Schöne, seltene bzw. interessante Münzen des Gordianus III

Kaiser, Dynastien und Münzstätten

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curtislclay
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Beitrag von curtislclay » Mi 26.03.08 22:52

Wohl PIVS FEL AVG, weil FELIX auf Antoninianen nicht bezeugt ist.

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Beitrag von Numis-Student » Mi 26.03.08 23:01

gut, überzeugt :D Bei dieser Erhaltung ist es schwierig, die genauen Buchstaben zu erkennen. Und von der Schriftaufteilung wäre FELIX zumindest theoretisch möglich...
Danke für den Hinweis,
MR

hjk
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Beitrag von hjk » Mi 26.03.08 23:06

@donolli: ooops - das würde ja heißen, dass mir der RIC 34 noch fehlt (ich habe angesichts meiner Unsicherheit erst mal immer nur ein Exemplar der "fraglichen" - siehe meine Liste auf Seite 3 - erworben). Mein "Bauchgefühl" bei meinem Gordi erwächst übrigens ausschließlich aus dem Portrait - ich habe nämlich immer noch keine eindeutigen Hinweise, wie das zu beurteilen wäre!

@Zwerg: Behaupte bitte nicht das Gegenteil! Ich habe schließlich immer noch nicht die Hoffnung aufgegeben, dass wenn ich "einige hundert . . . " :wink:

und @Numis-Student: auch wenn ich "Stk2Ph" nicht verstehe: die Av-Legende (auch wenn ich die auf dem Bild nicht lesen kann) gibt's sonst ja nur bei Asses und Sestertii - schon deshalb wär' diese Fälschung eine Bereicherung jeder Spezialsammlung. Und schließlich ist auch "hässlich" eine höchst individuelle Beurteilung (Cabaret: "if you could see her through my eyes . . ." :wink: )

:D

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Beitrag von Numis-Student » Mi 26.03.08 23:16

Hallo hjk,
diese "unverständliche" Abkürzung ist die Kurzbeschreibung nach dem "Wiener Büstenkanon"... und wenn man schon dort Numismatik studiert, sollte man diese Variante der Büstenbeschreibung hin und wieder trainieren... Obwohl sie anscheinend im Rest der Welt nicht verwendet wird.
Aufgelöst als Strahlenkrone mit 2 freien Bändern, Paludament von hinten zu lesen :D
Schöne Grüße,
MR

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Beitrag von Numis-Student » Mi 26.03.08 23:22

Ich habe diesen Gordian übrigens nur genommen, da es ein subaerater Antoninian ist...
Und im Gegensatz zu seinem "Kollegen", einem gefütterten Denar des Severus Alexander schon deutlich schlechter erhalten, vor allem die Vorderseite.
Und mein gefütterter Traian-Denar ist noch wesentlich schöner :D
Schöne Grüße,
MR

hjk
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Beitrag von hjk » Mi 26.03.08 23:54

"Wiener Büstenkanon" - faszinierend, was es so alles gibt! Mit diesem Suchbegriff finde ich bei Google gerade mal einen Treffer - und der führt mich auf eine Seite, auf der ich nur mit einem Passwort weiterkäme. Das ist offenbar nix für Normalsterbliche . . .

:wink:

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Beitrag von helcaraxe » Do 27.03.08 00:07

Nun, im Göbl, Antike Numismatik, leider nur mehr antiquarisch zu haben, wird diese "Wiener Schule" nach eben dieser offenbar sehr schillernden Persönlichkeit R. Göbl, der dort Professor für Antike Numismatik war, eingeführt.

So ist es doch oft: Eine bestimmte Art des Arbeitens oder Forschens wird irgendwo eingeführt wird, weil es eine treibende Kraft (lies: Person) dahinter gibt. Manchmal, aber nicht immer, wird diese Schule dann überall oder weithin übernommen, meistens aber nicht, und oft genug stirbt sie dann auch mit dem Erfinder wieder langsam aus...

Aber unbestritten sind die sehr großen Verdienste Göbls um die Antike Numismatik, nicht, dass ich da falsch verstanden werde!
Viele Grüße
helcaraxe
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Beitrag von Numis-Student » Do 27.03.08 00:08

Naja, es ist nicht so geheimnisvoll, wie es sich anhört. Das System geht auf Göbl zurück, und versucht, möglichst alle Vorderseitenbeschreibungen in "unverständliche Abkürzungen" zu verkürzen :lol:
Bei Bedarf kann ich gerne mal das System näher erläutern...
Der Googletreffer bezieht sich auf ein Buch, das anscheinend für den internen Gebrauch der österreichischen Akademie der Wissenschaften online ist. Wir Normalbürger dürfen dann das Buch kaufen :wink:
Zuletzt geändert von Numis-Student am Do 27.03.08 09:49, insgesamt 1-mal geändert.

hjk
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Beitrag von hjk » Do 27.03.08 17:45

Hallo zusammmm,

gestern ging ja in diesem Thread ziemlich "die Post ab" - dafür zunächst mal allen Beteiligten herzlichen Dank!

Eine spezielle Frage hätte ich noch an @curtislclay: "Bland 33 (Paris)" . . . Gibt es da irgendein Werk oder eine Liste, in der diese Zitate zusammengestellt sind? Ich habe seit gestern ein wenig gegoogelt und vermute, dass es sich um Dr. Roger Bland vom Britischen Museum handelt - nur habe ich unter diesem Namen keine einschlägige Literatur gefunden (außer natürlich ein paar "Kleinigkeiten" wie z.B. das Werk über den Cunetio-Hort :wink: ). Unter http://ettuantiquities.com/Philip_1/Phi ... d-list.htm fand ich schließlich auch "Dr. Bland's List for PHILIP I and Family". Gibt es so etwas auch für Gordian III? Daran wäre ich höchst interessiert - denn offenbar sind hier ja auch Münzen erfasst, die RIC überhaupt nicht nennt/kennt. Und schließlich (wenn's nicht gar zu viel ist): es wäre schön, wenn Du donollis und meine "Bauchgefühle" in Sachen RIC 34/177a überprüfen würdest: jedes richtig erkannte Stück hilft mir/uns nämlich sicher ein bisschen weiter bei der richtigen Einschätzung gerade der "unsicheren Kandidaten".

Schönen Gruß aus Frankfurt
hjk :-)

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Beitrag von donolli » Do 27.03.08 17:46

hjk hat geschrieben:@donolli: ooops - das würde ja heißen, dass mir der RIC 34 noch fehlt (ich habe angesichts meiner Unsicherheit erst mal immer nur ein Exemplar der "fraglichen" - siehe meine Liste auf Seite 3 - erworben). Mein "Bauchgefühl" bei meinem Gordi erwächst übrigens ausschließlich aus dem Portrait - ich habe nämlich immer noch keine eindeutigen Hinweise, wie das zu beurteilen wäre!
vielleicht finden wir ja noch einen weitere forum-mitglieder die sich trauen, ihre einschätzung zu hjk's münze abzugeben?
ich möchte ja schließlich nicht für mich in anspruch nehmen, die wahrheit gepachtet zu haben ;)

zum thema subaerate kann ich auch noch diesen (ric 93) beisteuern, den ich auch schon mal im schaukasten-thread vorgestellt hatte.

grüße
olli
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Beitrag von curtislclay » Fr 28.03.08 00:32

Vgl. Gemini IV, S. 105, Vorwort zur Sammlung G. His:

The "Bland" numbers cited below...refer to the comprehensive and fully illustrated catalogue in Roger Bland's unpublished 1991 doctoral dissertation, The Coinage of Gordian III from the Mints of Antioch and Caesarea, Department of Archaeology, University College, London, accessible to us in a photocopy.

Ja, Donellis Stück RIC 34, hjk's Exemplar RIC 177a.

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Beitrag von hjk » Fr 28.03.08 08:04

@curtis,

herzlichen Dank für die hilfreichen Informationen! Jetzt bin ich mal gespannt, ob es gelingt, diese Dissertation irgenwo "an Land zu ziehen" - das sollte doch nicht sein, dass so eine wichtige Arbeit wirklich für niemanden zugänglich ist.

Schönen Gruß aus Frankfurt
hjk :-)

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Beitrag von donolli » Fr 28.03.08 13:52

[quote="hjk"]@curtis,

herzlichen Dank für die hilfreichen Informationen! Jetzt bin ich mal gespannt, ob es gelingt, diese Dissertation irgenwo "an Land zu ziehen" - das sollte doch nicht sein, dass so eine wichtige Arbeit wirklich für niemanden zugänglich ist.

dito :D
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Beitrag von helcaraxe » Fr 28.03.08 14:26

Eventuell hilft eine Anfrage direkt bei diesem Departement of Archaeology?
Viele Grüße
helcaraxe
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Beitrag von drakenumi1 » Fr 28.03.08 15:20

Durch diesen interessanten thread angeregt, fällt mir beim Stöbern dieser Antonin. mit Providentia nach RIC 4 (Rom oder Antiochia?) in die Hände, mit einem interessanterweise abgeknickten Szepter, offenbar so vom Stempelschneider gewollt, denn das Suchen bei wildwinds und coinarchives bringt mehrere gleiche Fälle ans Tageslicht: Ganz besonders klar offenbart sich dieses "Zepter" als aus 2 Gegenständen bestehend bei einem Aureus gleicher Darstellung:

http://www.coinarchives.com/a/lotviewer ... 78&Lot=233

Auch bei wildwinds finden sich einige abgeknickte "Zepter". Kann sich darauf jemand einen Reim machen?

Hier mein Exemplar. Das Portrait ist sicherlich beachtenswert, ich sehe in der Schädelform immer einen "Balbinusverschnitt". Oder ist das Einbildung von mir? Interessant in der starken Vergrößerung des Av. die Schrift unten gegen 5 Uhr und ihre Gratbildung innerhalb der dortigen Stempelschwäche. Wie so etwas wohl entsteht!?

Grüße an alle von

drakenumi1
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Man kann, was man will, und wenn man sagt, man kann nicht, dann will man auch nicht.
(Baltzer von Platen/a. Rügen)

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