Der griechische Schaukasten

Griechische Münzen des Altertums

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Pscipio
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Re: Der griechische Schaukasten

Beitrag von Pscipio » Mi 23.07.14 12:55

Ich will dir nicht zu nahe treten, aber in dieser Qualitäts- und Preisklasse sollte man keine Münzen kaufen, wenn man sich nicht damit auskennt - oder jedenfalls nur aus wirklich seriösen Quellen. Was das Cayon-Stück angeht, so hatte ich ja schon erwähnt, dass das m. E. genau so falsch ist wie deines. Die dort angegebenen (und falschen) Zitate sind übrigens im Internet von einem ganz anderen, echten Exemplar abgeschrieben worden: http://www.acsearch.info/search.html?id=170628

Gruss, Pscipio
Nata vimpi curmi da.

Askander
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Re: Der griechische Schaukasten

Beitrag von Askander » Mi 23.07.14 13:54

Hallo!

Danke für den Hinweis mit dem Nichtkaufen ;) - und dass die die Daten von einem Vergleichsstück haben, steht auch in deren Angebot "Ejemplares similares que hemos visto presentan diferencias con éste ya que tienen en el anverso grandes racimos de vid" da wird ja auch der Unterschied mit der Weinreben im Quadrantum geführt. - aber trotzdem wollt ich nochmal bitten, meine Fragen zu beantworten, wenn dies nicht allzu aufwendig ist. Ich brauche doch einfach nur Argumente, mit denen ich eine Rückgabe begründen kann, warum beide falsch sind - und wenn ihr euch da so sicher seit, habt ihr doch sicher auch konkrete Hinweise auf die Fälschung?

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen,

Askander :)

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shanxi
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Re: Der griechische Schaukasten

Beitrag von shanxi » Mi 23.07.14 14:16


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Re: Der griechische Schaukasten

Beitrag von Askander » Mi 23.07.14 14:26

Danke :) - immerhin schonmal etwas :) - aber trotzdem hat er auch viele echt Münzen unter seinen Angeboten. Und immer noch keine ARGUMENTE die zeigen, dass es falsch ist - wie gesagt - am Ende hält er mir genau die Münze von acsearch unter die Nase :/ - was also soll ich sagen? Bitte macht mich nicht fertig, dass ich zu unerfahren bin (insoweit bist du mir schon sehr nahe getreten) - ich frage an dieser Stelle nach Argumenten - ich frage ja nur nach Hilfe.

Danke nochmal,

Askander :)

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Pscipio
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Re: Der griechische Schaukasten

Beitrag von Pscipio » Mi 23.07.14 15:08

Ich hatte dir oben schon Argumente angegeben: Schrötlingsform und Schrötlingsrisse, ausserdem stimmt das Inkusum überhaupt nicht (siehe z.B. dessen Ränder) u.v.a.m. Du wirst dich damit abfinden müssen, dass dies Dinge sind, die man nur mit Erfahrung erkennt und dir wenigstens teilweise nicht nachvollziehbar sein werden. Das Erkennen von Fälschungen ist oft schwierig (und dies hier ist keine gute Fälschung) und nur mit viel Erfahrung erlernbar, genau deswegen sollte man gerade zu Beginn nur von seriösen Quellen mit ausgewiesenen Kennern der Materie erwerben. Ansonsten gilt: möglichst viele Münzen anschauen (möglichst in der Hand!), vergleichen, lernen, Literatur erwerben und studieren, und so nach und nach seine Kenntnisse erweitern und das Auge schulen.

Schützen kann man sich aber in den meisten Fällen auch schon mit gesundem Menschenverstand - eine echte Tetradrachme aus Terone kriegt man nicht für 200 £ auf eBay, nicht von einem Fälschungsverkäufer und nicht von einem anderen.

Gruss, Pscipio
Nata vimpi curmi da.

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Re: Der griechische Schaukasten

Beitrag von Altamura2 » Mi 23.07.14 19:34

Pscipio hat geschrieben:... Schützen kann man sich aber in den meisten Fällen auch schon mit gesundem Menschenverstand - eine echte Tetradrachme aus Terone kriegt man nicht für 200 £ auf eBay, nicht von einem Fälschungsverkäufer und nicht von einem anderen. ...
Meine Rede :D . Wenn es um Gebrauchtwagen geht, sieht sofort jeder ein, dass es sowas nicht gibt, aber bei Münzen glauben manche an den Weihnachtsmann 8O .
Eine 25-Euro-Münze kann man mit Glück schon mal für fünf Euro bekommen, aber jenseits der 50 Euro (oder vielleicht etwas höher, da lass' ich mit mir handeln :wink: ) hört das ganz schnell auf :? .
shanxi hat geschrieben:Dein Verkäufer ist in der FORVM's NOTORIOUS FAKE SELLERS LIST (NFSL) ...
Und hier wird er richtig deutlich abgekanzelt: http://www.forumancientcoins.com/board/ ... ic=95418.0
Wenn man den eBay-Namen des Verkäufers in Google eingibt (in Anführungszeichen, sonst wird es "korrigiert"), dann ist das gleich der zweite Eintrag in der Trefferliste.

Du kannst ja beim Rückgabeversuch auf uns hier und das amerikanische Forum verweisen. Aber wenn er hartleibig bleibt (und ich würde nicht erwarten, dass er numismatischen Argumenten zugänglich ist), dann wirst Du das wohl als Lehrgeld abschreiben müssen :| .

Gruß

Altamura

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Re: Der griechische Schaukasten

Beitrag von Askander » Di 05.08.14 19:30

Hallo Leute!

Bitte entschudigt die lange Pause bis zur ANtwort, aber nun sind beide Stücke rückabgewickelt und zwar ganz ohne Probleme. Die Athenaer Münze war sogar eins ehr angenehmer Kontakt und auch da gab es keine Probleme.

Danke nochmal!

Askander

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Re: Der griechische Schaukasten

Beitrag von Altamura2 » Mi 06.08.14 22:09

Dann hast Du ja nochmal Glück gehabt :D und ich war zu pessimistisch :? .

Gruß

Altamura

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Re: Der griechische Schaukasten

Beitrag von ga77 » Fr 08.08.14 13:22

Schon lange habe ich wieder mit den Griechen geliebäugelt. Nun habe ich mir ein Griechen-Sparschwein eingerichtet, wo Wechselgeld und Ähnliches reinkommt. :D Ich habe dann ein paar Spass- resp. / Mindestgebote abgegeben - und siehe da, heute war eine Hekte in meinem Briefkasten :D Leider etwas dezentriert, dafür war sie günstig.

Mysia, Kyzikos
EL Hekte, Kyzikos, 500 – 450 BC
Av: Nude youth kneeling left, holding tunny by its tail
Rev: Quadripartite incuse square
2,75 gr, 9 mm
Von Fritze 112
Rosen 488
Ex Roma Numismatics, E-Sale 10, lot 354

Valete
Gabriel
Dateianhänge
BC_500_Mysia_Kyzikos_Hekte_Von_Fritze_112_1.jpg

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Re: Der griechische Schaukasten

Beitrag von Altamura2 » Fr 08.08.14 18:05

Nettes Teil :D .
Dezentriert sind die sehr häufig. Denn egal, wie man den Stempel auf Deiner Münze platziert hätte, irgendwas würde immer fehlen :wink: . Da war halt der Schrötling etwas knapp bemessen :? .

Gruß

Altamura

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ga77
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Re: Der griechische Schaukasten

Beitrag von ga77 » Sa 09.08.14 01:09

Danke. Ja das ist halt oft das Problem bei den kleinen Elektroneinheiten. Dennoch habe ich Spass daran, auch wenn ich eigentlich noch etwas früheres gerne gehabt hätte :) Aber das Griechen-Sparschwein füllt sich nach und nach wieder :D

Vale
Gabriel

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Re: Der griechische Schaukasten

Beitrag von Macfin2013 » Mi 10.09.14 19:53

Hallo,

ich habe folgende Münze von meiner Großmutter. Ich würde gern wissen wobei es sich hierbei handelt. Meiner ersten Recherchen ergaben, dass es wohl etwas griechisches ist.

Sie wiegt etwa 4Gramm

Vielen Dank für Eure Hilfe!
Dateianhänge
DSC02036.jpg
DSC02035.jpg

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Re: Der griechische Schaukasten

Beitrag von Altamura2 » Mi 10.09.14 20:49

Vermutlich hast Du den Sinn des griechischen Schaukastens etwas mißverstanden, aber sei's drum :wink: .

Die Münze Deiner Großmutter soll wohl ein Stater von Philipp II von Makedonien sein. Die sind aber aus Gold, wiegen zwischen acht und neun Gramm und sehen so aus: http://www.acsearch.info/search.html?te ... 0&company=

Die Münze ist also eine Fälschung.

Gruß

Altamura

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Re: Der griechische Schaukasten

Beitrag von Macfin2013 » Mi 10.09.14 21:05

Okay, Sorry...

Ich bin erstaunt, dass es eine Fälschung sein soll, weil meine Großmutter das Ding seit ihrer Kindheit hat (mehr als 80 Jahre) und immer als Talismann im Schrank zu liegen hatte. Und wenn es die Münze nur in Gold gegeben hat, warum sollte es jemand so offensichtlich fälschen...?

Aber trotzdem Danke...!!

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Re: Der griechische Schaukasten

Beitrag von areich » Mi 10.09.14 23:12

Antike Münzen werden seit Jahrhunderten* gesammelt und so lange gibt es auch schon moderne Fälschungen. Sie muss auch nicht 80 Jahre alt sein, bei solchen Familienerbstücken kommt es oft vor, dass sie gar nicht so alt sind, wie alle denken.
So oder so ist das kein Kriterium für Echtheit, diese Münze ist ohne Zweifel eine moderne Fälschung, ob nun 10, 80 oder 200 Jahre alt. Sie muss auch gar nicht in der Absicht hergestellt worden sein, einen Sammler zu täuschen, das würde ihr auch nicht gelingen. Allerdings war das ganz früher einfacher, als es noch keine Münzbücher mit Fotografien gab. Wenn eine Münze dann ungefähr so aussah wie eine Zeichnung in einem Buch, dann wurde sie von einem Sammler evtl. akzeptiert. Aber das falsche Material ist einem Sammler sehr schwer zu verkaufen.

Wahrscheinlich eher seit Jahrtausenden, es ist anzunehmen, daß es auch schon in der Antike Münzsammler gab. Heute werden auch Euros gesammelt, die weder schön noch besonders interessant sind.

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