Schöne, seltene bzw. interessante Münzen des Gordianus III

Kaiser, Dynastien und Münzstätten

Moderator: Homer J. Simpson

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Chandragupta
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Beitrag von Chandragupta » Fr 06.06.08 12:26

Ooooch, weiß Du Homer: Wenn ich - sagen wir mal - schon Anfang/Mitte der 80er auch nur hätte ahnen können, daß bereits 10 Jahre vor der Jahrtausendwende der Zusammenbruch des Stalinismus auf deutschem Boden kommen würde (wir haben das Ende der DDR immer erst um deren 50. und nicht wie dann geschehen, den 40. Jahrestag herum "gesehen"...), dann hätte ich noch fix all das gekauft, was in der DDR relativ(!) gesehen "superbillig" war: 1./2. Jahrhundert z.B. - "man" sammelte damals eben im allgemeinen eher nur "Kaiserköpfe", und z.B. ein Bomben-Sesterz des Titus war nicht wirklich soooo viel teurer als ein dito Denar.

Ich könnte mich heute noch in den Allerwertesten beißen, daß ich 1983 einen "IVDAEA CAPTA"-Sesterz des Vespasian in ss+(!) mit traumhafter, unbeschädigter Patina gegen einen Antoninian des Hostilian als Caesar in s-fss (korrodiert und flau geprägt) getauscht habe. Damals war das aber noch DER Superschnapp: Ein Hostilian - wow! Wer hatte solche Raritäten schon...?! Dagegen so'n "scheiß" Vespasian .. der hat ja 10 Jahre regiert, galt also als "hundsgewöhnliche Massenware"... :roll:

Oder bezogen auf Gordi III: Ich habe von dem 2 Asse und 1 Dupondius in der Sammlung: Alle drei zu DDR-Zeiten gekauft. Kamen je ungefähr soviel wie ein Antoninian und waren immer billiger(!) als Sesterzen - einfach weil "kleiner" und nicht aus Edelmetall. Seltene Nominale wurden einfach nicht gewürdigt. Ich Rindviech habe mir dunnemals auch meinen Postumus Denar (erst seit Schulte weiß ich, daß die Dinger aus Aurei-Stempeln geprägt und Top-Rarissima sind) gegen einen zerkloppten Aemilian aus Viminacium aus dem Kreuz leiern lassen (sowas wie letzteres kriegste heute für ca. 30,- € in besserer Erhaltung...).

War schon insgesamt ein total verrücktes Preisniveau damals. :mad:

Genug des OffTopics.
Zuletzt geändert von Chandragupta am Fr 06.06.08 12:39, insgesamt 1-mal geändert.
Numismatische Grüße,

Euer Chandra

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nephrurus
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Beitrag von nephrurus » Fr 06.06.08 12:38

Chandragupta hat geschrieben:Ooooch, weiß Du Homer: Wenn ich - sagen wir mal - schon Anfang/Mitte der 80er auch nur hätte ahnen können, daß bereits 10 Jahre vor der Jahrtausendwende der Zusammenbruch des Stalinismus auf deutschem Boden kommen würde (wir haben das Ende der DDR immer erst um deren 50. und nicht wie dann geschehen, den 40. Jahrestag herum "gesehen"...)
...pure Propaganda!
Zusammenbruch von wem???
Vielmehr war doch die alte Bundesrepublik am Boden und stand vor dem Ruin! Durch die freundliche Übernahme der alten BRD durch die DDR (wird gern anders dargestellt) wurde überhaupt erst das Überleben der "Altbundesbürger" sichergestellt! Es ist doch unumstritten, daß Deutschland nach der Wende einen Riesenaufschwung erlebte...

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Chandragupta
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Beitrag von Chandragupta » Fr 06.06.08 12:42

Hi "Genosse", ;)

... vor allem Ostdeutschland, was?! "Ge-nau!"

Stimmt, ich kann mir jetzt viel mehr und schönere Münzen leisten als damals. So gesehen: ein Aufschwung... für mich jedenfalls.
Numismatische Grüße,

Euer Chandra

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nephrurus
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Beitrag von nephrurus » Fr 06.06.08 12:45

Chandragupta hat geschrieben:Hi "Genosse", ;)

... vor allem Ostdeutschland, was?! "Ge-nau!"

Stimmt, ich kann mir jetzt viel mehr und schönere Münzen leisten als damals. So gesehen: ein Aufschwung... für mich jedenfalls.
...das mit dem Genossen nimmst Du zurück!
Ich war zur Wende gerade 18 ... und ich brauche mich für meine Vergangenheit nicht zu schämen!

Übrigens sieht man an Deinem Beispiel wunderbar den Werteverfall.
Vor 20 Jahren hast Du für Dein Hobby monatlich ein paar hundert Ostmark ausgegeben, heute sind es ein paar hundert Euro :lol:

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Peter43
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Beitrag von Peter43 » Fr 06.06.08 13:05

Wenn ich vor 20 Jahren ein paar hundert Ostmark für eine Münze ausgegeben habe und die kostet jetzt ein paar hundert Euro, ist das dann nicht eine Wertsteigerung?

Mit freundlichem Gruß
Omnes vulnerant, ultima necat.

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Beitrag von nephrurus » Fr 06.06.08 13:10

Peter43 hat geschrieben:Wenn ich vor 20 Jahren ein paar hundert Ostmark für eine Münze ausgegeben habe und die kostet jetzt ein paar hundert Euro, ist das dann nicht eine Wertsteigerung?

Mit freundlichem Gruß
Nö! ich sprach ja nicht von Wertsteigerung einer Münze, die ich vor 20 Jahren gekauft habe. Es ging darum, dass 500M vor 20 Jahren monatlich viel Geld waren und heute 500€ monatlich mit derselben Selbstverständlichkeit ausgegeben werden...

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Chandragupta
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Beitrag von Chandragupta » Fr 06.06.08 13:18

Peter43 hat geschrieben:Wenn ich vor 20 Jahren ein paar hundert Ostmark für eine Münze ausgegeben habe und die kostet jetzt ein paar hundert Euro, ist das dann nicht eine Wertsteigerung?
Das mußt Du relativ sehen: So kostete 1989 der einzige jemals in der DDR versteigerte Doppelsesterz des Traianus Decius in ss/s 11.000,- Ostmark im Zuschlag + 10% Aufgeld, also um 12.000,- Ostmark. Heute kostet sowas in der Erhaltung ca. 600,- € (wenn Du ihn "unter Freunden" kaufst ... okay, auf Auktionen auch bis 900,- € + Aufgeld), also größenordnungsmäßig ca. 1/20 (in "alten DM": ein Zehntel) des Ostmarkpreises.

Ein Assistenzarzt bekam in der DDR monatlich ca. 1200,- Ostmark BRUTTO - mußte also für diese Münze ca. 10 Monate arbeiten (ohne irgendwelche anderen Ausgaben wie Miete, Essen, Kleidung, ... wohlgemerkt!).

Für die o.g. 600,- € arbeite ich heute ca. 10 Tage - und zwar netto! Mal ganz grob überschlägig gerechnet...

So gesehen ist der Wert der Münzen also heftig gefallen. Der von technischen Konsumgütern übrigens auch. Sogar noch viel extremer. (Einen Farbfernseher mit 50er Bild, der zu DDR-Zeiten knapp 7000,- Mark kam, den verramscht der Baumarkt um die Ecke heute für unter 200,- €.)

Dafür ist der Prozentanteil an Ausgaben für Miete, Gesundheit, Ernährung, ... gegenüber der DDR sowas von irrsinnig gestiegen. Allerdings auch deren Qualität, das wird von vielen "Berufs-Ostalgikern" nur allzugern vergessen.

Daß der Qualitätssprung bei den Münzen, die heute für mich erreichbar sind, schon kaum noch mit Worten zu beschreiben ist, hatte ich oben ja schon erwähnt. Ich hätte jeden für völlig meschugge erklärt, der mir 1988 gesagt hätte, daß ich in 10 Jahren eine ganze Sammlung antiker (zumeist indischer, aber auch diverser römischer) Goldmünzen besitzen würde... sowas war für "normale DDR-Bürger" einfach völlig undenkbar.
Numismatische Grüße,

Euer Chandra

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donolli
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Beitrag von donolli » Mi 11.06.08 08:47

Natura semina nobis scientiae dedit, scientiam non dedit. (Seneca)

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Beitrag von chinamul » Mi 11.06.08 10:16

Das hätte ich nie für möglich gehalten, aber von jetzt an muß ich mich wohl von meinen bisherigen Preisvorstellungen verabschieden.

Gruß

chinamul
Nil tam difficile est, quin quaerendo investigari possit

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Beitrag von Chandragupta » Mi 11.06.08 11:09

chinamul, da bist Du nicht der erste oder einzige...

Ich habe gerade bei CNG ein paar Sachen in Beobachtung (nix Römisches, Sasaniden, eigentlich "Massenware" - okay, eher oberer Erhaltungslevel) - Wahnsinn, wo die jetzt schon stehen...!

Ich habe den Eindruck, manche Sammler bzw. Händler denken, ab morgen gibt's weltweit keine Münzen mehr... :twisted:
Numismatische Grüße,

Euer Chandra

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harald
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Beitrag von harald » Mi 11.06.08 13:08

Eine ähnliche Entwicklung beobachte ich mit Verwunderung bei den Kelten.

Offenbar legen einige vermögende Zeitgenossen auf Anraten ihres Anlageberaters ihr Bares nicht mehr in Aktien, sondern in antiken Münzen an, da sie dort eine höhere und sicherere Wersteigerung erwarten.

Weitere Gerüchte, daß es sich, so wie am Antikenmarkt allgemein, um Geldwäsche handeln könnte, möchte ich nicht weiter kommentieren.

Zu dieser Entwicklung habe ich ein sehr ambivalentes Verhältnis, da man sich einerseits über den Wertzuwachs seiner Lieblinge freut, es aber immer schwieriger wird, keltische, oder auch seltene römische Münzen in ansprechender Erhaltung zu erwerben.

Grüße
Harald

taurisker
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Beitrag von taurisker » Mi 11.06.08 13:15

Zu dieser Entwicklung habe ich ein sehr ambivalentes Verhältnis, da man sich einerseits über den Wertzuwachs seiner Lieblinge freut, es aber immer schwieriger wird, keltische, oder auch seltene römische Münzen in ansprechender Erhaltung zu erwerben.
... das beunruhigt mich ebenfalls!

McBrumm
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Beitrag von McBrumm » Mi 11.06.08 19:25

Hier darf ich meinen Lieblingsgordianus vorstellen:

IMP GORDIANVS PIVS FEL AVG
Büste des Kaisers mit Strahlenkrone nach rechts
PM TRP IIII COS II PP
Gordian mit Uniform nach rechts, hält Speer und Globus
Geprägt 240 – 241 AD in Rom
RIC 92, Cohen 253

Der übergroße Schröttling und die fleckige Patina gefallen mir bei der Münze sehr gut.

lg
McBrumm
Dateianhänge
GordianIII3b.JPG
Echte Männer essen keinen Honig, echte Männer kauen Bienen

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Beitrag von Chandragupta » Do 12.06.08 14:33

Hi McBrumm,

ich will Dir ja nicht zu nahe treten, aber diese "Patina" erscheint mir lt. Foto recht jung zu sein. Das Stück kommt mir (wie gesagt: nach dem Foto) so vor, als ob die Münze modern "blankgewienert" und dann künstlich "nachgedunkelt" worden ist; siehe die Korrosion, die, so wie ich das sehe, auch unter der "Patina" ist.

Aber ich verstehe Deine Aussage schon, wenn man Deine Begeisterung für Aurelian kennt: Die Silbersud-Oberfläche seiner Nachreform-Antoniniane sieht oft ähnlich fleckig aus. ;)

(PS: Und ich erinnere mich - ich muß Dir ja noch zwei Stücke als Fotos für Deine Website schicken, die Du so in CoinArchives nicht finden wirst - okay, bin dran, gleich mal 'nen Knoten ins Taschentuch machen :) ...)
Numismatische Grüße,

Euer Chandra

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schnecki
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Beitrag von schnecki » Do 12.06.08 15:19

@Chandra

also wenn ich eine blankgewienerte münze nehme und diese auf den balkon für ein halbes jahr in eine ecke lege und den witterungen aussetze , dann wird diese münze alleine wieder dunkel...ich denke die münze von McBrumm hat eine normale gewachsene patina !!!


m.f.g alex
SI DEVS PRO NOBIS , QVIS CONTRA NOS ?

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