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Keltische Münzen

Moderator: Numis-Student

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harald
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Beitrag von harald » So 17.08.08 21:42

Hallo Herfried!

Glückwunsch zu dieser eindrucksvollen Prägung.

Mit einem derart hoch ausgeprägtem Relief habe ich diesen, an und für sich häufigen Typ,nur selten gesehen.
Verglichen mit anderen Exemplaren, war der Stempelschneider dieser Münze weit über dem Durchschnitt.

Gruß
Harald

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pixxer
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Beitrag von pixxer » Mo 18.08.08 09:12

Sehr schönes Stück Herfried!

Wirklich eindrucksvoll dieses Relief!

LG Pixxer

taurisker
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Beitrag von taurisker » Di 19.08.08 19:52

:-)
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harald
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Beitrag von harald » Mi 20.08.08 10:27

Hallo Herfried!

Deine mäßig häufig anzutreffende Münze hast Du durchaus zu einem angemessenem Preis erworben.
Auf Grund der Erhaltung würde ich ihn jedoch am oberen Ende der Preisskala ansiedeln.

Zu den Zitaten:

Kellner 605 ist eine Weiterentwicklung deiner Münze und wird dort der Gruppe B zugeordnet.

Deine Münze ist jedoch eindeutig noch der letzten Stufe der Gruppe A mit noch erkennbarem Gesicht zuzuordnen (siehe Kellner 557)

Unter den verschiedenen Schatzfunden( auch aus Österreich) und Siedlungsfunden ist Deine Variante mit einem Anteil von eta 15% vertreten.

Zu ergänzen wäre noch, dass dieses Kleingeld der Vindeliker in La- Tene D in sehr großer Anzahl und vielen Varianten ausgeprägt wurde.

Es hatte wohl auch überregionale Bedeutung, wie Funde aus Roseldorf und Stradonice zeigen.

Grüße
Harald

taurisker
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Beitrag von taurisker » Mi 20.08.08 11:25

:-)
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missmarple
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Beitrag von missmarple » So 24.08.08 13:15

Honourables,
nachstehendes Exemplar wurde noch nicht gezeigt und besprochen wie ich glaube:
Massaliotische Imitation 3. Jh vuZ
AG Drachme 3,11g
Av Artemiskopf
Rv (sehr) barbarisierter Löwe, darüber Legendenreste MASSA
Castelin 1027ff
die Haartracht der Artemis und vor allem die Löwendarstellung finde ich ganz besonders faszinierend.
Deshalb ist es jetzt auch meins :D
kind regards mm
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Celt_Mass_Rv.jpg
Celt_Mass_AV.jpg
sapere aude

taurisker
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Beitrag von taurisker » So 24.08.08 13:18

Na das ist aber ein feines Teil 8O :!:
Gratuliere herzlich zu dieser Münze!

Salü
Herfried

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harald
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Beitrag von harald » So 24.08.08 21:33

Hallo missmarple!

Deine wunderschöne Imitation aus der gallia cisalpina stammt vor allem wegen des noch hohen Gewichtes, aber auch der Prägung mit nur leichter Barbarisierung der Artemis noch aus der frühen Phase, der schweren Drachmenprägung.

Das richtige Zitat wäre Castelin 991.

Nach Castelin BdII, S147 wurden diese Imitationen noch vor der römischen Eroberung zwischen 230 und 220 v. Chr. geprägt.

Acht dieser Drachmen wurden beim Kapitol in Rom 1938 als Mischfund geborgen. Dieser kann mit 215- 212v.Chr. datiert werden

Mehrere Schatzfunde ( Cimo 1938, Pautasso , Bellinzona), belegen auch den Umlauf dieses Münztyps in der Südschweiz.
Der letzte Schatzfund ( mehrere hundert Exemplare) wurde Mitte der Neunziger gemacht .

Gratulation zu dieser Münze mit bedeutendem historischen Hintergrund.

Grüße
Harald

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Beitrag von harald » Mo 15.09.08 17:46

Diese relativ seltene ostkeltische Tetradrachme wird nach PINK als Typ mit einfacher Leier bezeichnet.

Umgelaufen ist dieser Typ in Nordungarn in der Gegend des heutigen Miskolc.

In der letzten Zeit wurde dieser Typ in stempelgleicher Ausführung einige Male im Handel angeboten, was auf einen Schatzfund vermuten läßt.

Bei der Reversdarstellung könnte es sich um ein Vorbild zu den Hemidrachmen des Leier- Stern Typs handeln.
Aus dieser Serie entstand später der Typ Roseldorf I und II


Av. Zeuskopf rechts mit Lorbeerkranz.

Rv. Pferd springt rechts, darauf stilisierter Reiter, darüber Symbol in Form von II, darunter einfache Leier.

OTA 384
Prägezeitraum: 190-160v.Chr.
Gew. 13,00 g

Gruß
Harald
Zuletzt geändert von harald am Fr 24.04.09 14:52, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von harald » Mo 15.09.08 17:50

Hie noch mal der Revers vergrößert.
Zuletzt geändert von harald am Fr 24.04.09 14:53, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von pixxer » Mo 15.09.08 18:20

Sehr feines Teil Harald! Sieht ein bisschen wie ein Einhorn aus das Pferd! :D

LG

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Beitrag von harald » Mo 15.09.08 19:11

Michael, da hast Du zweifellos recht :)

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echt oder falsch?

Beitrag von wie-wolf » Fr 19.09.08 13:05

hab diese kleine AR münze vor jahren bei einem fachhändler erstanden. mir gefällt vor allem das pferd. rand der münze ohne gießspuren oder schleifspuren.
http://www.flickr.com/photos/14868225@N ... 312061663/
http://www.flickr.com/photos/14868225@N ... 312061663/

unter
http://image.dorotheum.com/catalogues/L ... AucID=6904
gibt es eine +/- gleiche prägung.
meine zweifel bleiben
wie-wolf
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kugelwange-klein.jpg
Zuletzt geändert von wie-wolf am Di 18.11.08 19:03, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von harald » Fr 19.09.08 14:25

Hallo Wie-wolf!
Herzlich Willkommen im Keltenforum!

Bei dieser Münze brauchst Du absolut keine Zweifel bezüglich der Echtheit haben.
Obwohl diese Drachmen vom Typus Kugelwange in relativ großer Anzahl am Markt vorkommen, macht sie die Vielzahl der unterschiedlichen Varianten für Sammler interessant.

Ein Vorteil des großen Angebotes auf dem Markt, ist der auch für Einsteiger erschwingliche Preis.

Ich halte die Pferdedarstellung ebenfalls für durchaus gelungen und auch der Avers trägt eine schöne Prägung.

Gratulation zu dieser schönen Keltenmünze.
Die Bestimmung des Exemplars im Dorotheum kannst Du übernehmen.

Viele Grüße
Harald

wie-wolf
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Beitrag von wie-wolf » Fr 19.09.08 16:08

danke harald,
bei dem händler hab ich auch vertrauen (dieter grunow/berlin - münzgalerie).
ich bin eher ein griechen-syracus-fan, aber die kelten gefallen mir sehr mit ihrer abstraktion und verspieltheit.
w.

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