Arabische Goldmünze

Europa (ohne Euros) und Afrika - ab etwa 1500.
Gast

Beitrag von Gast » Di 25.03.03 16:08

Ja, daran hab ich auch schon gedacht - wenn das so ist, dann gibt es natürlich Henkel- oder Einfassspuren (harr :P - eines der wenigen Worte, die in der alten Rechtschreibung mit 3 "S" geschrieben wurden - ist mir aber auch erst grad beim Eintippen aufgefallen). Sibylle (T'schuldigung Sybille ! :D ) schreibt ja, daß die Münze in einem Anhänger fixiert war - mag also Deine Vermutung richtig sein.

ABer die Ecke von dem Buchstaben sieht mir nicht nach Zufall aus !!!!????

Gast

Beitrag von Gast » Mi 26.03.03 16:00

@Wuppi

- das mit dem "bei jeder Bewegung abgerubbelt" hast Du aber richtig lieb formuliert :D !

Immer noch ohne Gewähr - sind wohl echte 500 Pias - und damit dann wohl einigere EUROs wert.

Bleibt die Frage, wie sieht der Rand von der Seite her betrachtet aus? (Henkelspuren, Fassungsspuren ????).

Gruß, petzlaff

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Beitrag von mumde » Mi 26.03.03 19:53

Wenn ich der Diskussion richtig gefolgt bin, ist bisher noch nicht erwähnt worden, daß das Stück bei der Jahreszahl 1327 zwei Gegenstempel aufweist. Bei Wilski, Countermarks on Ottoman Coins, habe ich diese Gegenstempel nicht gefunden, und da ich Arabisch nicht lesen kann, weiß ich nicht, was da drauf steht. Ich schreibe das hier aber mal, da vielleicht jemand was dazu findet, wenn er darauf aufmerksam wird.
Gruß mumde

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Beitrag von Wuppi » Mi 26.03.03 20:05

Hi

wow jetzt wo du es sagst seh ich die Gegenstempel auch! Aber erkennen tut man da nix - wohl nen bissel zu sehr verkleinert ;)

@sybille: kannste mir von der Stelle um die Jahreszahl nen größeren, detailiertern Scan schicken? (wo man die Gegenstempel gut erkennen kann). Ich werde damit zwar überhaupt nix anfangen können, aber vielleicht jemand der sich damit auskennt ;)

@mumde: sind Gegenstempel für den Wert einer Münze eher gut (also kein eigener Gegenstempel, wenn das ganze irgendwie begründet ist) oder drücken die den Wert?

Bis denne
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Beitrag von mumde » Mi 26.03.03 21:06

@Wuppi: Kommt drauf an. Bei manchen türkischen Münzen kann ein Gegenstempel bedeuten, daß das Stück in einem kleinen Gebiet, das sonst keine Münzen ausgab, zum gültigen Zahlungsmittel erklärt wurde, und das kann interessant sein und den Wert steigern. Das ist aber meist Kleingeld, Kupfergeld, das in Umlauf gebracht wurde, als Kleingeldmangel herrschte. Bei Goldmünzen kommen Feingehaltsstempel vor, aber das hier scheinen mir keine Feingehaltsstempel zu sein. Ich kann Deine Frage also ganz eindeutig beantworten: Ich weiß es nicht.
Gruß mumde

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Beitrag von Wuppi » Do 27.03.03 16:07

Hi

soch die Gegenstempel sind bei den anderen beiden Bildern eingefügt ;)


... ach hier nochmal ;)

[ externes Bild ]

Hab nen Iraner auf Arbeit ;) ... Persisch ist zwar nicht Arabisch, aber sicher doch nen bissel ähnlich ;) ... vielleicht kann er da was lesen ;)

Bis denne
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Beitrag von Torfstecher » Do 27.03.03 18:23

Ich kann zwar auch kein arabisch lesen, aber Zahlen gehen gerade noch. 8)
Und der linke, sechseckige Gegenstempel scheint mir die Zahl 22 zu enthalten, darunter etwas Schrift. Da die Münze aus 22-karätigem Gold besteht tippe ich also auf einen Feigehaltsstempel.
Und der rechte Stempel wäre dann wohl ein Kennzeichen (Initialen etc.) des Juweliers oder Goldhändlers, der die Münze geprüft und den Feingehaltsstempel angebracht hat.

Alle Angaben natürlich ohne Gewähr. ;)

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Beitrag von Wuppi » Do 27.03.03 18:46

Hi

@torfstecher: deine Theorie find ich garnichtmal so verkehrt ;)

Da die Gegenstempel in Arabisch sind, es sich um eine Türkische Münze handelt, vermute ich dann auch gleich mal das der Juwelier aktiv im OSmanischen Reich tätik war also bis - ähh naja bis Attatürk an die Macht kam, danach wurde das Arabisch ja abgeschaft.

Bis denne
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Beitrag von Torfstecher » Do 27.03.03 19:52

Hallo,

was den Zeitrahmen der Stempelung angeht wäre ich mir nicht so sicher.
Es gibt ja z.B. reichlich Staaten, die seit dem ersten Weltkrieg nicht mehr zum osmanischen Reich gehören und bis heute die arabische Schrift verwenden, z.B. Syrien, Irak, Saudi-Arabien.
Und so eine Kennzeichnung scheint mir auch eher sinnvoll, wenn die Münze kein normales, umlaufendes Zahlungsmittel (mehr) ist.

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Beitrag von Wuppi » Do 27.03.03 20:18

Hi

ups - hab jetzt nen bissel eingeschränkt gedacht ;) Das Osmanische Reich war ja recht groß - und die Münze kann überall im Umlauf gewesen sein ...

Bis denne
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Beitrag von R.H.Engelhardt » Fr 28.03.03 11:11

500 Lira/Piaster/Kurush, 1327, Regierungsjahr 4... ist es aber aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit NICHT. Es muss sich um eine sogenannte Juwelierimitation handeln. Keine Fälchung nach heutigem Verständnis. Auch aus der Zeit der letzten beiden Sultane existieren solche Stücke in verschiedensten Variationen. Es war "ganz einfach Schmuck". Der Goldgehalt lag in der Regel bei 21 Karat. "As a rule these have a lower fineness than the originals, and they are lighter ... jedenfalls nach Wilski. Ölcer erwähnt ähnlich, ebenfalls Schienerl. Sometimes these imitations are found marked with the same hall mark twice on the obverse on both sides of the toughra. The marks could not yet be read , but it is presumed that they contain the fineness (in both cases 21 carat) and names. The origin of these imitations is unknow. Hilft das weiter?

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Beitrag von R.H.Engelhardt » Fr 28.03.03 11:29

mumde: Gegenstempel, speziell aus dem ehemals osmanischen Bereich, sind immer werterhöhend und oftmals nur in wenigen Exemplaren bekannt. Viele dieser Gegenstempel sind bis heute nicht zuzuordenen. Viele (relativ) schlummern auch in den Kästen der unidentifizierbaren Münzen der Sammler und Händler. Eigentlich ist jedes Stück ein Unikat und von der Geschichte her ein seltenes "Dokument". Noch einmal: Im nach-osmanischen Bereich wurden Münzen etlicher Länder markiert. Auch antike Münzen: " Zu den Denkmälern mit alten Schriften gehören auch alte Münzen. Hiernach fragt ein in Arabien Reisender zwar vergebens; denn, wenn auch die Einwohner dieses Landes etwa goldene Münzen finden, so bringen sie sie gleich zu einem Goldschmied, und dieser weiß davon keinen besseren Gebrauch zu machen als sie zu schmelzen. Aber in Kurdistan werden die alten römischen, griechischen und persischen Münzen so häufig gefunden, daß sie daselbst in einigen Städten bisweilen auf den Markte gangbar sind, weil es in dieser abgelegenden Gegend an Scheinen fehlet. Man findet schon in den Sammlungen der Europäer eine Menge alter römischer und griechischer Münzen, und ich darf NICHT hoffen, daß unter den wenigen, welche ich in Egypten, Syrien und in den Städten auf der Ostseite von Arabien, wo die Einwohner gewohnt sind sie an die daselbst wohnende europäische Kaufleute und Mönche zu verkaufen, erhalten habe, noch unbekannt seyn sollten" (Part of page 97 of the book of Niebuhr regarding coins used in Kurdistan in the 18th century). Auch diese und alle "anderen" antiken und ausländischen Münzen, die sich im "ganz normalen Umlauf" befanden (damals war das Metall und dessen Gewicht das Maß des Wertes), sind später als gegengestempelt möglich und bekannt.

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Beitrag von R.H.Engelhardt » Fr 28.03.03 11:33

munde. Siehe Wilski, Seite 326, letzter Absatz: "Imitations....". Auf Seite 328 sind nur Beispiele der "vielen, verschiedenen Möglichkeiten" aufgezeigt...!?

Sybille
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Beitrag von Sybille » Fr 28.03.03 18:23

Hallo,

eben habe ich noch in Erfahrung gebracht, daß mein Vater die Münze als „Münze“ gekauft und dann selbst die lockere Fassung in Auftrag gegeben hat, damit sie als Schmuck getragen werden konnte. Der Münzwert sollte dabei extra erhalten bleiben.

Ciao Sybille

Igor
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Antwort von Nichat Ozbudun

Beitrag von Igor » Mo 31.03.03 14:23

Ich habe meine Kollege gefragt, der sehr gute Experte in solchen Fragen. Er hat auch einen anderen Experten in der Türkey gefragt


"The left imprint is really "Haleb" (a Syrian town). It's a bleeding wound for thirty years or more: counterfeiters mint especially 'Reshad' (Mehmed V's) gold coins in Syria, sometimes 22 but mostly 21 carat, so much so that buying the 'Reshad' gold coins is now considered to be risky in Turkey. Less experienced "sarrafs" even refuse to buy them from public. The Syrian government officials, so the story goes, when and if they encounter these coins before they find their way to Turkish market, countermark them as a sign of good will to confirm their high standard - but unfortunately nothing more...
I have seen similar ones in Saudi Arabia, as well as in Turkey proper. Don't buy them if you can."

Also es kann doch sein eine gute Juwelierimitation...

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