Schöne, seltene bzw. interessante Münzen des Gordianus III

Kaiser, Dynastien und Münzstätten

Moderator: Homer J. Simpson

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drakenumi1
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Beitrag von drakenumi1 » So 22.03.09 16:15

Deine Feststellung ist völlig richtig. Das gesamte Bild wird in Pixel zerlegt und diese werden nach Farbwert und Helligkeit ausgewertet. Das führt zu der Erscheinung, daß z.B. unter konstanten Bedingungen (immer gleiche Pixelzahl/dpi) und

- konstantem Kontrast :
- bei sehr großer eingestellter Helligkeit, flau 66 KB
- bei normaler Helligkeit 59,6 KB
- bei sehr geringer Helligkeit, dunkel 50,6 KB
erreicht werden, und bei
- konstanter Helligkeit :
- bei sehr geringem Kontrast, flau 27,6 KB
- bei mittlerem Kontrast, normal 52,0 KB
- bei sehr starkem, übernatürl. Kontrast 64,2 KB.

Soweit an einem Gordi-Av. (s. unten) relativ nichtssagende Werte, jedoch kommt es auf auf die auf dem Datenträger verbrauchten Bytes an, und da unterliegen wir hier im Forum ja der Begrenzung von 85 KB. Und damit wird es manchmal knapp. Wie man sich helfen kann, darüber.gibt die obige Tabelle tendenziell Auskunft. Man kann also durch geringeren Kontrast und dunkle Bilder sparsam wirtschaften und was erst keinen Platz mehr hatte, wird durch Sparsamkeit möglich.
Grundsätzlich gehen auch die Farben in diese Rechnung ein.
Ich habe mal auf verschiedenen Unterlagen gescant und es ergab sich
- bei weißer strukturloser Unterlage 56 KB
- bei mittelgrüner Unterlage 60 KB
- bei blauer Unterlage 52 KB
- bei schwarzer U. mit wenig Struktur 60 KB
- bei schwarzer U. mit viel Struktur 68 KB

Welcher Bedarf bei verschiedenen Farben besteht, sollte man selbst ermitteln. Aber gespart kann auch hier durch eine weiße Unterlage am meisten.
Grüße von

drakenumi1

Nachfolgende Beispiel wurde mit 800 dpi gescant:
Dateianhänge
img23704.jpg
Man kann, was man will, und wenn man sagt, man kann nicht, dann will man auch nicht.
(Baltzer von Platen/a. Rügen)

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chinamul
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Beitrag von chinamul » So 22.03.09 18:48

Danke für Deine "lichtvollen" Ausführungen, drakenumi1!
Es war also das Glück des Ahnungslosen, das mich für meine Scans einen weißen Hintergrund wählen ließ.

Gruß

chinamul
Nil tam difficile est, quin quaerendo investigari possit

hjk
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Beitrag von hjk » Do 02.04.09 22:46

Hallo zusammen,

ich entschuldige mich gleich zu Beginn: ich hab beruflich und privat derzeit leider einiges "am Hals" - und deshalb fällt diese Vorstellung bzw. Anfrage vergleichsweise dürftig aus. Ich hoffe, dass Ihr mir trotzdem helfen könnt. Aus den genannten Gründen gleich drei Münzen auf einmal - und das auch "nur" mit den Bildern der Verkäufer (aus denen aber sicher klar wird, warum ich die gekauft habe/hier vorstellen will):

Nr. 1: Ein As von Gordi, das im RIC nicht aufgeführt ist?
IMP CAES M ANT GODINVS AVG
LIBERALITAS AVG II

Nr. 2: ein Antoninian -
IMP CAES M ANT GORDIANVS AVG
CONCORDIA AVG
Ist das RIC 180? Für mich sieht der nicht nach Antiochia aus. Aber Rom ist wäre eigentlich mehr als unwahrscheinlich.

Nr. 3: noch ein Antoninian -
IMP GORDIANVS PIVS FEL AVG
VIRTVTI AVGVSTI
Normalerweise lautet die Beschreibung bei RIC 96 "linke Hand auf Keule gelehnt, die auf Felsen steht". Aber da ist kein Felsen! Und da war auch nie ein Felsen (d.h., das war m.E. sicher kein verstopfter Stempel)!

Ich freue mich auf alle Antworten. Und bitte nicht sauer sein, wenn ich nicht gleich reagieren kann.

Schönen Gruß aus Frankfurt
hjk :D
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_Gordi_virtuti.JPG
_Gordi_Concordia.JPG
_Gordi_As.JPG

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Xanthos
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Beitrag von Xanthos » Do 02.04.09 23:01

Hallo hjk

Nr. 1: Habe ich im RIC auch nicht gefunden. Am nächsten kommt die Nummer 269a (Sesterz).

Nr. 2: Sieht mir schon nach Antiochia aus, aber eben ... ;)

Nr. 3: Scheint ein Fehler im RIC zu sein, denn die Abildung dazu ist ebenfalls ohne diesen Felsen.

Gruss,
Simon

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Peter43
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Beitrag von Peter43 » Do 02.04.09 23:07

Nur eine kleine Korrektur: VIRTVTI AVGVSTI ist RIC 95, pl. III, 1. Auf dem Bild ist der Felsen unter der Keule allerdings auch kaum zu sehen.

Mit freundlichem Gruß
Omnes vulnerant, ultima necat.

hjk
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Beitrag von hjk » Do 02.04.09 23:19

Viel zu spät - trotzdem konnte ich nicht widerstehen:

RIC 95 ist natürlich richtig. Und den Hercules gibt's eigentlich nie ohne Felsen (auch wenn der manchmal ein bisschen klein geraten ist). Beispiele in Hülle und Fülle: http://212.202.106.6/muenzen/index.html ... bgruppe=11

:D

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Beitrag von Peter43 » Do 02.04.09 23:32

Ohne Felsen wäre auch witzlos. Herakles stützt sich hier ja erschöpft auf die Keule. Wie soll das ohne Felsen darunter gehen? Deshalb glaube ich, daß der Felsen beim Dauerprägen mehr oder weniger langsam vom Stempel verschwunden ist.

Mit freundlichem Gruß
Omnes vulnerant, ultima necat.

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Arminius
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Beitrag von Arminius » Fr 03.04.09 08:06

Außerdem waren die handelsüblichen griechischen Keulen damals viel zu kurz, um dem hochgewachsenen, athletischen Körper des Herakles eine aufrechte Stellung währen der Ruhe- und Erholungsphasen zu gewährleisten. Ein gekrümmter, buckliger Herakles - unmöglich.

Vielleicht führte er auch immer einen kleinen Felsen bei sich, damit sein Image nicht zu schaden kommt und seine aufrechte, eindrucksvolle Gestalt auch während der tariflich vereinbarten Pausen medienwirksam zur Geltung kommt.

:wink:
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11378.jpg
RIC 116 ; Coh. 403 . (19-20 mm / 3,52 g), 240 n.C., Rom
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Ich habe nicht vor mir durch diese moderne "Ich bin ein Münzsammler und darf kriminalisiert werden" - Paranoia die Freude am Sammeln verleiden zu lassen.

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donolli
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Beitrag von donolli » Fr 03.04.09 09:10

Arminius hat geschrieben:
Vielleicht führte er auch immer einen kleinen Felsen bei sich, damit sein Image nicht zu schaden kommt und seine aufrechte, eindrucksvolle Gestalt auch während der tariflich vereinbarten Pausen medienwirksam zur Geltung kommt.

:wink:

nicht zu vergessen der rückenschaden, der sich bei der keulenhaltung ohne felsen unweigerlich früher oder später einstellt!!


nr 1: sehe ich auch so! der fehlt im ric. toller fang!

nr 2: ist ganz bestimmt antiochia. da hast du mich mal wieder überboten ;)

grüße
olli
Natura semina nobis scientiae dedit, scientiam non dedit. (Seneca)

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Beitrag von curtislclay » Fr 03.04.09 16:01

Nr. 1: Roger Bland hat ein Exemplar in Berlin notiert.

Dieser As hat normalerweise LIBERALITAS AVGVSTI II, RIC 270a, anstatt wie hier nur LIBERALITAS AVG II.

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Beitrag von hjk » So 05.04.09 17:54

Hallo zusammen,

vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Ich fasse mal für mich zusammen:

Nr. 1: der As ist nicht in RIC erfasst und deshalb sicher ein guter Fund. Obwohl der nicht sehr toll aussieht, darf ich mich über den besonders freuen. Vielleicht noch an Curtis die Frage: "Roger Bland hat ein Exemplar notiert" - ist diese Arbeit irgendwo veröffentlicht?

Nr. 2: den sortiere ich dann also mal als RIC 180 ein (natürlich wäre mir RIC 35v lieber gewesen - aber auch als "Antiochier" finde ich den ganz ansehlich)

Nr. 3: Den würde ich jetzt als RIC 95var. einsortieren - vielleicht (Arminius' Anregung aufgreifen) mit dem Zusatz "verbirgt vermutlich Felsen für die Stütze der Keule in der rechten Hand hinter seinem Rücken" :wink:

Nochmals herzlichen Dank für die Antworten
hjk :D

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areich
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Beitrag von areich » So 05.04.09 20:59

Hier mal wieder eine neue Münze von mir. Ich finde sie schön und interessant und irgendwie selten ist sie auch, paßt also recht gut.

Avers: AYT K M ANT - GOPDIANOC AY; Büste mit Lorbeerkranz, Paludament und Panzer rechts
Revers: ADPIANOPO - LEITWN; Behelmte Athena, den Kopf zurückgewandt, mit Lanze und Schild nach rechts stürmend, zu ihren Füßen nach rechts aufgerichtete Schlange

Varbanov 3737, Jurukova, S. 223, 608 (V ?/R 588) (diese Angaben sind nur aus CA kopiert)

Hier gibt's eine größere Version:

http://www.forumancientcoins.com/galler ... pos=-42489
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GordianIII_Hadrianopolis_Athena_AE27_10.12g_1.jpg

curtislclay
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Beitrag von curtislclay » Mo 06.04.09 01:50

hjk hat geschrieben:Vielleicht noch an Curtis die Frage: "Roger Bland hat ein Exemplar notiert" - ist diese Arbeit irgendwo veröffentlicht?
Nein. Bland sollte die RIC-Neuausgabe für 238-253 n.Chr. vorbereiten und übersandte mir eine Liste der ihm bekannten Bronzemünzen von Gordian III. und Philipp I. Ich habe daraus die Stückzahlen pro Sammlung (London, Wien, Paris, Berlin, New York, Copenhagen) in meinen RIC hineingeschrieben.

Ob R. Bland noch daran arbeitet erscheint zweifelhaft. Seit Mitte der 90er Jahre arbeitet er nicht mehr im Londoner Münzkabinett, sondern für das Portable Antiquities Scheme.

hjk
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Beitrag von hjk » Di 07.04.09 16:57

Hallo Curtis,

zwar nicht ganz die Antwort, die ich mir erhofft hatte - aber natürlich trotzdem ein herzliches Dankeschön für die Information.

:D

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Julianus v. Pannonien
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Beitrag von Julianus v. Pannonien » Sa 11.04.09 09:45

Arminius hat geschrieben:Außerdem waren die handelsüblichen griechischen Keulen damals viel zu kurz, um dem hochgewachsenen, athletischen Körper des Herakles eine aufrechte Stellung währen der Ruhe- und Erholungsphasen zu gewährleisten. Ein gekrümmter, buckliger Herakles - unmöglich.
:wink:
Hallo Arminius

Etwas spät zu diesem Thema, aber ich muss diese Rückseite schnell zeigen, als Beweis dafür das Herakles auch ein Buckelmann sein kann, und gekrümmt stehen kann.
der Herrscher unter dem die Münze geprägt wurde passt nicht in den Thread desshalb zeige ich auch nur kurz den Revers.

Grüsse JvP
Dateianhänge
Hercules.jpg
"VICTORIOSO SEMPER"

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