Keltische Ringe, Amulette und Co.

Keltische Münzen

Moderator: Numis-Student

j-u.thormann
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Beitrag von j-u.thormann » Do 13.11.08 22:49

harald hat geschrieben: So wie die Noppenringe und verschiedenen Rädchen ist auch der von Dir gezeigte Beilanhänger ein Amulett.
Ich bin mir nicht so sicher, daß die Rädchen Amulette waren. Philip Kiernan hat sich intensiv mit Miniaturvotivgaben aus den Nordwestprovinzen des römischen Reiches beschäftigt (es ist das Thema seiner Dissertation) und hält sie für reine Votivgaben an den mit Jupiter identifizierten keltischen Radgott. Es gibt - wenn auch selten - solche Miniaturräder mit Weihinschriften an Jupiter.

Gruß,

j-u.thormann

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heiko183
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Beitrag von heiko183 » Fr 14.11.08 07:21

CAROLUS REX hat geschrieben:Hi Harald

""""verbreiteten Riemenzungen""""""

Das stimmt schon so.

Aber meine ist die erste die linksrheinisch
gefunden Wurde. :BIG:

Gruß CR
die gemeldet wurde meinste wohl :lol:

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harald
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Beitrag von harald » Fr 14.11.08 14:20

Hallo thormann!

Meiner Meinung schließt ja das eine das andere nicht aus.

Das aus gallischen Raum Darstellungen des Jupiter mit dem Rad bekannt sind ist mir bewußt.
Dabei handelt es sich wohl um eine Gleichsetzung mit dem höchsten keltischen Gott.
Die keltische Restbevölkerung ist sicher im 1. und 2.Jh.n.Chr. weiter an ihrem Glauben gehängt und hat so verschiedene römische Götter "verkeltisiert"
Ein Beispiel dafür sind auch die provinzialrömischen Statuetten, denen von den Besitzern Halsreifen angelegt wurden.
Diese sekundär angebrachten Torques gibt es fast ausschließlich auf Statuetten des Merkur.
So sind auch die spätlatenezeitlichen Radamulette ein Beweis, das die restkeltische Bevölkerung diese Symbole mit einem ihrer Götter assoziert hat.
Da diese Rädchen sowohl in Heiligtümern, als auch im Fundanteil spätkeltischer und frührömischer Siedlungen auftauchen, waren sie wohl beides.
Ein Glücksbringer, bzw. Amulett und auch eine Möglichkeit eine Verbindung zu einer Gottheit aufrecht zu erhalten.
So wie andere wichtige persönliche Gegenstände wie Schmuck wurden diese Ringe auch in Heiligtümern geopfert.
Am ehesten lassen sich diese Ringe mit den Zinnfigürchen von Heiligen vergleichen.
Sie wurden noch Ende des 20.Jh. von der ländlichen Bevölkerung Österreichs bei Walfahrten gekauft und in der Geldbörse oft ein Leben lang bei sich getragen.

Viele Grüße
Harald

j-u.thormann
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Beitrag von j-u.thormann » Fr 14.11.08 16:20

Hallo harald,

sind Dir auch die Minaturräder mit Weihinschriften bekannt?

Da diese Rädchen sowohl in Heiligtümern, als auch im Fundanteil spätkeltischer und frührömischer Siedlungen auftauchen, waren sie wohl beides.
Kennst Du zufällig das Verhältnis der Funde dieser Räder in Heiligtümern/Siedlungen?
Ich weiß, daß in Heiligtümern diese Miniaturräder in großer Zahl gefunden werden (in einem Fall mehr als 20.000, wenn ich mich richtig erinnere).
Ich habe ehrlich gesagt ein Problem damit, mir diese riesigen Mengen dadurch zu erklären, daß einzelne Individuen da gelegentlich mal ein Amulett geopfert haben.

Gruß,

j-u.thormann

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harald
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Beitrag von harald » Fr 14.11.08 16:45

Ich kenne diese wenigen Räder mit Weihinschriften, sie stellen jedoch meiner Meinung eine Ausnahme dar.
Meines Wissens wurden die meisten geopferten Rädchen in den gallischen Heiligtümern gefunden.
Im Heiligtum von Roseldorf wurden unter mehreren tausenden nur 4 Rädchen gefunden.
Auch bei den anderen mir bekannten Heiligtümern der Mittelkelten und Ostkelten stellen diese Stücke nicht die Mehrheit der Opfergaben dar.
Hier wurden in der Mehrzahl Fibeln und in der Spätzeit Münzen geopfert.
Da es sich in Roseldorf um ein Kriegerheiligtum handelt, wurden fast ausschließlich Waffen und Wagenbestandteile gefunden.
Zumindest im ostösterreichischen Raum wurde die Mehrzahl dieser Rädchen in spätkelischen bis frührömischen Siedlungen großflächig verteilt in größerer Anzahl gefunden.

Offenbar waren die Opferriten im gallischen Raum unterschiedlich zu denen der Mittelkelten..

Gruß
Harald

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Beitrag von pottina » Mi 17.12.08 11:21

Hallo

Ich möchte Euch heute meinen neusten Fund vorstellen.

Es handelt sich um ein rituell verbogenes keltisches Eisenschwert.

Angaben über Länge, Alter, Gewicht usw kann ich keine machen.
Ich habe das Schwert und die dazu gehörenden Scherben direkt vom Acker zur wissenschaftl. Auswertung und zur Konservierung ins Museum gebracht. Deshab sind die Fotos auch nicht die Besten. Ich hatte nur ein Handy zum fotografieren.
Ich werde das Schwert und die Scherben wieder bekommen

Gruß PoTTINA
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Beitrag von zecki » Do 18.12.08 22:19

Hallo,

Hab auch so ein fettes Teil wie Heiko, Dm 30 mm,Dicke 10 mm

scheint sowas ähnliches zu sein
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Beitrag von heiko183 » Fr 19.12.08 07:07

hi zecki

ja mit meinem wirklich gemein, hat deiner an dem breitesten außenring auch 2 löcher drin ??? vermutlich vom guss ?



gruß
heiko

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Beitrag von zecki » Fr 19.12.08 14:11

Hallo Heiko!

Nein, kann nichts erkennen, aber das Ding ist wirklich massiv und schwer!
Vom Römeracker!

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Beitrag von harald » Di 06.01.09 13:49

Bei der Bearbeitung meines neuesten Aufsatzes sind mir folgende Artikel untergekommen, welchen ich Euch in diesem Zusammenhang nicht vorenthalten will.

Zitat aus :
Bernward Ziegaus, Die Fundmünzen der Jüngerlatenezeitlichen Siedlung von "Die Frage nach der Funktion der Rädchen ist kontrovers diskutiert worden.
Heute ist die Funktion als Amulett unumstritten.
Das Radsymbol war schon währender der Urnrenfelder- und der Hallstattzeit in Mitteleuropa bis Griechenland bekannt.
Vereinzelt finden sich Rädchen ab LT.A als Bestandteil von Kolliers (Dürrnberg) oder als Einzelstück an einer Schnur oder einem Band am Handgelenk(Grab aus Münsingen).
Sie fehlen in den Perioden LT B und C und tauchen verstärkt ab LT C2 in großer Anzahl in ganz Mitteleuropa wieder auf.
Hauptsächlich sind diese Anhänger in Siedlungen und wie in der Frühlatenezeit ausschließlich in Frauenbestattungen anzutreffen."

D. Van Endert, Die Bronzefunde aus dem Oppidum von Manching, Stuttgart 1991, S15-16

Gruß
Harald

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Beitrag von j-u.thormann » Mi 17.06.09 22:41

Frisch erschienen ist gerade:

Philip Kiernan, Miniature Votive Offerings in the north-west Provinces of the Roman Empire, Wiesbaden 2009.

Diskutiert werden u. a. die Miniaturräder (vorwiegend Weihegaben an den keltischen Radgott, aber auch Amulette als Symbol des Radgottes).

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Beitrag von bennie » So 26.07.09 15:39

hi,
habe da auch so ein keltisches stuck gefunden.
30 mm rund
bronze
grt
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cvn.jpg
Zuletzt geändert von bennie am So 26.07.09 15:54, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitrag von bennie » So 26.07.09 15:44

hi ,
hier nog eins.
31 mm rund.
bronze.
Amulette????????
grt
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cvb.jpg
Zuletzt geändert von bennie am So 26.07.09 15:56, insgesamt 4-mal geändert.

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Beitrag von bennie » So 26.07.09 15:46

hi,
hier ein anderes.
bronze
41 mm
grt
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cvd.jpg
Zuletzt geändert von bennie am So 26.07.09 15:54, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von bennie » So 26.07.09 15:50

hi,
hier nog eins.
bronze
39mm
grt
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cvg.jpg
Zuletzt geändert von bennie am So 26.07.09 15:55, insgesamt 1-mal geändert.

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