Schöne, seltene bzw. interessante Münzen des Gordianus III

Kaiser, Dynastien und Münzstätten

Moderator: Homer J. Simpson

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drakenumi1
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Beitrag von drakenumi1 » Sa 29.03.08 19:51

Hallo, El Che, quisquam und helcaraxe,
ähhh, .... worum gings hier nochmal? Ich vergesse neuerdings leider so schnell... :wink:

Danke Euch. Ihr habt ja recht,
meint jetzt mit freundlichen Grüßen zum Abend

drakenumi1

Wenn ich jetzt in Katalogen stöbere, zähle ich nebenbei nur noch Knickzepter.... :)
Man kann, was man will, und wenn man sagt, man kann nicht, dann will man auch nicht.
(Baltzer von Platen/a. Rügen)

antoninus1
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Beitrag von antoninus1 » So 30.03.08 12:55

Hallo,

ich möchte Euch auch einmal einen meiner Gordiane vorstellen.
Er ist nicht so toll erhalten (wirkt im Original besser als auf dem Foto), zeigt aber ein Linksportrait, was wohl wirklich recht selten zu sein scheint.
Außer in der zurückliegenden Gemini-Auktion habe ich die letzten Jahre eigentlich keine Stücke gesehen.

Ich habe es als RIC 178b aus Antiochia bestimmt.
Av: IMP CAES M ANT GORDIANUS AUG gepanzerte Büste m. Strahlenkrone n. links
Rv: CONCORDIA AUG Concordia h. Füllhorn und Patera über Altar

Das Revers scheint sogar stempelgleich mit dem im RIC auf Plate3, 9 abgebildeten Stück zu sein.
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gordilinks.jpg
Gruß,
antoninus1

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Beitrag von hjk » So 30.03.08 16:30

@antoninus1,

gratuliere - 178b ist wie jedes Linksportrait extrem selten. Ich habe es bisher nicht geschafft, sowas meiner Sammlung einzuverleiben - und ich suche sowas!

Schönen Gruß aus Frankfurt
hjk :)

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Homer J. Simpson
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Beitrag von Homer J. Simpson » Mi 02.04.08 20:19

Klasse, und interessant ist auch der Schwertgurt, der über den Brustpanzer läuft. Schönes Detail.

Viele Grüße,

Homer (auch neidisch :wink:)
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hjk
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Beitrag von hjk » Mi 09.04.08 21:13

Hallo zusammen,

es ist Zeit, den Thread wieder mal aus der Versenkung zu holen!

Kürzlich (auf Seite 3) hatte ich ein Münzlein vorgestellt, das ich "gefühlsmäßig" Antiochia zugeordnet hätte. Curtis hat diese Einschätzung bestätigt und diese Münze "Bland 33" zugeordnet. Auf Nachfrage hat Curtis dann wenig später (Seite 5) eine bisher unveröffentlichte Dissertation von Dr. Roger Bland als Quelle benannt.

Ich habe mich dann im Internet auf die Suche gemacht und diese Dissertation nur im Literaturverzeichnis der Uni Berlin gefunden. Obwohl die Reaktion auf meinen Anruf sehr nett war ist's von Frankfurt nach Berlin nun doch ziemlich weit. Ich habe deshalb mit Dr. Bland direkt Kontakt aufgenommen - und bereits tags darauf den Text der Dissertation per Mail in Empfang nehmen dürfen!

Das Problem("chen"): der Text wurde mit einem frühen PC-Programm erstellt. Durch diverse Konvertierungen sind einige Formatierungen, das Inhaltsverzeichnis usw. verloren gegangen. Außerdem gehören zu dem Werk natürlich die umfangreichen Abbildungen, die Dr. Bland digital leider nicht zur Verfügung stehen. Diese werden mir voraussichtlich in Kürze als Kopie zugehen.

Inzwischen habe ich begonnen, die Formatierungen usw. wieder herzustellen und beabsichtige, die Plates in das Werk zu integrieren und in digitaler Form (als PDF) zu erstellen. Wenn das alles so klappt wie ich mir das vorstelle - und wenn Dr. Bland mit meiner Arbeit zufrieden ist - hat er PRINZIPIELL in Aussicht gestellt, dass das Werk auf "seiner" Homepage ( http://www.finds.org.uk/ ) im Internet zur Verfügung gestellt wird.

Obwohl ich derzeit nur mit/an der Oberfläche arbeite (eben Inhaltsverzeichnis usw.) ist mir jetzt schon klar, dass das Werk (obwohl natürlich in englisch) sehr gut zu verstehen ist. Aber nicht mal eben so nebenher: über 400 Seiten - ohne die Plates! Aber aus meiner Sicht für einschlägig Interesierte (fast) unverzichtbar!

Spätestens wenn's diesbezüglich Neuigkeiten gibt melde ich mich wieder.

Schönen Gruß aus Frankfurt
hjk :)

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Beitrag von helcaraxe » Mi 09.04.08 22:21

Das nenne ich aber mal eine verdienstvolle Tätigkeit! :-)

Wenns klappt, wäre es natürlich toll!
Viele Grüße
helcaraxe
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Beitrag von donolli » Mo 14.04.08 13:33

@hjk:

sorry, hab von deinem vorhaben gerade erst jetzt gelesen! kann dazu nur sagen: respekt! ich wünsch dir die nötige muße, und ganz viel erfolg! und freue mich natürlich schon auf ein gelungenes ergebnis :D


ps: ein neuzugang von mir. von lanz für etwas über 60 euro ersteigert:
av: IMP GORDIANVS PIVS FEL AVG (belorbeerte, drapierte und kürassierte büste nach rechts)
rv: LIBERALITAS AVG III (liberalitas sthet frontal hält cornucopiae und abacus)
rom, 240 n. chr.
20,5 g
ric: 290a

grüße
olli
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ric-290-a.jpg
Natura semina nobis scientiae dedit, scientiam non dedit. (Seneca)

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Beitrag von antoninus1 » So 20.04.08 12:08

Hallo,

ich wollte Euch noch eine weitere seltene Münze des Gordianus vorstellen.

Sie scheint gegossen zu sein und ist wohl ein Limesfalsum.
Interessant ist auch, dass man eine Münze des Gordianus Caesar gefälscht hat, die eh nicht häufig sind. Da hat´s jemand eilig gehabt damals.
Av.: M ANT GORDIANUS CAES
Rv.: PIETAS AUGG
Gewicht 2,7 g.
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gordi.jpg
Gruß,
antoninus1

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Homer J. Simpson
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Beitrag von Homer J. Simpson » So 20.04.08 12:42

SEHR hübsches Stück - und ich wundere mich oft, wie gut bei diesen Limesfalsa die Gußqualität ist!!

Homer
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Beitrag von antoninus1 » So 20.04.08 16:12

Ja, mich auch.
Was mich interessieren würde, wäre, in wie weit diese Stücke damals als Geld akzeptiert wurden. Immerhin waren die Vorbilder ja aus Silber.
Oder hatten die Falsa einen Silberüberzug? Dann sollte man aber noch welche zumindest mit Resten davon finden.

Zu welcher Zeit wurden eigentlich die letzten dieser Fälschungen hergestellt? Der Gordi ist mit 238 doch schon ziemlich spät.
Gruß,
antoninus1

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Beitrag von Homer J. Simpson » So 20.04.08 16:45

Oder die Limesfalsa bestanden aus einer Legierung, die in unoxydiertem Zustand weiß glänzte und für Silber durchgehen konnte?

Homer
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Beitrag von beachcomber » So 20.04.08 17:50

Oder die Limesfalsa bestanden aus einer Legierung, die in unoxydiertem Zustand weiß glänzte und für Silber durchgehen konnte?
so ist es! diese 'limesdenare' waren aus weissmetall und nicht gefüttert. manchmal findet man noch solche die weisslich-grau aussehen.
grüsse
frank

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Beitrag von Numis-Student » Mo 21.04.08 09:39

Hallo,
bitte beachten: Limesfalsa bestehen immer aus AE ! Es sind Asse, Dupondien, Sesterzen. Davon abzugrenzen sind diese nachgegeossenen Weissmetall-Denare.
"Auf der eines Seite stellen die an der mittleren Donau zu findenden Güsse von Mittel- und Großbronzen, die sogenannten Limesfalsa, eine der lokal stärksten Gruppen von Gußkopien im Westen des römischen Reiches dar. (...) Andererseits gibt es für die Güsse von Denaren, vor allem der Severerzeit, derzeit noch wenige Zahlen..." (Matthias Pfisterer, Eine Gruppe severerzeitlicher Fälscherförmchen aus der Sammlung des Instituts für Numismatik und Geldgeschichte, in Numismatische Zeitschrift, Band 113/114).
Es wird also immer zwischen Limesfalsa und nachgegossenen Denaren unterschieden.
Ein Limesfalsum in dieser Qualität habe ich noch nie gesehen :D Die Denare sind in der Qualität wirklich sehr gut gemacht.
Schöne Grüße,
MR

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Beitrag von Numis-Student » Mo 21.04.08 10:06

Hier noch Beispiele meiner Sammlung. Ein Limesfalsum und ein Denar. Die unterschiedliche Qulität ist gut zu erkennen...

Sollten zwar in umgekehrter Reihenfole erscheinen, aber egal...Ich habs eilig, ich muss zur Uni :wink:
Schöne Grüße,
MR
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Julia_Mamaea_Sesterz__Limesfalsum.jpg
Faustina_II_Denar.jpg
Faustina-Rs.jpg

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Beitrag von antoninus1 » Mo 21.04.08 11:32

Sehr interessant.

Sollten wir einen eigenen Thread eröffnen, in dem wir Limesfalsa und gegossene Denare vorstellen?

In diesem Thread geht es ja eigentlich um Gordian, wovon ich etwas abgelenkt habe :roll:
Gruß,
antoninus1

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