Fälschungsparanoia??

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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cepasaccus
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Beitrag von cepasaccus » So 05.04.09 14:18

cepasaccus hat geschrieben:Bzgl. der Unrundung der Feilstelle und der Rundung des Restrandes koennte:

- erst ein Kuegelchen flachgeklopft, dann befeilt und zuletzt gepraegt oder
- ein flacher Rohling mit abgerundeten Kanten gegossen, dann befeilt und zuletzt gepraegt

sein.
Ich habe gerade mal gefeilt und gepraegt. Die Feilstelle wird leicht rundlich, nicht besonders, aber doch so, dass man es unter dem Mikroskop merkt. Julchen muesste also nach dem praegen befeilt worden sein. Vielleicht war sie ja wirklich mal gefasst, wie hier vermutet wurde.

valete
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drakenumi1
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Beitrag von drakenumi1 » So 05.04.09 16:26

Aber wie sollte diese Fassung ausgesehen haben? Hier handelt es sich um eine etwa in der Mitte der Münzdicke verlaufende haarfeine Linie, die alle Abweichungen von der runden Form der Münze mitmacht. Wenn man etwas "fassen" will, müßte das doch von beiden Seiten her geschehen und nicht nur im Verlauf einer einzigen, derartig feinen Linie und man müßte dann Spuren davon auf den beiden MünzSEITEN bemerken.

Es grüßt

drakenumi1
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donolli
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Beitrag von donolli » So 12.04.09 11:17

ich poste mal in diesem thread, da es zur überschrift ganz gut passt.

nachdem ich ja kürzlich einen höchst vermutlich falschen decius in meiner sammlung gefunden habe muss ich gestehen, dass ich manchmal anzeichnen einer leichten paranoia bei mir festelle.

deshalb frage ich lieber einmal zu viel als zu wenig.

es geht um das augustus-as, welches ich gestern im schaukasten vorgestellt habe:

http://www.numismatikforum.de/ftopic11928-3915.html

mit der münze habe ich eigentlich gar kein problem (stil, oberfläche, etc.) und die kratzer auf dem lorbeerkranz des rv scheinen von einer etwas unsachgemäßen reinigung zu stammen.
nun ist mir bei weiterer betrachtung noch eine feilspur am rand aufgefallen. die patina ist hier ebenfalls verletzt.
was meint ihr? ebenfalls ergebnis der rustikalen reinigung (glaube ich eigentlich) oder doch grund zum argwohn?

grüße
olli
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4037lech
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Beitrag von 4037lech » So 12.04.09 11:24

Hallo Olli,

wenn sonst alles stimmt solltest du die Feilspuren nicht überbewerten. Ich habe mit Ungereinigten angefangen, es aber dann schnell wieder vergessen. Hier habe ich diese Feilspuren bei vielen Münzen gesehen. Auf Nachfrage habe ich erfahren. dass oft der Rand so traktiert wurde um zu sehen ob Gold oder Silber dabei ist.
Wird scheinbar jetzt aber nicht mehr so praktiziert
Grüsse
Richard

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donolli
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Beitrag von donolli » So 12.04.09 16:26

danke für deine einschätzung. manchmal wird man halt einfach von diffusen ängsten befallen (was ja auch kein wunder ist, bei den gefährlichen fälschungen, die in letzter zeit immer wieder am markt auftauchen)

grüße
olli
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Beitrag von richard55-47 » So 12.04.09 20:30

donolli hat geschrieben: ...
nachdem ich ja kürzlich einen höchst vermutlich falschen decius in meiner sammlung gefunden habe muss ich gestehen, dass ich manchmal anzeichnen einer leichten paranoia bei mir festelle.


grüße
olli
Ich unterliege dem gleichen Phänomen. Bei jeder von mir ins Auge gefassten Münze bin ich äußerst misstrauisch. Ich sehe Geister, wo keine sind.
do ut des.

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Beitrag von emieg1 » So 12.04.09 21:01

Also mir gehts da ähnlich... ich traue mich im Mom nicht, einen Philippus-Antoninian zu erwerben, weil ich hinter jedem erstmal eine bulgarische Fälschung vermute. Die zwei falschen Philippi konnte ich zwar zurückgeben, aber ich hätte selbst beim Blick unter dem Mikroskop nicht gewettet, dass die Teile fakes sind... das sitzt erstmal tief, aber dies ist vielleicht auch gut so :wink:

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cepasaccus
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Beitrag von cepasaccus » So 12.04.09 21:15

Ich bin gespannt wo das mit den Faelschungen hinfuehrt und wie sich dardurch der Markt veraendert.
kitty mea felis duodeviginti annos nata requiescat in pace. laeta gaudiumque meum erat. desiderio eius angor.

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Beitrag von emieg1 » So 12.04.09 21:26

An dieser Stelle kann/soll/muss man ForgeryNetwork und Dr.Prokopov mal wieder ein dickes Lob ausprechen... ohne diese Arbeiten wärs noch um ein vielfaches schlimmer.

Und wenn es erst einmal gelingen sollte, die Patina so gut zu fälschen wie manche Münze, wird wohl nur noch eine chirurgische Analyse Aufschluss geben können...

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nephrurus
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Beitrag von nephrurus » So 12.04.09 21:39

nummis durensis hat geschrieben:An dieser Stelle kann/soll/muss man ForgeryNetwork und Dr.Prokopov mal wieder ein dickes Lob ausprechen... ohne diese Arbeiten wärs noch um ein vielfaches schlimmer.

Und wenn es erst einmal gelingen sollte, die Patina so gut zu fälschen wie manche Münze, wird wohl nur noch eine chirurgische Analyse Aufschluss geben können...
die Bücher von Prokopov in allen Ehren- aber der Fälschermarkt ist viel zu schnelllebig, als dass da aller 2 Jahre ein Büchlein reichen würde...
eine online-Datenbank, die regelmässig aktualisiert wird, wäre nützlicher.

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Beitrag von beachcomber » So 12.04.09 21:51

eine online-Datenbank, die regelmässig aktualisiert wird, wäre nützlicher.
na die gibt's doch, auf forum ancient und forgerynetwork!
grüsse
frank

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Beitrag von emieg1 » So 12.04.09 21:54

Genau diese beiden online-Datenbanken meinte ich auch :)

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donolli
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Beitrag von donolli » So 12.04.09 22:59

und im endeffekt darf auch nicht unser forum vergessen! man kann sich stets weitere, oft hochkompetente meinungen einholen bzw. erfahrungen und standpunkte austauschen. und das hilft ungemein weiter.
(jetz kann ich meinen augustus in ungetrübt betrachten und mich daran erfreuen :) )

grüße
olli
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