Die Île de la Cité in Paris

Diskussionen rund um Medaillen, Medailleure, Jetons, Rechenpfennige

Moderator: Lutz12

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chinamul
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Die Île de la Cité in Paris

Beitrag von chinamul » So 29.07.07 14:14

Die Île de la Cité, eine Insel in der Seine, kann als Herz von Paris, ja sogar von ganz Frankreich angesehen werden. Entsprechend häufig wird auf sie selbst oder auch die auf ihr stehenden geschichtsträchtigen Bauwerke mit Medaillen Bezug genommen.

Die hier vorgestellte Medaille (Ø 68 mm / 153 g) von Pierre Turin zeigt auf der Vorderseite die NW-Ansicht der Insel. Im Vordergrund der Pont Neuf, der trotz seines Namens ("Neue Brücke") die älteste Pariser Seinebrücke ist. Sie verbindet über die Nordwestspitze der Insel hinweg beide Seineufer miteinander.
Die Türme zweier berühmter Kirchen beherrschen die Mitte des Bildes: links die schlanke Spitze der Sainte Chapelle, der Palastkapelle des ehemaligen Königsschlosses, rechts die wuchtigen Doppeltürme der Kathedrale Notre Dame. Die Bauwerke im mittlereren Vordergrund gehören zum Ensemble des Königsschlosses, der späteren Conciergerie. Diese diente besonders nach der Revolution von 1789 als Gefängnis, u. a. für Marie Antoinette, die Dubarry, Danton und Robbespierre.
Ganz unten in den stilisierten Wellen im Vordergrund die Signatur des Medailleurs: P. TURIN

Auf der Rückseite sehen wir den schematisierten Lageplan der Île de la Cité: im Westen der Pont Neuf, es folgen dann oben der Pont au Change, der Pont Notre Dame und der Pont d’Arcole. Am Ostende führt der Pont Saint Louis von der Île de la Cité zur Nachbarinsel Île Saint Louis. Unten verbinden dann, ebenfalls von links nach rechts im Anschluß an den Pont Neuf, die folgenden Brücken die Insel mit dem südlichen Seineufer: der Pont Saint Michel, der Petit Pont, der Pont au Double und der Pont de l’Archevêché.
Im Abschnitt datiert: MCMXXVII (1927)
Wo der Pont Neuf die Île de la Cité überquert, liegt der "Square du Vert-Gallant", auf dem ein Reiterstandbild von König Henri IV (1594 - 1610) steht, dessen Standort auf der Medaille als kleines Klötzchen auch deutlich markiert ist. Das ursprünglich 1614 von Pierre Franqueville geschaffene Standbild war 1792 zerstört worden und wurde 1818 durch eine von François-Frédéric Lemot gegossene und aus Spenden von Royalisten finanzierte Kopie ersetzt.
Auf dem Rand drei Punzen: Füllhorn - BRONZE - FRANCE

Gruß

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klaupo
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Luftbild 1878

Beitrag von klaupo » So 29.07.07 16:05

In diesem Zusammenhang möchte auch ich eine Medaille zum Thema "PARIS" vorstellen - eine frühe Luftaufnahme, wenn man sie so nennen will. Es handelt sich um ein Souvenir zum Anlaß eines Aufstiegs im Heißluft-Fesselballon über die Stadt. Der Name des Fahrgastes (nicht Fluggastes!) und Zeitpunkt des Aufstiegs wurden nach Bedarf mit Punzen ins Exergue gestanzt.

Die Seine mit ihren Brücken ist links im Bild zu sehen, rechts im Hintergrund der Arc de Triomphe.

Das Stück mißt 52,5 mm, besteht aus Bronze mit Restvergoldung. Auf der Standlinie der Bildseite ist der Medailleur genannt: C. TROTIN.

Gruß klaupo
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Beitrag von chinamul » So 29.07.07 16:43

Das lange Gebäude, das den Vordergrund beherrscht, ist das Palais des Tuileries.

Gruß

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Beitrag von chinamul » Mi 01.08.07 10:04

Große, schwere Medaille Île de la Cité (100 x 75 mm; 450 g)

Av.: Der Pont Neuf, links auf der Seine ein Binnenschiff. Die Nordwestspitze der Insel bildet hier die Spitze eines Herzens, von dem die markantesten Türme eingefaßt sind (in der Mitte die Sainte-Chapelle und Notre Dame, links und rechts davon die Türme der Conciergerie). Mit dieser Darstellung wird die zentrale Bedeutung der Île de la Cité sowohl für Frankreich als auch besonders für Paris eindrucksvoll unterstrichen.
Links im Feld: PONT NEUF
Signatur: Jacques Birr
Rv.: Blick über den Pont Neuf nach Südost auf die Monnaie de Paris.
Randpunzen: Füllhorn - BR FLOR (= "bronze florentine", eine sehr harte Legierung aus ca 90% Kupfer und ca. 10% Aluminium oder Zinn)

Gruß

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Beitrag von chinamul » Fr 17.08.07 12:51

Die Sainte-Chapelle auf der Île de la Cité

Der markante, 76 m hohe und schlanke Dachreiter (la flèche) dieser hochgotischen Kirche beherrscht gemeinsam mit der Kathedrale Notre-Dame die Silhouette der Île de la Cité und daher fehlt dieser Turm, wie auch schon auf den beiden bisher vorgestellten Medaillen, auf kaum einer der Ansichten dieser Seine-Insel.
Ludwig IX der Heilige ließ die Sainte-Chapelle in den Jahren 1244 bis 1248 als Palastkapelle für seine Residenz im Palais de la Cité errichten, um dort die Passionsreliquien aufzubewahren, die er 1237 vom byzantinischen Kaiser erworben hatte. Es handelte sich bei diesen Reliquien insbesondere um die Dornenkrone Christi, aber auch um Splitter vom Kreuz und die Spitze der Lanze, mit der der römische Soldat Longinus dem am Kreuz hängenden Christus die Seite göffnet haben soll.
Die Dornenkrone wird heute in der Notre-Dame verwahrt und dort alljährlich am Karfreitag öffentlich gezeigt.

Medaille Sainte-Chapelle (Ø 81 mm / 310 g) von Roger B. Baron
Av.: STE CHAPELLE - Die Kirche in unmittelbarer Nachbarschaft zum Palais de Justice (links davon)
Links unten signiert mit R. B. BARON
Rv.: Die Dornenkrone als Hauptreliquie, für die die Kapelle errichtet worden war, umrahmt ein Gitter aus den stilisierten Ketten des Wappens von Navarra, in das die Lilien der Bourbonen im Wechsel mit einem dreitürmigen Bauwerk, möglicherweise dem Wappen Kastiliens, eingesetzt sind. Daß es sich tatsächlich um das kastilische Wappen handeln könnte, mag damit zusammenhängen, daß Ferdinand III der Heilige von Kastilien als Zeitgenosse Ludwigs die Mauren in mehreren Kriegen besiegt und damit die Christianisierung der iberischen Halbinsel entscheidend vorangetrieben hatte.
Auf dem Rand gepunzt mit Füllhorn und BR FLOR (s. vorige Medaille)

Übrigens: All seine Frömmigkeit hat den heiligen Ludwig keineswegs an der Verfolgung und Ausgrenzung der Juden in seinem Lande gehindert, die sich durch ein an der Kleidung zu tragendes Merkmal als solche zu erkennen geben mußten. Auch jüdisches Schrifttum wurde öffentlich verbrannt.
Geschichte wiederholt sich, wie man sieht, manchmal eben doch!

Gruß

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Beitrag von chinamul » So 26.08.07 15:30

Der ebenfalls auf der Île de la Cité gelegene Justizpalast (Palais de Justice) grenzt unmittelbar an die Sainte-Chapelle (s. voriges Posting) und ist mit ihr durch eine Passage verbunden, die Galerie Marchande, in der bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Händler ihre Waren feilboten.
Der Justizpalast stammt in seiner heutigen Gestalt vom Beginn des 20. Jahrhunderts, nachdem seine Vorgänger wiederholt abgebrannt waren.
Unter Ludwig XIV war er Parlamentsgebäude, bevor man ihn seit der Revolution von 1789 als Gerichtsitz nutzte.

Medaille PALAIS DE JUSTICE DE PARIS (Ø 88 mm / 290 g; Kupfer, limitierte Auflage Nr. 36 / 100)
Av.: Ansicht der Eingangsseite des Palastes mit dem aus der Zeit Ludwigs XVI stammenden schmiedeeisernen Gitter; rechts unten signiert mit S. BRET
Rv.: Eine der Innenansichten des Justizpalastes; rechts unten signiert mit S. B.

Auf dem Rand gepunzt mit Füllhorn – CU - 1986 - N° 36 / 100

Gruß

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Zuletzt geändert von chinamul am Mi 20.02.08 19:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von chinamul » Mo 17.09.07 16:33

Die Samaritaine war bis zu ihrer (vorläufigen?) Schließung ein Kaufhaus der gehobenen Preisklasse, darin vielleicht vergleichbar dem KDW in Berlin oder Harrod's in London. Seinen Namen verdankt es einer 1609 in der Nähe installierten Wasserpumpanlage, die mit einem Relief des Barmherzigen Samariters geschmückt war.
Das 1870 gegründete Unternehmen feierte 1970 sein hundertjähriges Bestehen, mußte aber 2005 den Betrieb aus Gründen der baulichen Sicherheit bis auf weiteres einstellen.
Wegen der Lage der Samaritaine in unmittelbarer Nachbarschaft zum Pont Neuf und damit zur Île de la Cité soll die Medaille auf das Jubiläum in diesem Thread vorgestellt werden.

Medaille auf das 100-jährige Jubiläum der Samaritaine (Ø 68 mm / 188 g)
Av.: CENTENAIRE DE LA SAMARITAINE 1970 - Das am rechten Seineufer am Nordende des Pont Neuf gelegene Kaufhaus. Links unten der Pont Neuf, dessen Verlängerung die Rue du Pont Neuf bildet, an der die Samaritaine liegt. Die Signatur am Rand rechts unten ist nicht leserlich.
Rv.: CENTENAIRE DE LA SAMARITAINE 1870 - Der Anfang des Kaufhauses als kleines Textilgeschäft, das sich das Gebäude sogar noch mit einem Café teilen mußte. Die Aufschrift über dem Schaufenster A LA SAMARITAINE weist darauf hin, daß es die Lage an der oben erwähnten Pumpanlage war, die zu der Namensgebung führte. Das Straßenschild über dem Fenster des Cafés lautet RUE DU PONT NEUF.
Auf beiden Seiten der Medaille hat deren Schöpfer Probleme mit der Perspektive: Auf der Vorderseite sind es die Pfeiler des Pont Neuf, die gegenüber der Fließrichtung der Seine im Uhrzeigersinn verdreht sind, auf dem Rv. hängt das rechte Rad des Karrens der Straßenhändlerin gewissermaßen in der Luft.
Auf dem Rand gepunzt mit 1971 - Füllhorn - BRONZE

Gruß

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Beitrag von petzlaff » Mo 17.09.07 16:44

Die Île de la Cité hat unglaublich faszinierendes zu bieten, wie ihr seht auch Numismatisches.

Während meiner Studentenzeit Anfang der 70er Jahre bin ich fast jedes zweite oder dritte Wochenende dort gewesen und habe den Charme dieser Insel in der Seine genossen, der weltweit seines gleichen sucht.

Ich erinnere mich gern daran, diese Insel mitten in Paris mit allen meinen damaligen ehemaligen Freundinnen (ausser meiner späteren Frau und anderen späteren Freundinnen) genossen zu haben.

Dieser herrliche Fleck Erde hat etwas ganz Besonderes, und das sind die wundervollen Medaillen wert, die ihn würdigen.

LG
Stefan
Liebe Grüsse

petzlaff

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Beitrag von chinamul » Mo 18.02.08 18:00

Medaille PONT AU CHANGE
(Ø 94 mm / 320 g; limitierte und numerierte Auflage, Nr. 279 von 300)
Die Vorderseite zeigt den Pont au Change in Richtung gegen den Strom gesehen. Er verbindet in Höhe der Conciergerie die Île de la Cité mit dem rechten Seineufer. Im rechten Hintergrund sind die schlanke Spitze der Sainte-Chapelle und die Doppeltürme der Kathedrale Notre Dame zu erkennen.
Wie viele innerstädtische Brücken in früheren Zeiten war auch der Pont au Change mit Häusern überbaut, in denen Kaufleute ihre Geschäfte betrieben, vor allem aber Geldwechsler, von deren Tätigkeit der Pont auch seinen Namen hat (change = Wechsel). Die Vielzahl der früher im überregionalen Handel im Zahlungsverkehr umlaufenden unterschiedlichen Münzsorten erforderte Wechselstuben, in denen man seine Münzen in am Ort gültiges Geld eintauschen konnte. Da es sich dabei in aller Regel um Edelmetallmünzen handelte, also solche aus Gold oder Silber, war eines der wichtigsten Instrumente des Geldwechslers seine Pendelwaage mit den unterschiedlichsten Münzgewichten..
Die Rückseite der Medaille gewährt einen Blick in eine der Wechselstuben auf der Brücke. Links werden offenbar eben eingelieferte Münzen gewogen und geprüft, rechts nimmt der Kunde die umgetauschen Geldstücke entgegen.
Erst im Jahre 1788 wurden die Brückenhäuser abgebrochen, und die Brücke erhielt ihr heutiges Aussehen.
Auf dem Rand gepunzt: Füllhorn (Monnaie de Paris) - BR FLOR - N° 279/300)
Auf dem Rv. signiert mit J. BOYER

Das Gemälde von Nicolas-Jean-Baptiste Raguenet aus dem Jahre 1756 gibt die Brücke so wieder, wie sie seinerzeit aussah. Die Szene zeigt ein (unblutiges!) Schifferstechen zwischen Flußschiffern.

Der Stich aus dem Jahre 1609 zeigt, daß außer dem Pont au Change auch alle anderen auf die Île de la Cité führenden Brücken mit Häusern überbaut waren.

Auf dem Foto schließlich ist die Brücke in ihrem heutigen Zustand zu sehen. (Quelle: "Structurae" - Foto von Nicolas Janberg)

Gruß

chinamul
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Beitrag von helcaraxe » Mi 20.02.08 13:10

Hallo chinamul,

wurde nicht anscheinend die ganze Brücke abgerissen, nicht nur die Häuser? Auf dem Gemälde sind die Bögen deutlich anders geformt, und außerdem befindet sich auf den Pfeilern im Foto je ein N im Siegeskranz/Eichenkranz, was es erst seit Napoleon geben dürfte, oder irre ich mich?
Viele Grüße
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Beitrag von chinamul » Mi 20.02.08 19:01

Offenbar wurden 1788 zunächst nur die Häuser abgebrochen und dann nach einer gewissen Übergangszeit 1858 bis 1860 die gesamte Brücke von Grund auf erneuert. Nach dem Abbruch der Häuser blieb also eine Brücke übrig, die natürlich nur annähernd und prinzipiell so aussah wie die heutige.

Gruß

chinamul
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Beitrag von gorostiza » Do 21.02.08 06:13

Ich gratuliere Dir zu diesen herrlichen, geschichtlich so interessanten Medaillen. Fast kommt man in Versuchung, vermehrt wieder solche Medaillen zu sammeln. Als eingefleischter Sammler, der ich einer bin, fährt ein gewisses Kribbeln in die Glieder. Allerdings greife ich in diesen Momenten die Geldbörse und kann dann am Füllungsgrad derselben die Wünsche bachab schicken. Das berührt aber keinesfalls die Freude, diese schönen Stücke dank chinamul im Forum zu bewundern.

Gruss
Roland

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Beitrag von helcaraxe » Di 26.02.08 09:50

@chinamul: Aha, dann bezieht sich das N im Eichenkranz auf Napoleon III. Wieder was gelernt! :-)
Viele Grüße
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Beitrag von chinamul » Do 01.10.09 15:54

Der Pont Neuf mit dem Reiterstandbild des Henri IV (Ø 72 mm / 200 g)
Medailleur Pierre Turin

Av.: PONT – NEUF - Teilansicht der Brücke mit dem Standbild des Henri IV auf dem „Square du Vert-Gallant“ („Platz des jugendlichen Schürzenjägers“, als der Henri IV in seiner Jugend bezeichnet wurde). Dieser Platz liegt dort, wo der Pont Neuf die Westspitze der Île de la Cité überquert. Das alte, 1614 von Pierre Franqueville geschaffene Standbild war 1792 zerstört worden und wurde 1818 durch eine von François-Frédéric Lemot gegossene Kopie ersetzt. Die Position und die Größe des Standbildes entsprechen nicht exakt der Realität.
Die Blickrichtung ist hier hinüber zum rechten Seineufer.
Am linken Rand signiert mit P TURIN

Rv.: LE 31 MAI 1578 HENRI III POSA LA PREMIERE PIERRE / HENRI IV Y PASSA A CHEVAL LE 19 DECEMBRE 1605 ET LE PONT FUT TERMINE EN 1607 („Am 31. Mai 1578 legte Henri III den Grundstein / Henri IV überquerte die Brücke zu Pferde am 19. Dezember 1605, und die Brücke wurde 1607 fertiggestellt.“
Einer der unzähligen Maskarons (Groteskmasken), die den Pont Neuf schmücken. Sie sitzen u. a. direkt unter den Konsolen, die den Gehweg auf der Brücke abstützen (s. Detail des Av. Mitte rechts). Solche Maskarons hatten in der Regel eine apotropäische, also Dämonen und andere Übel abschreckende Funktion, obwohl das im Falle des Pont Neuf nicht mehr die Hauptrolle gespielt haben dürfte. Die Masken sind inzwischen alle erneuert worden, und die Originale befinden sich im Pariser Stadtmuseum Carnavalet.
Auf dem Rand gepunzt: 1967 - Füllhorn - BRONZE

Gruß

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Patlin
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Beitrag von Patlin » Fr 06.11.09 17:16

Hier noch ein Bild von einem Jeton, das einen Teil von
Paris zeigt. Ich war zwar schon einmal in Paris, weiß
aber ehrlich gesagt nicht, welche Bauten dort zu sehen sind :?

LG

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