post/ ... index.html

...was fällt unter den ermäßigten Einfuhrumsatzsteuersatz :
http://www.zoll-d.de/b0_zoll_und_steuer ... index.html

Gruß
Torsten

Gast

Beitrag von Gast » Mo 02.10.06 11:38

Bei uns in Berlin ist seit vielen Monaten (vor langer Zeit hat sich das auf einmal geändert) eine Laufzeit von 4-7 Tagen normal. Vorher war es nie unter 3 Wochen, da, glaube ich zumindest, war es so wie Du sagst. Wenn heute ein Brief länger als 2 Wochen dauert, dann ist er beim Zoll gelandet, d.h. dann sind auch Gebühren fällig. Aber das kann in anderen Städten anders sein.

Vielen Dank Torsten, werde einen Ausdruck mitnehmen!

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nephrurus
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Beitrag von nephrurus » Mo 02.10.06 11:47

areich hat geschrieben:Bei uns in Berlin ist seit vielen Monaten (vor langer Zeit hat sich das auf einmal geändert) eine Laufzeit von 4-7 Tagen normal. Vorher war es nie unter 3 Wochen, da, glaube ich zumindest, war es so wie Du sagst. Wenn heute ein Brief länger als 2 Wochen dauert, dann ist er beim Zoll gelandet, d.h. dann sind auch Gebühren fällig. Aber das kann in anderen Städten anders sein.
...das kann ich nur bestätigen ! Normalerweise brauchen die Brieflein selten länger als 7-8 Tage - besagte Sendung , die beim Zoll landete , brauchte fast 5 Wochen . Ich bin mir allerdings ziemlich sicher , dass auch dieser Brief schon wesentlich früher da war - nur zählen die Beamten eben nicht zur schnellsten Rasse . :wink:

Gruß
Torsten

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Zwerg
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Beitrag von Zwerg » Mo 02.10.06 11:47

Zur Info einmal die Zollnummern

7118 9000 00 2
Einfuhrumsatzsteuer: frei
Warenbeschreibung:
andere Münzen als Anlagegold, soweit sie im Verzeichnis der Goldmünzen genannt sind (vgl. ABl. C Nr. 321/2000, Seite 2 ff) oder die einen Feingehalt von mindestens 900 Tausendsteln aufweisen, nach dem Jahr 1800 geprägt wurden, im Ursprungsland gesetzliches Zahlungsmittel sind oder waren und zu einem Preis verkauft werden, der 180 % des Goldgehaltes nicht übersteigt (vgl. VSF Z 8250 Abschnitt 1 Abs. (9) S. 2 und Abs. (12) Abs. 2 bis 4)


7118 9000 00 3
Einfuhrumsatzsteuer: 7 %
Warenbeschreibung:
andere wenn die Bemessungsgrundlage für die Einfuhr (§ 11 UStG) mehr als 250 v.H. des unter Zugrundelegung des Feingewichts berechneten Metallwertes (ohne Einfuhrumsatzsteuer) beträgt. (vgl. VSF Z 8212 Abschnitt 1 Abs. (2) und Abs. (3) S. 1 und 3)

7118 9000 00 4
Einfuhrumsatzsteuer:7 %
Warenbeschreibung:
andere aus unedlen Metallen (vgl.VSF Z 8212, Abschnitt 1 Abs. (4) Satz 3)


Bei Silbermünzen gilt:
Entweder 7118 1010 00 1
das bedeuted:
Einfuhrumsatzsteuer: 7 %
Warenbeschreibung:
wenn die Bemessungsgrundlage für die Einfuhr (§ 11 UStG) mehr als 250 v.H. des unter Zugrundelegung des Feingewichts berechneten Metallwertes (ohne Einfuhrumsatzsteuer) beträgt (vgl. VSF Z 8212, Abs. (3) Satz 1)

oder 7118 1010 00 9
dann gilt:
Einfuhrumsatzsteuer: 16 %

Grüße
Zwerg
ΒIOΣ ΑΝЄΟΡΤAΣΤΟΣ ΜΑΚΡΗ ΟΔΟΣ ΑΠΑNΔΟKEYTOΣ
Ein Leben ohne Feste ist ein langer Weg ohne Gasthäuser (Demokrit)

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Beitrag von Gast » Mo 02.10.06 13:58

Danke, das wird bestimmt viel Zeit sparen!

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Beitrag von helcaraxe » Mo 02.10.06 17:01

Zum Vergleich: Beim Schweizer Zollamt in Basel (lebe momentan in der Schweiz, trotz gegenteiliger Angabe links.. ;-) ) habe ich bis jetzt nur schnelle Erfahrungen gemacht: Einen Tag, nachdem das Päckchen bei ihnen angekommen war, bekam ich die Aufforderung, mich bei Ihnen zu melden und zwei Tage, nachdem ich die benötigten Unterlagen hingeschickt hatte, bekam ich das Päckchen(!) mit Rechnung(!) über die zu entrichtende Steuer.

Die Gebühren sind allerdings wie in der Schweiz üblich nicht ganz ohne: 39,90 CHF (was allerdings auch daran liegen kann, dass der Absender vergessen hatte, Unterlagen über den Wert der Ware (= Rechnung) beizulegen...
Viele Grüße
helcaraxe
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Peter43
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Beitrag von Peter43 » Mo 09.10.06 18:10

Meine Frau hat eben eine Münze, die ich bei der CNG Auction von Anfang September ersteigert habe, vom Zollamt (35km entfernt!) abgeholt. Nach dem Ratschlag aus diesem Thread hat sie sich die Seite über die Verzollung der Postgebühren ausgedruckt und dem Beamten vorgelegt. Antwort: "Das gilt für uns nicht. Für uns gelten nur die Vorschriften, die wir hier haben." Eine Kopie dieser Vorschriften verweigerten sie aber. Natürlich mußten wir auch auf das Porto Zollgebühren bezahlen, weil der Beamte (und dann auch sein hinzugeholter Vorgesetzter) der Meinung waren, wenn die Münze von einem Händler kommt, dann handele es sich um ein kommerzielles Geschäft, auch wenn der Empfänger privat ist.

Außerdem mußte sie auch noch auf die Verpackung Zoll bezahlen, die CNG auf der Rechnung ausgewiese hatte.

Allerdings konnten sie nicht prüfen, ob die vorgelegte Rechnung zu dem abgeholten Päckchen mit der Münze gehörte, denn da lag keine Bescheinigung von CNG dabei. Da tut sich für einen kreativen Menschen natürlich ein Abgrund auf!

Insgesamt bekam meine Frau 5(!) DIN A4 -Formulare ausgefüllt mit und die Quittung. Das Ganze dauerte 45min.

Wir werden jetzt mal spaßeshalber Widerspruch einlegen. Mal sehen, was da herauskommt!

Mfg
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Beitrag von nephrurus » Mo 09.10.06 18:32

...der WIDERSPRUCH ist sicher sinnvoll und angebracht - diese Vorschriften gelten natürlich bundesweit . Es fällt einigen Menschen offensichtlich schwer , einen Fehler einzugestehen ... :cry:

Interessante Theorie übrigens , dann werde ich wahrscheinlich demnächst als Gewerbetreibender eingestuft , wenn ich meine Milch nicht direkt an der Kuh zapfe sondern beim Händler erwerbe ???

Gruß
Torsten

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Beitrag von Peter43 » Mo 09.10.06 18:45

Und damit alle sehen, daß es sich trotzdem gelohnt hat, hier ein Bild der Münze.

Theodosius I. RIC IX, Heraklea 21(b); C.19; LRBC 1971
Av.: DN THEODO - SIVS PF AVG
Büste behelmt und mit Perlendiadem, drapiet und cürassiert, hält
Speer mit Spitze nach oben und Schild davor
Rv.: GLORIA RO - MANORVM, Kaiser steht in Schiff, re. Hand zum Gruß
erhoben, Victoria sitzt im Heck und steuert das Schif
im li Feld Tau
im Abschnitt SM[HA]
VZ, braune glänzende Patina

MfG
Dateianhänge
theodosiusI_heraclea_21b_klein.jpg
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Beitrag von nephrurus » Mo 09.10.06 19:43

Glückwunsch - tolle Münze !

Gruß
Torsten

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chinamul
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Beitrag von chinamul » Mo 09.10.06 21:09

Wirklich ein schönes Stück!
Nachdem hier nun schon soviel Negatives über den bösen Zoll vorgetragen worden ist, möchte ich auch mal etwas Erfreulicheres von dieser Behörde berichten. Ich hatte bei Scott Semans, einem amerikanischen Chinahändler einen dicken Katalog über mein anderes Spezialgebiet erworben, der nun laut einer postalischen Mitteilung beim Zollamt in einer anderen Stadt lag, und zwar ohne jede Inhaltsangabe (außer "book") oder gar Rechnung (der gute Scott tut sich da imer sehr schwer!) auf der Verpackung. Ein kurzer Anruf meinerseits mit Auskunft über den Paketinhalt und den Wert (US$ 70) und mein Hinweis, daß die Bezahlung durch ein Tauschgeschäft gegen meinen Katalog erfolgt sei und im vergangenen Jahr schon einmal ein identischer Vorgang stattgefunden habe, genügte dem Zöllner, und er versprach, das Paket kostenfrei an mich abzuschicken. Vielleicht war er bloß zu faul zum Umständemachen, vielleicht aber auch ein Mensch, der ein Herz für die Wissenschaft hat und "die Butter nicht mit der Axt hackt".
Das mußte jetzt zugunsten des Zolls auch mal gesagt werden. Ich hoffe, der Betreffende liest das hier, aber ich habe ihm auch telefonisch schon auf die Schulter geklopft!

Gruß

chinamul
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Beitrag von Peter43 » Mo 09.10.06 23:36

Eine wirklich hübsche Geschichte! Die spielte aber wahrscheinlich nicht im Schwabenland, wohin es mich verschlagen hat. Hier wird man schon böse angesehen, weil man es gewagt hat, etwas im Ausland zu kaufen.

MfG
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