Pfennig? Aber was für einer?

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corrado26
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Pfennig? Aber was für einer?

Beitrag von corrado26 » Mi 12.02.03 15:22

Die Münze auf den beiden nachdfolgenden Bildern (ich hoffe, das mit dem Einstellen funzt) habe ich heute morgen geschenkt bekommen. Ich halte es mit meinen bescheidenen Kenntnissen für einen deutschen Pfennig, nur einordnen kann ich ihn nicht. Ich bin aber sicher, dass die Spezialisten das mit Links machen. Ich hoffe, die Qualität der Scans ist so gut, daß man sie brauchen kann.....

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Danke im Voraus für die Mühe..... :D
corrado26


Edit by Wuppi: url war doppelt und "falsch" - hab ich korregiert
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Beitrag von corrado26 » Mi 12.02.03 16:42

@wuppi:
Die url war nicht doppelt, sonder die der anderen Seite, nur ging sie nicht automatisch auf, warum weiß ich nicht, beim anklicken hat's jedenfalls gefunzt.....
Gruß corrado26
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Beitrag von heripo » Mi 12.02.03 20:24

...hallo @ corrado ... na, so "mit links" wird's wohl nicht .... die andere Seite wäre recht hilfreich - wennmöglich, wenigstens die Darstellung schildern - z.B. Kreuz ? ... und Umschrift...ggf. auch keine ? So wie er aussieht müßte er auch deutlich über 1 gr wiegen und ca. 18 mm groß sein . Bislang hat er in meinem virtuellen Gedächtnis noch keinen Reiz ausgelöst ... bin also selbst gespannt ... Gruß heripo

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Beitrag von corrado26 » Mi 12.02.03 21:15

Also ich versuchs nochmal mit der Rückseite:
Die Rückseite zeigt einen Perlkreis, in ihm ein Kreuz und in jedem Kreuzwinkel ein Punkt. In der Umschrift meine ich die Schrift "DVX+..... " zu erkennen.
Die Vorderseite zeigt je zwei mehr oder weniger deutliche Säulen, im dazwischenliegenden "Portal" oben und unten ein Stern, links und rechts von den Säulen jeweils ein Kreuz. Durchmesser ca. 18mm. Gewicht kann ich nicht sagen, da eine präzise Waage fehlt. Material wohl Silber.
Herzlichen Dank für die Mühe
corrado26

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Beitrag von tournois » Mi 12.02.03 22:03

Also so auf Anhieb kann ich auch nix sagen.
Aber lese ich das richtig?

...DVX+H (<-?)

Ist das wirklich ein H?
Henric(us) DUX ?

:roll:
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Beitrag von mumde » Mi 12.02.03 22:36

Ein ähnliches Stück hatten wir hier schon mal vor ein paar Monaten unter dem Titel "Bardowick". Bei dem hier gezeigten Stück ist das HENRICVS DVX gut zu lesen, die Vorderseite zeigt die für die niederelbischen Agrippiner typische stilisierte Kirche nach kölnisch/Andernacher Vorbild. Es ist eine in Bardowick für den Handel mit den ostelbischen Gebieten geprägte Münze. Literatur dazu ist: Vera Jammer, Die Anfänge der Münzprägung im Herzogtum Sachsen, Hamburg 1952. Zur numismatischen Geschichte Bardowicks hat G. Meyer in den Hamburger Beiträgen 16/1962 einen Artikel veröffentlicht.
Gruß mumde

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Beitrag von tournois » Mi 12.02.03 23:01

Grrrr, wieder den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen! :roll:
Und der Beitrag "Bardowick" war auch noch von mir!! :oops:
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Beitrag von heripo » Do 13.02.03 10:36

- - - w.z.b.w. - ( so hieß es früher immer in Mathe ) ...kann ich einmal mehr nur zu mumde sagen ! lieber tournois , man sieht mal wieder, unser
"visuelles Gedächtnis" ist halt noch lange nicht so geübt - denn - mumde
war ja schon mit der einen Seite - ohne Umschrift - klargekommen. Allerdings muß ich auch zugeben, daß Bardowick nicht zu den Gebieten zählt, die ich auf meine "Festplatte" speichere. Aber vielleicht .... wieder was dazugelernt ? Gruß an alle , heripo

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Beitrag von corrado26 » Do 13.02.03 10:49

Herzlichen Dank für die präzise Auskunft an alle Beteiligten. Wieder etwas dazugelernt. Im übrigen kommt die Münze als Fundstück vom Ufer des Schweriner Sees, passt doch alles zusammen!
Gruß
corrado26 :D :D :D
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Beitrag von tournois » Do 13.02.03 11:21

:?:
Warum passt das denn zusammen??
Wenn die Münze am Ufer des Schweriner Sees gefunden wurde, dann war das entweder in Schwerin/Brandenburg/Kreis Schwerin oder in Schwerin/Mecklenburg-Vorpommern/Kreis Dahme-Spreewald! Es gibt nämlich 2 Seen mit dem gleichen Namen an 2 Städten mit dem gleichen Namen!
Und Bardowick liegt in Niedersachsen/Kreis Lüneburg!
Ähh, na klar! Handel!
Könntest Du mir aber mal Deinen Gedankengang etwas genauer erklären!? Ich kann Dir im Moment wirklich nicht folgen! :(
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Beitrag von corrado26 » Do 13.02.03 13:45

ja nun, ich habe eben mal im Numismatischen Lexikon nachgelesen und unter "Agrippiner" gefunden, daß die Kölner denare des 11. Jahrhunderts und deren Nachahmungen aus Friesland, Westfalen, Niedersachsen und den angrenzenden östlichen Ländern so genannt werden. Und da meine Münze aus Schwerin in Me-Vorpommerm kommt, wo sie am Ufer des Schweriner Sees gefunden wurde, ist das mit der Aussage des Lexikons übereinstimmend, oder sehe ich das falsch?
Gruß
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Beitrag von tournois » Do 13.02.03 13:48

:idea: Ah, alles klar! Das meintest Du!! :)
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Beitrag von heripo » Do 13.02.03 20:07

...und weil's doch mal wieder gar so schön war .... liefere ich doch gleich noch einen solichten Pfennig hinterher .....
[ externes Bild ]

... wenn ich das jeden Tag mit einem aus meiner "unbestimmten Kiste"
machen darf ....dann wirds wohl 2 x Weihnachten .... und wenn ich's wöchtenlich dürfen tät .... tät ich's wohl nicht erleben .... bis alle ihr Namensschildlein hätten ....

also tournois ... was meinst Du - Metz - Trier kann man doch sicherlich
in Erwägung ziehen?

Gruß, heripo

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Beitrag von mumde » Do 13.02.03 20:57

Hallo heripo, zu Deinem netten Kerlchen: Trier stimmt schon. Dargestellt ist ein Mann mit Krummstab, bei dem deutlich die Tonsur zu sehen ist, die damals übliche kahlgeschorene Stelle auf dem Kopf der Geistlichen. Links unten beginnt die Umschrift: RV-(Krummstab)-DOLFVS. Also ist's ein Rudolf. Da haben wir in Trier Rudolf von Wied, 1183-1189, das mag er wohl sein. Er prägte Pfennige mit genau dieser Vorderseite, und auf der Rückseite ein zweitürmiges Kirchengebäude mit der Umschrift +ALBAPORTA. Mit einem bißchen gutem Willen kann man das auch lesen. Zumindest das ..BAP..R... sehe ich. Literatur: Weiller 142.
Gruß mumde

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Beitrag von heripo » Do 13.02.03 21:21

....grüß Dich mumde .... und wenn das "stupor mundi" noch nicht vergeben wäre ..... aber "stupor mumde" klingt auch nicht schlecht ...oder ??? Und da ich grad beim Zettlchenschreiben bin - wieder eins mehr - herzlichen Dank und nette Grüße, heripo

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