Schöne, seltene bzw. interessante Münzen des Gordianus III

Kaiser, Dynastien und Münzstätten

Moderator: Homer J. Simpson

hjk
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Beitrag von hjk » Do 14.02.08 20:08

Ich komme erst noch mal auf die Antiochia-Prägungen zurück. Auch für mich ganz schwierig. Ich hab' im Forum schon mal gefragt, wie man die von den Rom-Prägungen unterscheiden kann - und die Antworten waren zwar z.T. recht witzig, aber nicht wirklich hilfreich. Curtis hat mit seiner Antwort ein paar Hinweise gegeben, mit denen ich zumindest mal versuchen kann, das nachzuvollziehen.

Wie donolli schreibt: bei vielen Münzen ist das einfach, weil die nur in Antiochia (oder evtl. einer anderen östlichen Münzstätte?) geprägt wurden. Manche gibt's aber eben sowohl in Rom als auch in Antiochia. Das sind die schwierigen - und die habe ich mal für mich in einer Liste zusammengefasst. Da ich nicht herausbekommen habe, wie ich eine Liste hier ordentlich präsentieren kann, habe ich einfach mal ein Bild gemacht (ich hoffe, das kann man noch lesen). Und ich würde mich arg über weitere sachdienliche Hinweise freuen, wie man die Antiochia-Prägungen erkennen kann! "Große Serifen" finde ich arg interessant (da hab ich noch nie drauf geachtet). Bisher orientiere ich mich eher am Portrait: und das "kleine Mündchen" in Octavians Beispiel würde mich übrigens auch auf Antiochia schließen lassen!

Schönen Gruß aus Frankfurt
hjk :D
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hjk
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Beitrag von hjk » So 17.02.08 00:47

Zum Posting von Curtis:

Das mit der fälschlichen Zuweisung zur "Hochzeitsemission" habe ich auch schon irgendwo gelesen. Mehr so "gerüchtemäßig" - halt als Kurzinfo aus dem Internet. Ich frage mich nun immer, wo man die genannten Artikel (z.B. "Ken Elks, Num. Chron. 1972, S. 309-310") auch ansehen kann. Gibt's da für den Laien irgendeine Zugriffsmöglichkeit?

Zu den "Seltenheitsangaben" in RIC: daran orientiere ich mich überhaupt nicht mehr: es gibt nicht wenige in RIC als selten bezeichnete, die trotzdem immer wieder im Angebot sind. Und dann gibt's die, die man NIE sieht - das sind dann die, die für mich WIRKLICH selten sind.

Und weil nur Text auch langweilig ist . . . noch ein Münzlein aus Antiochia (und wenn ich die nicht schon in der Sammlung hätte, hätte ich mich kürzlich womöglich wieder mit donolli "gestritten"):

RIC 183a
Av. IMP CAES M ANT GORDIANVS AVG
Büste mit Strahlenkrone drapiert und gepanzert rechts
Rv. FIDES MILITVM
Fides steht frontal, Kopf nach links, hält Standarte mit der Rechten und Füllhorn im linken Arm (ist das hier womöglich ein Doppelfüllhorn?)

Schönen Gruß aus Frankfurt
hjk :-)
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Beitrag von donolli » So 17.02.08 09:03

hjk hat geschrieben: Zu den "Seltenheitsangaben" in RIC: daran orientiere ich mich überhaupt nicht mehr: es gibt nicht wenige in RIC als selten bezeichnete, die trotzdem immer wieder im Angebot sind. Und dann gibt's die, die man NIE sieht - das sind dann die, die für mich WIRKLICH selten sind.
das gilt am meisten für die 12 "gängigen" denare. die tauchen, obwohl im ric durchweg mit r bewertet, so ziemlich jede woche irgendwo in wirklich schöner erhaltung auf, während die übrigen denartypen tatsächlich extremst selten zu sein scheinen.

bei den antoninianen hingegen muss ich sagen, dass dort die seltenheitsangaben im ric nach meinen beobachtungen größtenteils mit dem angebot auf dem markt übereinstimmen.
hjk hat geschrieben:. . . noch ein Münzlein aus Antiochia (und wenn ich die nicht schon in der Sammlung hätte, hätte ich mich kürzlich womöglich wieder mit donolli "gestritten"):
hjk :-)
wobei das leider in diesem fall nicht geholfen hat...;) aber irgendwann kommt dieser typ sicher auch noch in meine sammlung :D

gruß
olli
Zuletzt geändert von donolli am Mo 18.02.08 17:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von alexander20 » So 17.02.08 09:06

Hallo hjk,

numismatische Fachliteratur einschließlich aller numismatischen Fachzeitschriften kannst Du in Universitätsbiliotheken einsehen.

Was das Füllhorn betrifft, handelt es sich m.E. um ein einfaches Füllhorn.


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Beitrag von octavian » So 17.02.08 10:29

Hallo donolli,
du bist doch Spezialsammler auf dem Gebiet für Gordian. Da ich mich auch zunehmend für die Prägungen von Gordian interessiere, welche sind denn die 12 gänigsten Denar-Typen? Gibt es im Internet irgendwo zu Gordian eine spezielle Seite? Faszinierend hat mich auch die Auktion Gemini kürzlich. Im Forum ist ja darüber diskutiert worden.

Gruß
Octavian

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Beitrag von hjk » So 17.02.08 11:41


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Beitrag von donolli » So 17.02.08 11:53

@octavian:

das sind ric 81 111 112 113 114 115 116 127 129 129A 130 131

bei den seiten hat hjk die wichtigsten schon genannt.

grüße
olli
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Beitrag von octavian » Mo 18.02.08 12:57

Hallo hjk, hallo donolli,

vielen Dank für die vielen Informationen!!

Grüße
Octavian

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Beitrag von hjk » Mi 26.03.08 17:40

Hallo zusammen,

höchste Zeit, diesen Thread mal wieder aus der Versenkung zu holen . . . insbesondere weil ich da mal ein Problem habe :wink:

Kürzlich ist mir der unten abgebildete Gordi ins Netz gegangen. Grundsätzlich ist das RIC 37:

AV: IMP CAES M ANT GORDIANVS AVG
Büste mit Strahlenkrone drapiert und gepanzert rechts

Rv. P M TR P II COS P P
Gordian steht verschleiert in Toga frontal, Kopf nach links, einem Altar zugewandt, opfert aus Patera mit der Rechten und trägt Stab mit der Linken

Aber (mal ganz unabhängig davon, dass ich das Portrait bedenkenlos Antiochia zugeschrieben hätte . . . ich kann's offenbar immer noch nicht!): die Rv-Inschrift irritiert mich ziemlich! Ich lasse mir ja gefallen, dass ein Stempelausbruch das "P" verstümmelt hat. Und ich lasse mir auch gefallen, dass ein zugesetzter Stempel das "M" fast unsichtbar gemacht hat. Ich lese danach aber trotzdem noch TR P II COP P P - und dafür finde ich nicht die geringste Erklärung! Ist das eine (zumindest mir bisher) unbekannt Variante? Oder gibt's eine andere einleuchtende Erklärung? Ich bin für jeden Hinweis dankbar!

Schönen Gruß aus Frankfurt
hjk :-)

P.S. Was mir an der Münze noch gefällt: endlich sehe ich mal, dass da tatsächlich der Kaiser opfert. Man beachte die Nase! :wink:
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Beitrag von Xanthos » Mi 26.03.08 18:06

Hallo hjk

Das S von COS ist nur etwas verstümmelt. Zu sehen ist davon nur etwas mehr als die untere Hälfte. Auch daran zu erkennen, dass die P's horizontale Serifen und das S eine vertikale Serife hat.

Gruss

curtislclay
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Beitrag von curtislclay » Mi 26.03.08 18:46

Auch ich würde das Stück bedenkungslos Antiochia zuschreiben!

Eine sehr seltene Münze: Bland 33 kannte nur ein Exemplar davon, in Paris, aus verschiedenen Stempeln.
Zuletzt geändert von curtislclay am Do 27.03.08 03:17, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von hjk » Mi 26.03.08 19:14

Hallo,

erst schon mal ein herzliches "Dankeschön" für diese Antworten!

@Xanthos: ich glaub'. ich verstehe, was Du meinst. Die obere Hälfte des "S" fehlt - und die Serife an der unteren "S"-Schleife ist einfach ein bisschen "übergroß", oder? Das würde mir eingermaßen einleuchten.

@Curtis: Wäre das dann richtig, dass die in RIC gar nicht beschrieben ist? Oder anders: wie dürfte ich die nach Deiner Meinung in meiner Sammlung katalogisieren?

Schönen Gruß aus Frankfurt
hjk :-)

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Beitrag von curtislclay » Mi 26.03.08 19:52

Bland 33 (Paris), sonst unediert in östlichem Stil. Vgl. RIC 37 (Rom).
Zuletzt geändert von curtislclay am Mi 26.03.08 20:33, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Xanthos » Mi 26.03.08 19:58

hjk hat geschrieben:Die obere Hälfte des "S" fehlt - und die Serife an der unteren "S"-Schleife ist einfach ein bisschen "übergroß", oder?
Genau!

jogobs
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Beitrag von jogobs » Mi 26.03.08 20:01

Ich möchte mich mit einer Münze anschließen, die ich vor 3 oder 4 Jahren bei ebay von *AAH* gekauft habe (damals hatten die noch bezahlbare Versandkosten).

Av: IMP GORDIANVS PIVS FEL AVG

Rv: ROMAE AETERNAE

In der Auktionsbeschreibung hieß es, dass es sich um eine Münze aus Antiochia mit handeln sollte, die mit dieser Av-Inschrift nicht gelistet ist.

Ich habe zwischenzeitlich immer mal wieder versucht, diese Münze zu bestimmen: Wenn sie gar nicht in Antiochia geprägt wäre, sondern in Rom, wäre es RIC 70. Stimmt dagegen die Angabe mit Antiochia, dann kann ich keine passende RIC-Nummer finden.

Ich bin leider kein Experte bei der Unterscheidung der beiden Münzstätten. Aber vielleicht kann mir ja jemand von Euch helfen?
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