Fälschungsparanoia??

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

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justus
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Beitrag von justus » Mi 24.12.08 11:51

Schöne Grüße aus Bulgarien!

http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?Vie ... otohosting

Interessant auch die Bewertungen seiner Käufer (die meisten sind positiv) ... oder fällt das eher in die Kategorie "Sachen zum Lachen"?

- wohl römisch nicht griechisch und Kopie
- wunderschöne Münze, wohl Kopie
- sehr correkt, doch Münze scheint neu
- Actually, it is not Caligula, it is Domitianus, quality reproduction
- Ware leider nicht echt. Sonst sehr guter Service
- Münzen sind schön aber nicht echt! Sonst war alles Ok.
- Nice but not antique coin quick sending

mfg Justus

P.S. Was es alles gibt, ne ne ne! Vielleicht sollte ich ja mal mitbieten, da ich (zumindest wissentlich) keine dieser berüchtigten "bulgarischen Fälschungen" besitze. So quasi als "Belegexemplar"!
mit freundlichem Gruß

IVSTVS
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antoninus1
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Beitrag von antoninus1 » Mi 24.12.08 14:45

muenzenputzer06 hat geschrieben:@ Pscipio

Schick sie doch bitte mal an beachcomber und von da aus könnte das Stück
ja mal weiter zu drakenumi, antoninus, nephrurus und so weiter.

@nephrurus
Habe die Münze hier eingestellt da es gerade auch mein Bauchgefühl war,
was mich an diesem Stück zweifeln lässt.

Viele Grüße
müpu
Anfang März ist ja Numismata in München. Vielleicht kann sie ja da jemand mitbringen, wenn´s keine Umstände macht.
Andererseits haben sie Pscipio und Xanthos ja schon kompetent begutachtet.
Gruß,
antoninus1

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drakenumi1
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Beitrag von drakenumi1 » Mo 29.12.08 15:48

richard55-47 hat geschrieben:Ich schließe mich der Meinung von Xanthos/PScipio an. Dies allein deshalb, weil die angeblichen Fließspuren erst bei den Buchstaben der Vs-Legende Richtung Außenrand beginnen, sie müssten ebenfalls im inneren Teil der Münze festzustellen sein. Schließlich wird auch dort durch den Prägeschlag Material verdrängt.
Zu dem Themenkomplex "Fließlinien" in diesem Zusammenhang noch ein paar Bemerkungen:
- Im ersten Augenblick des Aufsetzens des Prägestempels auf dem Schrötling beim Prägevorgang verlaufen die Ströme des verdrängten Materials in unterschiedlichste Richtungen, sie folgen dem Wege des geringsten Widerstandes. Diese Wege sind zunächst vorbestimmt durch das Füllen der Leerräume im Prägestempel (Köpfe, Schrift usw.), was bedeutet, daß z.B. zunächst Material aus der Umgebung eines Kopfes auf diesen zu und in diesen hinein fließt.
Ist die Form völlig gefüllt, und ist im Prägehammer noch Energie vorhanden, die den Schrötling noch weiter verdünnen will, muß ab jetzt aus der gesamten Münzoberfläche, aus dem Bereich des Kopfes usw., wie auch der Felder, Material verdrängt werden. Dies geschieht vorwiegend nicht im Inneren der werdenden Münze, sondern nur in einer dünnen Schicht an deren Oberflächen (!), die durch die Energie des Schlages in einen zähflüssigen Zustand versetzt wurde und damit dem Fließen des nach außen drängenden Materials nur einen relativ geringen Widerstand entgegensetzt. Die Richtung dieses Materialstromes ist insgesamt radial von innen nach außen gerichtet (wie die später sichtbaren Fließlinien).
Diese in Bewegung befindliche Schicht ist in sich starken Verwirbelungen ausgesetzt, insbes. dann, wenn sie durch im Wege stehende Kanten der Prögekonturen gezwungen wird, ihre Richtung abrupt zu ändern. Dies sind besonders die Außenkontur des Kopfes und auch die Legendenbuchstaben. Hier beginnen die Fließlinien. Die extrem hohe Geschwindigkeit in dieser Schicht bewirkt, daß das Material quasi in Form von Fäden seinen Weg nimmt, die an ihrer äußeren Kontaktseite mit der (auch polierten) Prägeform ihre fadenförmige Kontur nicht verlieren und später an der fertigen Münze fast so fein, wie ein Schmigelleinen-Schliffbild erscheinen können. Diese Fließlinien auf den Feldern sind lang und erstrecken sich bis vor die Legendenbuchstaben.
Zwischen den Buchstaben und dem Münzrand sind sehr häufig, wenn nicht gar fast immer sehr grobe und kurze Linien festzustellen, die ihren Ursprung alleine in den Widerständen und Verwirbelungen haben, die die gefüllten bzw. zu füllenden Lerrräume der Buchstaben entgegensetzen. (Ein analoges Bild sieht man am Meeresstrand, wenn Wellen über wenig aus dem Wasser ragende Steine rollen). Jedenfalls soll gesagt sein, daß die Fließlinien in den Feldern und diejenigen zw. Legende und Münzrand in keiner Verbindung zueinander stehen.
Eine dritte Form der "Fließlinien" (obwohl der Name hier nicht recht angebracht erscheint) sieht man z. B. dort, wo markante Haarsträhnen auf Köpfen direkt senkrecht auf das Münzfeld stoßen. Hier liegt sozusagen ein Sägezahnprofil im Prägestempel vor, was beim Herausfließen des überschüssigen Materials aus dem Kopf im letzten Prägeaugenblick vor dem Stillstand des Materialflusses einen eng begrenzten "Schatten" hinterläßt.
Alle drei Linienformen existieren unabhängig voneinander, und die Frage danach, warum in diesem Falle und im anderen Falle keine Linien auftreten, ist nur durch Schwankungen der Energie des Prägeschlages, der Zusammensetzung der Schmelze oder der Schrötlingstemperatur zu erklären, deren exakte Vorherbestimmung und Einhaltung unter antiken technologischen Bedingungen nicht möglich war.

Eure evtl. Frage, woher diese "Weisheiten" stammen, betr.:
Analogien aus der Plast-und Elastverarbeitung, innerhalb deren Technologie ich früher zeitweise mal meine Brötchen verdiente.
Übrigens: Alle diese geschilderten und Euch so bekannten negativen Erscheinungen vermeidet man (in der Plastverarbeitung), indem man den Druck einen geringen Augenblick länger stehen läßt, als erforderlich. In dieser Zeit werden alle diese sonst fehlerhaften Leerräume gefüllt und das Objekt entspricht exakt der im Werkzeug eingravierten Form. Oder, wieder auf die Münzen bezogen: Hätte man in der Antike schon (langsam) pressen können, statt (explosiv) zu prägen, wären alle diese Fehler zu vermeiden gewesen.

Freundliche Grüße von

drakenumi1
Man kann, was man will, und wenn man sagt, man kann nicht, dann will man auch nicht.
(Baltzer von Platen/a. Rügen)

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cepasaccus
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Beitrag von cepasaccus » Mo 29.12.08 16:35

Und wenn sie modern gepresst werden, dann bleibt der Druck laenger als erforderlich bestehen.

vale
kitty mea felis duodeviginti annos nata requiescat in pace. laeta gaudiumque meum erat. desiderio eius angor.

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Pscipio
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Beitrag von Pscipio » Mo 05.01.09 13:35

Ich habe die Münze heute an Frank weitergeschickt.

Pscipio
Nata vimpi curmi da.

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Beitrag von muenzenputzer06 » Mo 05.01.09 18:31

@ Pscipio
Ich sag mal Danke.

Hoffentlich bekommt sie bei Frank nicht einen Hitzeschock. 8)

Das die Münze nun innerhalb kürzester Zeit quer durch Europa reist, finde ich fantastisch.
Bei den Römern (ich meine jetzt die "Echten" von damals), hätte dies wohl Wochen wenn nicht Monate gebraucht. :roll:

Viele Grüße
müpu

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Beitrag von beachcomber » Mo 05.01.09 18:40

Hoffentlich bekommt sie bei Frank nicht einen Hitzeschock.
das steht leider nicht zu befürchten - bei mir hat's zur zeit auch nur 12 grad! :(
grüsse
frank

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Xanthos
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Beitrag von Xanthos » Mo 05.01.09 18:42

Immerhin noch 15 Grad wärmer als bei uns (Luzern) ;)

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Beitrag von areich » Mo 05.01.09 19:02

Noch vor 10 Tagen habe ich im Atlantik gebadet und draußen schön Cortado bzw. Cerveza getrunken und nun das, -7°C und alles vereist. :(

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nephrurus
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Beitrag von nephrurus » Mo 05.01.09 19:11

Xanthos hat geschrieben:Immerhin noch 15 Grad wärmer als bei uns (Luzern) ;)
Ich glaube, ich lebe in Island! Was habt ihr alle für phantastisches Wetter?
Bei uns sind -10°! (am Nachmittag gemessen)

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Beitrag von Xanthos » Mo 05.01.09 19:18

nephrurus hat geschrieben:
Xanthos hat geschrieben:Immerhin noch 15 Grad wärmer als bei uns (Luzern) ;)
Ich glaube, ich lebe in Island! Was habt ihr alle für phantastisches Wetter?
Bei uns sind -10°! (am Nachmittag gemessen)
Naja, Luzern liegt eben doch noch ein paar Grad südlicher als Leipzig und sooo gross ist der Unterschied doch gar nicht :)

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Beitrag von muenzenputzer06 » Mo 05.01.09 19:21

@ nephrurus

Könnte dies die Erklärung sein?

- Der Eiskeller in Leipzig ist auch unter dem Namen Conne Island bekannt und ist eine Art Jugendzenter..... -

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Beitrag von nephrurus » Mo 05.01.09 19:34

muenzenputzer06 hat geschrieben:@ nephrurus

Könnte dies die Erklärung sein?

- Der Eiskeller in Leipzig ist auch unter dem Namen Conne Island bekannt und ist eine Art Jugendzenter..... -
man man man Rainer - da kennt sich jemand im Leipziger Nachtleben wieder besser aus als ich in Montabaur :lol:

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Beitrag von muenzenputzer06 » Mo 05.01.09 20:16

Noch vor 10 Tagen habe ich im Atlantik gebadet und draußen schön Cortado bzw. Cerveza getrunken und nun das, -7°C und alles vereist.
Kannst mal sehen, auch am Atlantik gibts diese krassen Wetterumschwünge. 8)
Da wär ich an Deiner Stelle lieber in Berlin geblieben. :P

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Beitrag von antoninus1 » Mo 05.01.09 22:58

Hat zwar nichts mit Fälschungen zu tun, aber in Manschnow (wo immer das auch ist) hat´s laut Wetteronline.de gerade -18,4 Grad 8O
Das erinnert mich an den Winter ´85/86, als ich....
Na, ich lass´es lieber :)
Gruß,
antoninus1

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